Wildbienen

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Ein Fest fürs Auge und für Insekten: Beet mit Storchenschnabel, Lavendel und Sonnenhut.

Neulich abends haben wir unseren Sohn vom Ernteeinsatz vom Bauernhof meines Cousins abgeholt. Seine Frau hat nicht nur ein, sondern gleich zwei Händchen für Blumen. Ihr Bauerngarten, den sie am neuen Wohnhaus seit zwei, drei Jahren aufbaut, ist einfach herrlich und abwechslungsreich. Überall summte und krabbelte es, Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln - alles da.
Habe mal einige Eindrücke in einer Collage zusammengefasst - zum Vergrößern bitte anklicken.

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Wer hält sich da mit langen Beinen am Vergissmeinnicht fest? Darf ich vorstellen? Der Wollschweber, ein interessanter Geselle.

Das ist doch keine Honigbiene, die am Vergissmeinnicht nascht? Eine Hummel? Auch nicht. Zuhause habe ich erst einmal recherchiert. Bei diesem haarigen Insekt handelt es sich um einen Wollschweber, vermutlich den Großen Wollschweber. Ein bezeichnender Name, oder? Im Standflug schwebte er über den Vergissmeinnicht, stüzte sich nur mit den Vorderbeinen ab und versenkte seinen langen Rüssel in den Blütenkelch.

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Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar und Blütenpollen.

Treffsicherer Parasit
Ach, wieder eine Wildbiene, dachte ich. Doch, weit gefehlt. Der Wollschweber ist ein Wildbienen-Parasit!
Der Große Wollschweber nutzt zum Beispiel Grabwespen, Solitärbienen und bestimmte Schmetterlingsarten als Wirte.
Wollschweber legen ihre Eier direkt in die Gelege dieser Insekten.
Manche haben aber auch eine spezielle Technik entwickelt und schießen ihre Eier aus dem Flug gezielt in oder nah an die Nesteingänge ihrer Wirte.
Die Wollschweblarve verändert während ihrer Entwicklung mehrmals ihr Aussehen. Im ersten Stadium ist sie sehr beweglich und sucht sich ihren Wirt. Sind das solitäre Bienen oder Wespen, fressen die Larven zunächst das Futter der Wirtslarven und am Schluss verspeisen sie auch diese.
Überwintert wird meist noch im Larvenstadium in den Bodennestern der Wirte. Erst im Frühjahr arbeitet sich die Puppe, vorn ausgestattet mit Dornen, hinten mit Borsten durch das Erdreich an die Luft, wo dann die letzte Häutung stattfindet.
So ein raffiniertes Früchtchen!

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Was sucht denn dieser kleine Punk in unserem Keller? Genauer gesagt, waren es zwei, die völlig entkräftet auf dem Boden krabbelten.

Ups, eine Biene im Keller. Zuerst dachte ich, es sei eine von meinen, die sich nach dem letzten Einsatz am Stock am Imkerschleier festgehalten hat. Als ich sie raus trug, wunderte ich mich, dass sie so klein und vorwitzig rot behaart ist.
Was will denn dieser Punk in unserem Keller? Es ist eine kleine Rote Mauerbiene (Osmia bicornis). Dass es ein Männchen ist, erkennt man am weiß behaarten Kopfschild.
Mittags rief meine Tochter aus dem Keller: "Hier ist eine Biene!" Noch eine! Oh je, was wollen die denn hier? Und hoffentlich sind nicht noch mehr unterwegs.

Fragen über Fragen
Ist die Mutter im Herbst durch die offene Tür ins Haus geflogen und hat ihre Eier irgendwo abgelegt?
Oder sind die beiden Männchen draußen an einer sonnigen Stelle geschlüpft und haben gegen Abend den relativ warmen Keller gefunden?
Ist unser Haus undicht?
Keine Ahnung!
Im März - aber in der Regel bei höheren Temperaturen - schlüpfen zunächst die Männchen, zwei Wochen später dann die Weibchen. Ob unsere beiden Punks bis dahin überleben? Noch ist es draußen empfindlich kalt.

