Literatur & Internet

Hier ist er, mein Buchtipp für das kommende lange Wochenende: "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde. Zunächst haben mich der Titel (dachte es geht um Evolution) und das Cover mit der verendeten Biene abgeschreckt. Es gibt so viele Hiobsbotschaften (gerechtfertigte und ungerechtfertigte) rund um die Biene, dass ich keine Lust hatte, auch noch in einem Roman davon zu lesen.

Drei Lebensgeschichten
Zugegriffen habe ich dann doch, und es hat mir sehr gut gefallen. Drei Geschichten in unterschiedlichen Zeiten werden miteinander verwoben. Da ist zunächst ein Forscher und Samenhändler der 1852 in England mit einer brillianten Idee, dann ein Imker, der 2007 in Ohio davon träumt, seine Imkerei zu vergrößern und schließlich eine Arbeiterin in China, die 2098 die Blüten per Hand bestäubt, weil es keine Bienen mehr gibt.

Viele Infos
Wie diese drei Geschichten zusammenhängen, Verzweiflung, unausgesprochene Wünsche auf Familienmitglieder projiziert werden und Sprachlosigkeit das Leben erschwert, ist lebendig geschrieben und spannend zu lesen. Häufiger war ich versucht, zum nächsten Kapitel einer Person vorzublättern.... Dazu lässt Maja Lunde viele Details aus der Bienenkunde einfließen, die für Laien sehr aufschlussreich sein düften und einiges an Bienenwissen vermitteln.

Gut geschrieben
Erschreckend ist, dass das Zukunftsszenario, dass sich die Autorin für 2098 in China erdacht hat, genauso Wirklichkeit werden könnte. Ein Aufruf, die Natur und die Bienen zu schützen, verpackt in einem Roman - ein geschickter Schachzug!

Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
btb, 512 Seiten, 20 €
ISBN-13: 978-3442756841

Bin etwas genervt, weil schon vier Tage ohne Internet. Habe Asyl bei Freunden gefunden und poste jetzt verspätet meinen Buchtipp. Wollte eigentlich noch von der letzten Völkerdurchsicht schreiben, aber das spare ich mir jetzt... Allen ein schönes Wochenende!

2 Kommentare

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Tautz_JDie_Honigfabrik_180761.jpgSo ein Buch gefällt mir - schon nach 16 Seiten heftete ich den ersten Klebezettel ins Buch: Da ging es gerade um den "Verbundwerkstoff" Propolis, den die Bienen nicht nur zum Abdichten kleiner Öffnungen oder zum Mumifizieren von Eindringlichen gebrauchen. Neu war für mich, dass sie die oberen Ränder der Wabenzellen mit einer dünnen Auflage aus Propolis verstärken und Propolis in die Zellwände einbringen. Je nach Klima wird mehr oder weniger davon verbaut.

Autoren: Bienenforscher und Imker
Sehr anschaulich, gut verständlich und mit einer Prise Humor erklärt der international renommierte Bienen-Forscher Jürgen Tautz vom Biozentrum der Uni-Würzburg oftmals überraschende Details aus einer eigenen Forschung und die seiner Kollegen.
Mitautor Diedrich Steen schöpft aus 20 Jahren Imkererfahrung. Und so machen Kapitelüberschriften wie "Frauenpower im Bienenstock - von dicken Mädchen, Geschwisterliebe und wütenden Amazonen" oder "Gespritzt, geschwitzt und ausgespuckt - Was aus einer Biene so alles rauskommt" Lust aufs Lesen.
Besonders interressant war für mich das Kapitel "Tod der Königinnen? - Bienen im Kampf ums Überleben", in dem die Autoren dem Bienensterben auf der Spur und Ausblicke auf die Zukunft geben.

Da sieht man dem Buch doch gleich an, dass es mir viele Anregungen geliefert hat...

Lektüre für Imker und Interessierte
Zeichnungen und Fotos vervollständigen die Lektüre und tragen zum besseren Verständnis komplizierter Sachverhalte bei.
Insgesamt ist die Honigfabrik ein sehr empfehlenswertes Buch - für Imker gleichermaßen wie für interessierte Laien.
Doch bis zuletzt konnte ich mich nicht an die Vermenschlichung der Honigbiene gewöhnen. Die Magazinbeute bezeichnen die Autoren als Honigfabrik, die Gründung einer Tochterfirma beschreibt das Schwärmen. Mich schüttelt es bei dem Gedanken, demnächst am Bienenstock angesprochen zu werden mit: "Wie läuft´s denn so in der Firma?"

