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Zum ersten Mal in sieben Jahren Imkerei muss ich die Bienen mit einer Notfütterung unterstützen. Den Futterteig nehmen sie direkt an.
1 x Honig + 3 x Puderzucker = Futterteig

Futterkränze sind bei allen drei Völkern (fast) nicht mehr vorhanden. In einigen Waben ist bereits frischer Honig eingetragen worden, doch falls sich die kühle und regnerische Wettervorhersage für die nächste Woche bestätigt, könnte es knapp werden.
In allen Völkern sind starke Brutnester angelegt und sobald die jungen Bienen schlüpfen, haben sie auch Hunger.

Notfütterung mit Futterteig

Mit Gummihandschuhen knetet es sich am besten...

Deshalb habe auf alle Brutwaben eine Lage Futterteig gelegt. Die Grundzutaten sind eigener Honig (wichtig! wegen möglicher Sporenbelastung durch Amerikanische Faulbrut) und Puderzucker im Verhältnis 1:3 und Muskelkraft.
Um die klebrige Angelegenheit zu erleichtern, habe ich mir Gummihandschuhe übergezogen und dann geknetet und gewälzt, bis ein trockener Futterteig entstanden ist.
Diesen habe ich in Gefriertüten aufgeteilt, flachgedrückt und am Bienenstand aufgeschnitten, sodass ich die Futterpakete mit offener Oberfläche auf die Brutwaben legen konnte. Sofort kamen die ersten Bienen zum Testen. Ruckzuck werden sie das Futter verarbeiten. Dazu benötigen sie einiges an Wasser, aber Regen ist ja auch genug gemeldet.
Das Wetter heute ist allerdings viel schöner und sehr sonnig ausgefallen. Das fanden nicht nur die Bienen gut ...

Eine ganz normale Frau ...

Noch eine Anekdote am Rande: Ein kleiner Junge und sein Vater machten an der Blumenwiese Halt und schauten mir interessiert zu. Eine Nachbarin, die sich gerade für eine Radtour fertigmachte, erzählte mir hinterher, der Vater habe erklärt, ich sei eine Imkerin. Darauf der Kleine: „Aber das ist doch eine normale Frau!“ 😅

Ob aus einer dieser Weiselzellen eine neue Königin geschlüpft ist?

Mein Sorgenkind in den vergangenen Wochen war das Volk von Queen Gertrud (Vielleicht brauchen sie einfach mal einen anderen Namen. Meine Tochter, Taufpatin des Volkes) wollte mich mit diesem Namen wohl nur ärgern.) Am 3. März stellte ich fest, dass es keine junge Brut gibt. Damals hängte ich ein Brutbrett von nebenan hinein, damit sie sich eine neue Königin ziehen. Wegen des kalten Wetters habe ich darauf verzichtet, zu kontrollieren, ob sie Weiselzellen anlegen.
Am 30. März war ich gespannt: Würde ich eine neue Königin finden - oder gar schon junge Brut? Nö, nix zu sehen, nur ein Volk dass mangels Nachwuchs immer kleiner wurde - und, ja doch ein paar Ansätze von Weiselzellen. Ob die aber schon benutzt waren, konnte ich nicht erkennen (kann man das überhaupt?).
Also habe ich zur Verstärkung des Volkes und zur Sicherheit, falls sie sich doch eine Köngin ziehen wollen, ein weiteres Brutbrett aus dem Nachbarvolk hinzugehängt.
Am 18. April dann endlich die gute Nachricht: Es hat geklappt, eine neue Königin ist da! Gesehen habe ich sie nicht, aber die kleinen Stifte und Rundmaden haben sie verraten. Bin sehr froh!

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So sollte es derzeit in inem Bienenvolk aussehen - unten rechts ist ein Teil des Brutnestes mit verdeckelter Brut zu erkennen, darüber der Futterkranz mit verdeckeltem Futter.

Hui, das war wirklich knapp! Hätte unsere Bienensachverständige nicht schon gestern Zeit für die Entnahme der Futterkranz-Probe gehabt, hätte ich bestimmt nicht ins gut entwickelte Trogbeuten-Volk geschaut. Dann wäre das Volk mit ziemlicher Sicherheit in den kommenden kalten Tagen verhungert.

Bei der Entnahme der Futterkranzprobe (rechts) ist aufgefallen, dass bei Queen Helene in der Trogbeute kein Futterkranz mehr vorhanden war!

