Ach, was kann es unter Imkerinnen doch nett sein! Meine Imkerpatin Mechthild lud zum gemeinsamen Frühstück ein - natürlich mit Honig, aber auch Leckereien wie Ziegenkäse und Erdbeermarmelade. Während wir schmausten, schmolz ein erster Wachsklumpen im Wasserbad. Und dann ging es los, das Mittelwandpressen:

Geschmolzenes Wachs wird mit einer zügigen Bewegung auf die Mittelwand-Form gegossen.
Nach etwa 20 Sekunden die Form vorsichtig öffnen und die Mittelwand herausnehmen.
Ein Holzbrett dient als "Schnittmuster" für die Mittelwand. Diese ist für den Honigraum der Bienenkiste meiner Freundin gedacht.

Lässt man Bienen ohne Vorgabe einer Mittelwand bauen, können sie die Größe der Zellen selbst bestimmten und varriieren. Die Stabilisierungsdrähte des Rähmchens scheinen die Bienen kaum zu stören, sie werden einfach umbaut.
Barbara Leineweber von "De Immen" hielt einen interessanten Vortrag über Naturwabenbau.

Für mich ist es immer noch ein Wunder: Bienen schwitzen Wachs aus und formen sich daraus ihr Zuhause. Einzigartig ist dies im Tierreich - kein anderes Tier produziert sein Baumaterial selbst. Darauf wies Barbara Leineweber hin, die beim letzten Treffen unseres Imkervereins Sickingmühle-Marl über die Vorteile des Naturwabenbaus sprach. Wir laden regelmäßig Referenten ein, um uns fortzubilden und neue Anregungen zu bekommen. Barbara Leineweber ist Vorsitzende des Vereins "De Immen" in Gladbeck, die das Wesensgemäße Imkern fördern wollen.
Angesichts des Skandals um gepanschtes Wachs und die Bienengesundheit, war dies ein wichtiges Thema. Leider fehlt mir gerade die Zeit, um ausführlich zu berichten. Aber ich habe noch ein paar Zahlen zum Staunen: Ein Volk benötigt 100000 Zellen, wofür die Bienen 1,5 Mio. Wachsplättchen ausschwitzen (insgesamt 1,2 kg) und jedes einzelne Plättchen vier Minuten lang mit ihren Mandibeln weich kauen und dann verbauen. Wahnsinn!

Ein Blick in die Bienenkiste. Wachsanfangsstreichen geben die Richtung vor - alles weitere bauen die Bienen individuell.

4 Kommentare

Schwer beladen kam diese Arbeiterin zum Stock zurück. Mühsam quälte sie sich durch das Mäusegitter. Ich habe es jetzt entfernt - freier Zugang zur Beute...

Heute habe ich mal einen Blick in die Beuten gewagt - und ich bin sehr zufrieden. Alle drei Völker sind munter und haben ein Brutnest.

Der Aalstrich-Schwarm

Mein kleinstes Volk hätte auch locker einzargig überwintern können. Hier der Blick auf die untere Zarge, in der sich nur wenig gefüllte Futterwaben befinden. Das Volk sitzt oben, gut versorgt mit Futter und zufriedenstellendem Brutnest.
Überrasschend viel Totenfall auf dem Gitterboden. Habe die toten Bienen mitgenommen und werde sie bei Gelegenheit genauer anschauen.

Queen Marlene

Bei meinem Wirtschaftsvolk befürchtete ich schon, die Beute kaum öffnen zu können, weil sie immer alles mit Propolis verkleben - beeindruckend dieses komplett "verputzte" Propolisnetz.
Ein Hinweis auf ein vitales Volk sollen solche Wachsbrücken sein. Die obere Zarge konnte ich kaum anheben, so viel Futter ist drin. Das Brutnest befindet sich in der unteren Zarge.

Queen Helene

In der Trogbeute waren die beiden ersten Waben von rechts mit grünem Schimmel befallen. Die habe ich rausgenommen und ich denke, ich schmeiße sie weg. Oder ist das Wachs nach dem Schmelzen noch zu verwenden? Das werde ich morgen beim Imkertreff erfragen. Auch hier ein schönes Brutnest.

2 Kommentare

Verzeiht, dass ich schon wieder Bienchen auf Blümchen poste. Aber die Begeisterung geht gerade dann mit mir durch, wenn das Wetter so herrlich ist, wie an diesem Wochenende. Immer wieder griff ich zur Kamera, während ich den Garten frühjahrsfein machte.