Jürgen Tautz, Diedrich Steen
Die Honigfabrik
Die Wunderwelt der Bienen - eine Betriebsbesichtigung
288 Seiten, 19,99 €
Gütersloher Verlagshaus

Gut versorgt mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.
Gut versorgt ins neue Jahr mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.

Letztens gab es Post von APIS e.V.! Wer ist das denn, mögen sich manche fragen, besonders jene, die gerade erst ihr Interesse für die Imkerei entdeckt haben. Dahinter verbirgt sich der "Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen".
Er stellt die Redaktion für den sehr lesenswerten Infobrief Bienen@Imkerei, in dem mehrere Bieneninstitute passgenau zum Imkerjahr Infos herausgeben. Zudem organisiert APIS den jährlichen und entgegen seines Namens zweitägigen Apisticus-Tag (Fortbildungsforum und Imkermesse) in Münster.

APIS organisiert Apisticus-Tag
Dieses Mal enthielt der Umschlag die Bestätiung über die Spende von 16 € (= Mitgliedsbeitrag), sowie die Einladung zur Mitgliederversammlung. Als Faltblatt lag das ausführliche Programm des nächsten Apisticustages am 11. und 12. Februar 2017 bei (das Programm steht auf der Homepage als Download parat).
Das nächste Faltblatt "Varroa Kontrolle" habe ich schon längst. Es beschreibt das Behandlungskonzept für Nordrhein-Westfalen, das die Landwirtschaftskammer den Imkern empfiehlt. Eine flächendeckende Durchführung ist sicher wünschenswert.
Und zum Schluss noch ein Infoblatt über Aufgaben, Projekte und Angebote der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW.
Auf den Apisticus-Tag freue ich mich schon. Leider war ich bei den letzten beiden Treffen unseres Imkervereins Sickingmühle-Marl verhindet und beim nächsten Mal kann ich auch nicht dabei sein. Es wird also höchste Zeit für Austausch, Fachgespräche und neue Infos!

asdfasdfWenn mich mal jemand fragen würde: "Wie ist das denn so mit den Bienen?", dann könnte ich das Buch "Bienen Basics" empfehlen. In vielen Kapiteln habe ich meine eigenen Erfahrungen wiedergefunden: Das Staunen über das Leben im Bienenstaat und den kunstvollen Wabenbau und wie sich die Augen für das ganze Drumherum öffnen: Also für Blühendes am Wegesrand, für Pollen und Propolis und andere Insekten.
Die Autoren motivieren dazu, selbst aktiv zu werden, Garten oder Balkon mit attraktiven Blumen zu bepflanzen oder Nisthilfen für Insekten zu bauen.

Infos für Hobbyimker
Nach diesen eher allgemeinen Informationen rund um die Insektenwelt geht es in den nächsten Kapiteln konkret ums Imkern. Viele Fragen, die sich ein Anfänger bezüglich der Beuten- und Standortwahl so stellt, werden ausführlich beantwortet. Allerdings teile ich nicht die Meinung, dass sich für Neuimker beim Beutenkauf der Gebrauchtmarkt empfiehlt.
Anfängern vermittelt das Buch erste Grundlagen zur Bienenhaltung, Honigernte und der Verarbeitung weiterer Bienenprodukte. Hilfreich ist die Begleitung durchs Bienen- und Imkerjahr mit vielen praktischen Tipps und anschaulichen Fotos. Ein Verzeichnis von Nektarquellen, Glossar und viele Anregungen zum Basteln, Kochen und Verarbeiten von Bienenprodukten runden den Ratgeber ab.
Wer´s bestellen will:
Bienen Basics - Alles, was Hobbyimker und Bienenfreunde wissen müssen
Gräfe und Unzer Verlag, 16,99 Euro
ISBN: 978-3-8338-4738-7

3 Kommentare

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Ab der Hälfte des Buches habe ich Post-its sparsamer geklebt. Wie will man sonst in dem Zettelwald die spannendsten Stellen wiederfinden?