Spuren lesen im Bienenvolk
Eigentlich wollte ich heute über den überaus interessanten Vortrag von Guido Eich, Bienenzuchtberater vom Institut für Bienenkunde in Celle berichten. Er war in dieser Woche bei unserem Verein zu Gast und legte uns staunenden (Neu-)Imkern dar, was man so alles aus dem Gemüll herauslesen kann. Und das ist wirklich keine Kaffeesatzleserei!
Drei Stunden dauerte das überaus interessante und humorvoll vorgetragene Referat - und ließ mich etwas frustriert zurück: Von vielen Dingen hatte ich noch nie gehört oder sie ganz anders interpretiert. Das liegt an mangelnder Erfahrung und teils habe ich auch falsche Infos bekommen.
Mein Vorsatz: Ich muss mehr über die Biologie der Honigbiene lernen.
Da mir teils die passenden Fotos fehlen, um einige Aussagen von Guido Eich zu verdeutlichen, werde ich die neuen Kenntnisse einfließen lassen, wenn die Zeit dafür kommt. Hier sendeten mir die Honigmacher noch einen Link zur Gemülldiagnose.

So, jetzt wünsche ich Euch aber frohe Ostern!DSC_3046

Der "Bienen-Wrap" steht auf der Speisekarte der Spinnen ganz hoch im Kurs.
Der "Bienen-Wrap" steht auf der Speisekarte von Spinnen ganz hoch im Kurs.

Da passt man als Biene einen Moment lang nicht auf, und schon ist es passiert: Ins Netz einer Spinne geflogen, hängengeblieben und das Zeitliche gesegnet....
Besonders tückisch: Die Spinne hat ihr Netz vor einem Windschutzfenster an der Sitzecke gebaut. Während die Biene also denkt, sie könne direkt in die Glanzmispel fliegen, hängt sie schon im Netz und knallt womöglich noch gegen die Scheibe.

Auch Wespen werden zu Wraps verarbeitet....
Auch Wespen werden zu Wraps verarbeitet....

Scheint ein beliebter Fangtrick zu sein. Denn seit Tagen beobachte ich ein ähnlich als Wrap verpacktes Insekt an der Außenseite des Fensters im Treppenhaus. Ich dachte, es hätte wieder eine Biene erwischt. Erst bei der Vergrößerung der Fotos am PC erkenne ich, es ist eine Wespe. Und bevor ich jetzt sentimental vom Fressen und Gefressenwerden schreibe, mache ich für heute lieber Schluss.

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Klein aber oho: Auf dem schmalen Böschungsstreifen blühen verschiedene Blumen und bieten Honig- und Wildbienen Pollen und Nektar.

Seitdem ich mich für Bienen interessiere, habe ich ein Auge für Blühendes in meiner Umgebung. Als in der Nachbarschaft durch Baumaßnahmen eine kleine Böschung entstand, entstand die Idee, hier eine Wildblumenmischung auszusäen. Der Besitzer der Böschung war einverstanden und so riss ich vor Ostern Gräser aus, die sich dort schon ausgebreitet hatten. Leider war es seit Wochen sehr trocken, sodass ich mit meinen beschränkten Mitteln wenig erfolgreich war. Immerhin, ein Teil der Fläche konnte ich freilegen und die Blumenmischung "Schmetterlings- und Bienenwiese" (von Rewe) aussäen. Sie ist einjährig und enthält keine Klee- und Gräseranteile.
Da sich nach einigen Wochen nur wenige Pflänzchen zeigten, habe ich Phazelia nachgesät und jetzt blühen mindestens zehn verschiedene Arten, die vor allem Wildbienen anziehen werden. Hier eine Auswahl:
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Diese Nisthilfe ist schnell gemacht. Die Dose kann man mit Kokosband oder Wolle umwickeln.
Diese Nisthilfe ist schnell gemacht. Damit die Dose nicht so hervorsticht, kann man sie mit Kokosband oder Wolle umwickeln.

Ein tolles Projekt für die Osterferien ist der Bau von Nisthilfen für Wildbienen. Im Sommer haben wir es mit Freunden schon einmal ausprobiert und ganz passable "Wildbienenhäuser" gebaut. Kindern und Erwachsenen hat es großen Spaß gemacht.
Hier stelle ich eine einfache Variante für eine Nisthilfe für Wildbienen und Einsiedlerwespen vor, die aus einer Konservendose besteht. Oder Ihr wagt Euch gleich an das "Luxusheim", das weiter unten beschrieben ist ...