Für die Nicht-Imker:innen unten den Leser:innen: In unmittelbarer Nähe des Brutnestes befinden sich die Futtervorräte des Volkes - eigentlich. Wir zogen Wabe um Wabe, es gab einfach keinen Futterkranz. In diesem Fall haben die Natur und die Witterung nicht mit der rasanten Entwicklung des Volkes mitgehalten. Vor drei Wochen war das Volk schon sehr stark und ich setzte ungewöhnlich früh den Honigraum auf. Zugleich war noch so viel Futter vorhanden, dass ich eine Futterwabe mit altem Winterfutter herausgenommen habe. Doch dann schlug das kalte Wetter zu - die Bienen konnten nicht fliegen und keine Nahrung in den Stock eintragen.

Zur Rettung des Volkes habe ich direkt zwei Futterwaben in Volk gehängt, die ich als Reserve zur Seite gelegt hatte - zum Glück!

Heute sieht die Welt schon wieder nach Frühling aus. Die Bienen drängte es schon während des Schnees nach draußen. Ein besorgter Nachbar meldete sich gestern, weil an seinem Auto Bienen saßen. Einige bezahlten ihren Ausflug mit dem Tod. Heute bei rund 12 C war es warm genug für Ausflüge und Toilettengänge.
Wie herrlich war die Schneelandschaft bei Sonnenschein. Die Sonne auf den Beuten verführte einige Bienen zum Ausflug. Aber dann war es doch zu kalt. Diese beiden sind unterwegs Sommerhit ausgekühlt, dass sie den Rückweg nicht mehr schaffen.

Bei diesen beiden Beuten sind die Fluglöcher komplett verschneit und geschlossen. Aber die Bienen bekommen trotzdem Luft, denn die Kästen sind unten lediglich mit einem Gitter verschlossen. Die Palette und der Ständer auf dem sie stehen, sind noch nicht eingeschneit. Daher ist die Frischluftzufuhr im Moment gesichert.

Was machen die Bienen eigentlich, wenn es schneit? Sie kuscheln in ihrer Wintertraube und halten sich durch die Bewegung ihrer Flugmuskulatur warm. Doch was ist, wenn der Schnee die Beuten komplett umhüllt?
Habe heute diese beiden Fotos geschossen und schließlich den Schnee vor den Fluglöchern entfernt. Denn: Sollten auch die Gestelle der oben abgebildeten Beuten auch komplett einschneien - und der Schnee wird uns ja noch ein paar Tage bleiben - wird es an frischer Luft fehlen.
Bei der Trogbeute unten ist das Freihalten des Fluglochs noch wichtiger.

Bei der Trogbeute sieht es anders aus. Sie ist bis auf das Flugloch geschlossen und dieses ist trotz des überstehenden Daches fast bis auf einen kleinen Schlitz mit Schnee verschlossen.

Dieses Experiment hat Spaß gemacht! Allein aus den Zutaten Bienenwachs und Leinöl lässt sich pflegendes Möbelwachs herstellen.

Kürzlich zwinkerte die Sonne frühlingshaft in unser Wohnzimmer. Dabei beleuchtete sie zielsicher die matten Stellen der alten Kommode aus Eichenholz. Gerade an den Füßen, die vom Wischwasser angeriffen sind, sah es nicht gut aus. Also, wo liegt nochmal das Antikwachs? Aber dann erinnerte ich mich, dass es so streng und auch ein paar Tage nach der Behandlung noch unangenehm riecht. Also mal flott nach einem Rezept gegoogelt, das auch zuhause umzusetzen ist. Das Ergebnis seht ihr im Video.

Zauberzutat Leinöl

Die kurze Zutatenliste eines der einfachsten Rezepte lautet:
1 Teil Bienenwachs
1 Teil Leinöl
Mit der Küchenwaage habe ich das Wachs abgewogen und in einem Marmeladenglas im Wasserbad geschmolzen. Das nächste Mal würde ich kein gewölbtes Glas, sondern eines in Becherform nehmen. Dann lässt es sich einfacher rühren. Dazu habe ich übrigens Holzspieße verwendet. In das geschmolzene Wachs habe ich das abgemessene Leinöl langsam zufließen lassen. Geschieht es zu schnell, kühlt das Wachs drumherum sehr schnell ab und es entstehen Klumpen - dann muss man eben noch länger rühren.