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, das mich absolut begeistert. Dies ist schon an den vielen Zetteln zu erkennen, die ich an interessanten Stellen hineingeklebt habe. Zudem habe ich vieles unterstrichen (was ich sonst nie tue), um die Passagen wiederzufinden.
Worum geht es? Im Wesentlichen beschreibt der amerikanische Verhaltensforscher Thomas D. Seeley das Verhalten von Bienenschwärmen. Dabei geht er in seinen Experimenten zum Beispiel diesen Fragen auf den Grund:

Wie sieht die Traumwohnung für ein Bienenvolk aus?
Wer trifft die Entscheidung für oder gegen eine Wohnung?
Welche Biene darf Kundschafterin werden?
Wer gibt das Signal für den Aufbruch des Schwarms?
Wie findet der Schwarm den Weg ins neue Zuhause?

Ein Schwarm ist ein gut strukturiertes Gefüge.
Beim nächsten Schwarmfang werde ich mir die tanzenden Kundschafterinnen auf der Traube genauer ansehen - hoffentlich erst im nächsten Jahr!

Vorbild Bienendemokratie
Beim Lesen habe ich nicht nur über Bienen gestaunt, sondern auch über den Erfindungsgeist der Forscher, passende Experimente für die Überprüfung ihrer Thesen zu entwickeln. Dabei bieten die Bienen manche Überraschung. Nein, ich verrate hier nichts!
Dazu ist das Buch klasse geschrieben und mit einem kleinen Bildteil und vielen erklärenden Grafiken bestückt. Ich habe es noch nicht ganz durchgelesen, freue mich aber schon auf das letzte Kapitel, in dem es um die Frage geht, was wir Menschen von den Bienen lernen können.

Buch für die Ferien
Als Neuimkerin habe ich zunächst viel über die gute imkerliche Praxis gelernt. Dabei wurde die spannende Verhaltensbiologie nur am Rande thematisiert. Sie interessiert mich aber sehr. Deshalb ist dieses Buch für mich ein absoluter Gewinn und durchaus ein Buch für des Imkers Ferien....

Thomas D. Seeley
Bienendemokratie - Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können
S. Fischer Verlag
Taschenbuch: 12,99 €
Hardcover: 22,99 €

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Na, das ist doch mal eine poetische Überschrift! Sie ist aber nicht von mir, sondern von Wilhem Busch, der Schriften zur Imkerei verfasst hat. Wer hätte das gedacht? Das vollständige Zitat lautet:

"Friedlich lächelt Virgil,
umsäuselt von sumsenden Bienen;
aber die runzlichte Schar
bärtiger Krieger entfleucht!"

Dazu eine Zeichnung eines alten Virgils, umringt von Korbbeuten, deren Bewohner messerbewehrte Krieger angreifen.

Bienenfreund Wilhelm Busch
Der Wallstein-Verlag hat ein kleines Buch herausgegeben, das die Bienenliebhaberei Wilhelm Buschs beleuchtet. Wilhelm Busch hat Bienen nicht nur gezeichnet - noch dazu vermenschlicht dargestellt, was Mitte des 19. Jahrhunderts recht neu war - sondern auch Fachartikel geschrieben.
Doch von Anfang an: Heute vor 184 Jahren wurde Wilhelm Busch geboren. Ab seinem neunten Lebensjahr wuchs er zur weiteren Erziehung bei seinem Onkel auf. Dieser wirkte als Pastor und galt zudem als Koryphäe unter den deutschen Bienenzüchtern. Kein Wunder, dass sich der kleine Wilhelm schon früh für Bienen interessierte und sich mit seinen drei imkernden Brüdern rege über die Bienenhaltung austauschte. Sein Wissen und seine Anschauungen darüber wurde immer wieder Thema, wenn er Freunden oder Freundinnen schrieb.

Schnurrdiburr
Besonders gut gefallen mir einige Verse aus "Schnurrdiburr oder die Bienen". Da heißt es:
"Es sammelt sich das Volk im Kreise,
denn also spricht die Königin:
"Auf, Kinder! schnürt die Bündel zu!
Er schnarcht der alte Staatsfilou!-
Nennt sich gar noch Bienenvater!
Ein Schöner Vater! Sagt, was tat er?
Und wozu taug er?
Aus seinem Stinkehaken raucht er..."'