Die Brut der Wildbienen überwintert in der Nisthilfe
Die Insekten suchen Niströhren für ihre Eier. Sie mögen Schilf- und Bambushalme oder Holzstücke mit Bohrlöchern. Im Lauf des Sommers könnt Ihr beobachten, ob eine Röhre belegt ist. Ihr erkennt es daran, dass die Biene sie mit Lehm verschlossen hat. Der Nachwuchs überwintert darin, öffnet erst im nächsten Jahr die Röhre und schlüpft hinaus.
Übrigens: Wildbienen sind ganz wichtig für die Bestäubung von Blumen, Sträuchern und Bäumen. Sie stechen nur in höchster Not, und ihr Stachel ist so weich, dass er gar nicht schmerzt.

Jetzt geht es aber los:

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Das braucht Ihr: Konservendose, Gartenschere, Band zum Aufhängen, Gips, Bambus- oder Schilfhalme.
Das braucht Ihr: Konservendose, Gartenschere, Band zum Aufhängen, Gips, Bambus- oder Schilfhalme.
Mit der Gartenschere schneidet Ihr die Halme in so lange Stücke, dass sie gerade aus der Dose herausschauen.

 

 

 

 

 

 

Gips mit Wasser mischen und etwa 2 cm hoch in die Dose füllen. Nun müsst Ihr schnell sein und die Bambus- oder Schilfstückchen mit den Öffnungen nach oben fest hineindrücken.
Gips mit Wasser mischen und etwa 2 cm hoch in die Dose füllen. Nun müsst Ihr schnell sein und die Bambus- oder Schilfstückchen mit den Öffnungen nach oben fest hineindrücken.
Sucht einen sonnigen Platz auf dem Balkon oder im Garten und hängt die Nisthilfe so auf, dass es nicht hineinregnen kann.

 

 

 

 

 

 

Luxusheim mit Holzstücken, Bambus und Schilfstängeln sowie Lehm als Baumaterial für die Bienen, den wir in die Öffnungen der Ziege gestrichen haben.
Luxusheim mit Holzstücken, Bambus und Schilfstängeln sowie Lehm als Baumaterial für die Bienen, den wir in die Öffnungen der Ziegel gestrichen haben. Bohrlöcher müssen glatt sein, ausgefranste Löcher werden gemieden, da sich Insekten leicht die Flügel daran verletzen.

Großes Insektenhaus
Wenn Ihr ein größeres Bauprojekt für die ganze Familie sucht, dann wagt Euch an ein richtiges Insektenhaus wie auf dem Bild oben zu sehen ist. Eine alte Schublade kann als Grundform dienen. Das Haus könnt Ihr ganz nach Eurem Geschmack aufteilen.
Wildbienen nisten gerne in Holzstücken aus Eiche oder Buche, in die Ihr an der Rindenseite Löcher mit einem Durchmesser von 2 bis 12 mm bohrt. Sie dürfen aber nicht ganz durchgehen. Das Holz muss gut getrocknet sein, denn sonst reißt es leicht und die Niströhren sind beschädigt. Das mögen die Insekten gar nicht und legen keine Eier darin ab.
Schilf- und Bambusstängel ergänzen die Nistmöglichkeiten. Achtet darauf, dass Ihr die Stängel mit den Öffnungen nach vorn hineinsteckt. Wir haben zudem noch die Löcher von Ziegeln mit Lehm gefüllt. Den nutzen einige Bienen, um die Brutzellen zu verschließen.
Damit nichts herausfällt oder Vögel daran herumzupfen, nagelt Ihr Maschendraht davor. Habt Ihr schon einen Platz im Garten oder auf dem Balkon ausgesucht? Das Insektenhaus sollte an einem sonnigen Ort stehen.

Ohne Planung kein Hausbau - die Kinder haben die Baumaterialien aufgelistet.
Ohne Planung kein Hausbau - die Kinder haben die Baumaterialien aufgelistet. Auf Tannenzapfen und Stroh solltet Ihr unter einem Dach mit Nisthilfen für Wildbienen allerdings verzichten. Darin nisten dann Ohrenkneifer, die gerne frisch geschlüpfte Bienen fressen.