Zuvor hatte ich eine Vase mit verblühten Tulpen vor die Haustür gesetzt - sie sollten direkt in den Müll wandern. Aber von wegen - für die Bienen war es ein gefundenes Fressen.
Ich habe die Tulpen dann noch einen Tag länger stehen lassen. Hier wird gerade an den Staubblättern genascht. Gut sichtbar ist die Pollenfarbe an der Pflanze und auch an den Pollenhöschen.
Auch diese Biene ist bereits mit gelben Pollen bepudert unterwegs zu einer verblühten Tulpe.
Balanceakt in der Krokusblüte.

7 Kommentare

Also, wenn der Garten eine Beschilderung braucht, um ihn als "Garten" auszuweisen, dann sollte man schnellstens zum Spaten greifen und Blühendes pflanzen.

Kürzlich waren meine Tochter und ich unentschlossen, welchen Weg wir für unseren Spaziergang einschlagen sollte. Eine Münze in der Jackentasche brachte uns auf die Idee, zu losen. "Kopf" - rechts rum, "Zahl" - links rum, oder wie es so gerade passte. So liefen wir eine Strecke, die wir sonst selten gehen.
Bald fiel es uns auf - hier hat sich in der (Vor-) Gartengestaltung einiges getan, aber leider nicht zum Vorteil. Nach drei, vier Schotter-Gärten zückte ich mein Handy, um die Vorgärten festzuhalten. Meiner schlechten Handykamera ist die miserable Fotoqualität geschuldet. Aber, was soll ich sagen, die Gärten haben nichts besseres verdient...
Übrigens, die Liste des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft listet Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten auf - das gibt es auch als App fürs Handy, sehr praktisch beim Pflanzenkauf. Wer sich beraten lässt, findet auch Pflanzen für einen pflegeleichten Vorgarten, die Insekten Nahrung und Kleingetier Unterschlupf bieten.

Blick nach vorne...
Blick zurück....
Einige Meter weiter die nächste Halde.
Und dies war dann zum Abschluss die Krönung: Damit kein Laub aufs Geröllfeld fällt, ist es mit einem Netz abgedeckt.

Die BeetSchwestern haben die Schotter-Gärten ebenfalls zum Thema gemacht. Nicht nur, dass Kies, Schotter und Steine keine Nahrung für Insekten bieten, in ihnen verlieren sich auch die Jahreszeiten.

Der angewärmte Honig war recht flüssig und lief sehr "sportlich" ins Glas.

Längst ist der in Gläsern abgefüllte Honig verschenkt und verkauft. Höchste Zeit, noch einmal nachzulegen. Im Keller standen noch zwei Hobocks mit mehr Inhalt, als ich erwartet hatte. So reichten die Honiggläser nicht aus. Habe noch in der Nachbarschaft nachgefragt, einige Gläser erhalten und schließlich den Rest in Marmeladengläsern abgefüllt - der ist dann für den Eigenverbrauch gedacht.

Den Totenfall durchs Mäusegitter zu schieben, ist sehr mühsam. Auf der Biene rechts sitzt sogar eine Milbe.

Honig verflüssigen
Der Eimer mit der Frühjahrstracht war zur Hälfte durchkristallisiert und ließ sich derart fest geworden natürlich nicht abfüllen.
Da ich in meiner kleinen Imkerei keinen Wärmeschrank zum Verflüssigen des Honigs besitze, habe ich mir einen Einkochtopf geliehen: Honigeimer rein, Wasser bis zur Honigmarke eingefüllt und unter mehrmaligem Rühren über mehrere Stunden auf 40 °C erwärmt. Das ging erstaunlich gut und der Honig war hinterher sehr schön flüssig. Wer sich für die Hygieneregeln beim Abfüllen interessiert, klicke hier: Köstlichkeit in Gläser abgefüllt.

Schimmelrasen unter dem Beutendeckel.

Blick ins Volk
Als ich kürzlich bei den Bienen war, fiel mir auf, dass der Aalstrichschwarm sehr viel Totenfall auf dem Gitter liegt.
Habe einmal den Deckel gelüpft, um reinzuschauen und war über den Schimmelbefall unter dem Deckel recht erschrocken.
Ist das Volk zu klein, um eine zweizargige Beute zu klimatisieren? Wäre es nicht passiert, wenn ich statt des Propolisnetzes eine Folie unter den Deckel gelegt hätte? Habe den Deckel mit einem Tuch abgewischt und wieder aufgesetzt.

6 Kommentare

Diese Biene nahm auf der Beute ein kurzes Sonnenbad.