Schade nur, dass diese Bildergeschichte in dem Buch nicht komplett abgebildet ist. Man merkt dem Büchlein an, dass es wissenschaftlich basiert ist. Wer aber Spaß daran hat, etwas über die Imkerei zur damaligen Zeit zu erfahren und Wilhelm Busch mag, wird seine Freude daran haben.

Wilhelm Busch
Umsäuselt von sumsenden Bienen
Schriften zur Imkerei
von Christiane Freundenstein,
48 Seiten, gebunden, 12,90 €

 

Gut versorgt mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.
Gut versorgt ins neue Jahr mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.

Letztens gab es Post von APIS e.V.! Wer ist das denn, mögen sich manche fragen, besonders jene, die gerade erst ihr Interesse für die Imkerei entdeckt haben. Dahinter verbirgt sich der "Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen".
Er stellt die Redaktion für den sehr lesenswerten Infobrief Bienen@Imkerei, in dem mehrere Bieneninstitute passgenau zum Imkerjahr Infos herausgeben. Zudem organisiert APIS den jährlichen und entgegen seines Namens zweitägigen Apisticus-Tag (Fortbildungsforum und Imkermesse) in Münster.

APIS organisiert Apisticus-Tag
Dieses Mal enthielt der Umschlag die Bestätiung über die Spende von 16 € (= Mitgliedsbeitrag), sowie die Einladung zur Mitgliederversammlung. Als Faltblatt lag das ausführliche Programm des nächsten Apisticustages am 11. und 12. Februar 2017 bei (das Programm steht auf der Homepage als Download parat).
Das nächste Faltblatt "Varroa Kontrolle" habe ich schon längst. Es beschreibt das Behandlungskonzept für Nordrhein-Westfalen, das die Landwirtschaftskammer den Imkern empfiehlt. Eine flächendeckende Durchführung ist sicher wünschenswert.
Und zum Schluss noch ein Infoblatt über Aufgaben, Projekte und Angebote der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW.
Auf den Apisticus-Tag freue ich mich schon. Leider war ich bei den letzten beiden Treffen unseres Imkervereins Sickingmühle-Marl verhindet und beim nächsten Mal kann ich auch nicht dabei sein. Es wird also höchste Zeit für Austausch, Fachgespräche und neue Infos!

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Was ist denn das für ein Rähmchen?
Was ist das? Arnold Antke zieht ein ganz besonderes Rähmchen.
Ich war durch schon vorgewarnt. Die Wachsmaske wird von den Bienen mit Wabenwerk ausgebaut. Hier beginnen sie damit über der Nasenwurzel.
Ich war durch die Fotos von Bärbel Rothhaar schon vorgewarnt. Die Wachsmaske wird von den Bienen mit Wabenwerk ausgebaut. Hier beginnen sie gerade damit über der Nasenwurzel.

Diese Woche kann nur mit einem Titel überschrieben werden: "Bienen in der Kunst"! Die Bienen haben mich ja schon zu vielen netten und interessanten Leute geführt. In den vergangenen Tagen drehte sich plötzlich alles um die künstlerische Beschäftigung mit Bienen und Wachs.

Bienen bauen Wachsmasken aus
Am Montag stieß ich auf der Suche nach einem Imker in Berlin auf die Internetseite von Bärbel Rothhaar, Künstlerin und Imkerin.
Sie beschäftigt sich unter anderem mit Bienen, Wachs und Imkern. Absolut faszinierend: Sie formt Gesichter von Imkern mit Bienenwachs ab und hängt sie ins Bienenvolk.
Spannend zu sehen, wie sich die Bienen ihr Baumaterial zurückholen und wieder zu Waben ausbauen. Gerne hätte ich ihre Fotos direkt auf meiner Seite gezeigt, aber ein Kontakt zu ihr kam noch nicht zustande. Klickt Euch deshalb unbedingt auf ihrer Seite durch die Bilder. Dort schreibt sie übrigens, dass selbst der gleiche Abguss, nie dasselbe Ergebnis hervorbringen werde, da Bienen abhängig von Klima, Vegetation und Blütezeit der Futterpflanzen unterschiedlich bauen. Berührend!