Konsistenz verändert sich

Was nun geschieht, ist spannend: Die klare Wachs-Öl-Mischung wird immer matter und fester - und schon ist das Möbelwachs fertig.
Mit einem alten Baumwolltuch habe ich es auf das Holz aufgetragen - das Abnehmen des Wachses aus dem Glas verlangte schon Kraft. Ein kleines Bürstchen wäre vielleicht das bessere Werkzeug gewesen - oder man gibt beim nächsten Mal doch etwas mehr Öl hinzu. Das müsste ich mal ausprobieren - oder ihr macht es und berichtet in den Kommentaren von Euren Erfahrungen.

Was machen die Bienen?

Bin eben noch einmal zu den Bienen geflitzt und habe geschaut, ob die Fluglöcher frei sind und die Dächer gut sitzen. Die Unwetterwarnungen überschlagen sich ja gerade, obwohl ich vermute, dass sich jetzt viele Kinder auf Schnee freuen und bei uns dann doch keiner fällt - wie so oft.
Habe auch kurz angeklopft, alle drei Völker meldeten sich mit einem kurzen Summen. Also, alles gut!

Ein wahrer Schatz aus der wesensgemäßen Imkerei von Melanie: Wachstücher, Salbe, Kerze und Lippenpflegestift.

So eine schöne Überraschung: Vor ein paar Tagen klingelte Melanie an der Haustür und brachte duftende Geschenke vorbei: Zwei Wachstücher, das eine sogar mit tollem Insekten-Muster, eine duftende Bienenwachskerze, wunderbar einziehende Bienenwachssalbe und dazu noch einen Lippenpflegestift. Ich war baff! Und habe mich riesig gefreut!

Melanie interessiert sich schon seit einigen Jahren für Bienen, hat sich eingelesen, Kurse besucht und 2018 leider vergeblich auf einen Schwarm gewartet. Allerdings haben wir in dem Jahr das Abenteuer mit dem Trommelschwarm bestanden. Melanie ist die junge Frau, die im Video zu sehen ist. 2019 hatte sie endlich Glück, das erste Volk konnte in ihre Einraumbeute einziehen. Mittlerweile sind es drei Völker und Melanie hat großen Spaß daran, aus Wachs, Honig und Propolis tolle Sachen zu zaubern! Und scheinbar auch mit einem netten Weihnachtsgruß zu verschenken. Danke!

Nun wünsche ich Euch allen ein frohes Weihnachtsfest mit den Menschen, die Euch am Herzen liegen - auch, wenn sie vielleicht nicht bei Euch sein können. Denkt daran: "Lasst uns heute die Geschichten schreiben, die wir morgen erzählen möchten." Wir machen es uns schön, Weihnachten 2020 soll als ein besonderes in Erinnerung bleiben - und das nicht nur wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen ..."
Bleibt gesund!
Eure Gerburgis

In der Trogbeute sitzen die Bienen in der Wintertraube verteilt über sieben Wabengassen. Zeitpunkt und Temperatur waren am 12. Dezember ideal für den Einsatz von Oxalsäure gegen Varoamilben.

Brutfrei nach Frost

Am 5. November, um den 20. November und ab dem 28. November gab es Frostnächte. Für Imker sind das wichtige Daten. Denn eine Faustregel besagt, dass ein Bienenvolk rund drei Wochen nach den ersten richtig kalten Nächten brutfrei ist. Nach dem 5. November wurde es allerdings wieder warm. Daher werden die Fröste um den 20. November die Königinnen mit größerer Sicherheit zum Stopp der Eiablage bewegt haben. dann dauert es noch drei Wochen, bis die Völker brutfrei sind. Nur dann kann die Oxalsäure im ganzen Volk Varoamilben töten - in verdeckelte Brutzellen wirkt sie nicht hinein.

Daher habe ich meine drei Völker am 12. Dezember bei ca. 5 °C Außentemperatur mit Oxalsäure beträufelt. Ich war sehr gespannt, wie groß die Völker sein würden. In der Trogbeute verteilte sich die Wintertraube über sieben Wabengassen. In den Deutsch-Normal-Maß beuten sitzt Volk Marlene über stolze neun und Gertrud über immerhin fünf Wabengassen.