Den ersten Hinweis, dass sich in diesen Tagen etwas bei den Bienen tut, fand ich heute früh, als ich die Zeitung reinholte. Vor der Haustür lag bei etwa - 4 °C eine tote Biene. Mal kurz erinnert, wie der gestrige Tag war: kalt und sonnig.

Sonne lockt Bienen
Heute Nachmittag, bei etwa +4 °C ein kurzer Spaziergang an den Beuten vor bei, und tatsächlich: reger Bienenflug bei beiden Völkern auf der Wiese. Die Beuten wurden von der Sonne beschienen. Anders die Trogbeute im Schatten unseres Hauses - dort tut sich nichts. Es ist einfach zu kalt.

Darm entleeren und aufräumen
Die emsigen Bienen hatten schon fleißig den Darm entleert und den Totenfall durch das Mäusegitter nach draußen befördert, was eine anstrengende Arbeit ist. Wenn tote Bienen aus der Wintertraube auf den Gitterboden fallen, bleiben sie dort tage- oder auch wochenlang liegen, bis es endlich warm - oder wie heute sonnig - genug ist, dass sich die Bienen zum Aufräumen hinaustrauen.

Kälte lässt Bienen erstarren
Hoffe, dass Ihnen der kurze Ausflug gut bekommen ist, und sich alle wohlbehalten zurück in die Wintertraube kuscheln können. Denn eigentlich fliegen Bienen bei derart kühlen Temperaturen nicht. Die Kälte lässt die Flugmuskulatur erstarren, die Bienen stürzen ab und erfrieren. In dem Fall ist der Versuch eines kurzen Toilettengangs teuer bezahlt....

In der Natur tut sich auch schon was:

Die Zaubernuss (Hamamelis) blüht bereits, bietet aber keinen Pollen oder Nektar für Bienen. Eine Liste von "Nichtbienenpflanzen" gibt es von Gärtnermeister und Imker Bernhard Jaesch.

Während sich dieser Bodendecker noch mit Eiskristallen ziert:

Fünf  Seiten Formular und Info...

Es ist wieder so weit - schon in den letzten Dezembertagen kam der Meldebogen der Tierseuchenkasse. Alle Jahre wieder ist man als Tierhalter aufgefordert, den Tierbestand am Stichtag 1.1. anzugeben.
In diesem Jahr gibt es für Imker eine angenehme Neuerung:
Die gilt zumindest für die Mitglieder der Tierseuchenkasse in Nordrhein-Westfalen - keine Ahnung, ob es bundesweit zutrifft.
Ich werde jedenfalls auf Nummer Sicher gehen und sechs Völker angeben (drei habe ich, drei "im Sinn, mit möglichen Ablegern).
Und weil es besonders schnell geht, erledige ich die Meldung gleich online. Haltet mir die Daumen, dass es reibungslos klappt!

Gut versorgt mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.
Gut versorgt ins neue Jahr mit imkereirelavanten Infos durch den Verein APIS.

Letztens gab es Post von APIS e.V.! Wer ist das denn, mögen sich manche fragen, besonders jene, die gerade erst ihr Interesse für die Imkerei entdeckt haben. Dahinter verbirgt sich der "Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen".
Er stellt die Redaktion für den sehr lesenswerten Infobrief Bienen@Imkerei, in dem mehrere Bieneninstitute passgenau zum Imkerjahr Infos herausgeben. Zudem organisiert APIS den jährlichen und entgegen seines Namens zweitägigen Apisticus-Tag (Fortbildungsforum und Imkermesse) in Münster.

APIS organisiert Apisticus-Tag
Dieses Mal enthielt der Umschlag die Bestätiung über die Spende von 16 € (= Mitgliedsbeitrag), sowie die Einladung zur Mitgliederversammlung. Als Faltblatt lag das ausführliche Programm des nächsten Apisticustages am 11. und 12. Februar 2017 bei (das Programm steht auf der Homepage als Download parat).
Das nächste Faltblatt "Varroa Kontrolle" habe ich schon längst. Es beschreibt das Behandlungskonzept für Nordrhein-Westfalen, das die Landwirtschaftskammer den Imkern empfiehlt. Eine flächendeckende Durchführung ist sicher wünschenswert.
Und zum Schluss noch ein Infoblatt über Aufgaben, Projekte und Angebote der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW.
Auf den Apisticus-Tag freue ich mich schon. Leider war ich bei den letzten beiden Treffen unseres Imkervereins Sickingmühle-Marl verhindet und beim nächsten Mal kann ich auch nicht dabei sein. Es wird also höchste Zeit für Austausch, Fachgespräche und neue Infos!