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Ericastas Bilder sind MixedMedia: Fotografisch erfasste Realität, mehr oder minder stark abstrahiert, auf Leinwand ausgegeben und wieder bemalt.

Art for Bees
Einen Tag später stieß Heidrun Stallwanger aus Augsburg auf meinen Blog und schrieb in einem Kommentar, dass sie "Art for Bees" mache - Kunst gegen das Bienensterben. Ihre fotorealistisch bis abstrakt gearbeiteten Bilder gefallen mir.
Sie schickte mir einen Link zu ihrer letztjährigen Vernissage im Café Zeitlos in Augsburg. Ihr Künstlername lautet übrigens Ericasta und sie führt einen eigenen Blog.

Der Imker mit der Maske
Der dritte überraschende Kunstkontakt dieser Woche fand am Mittwoch endlich live statt: Käthe Wissmann aus Bochum vom Verein "2010 Königinnen für das Ruhrgebiet" ist ebenfalls Künstlerin. Dies offenbarte sich, als ihr Mitimker Arnold Antke in der Golzbeute ein Rähmchen nach dem anderen zog und plötzlich die oben gezeigte Wachsmaske in den Händen hielt. Stellt Euch die verblüfften Gesichter der Imker und Imkerinnen vor. Herrlich!

Malerei - Papier - Bienenwachs
Die Woche ist ja noch nicht zuende! Als ich am Freitag meiner Imkerpatin Mechthild von meinen Kunstbegegnungen  erzählte, wies sie auf die Ausstellung "Malerei - Papier - Bienenwachs" von Regina Thorne hin, die am 21. Juni in Herdecke eröffnet wird. Ich bin gespannt und werde bestimmt mal hinfahren.

Bienenstich!
Hier noch ein Hinweis in eigener Sache auf meinen Bienenstich!-Newsletter, den ich alle zwei bis vier Wochen versende. Schmerzt nicht, schwillt nicht an, gibt aber einen Überblick, was sich in meiner Imkerei so getan hat. Wer ihn auch bekommen möchte, trage die eigene E-Mailadresse in das Feld rechts ein. Falls der Bienenstich! nicht gefällt, wird man ihn schneller wieder los als einen echten Bienenstich - einfach abbestellen.

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Ein spannender Augenblick für Imkerin Ingrid Vorholt (rechts): Sind die Bienen wohlauf? Interessierten erklärt sie gerne, wie Bienen überwintern.
Ein spannender Augenblick für Imkerin Ingrid Vorholt (rechts): Sind die Bienen wohlauf? Interessierten erklärt sie gerne, wie Bienen überwintern.

Melde mich zurück aus der Winterpause! Tatsächlich hatten wir in Haltern am See auch einen Tag lang das, was in einem ordentlichen Winter nicht fehlen darf: Schnee. Es waren zwar nur wenige Zentimeter, aber die Kinder hat's gefreut. Und für mich diente die weiße Landschaft als prima Kulisse für einen Artikel zu der Frage, wie Bienen den Winter überstehen. Erschienen ist das Interview in der Halterner Zeitung:

HALTERN. Wie überstehen eigentlich Bienen den Winter? Wir haben uns bei der Imkerin Ingrid Vorholt erkundigt. Sie betreut zwölf Bienenvölker und erklärt, was sich in der kalten Jahreszeit im Bienenstock abspielt.

Eine Bienenbeute aus Holz reicht den Bienen als Isolierung vor Hitze und Kälte.
Eine Bienenbeute aus Holz reicht den Bienen als Isolierung vor Hitze und Kälte.

Halten Honigbienen Winterschlaf? Nein, eher Winterruhe. Ich sage immer, die Bienen kuscheln. Sie fahren ihre Aktivität runter und drängen sich zu einer Traube zusammen. Je kälter, desto enger. Wie Pinguine stecken die Arbeiterinnen ihre Köpfchen zusammen, den Po nach draußen. Wenn ihr Po nur noch 9 Grad warm ist, krabbeln sie nach innen und andere nehmen ihren Platz ein. Bienen sind wechselwarme Tiere und erzeugen durch Bewegen ihrer Flugmuskulatur Wärme. In der Wintertraube herrscht immer eine Mindesttemperatur von 20 °C, sogar bei starkem Frost!