 

Eine Blumenwiese unterstützt die Artenvielfalt – nicht nur Insekten sind hier zuhause sondern auch Igel und Vögel.
Eine Blumenwiese unterstützt die Artenvielfalt – nicht nur Insekten sind hier zuhause sondern auch Igel und Vögel. Foto: Schäfer

Weg mit den Steingärten voller Schotter - hin zu blühenden Beeten, Wiesen und Grünstreifen. Das war der Tenor eines Vortrags, zu dem mein Imkerverein eingeladen hatte. Für die Zeitung habe ich folgenden Artikel geschrieben:

Für Bienen zählt jede Blüte
Marl. „Blühende Landschaften sind auch in Ihrem Umfeld möglich“, versprach Irene Schäfer am Donnerstag den 50 Besuchern, die zum Vortrag des Imkervereins Marl-Sickingmühle gekommen waren. Die Imkerin aus Datteln zeigte im Restaurant „Zum schwatten Jans“ anhand eindrucksvoller Fotos, wie sich im Kleinen auf dem Balkon sowie im Großen mit Blumenwiesen für eine bunte Blütenvielfalt sorgen lässt. „Mein Wunsch ist es, die Nahrungssituation von Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbestäubenden Insekten zu verbessern“, so die Referentin.
Bienenfreundliche Pflanzen kaufen

Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern, sind Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten.
Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern, sind Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten. Foto: Schäfer

Wer bereits beim Kauf von Stauden und Gehölzen auf bienenfreundliche
Pflanzen achte, könne schon in kleinen Schalen, Blumentöpfen und Beeten eine wertvolle Artenvielfalt heranziehen. Richtig lebendig werde es, wenn Rasen durch eine Wildblumenwiese ersetzt werde. „Da können Sie viele Bienen bei der Arbeit beobachten“, versicherte Irene Schäfer und verwies auf das „Netzwerk Blühende Landschaft“, das viele Informationen zum Thema bereit halte.
Den Garten pflegeleicht zu gestalten ist für viele Gartenbesitzer ein wichtiges Argument. „Aber Hecken und Rasen müssen Sie regelmäßig schneiden. Meine Wildblumenwiese mähe ich einmal im Jahr oder ich lasse sie stehen. Bewässern muss ich sie auch nicht“, beschrieb die Imkerin, die Zeitersparnis, die sie durch ihre Wiese mit mehr als 35 Blumensorten gewinnt. Die Samenstände würden im Winter von den Vögeln aufgepickt. Zudem diene eine Wiese auch als Rückzugsgebiet für Igel, Fasane, Kröten und sogar für Hasen und Rehe.

Wiesen erst nach der Blüte mähen
Feldern, Wiesen und öffentlichen Flächen blüht es immer weniger. Deshalb appellierte Irene Schäfer an Bauern, Jäger und Städte, Randstreifen und Zwischenstücke als Blumenwiesen anzulegen und - ganz wichtig - nicht zu früh zu mähen.

Irene Schäfer warb dafür, Gärten, Feld- und Wegränder sowie öffentliche Flächen zum Blühen zu bringen. Foto: Sommer
Irene Schäfer warb dafür, Gärten, Feld- und Wegränder sowie öffentliche Flächen zum Blühen zu bringen. Foto: Sommer

Kathrin Wehling, Vorsitzende des Imkervereins freute sich besonders, dass Gernot Fischer, Technischer Angestellter der Stadt Marl gekommen war und sich in die rege Diskussion einbrachte. Er zeigte großes Interesse für das Anliegen der Imker, verdeutlichte aber auch, dass die Stadt verschiedenen Zwängen unterliege, die eine rasche Umsetzung der Ideen erschwere oder verhindere. Ingrid Vornholt, Kassiererin des Vereins, brachte es schließlich auf den Punkt: „Warten wir nicht darauf, dass die anderen anfangen. Es kann doch jeder im eigenen Garten für blühende Landschaften sorgen!“

Tipps für blühende Gärten
• Für Insekten interessant sind z.B. Lavendel, Fingerhut, Fackellilie, Astern, Schmuckkörbchen und Phazelie.
Lassen Sie Kräuter wie Schnittlauch, Oreganum, Borretsch und Dill zur Blüte kommen.
• Auch wenn es für das Auge „unordentlich“ aussieht, Stauden im Herbst stehen lassen. Samenstände und Stängel dienen als Nahrung und Winterquartier.

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Hohle Bambusstängel sind ein tolles Baumaterial für Wildbienenhotels.

Den Arm voller Bambus, der wegen einer Baustelle weichen muss! So ein Glück! Am Sonntag beschlossen wir, für eine Familienfreizeit einen Workshop zum Bau von Bienenhotels anzubieten. Drei Tage später entdeckte ich den Bambus, dessen Stängel gute Nisthilfen abgeben.
In dieser Woche scheint es sich alles um Wildbienen zu drehen. Habe einen Vortrag über Wildbienen gehört und wertvolle Tipps für den Bau von Nisthilfen erhalten. Über die Veranstaltung verfasste ich für die Halterner Zeitung den folgenden Bericht: ... weiterlesen