Da wäre es doch eine gute Idee, den Bienenstock zu isolieren? Das wäre schädlich. Es würde die Bienen dazu verleiten, aktiver zu sein, der Futtervorrat könnte knapp werden, und sie erfrieren, wenn sie auf die Idee kommen, auszufliegen. Wichtiger ist, dass genügend Bienen da sind, mindestens 6000 Tiere, um die Wintertraube zu bilden und mit ihr langsam über die Futterwaben zu ziehen. Übrigens halten Bienen ihren Kot in einer Kotblase zurück, die sie erst im Frühjahr ausleeren. Nur einzelne Bienen halten es jetzt schon nicht mehr aus und fliegen kurz bei Sonnenschein raus.

Ein Blick in die Vorratskammer: Die Zellen dieses Futterrähmchens sind mit Honig gefüllt und mit Wachs verdeckelt.
Ein Blick in die Vorratskammer: Die Zellen dieses Futterrähmchens sind mit Honig gefüllt.

Keine Flüge, kein Pollen- und Nektarsammeln - was fressen die Bienen im Winter? Sie haben im Sommer fleißig Nektar gesammelt und daraus leckeren Honig gemacht. Den Anteil, den wir als Imker ihnen wegnehmen, bieten wir ihnen als Zuckerlösung wieder an. Sie verarbeiten ihn wie Honig und lagern das Futter in Zellen und setzten einen Deckel aus Wachs darauf. Das ist ihr Wintervorrat.

Was machen die Königin und die Drohnen? Die Königin sitzt gut geschützt mitten in der Traube, da hat sie es muckelig warm. Wenn es draußen ganz kalt ist, legt sie für wenige Wochen keine Eier, um ihrem Volk eine Brutpause zu gönnen. Faszinierend finde ich, dass sie Mitte Januar schon wieder mit der Eiablage beginnt, egal wie das Wetter ist. Dann wächst das Volk ganz schnell auf 45000 bis 60000 Tiere. Tja, und Jungs gibt es im Winter in einem Bienenvolk nicht. Erst im Frühjahr werden neue Drohnen aufgezogen.

Beatrix, Elizabeth, Viktoria... Ingrid Vorholts Völker tragen köngliche Namen.
Beatrix, Elizabeth, Viktoria... Ingrid Vorholts Völker tragen köngliche Namen.

Und womit beschäftigt sich die Imkerin im Winter? Ich besuche Fortbildungen, reinige das Wachs, stocke meine Vorräte an Rähmchen und Gläsern auf. Die Bienen lasse ich in Ruhe. Nur einmal muss ich sie stören, so wie heute. Da habe ich Oxalsäure in die Wabengassen geträufelt. Sie hilft gegen die Varroamilbe, ein Plagegeist, der unseren Bienenvölkern schwer zu schaffen macht. Der Blick in die Kisten war wieder sehr aufregend. Geht es den Bienen gut? Leider ist eines der drei Völker an diesem Standort sehr klein. Ich hoffe, sie schaffen es über den Winter.

Was begeistert sie an ihrem Hobby? Der Honig ist nicht das Wichtigste. Mich fasziniert das Leben der Honigbiene. Durch die Imkerei habe ich einen guten Blick für die Natur bekommen. Und ich verrate es auch gleich: Gestochen zu werden, tut nach wie vor weh!

Gerburgis Sommer

Zwischen den Jahren hat mich eine Freundin mit einem Buch versorgt, dass sich angenehm abhebt von der Fachlektüre, die ich seit Wochen übers Imkern lese. Agnes Flpresse_cover Honigfrauügel beschreibt darin ihre Entwicklung von der Online-Redakteurin (aha, also auch eine Journalistin) zur professionellen Imkerin, die ihren Honig mittlerweile in ganz Deutschland vertreibt.

Was eher zufällig als Hobby beginnt, wird Agnes Flügels Leben völlig umkrempeln. Die Begegnung mit einem Imker erkennt sie rückblickend als Fügung. Und dann geht es auch schon los: Agnes Flügel berichtet unterhaltsam über Bienen und deren Lebensweise, über Bienenkrankheiten, Wetterkapriolen und skurrile Imkerkollegen. Fast nebenbei vermittelt sie fundiertes Wissen über Bienen und die Imkerei.

Als sich aus der Honigproduktion eine Geschäftsidee entwickelt, kämpft sich Agnes Flügel durch die Schwierigkeiten der Existenzgründung und erfährt große Motivation durch ihren mühsam erarbeiteten Erfolg. Mit der „Honigmanufaktur Flügelchen“ erfüllt sich für sie ein Traum.

Mir hat das Buch gefallen, weil Agnes Flügel ihren Weg zur Imkerin herrlich selbstironisch betrachtet. In manchem Erlebnis erkannte ich mich schmunzelnd wieder. Und selbst erfahrene Imker werden bei der Lektüre bestätigend nicken: „Ja, so ist das Leben mit den Bienen!“

Agnes Flügel: Die Honigfrau – Wie ich meinen Träumen Flügel verlieh. Ludwig Buchverlag, 304 Seiten, ISBN 978-3-453-28028-1, 19,99 €

Und was machen die Bienen?
Jetzt noch schnell ein Blick auf die Bienenkiste. Von Winterruhe keine Spur. Am 8. Januar lagen die Temperaturen um die Mittagszeit bei 14 °C - also gutes Flugwetter in Haltern am See. Zahlreiche Bienen unternehmen im Sonnenschein Reinigungsflüge, um ihre Kotblase zu entleeren. Wer weiß, vielleicht kommt der Winter doch noch - kurz und knackig. In dem Fall wäre es vorerst vorbei mit den Reinigungsflügen.

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Honigmacher ScreenshotEine gute Quelle für Infos über Bienen und Imkerei ist das Internet. Schon ganz früh bin ich auf die Seite der Honigmacher gestoßen, die mittlerweile meine Lieblingsseite ist. Wer sich für Bienen und Imkerei interessiert, aber noch kaum etwas darüber weiß, findet hier einen Schnupperkurs, der in kleinen Häppchen Wissenswertes vermittelt.
Aber auch für Neuimker und alte Hasen bieten die Honigmacher fundierte Infos. Zur Vorbereitung auf den „Fachkundenachweis Honig“ des Deutschen Imkerbundes kann man hier einen Trainingskurs absolvieren.
Für Gartenbesitzer ist die Rubrik „Bienenweide“ interessant. In einem Blühkalender und Herbarium sind rund 300 Pflanzen aufgelistet, auf denen die Bienen Nektar, Honigtau und Pollen sammeln.
Die Macher der Seite sind der Verein Apis e.V., die Landwirtschaftskammer NRW und die Agentur lernsite.
www.die-honigmacher.de

Hinter Apis e.V. steckt der „Verein zur Honigmacher ScreenshotFörderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Hier sei vor allem der Infobrief „Bienen@Imkerei“ genannt, den man als Newsletter abonnieren oder als Download beziehen kann. In Abständen von zwei bis vier Wochen gibt es passgenau zum Geschehen im Bienenstock Informationen, was dort passiert und welche Arbeiten auf den Imker zukommen. Veranstaltungsinformationen runden den Newsletter ab. Apis Mellifera bedeutet übrigens Westliche Honigbiene, meist einfach Biene oder Honigbiene genannt.
Herausgeber sind Bieneninstitute bzw. Landesanstalten für Bienenkunde in Mayen, Münster, Veitshöchheim, Kirchhain, Hohenheim und Hohen-Neuendorf.
www.apis-ev.de

Für Lehrer, die mit ihren Schülern Imker-AGs betreiben, habe ich noch zwei Fundstücke aus dem Internet:

Im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Schulimkerei“ können 30 Schulen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen eine Weiterbildung als Imker einschließlich einer Förderung von jeweils bis zu 2000 € erhalten. Initiatoren sind die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der Landesverband der Imker Weser-Ems und der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker. Projektskizzen können bis zum 15. März 2014 eingereicht werden.
www.dbu.de/2281.html

Unter dem Motto „Fleißige Bienen & flinke Brummer – Natur braucht Vielfalt“ initiiert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen bundesweiten Schülerwettbewerb. Mitmachen können Schülerinnen und Schüler der 3. Bis 10. Klassen aller Schulformen. Einsendeschluss der Arbeiten ist der 4. April 2014.
www.echtkuh-l.de