Mit einer Spritze habe ich ca. 5 ml Oxalsäure pro Wabengasse auf die Bienen geträufelt. Toll fanden sie das natürlich nicht und es muss immer schnell gehen. Denn die angewärmte Säure kühlt rasch ab. Die Bienen sind nicht begeistert, werden unruhig, einige fliegen auf. Das kostet viel Kraft. Also flotti behandelt und die Deckel wieder drauf.

Ich habe schon häufiger über Oxalsäure geschrieben. Ihr könnt zu dem Stichwort in meinem Blog suchen oder schaut Euch diesen ausführlichen Artikel aus dem Bienenjournal an: So klappt die Winterbehandlung mit Oxalsäure.

Knackig süße Elstar-Äpfel brachte ein lieber Nachbar vor einigen Wochen vorbei. Er führt den guten Ertrag in diesem Jahr auf die Bienenvölker in direkter Nachbarschaft zurück.

Nein, ich bin noch nicht in Winterschlaf verfallen ... Die vergangenen Wochen waren einfach trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie gut gefüllt.
Zwischendurch war ich immer mal wieder bei den Bienen. Habe geschaut, ob die Dächer gut sitzen und per Klopfprobe festgestellt, wie die Stimmung in den Beuten ist. Brausen die Bienen nur kurz auf und beruhigen sich wieder, ist alles in Ordnung.

Sind die Völker brutfrei?

Nun warte ich auf den richtigen Zeitpunkt für die Oxalsäure-Behandlung. Dafür müssen die Völker brutfrei sein. Eine Faustregel besagt, dass die Königin nach den ersten Nachtfrösten aus der Brut geht und die Völker drei Wochen später brutfrei sein werden.
In der Nacht vom 4. auf den 5. November hat es erstmals gefroren, in den Tagen danach wurde es aber wieder warm. Ich glaube nicht, dass dieser kurze Kälteeinbruch für die Brutunterbrechung gereicht hat. Aber jetzt wird es richtig kalt. Also werde ich mal die dritte Dezemberwoche für die Oxalsäure-Behandlung anpeilen.

Schwer beladen kehren drei Bienen in den Stock zurück. Den sattgelben Blütenstaub haben sie vielleicht auf Raukenblättrigem Greiskraut gesammelt, ihn als Pollenhöschen an die Beine geheftet und in kräftezehrendem Flug nach Hause transportiert. Schaut genau hin, in der Zeitlupe ist es gut zu sehen: Die erste Biene stößt mit ihren Fühlern soeben ans Holz, die zweite fängt sich recht gut ab (sie erinnert mich ein wenig an einen LKW bei einer starken Bremsung) und die dritte erreicht nicht einmal die Höhe des Fluglochs. Ich glaube, sie ist im Gras gelandet und musste erst einmal tief Luft holen, bevor sie einen neuen Versuch wagen konnte.

Mit gewohntem Schwung steuern diese Bienen ihr Einflugloch an und werden vom frisch angebrachten Mäusegitter abgebremst. Manche fliegen direkt wieder hoch, schauen es sich aus einiger Entfernung an und winden sich dann durch die Öffnungen.

Gestern schon, nach dem plötzlichen Wetterwechsel von Altweibersommer am Morgen zum Herbstwetter am Nachmittag, haben wir zum ersten Mal in diesem Halbjahr den Kamin angezündet. Nach draußen wollte keiner mehr. Wie jedes Jahr erinnert mich der heranziehende Herbst an das Gedicht "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke - siehe unten.
Wir sind nicht die einzigen, die es jetzt kuschelig mögen. Auch Mäuse suchen nach einem gemütlichen Winterquartier. Ganz oben auf der Wunschliste stehen vermutlich Bienenbeuten. Hier ist es warm - auch bei Eis und Schnee um die 35°C - und Futter gibt es auch noch: Bienen, Honig und Waben. Das klingt nach einem Paradies für Mäuse.
Leider ist so eine Wohngemeinschaft für das Bienenvolk weniger angenehm und kann sogar tödlich enden. Denn wenn sie eng zusammengekuschelt in der Wintertraube sitzen, können sie sich nicht gegen Eindringlinge wehren. Sind die Bienen noch beweglich genug, kann es gelingen, die Maus zu Tode zu stechen und mit Propolis "einzubalsamieren." Aber so weit soll es gar nicht erst kommen, deshalb lasse ich vor den Fluglöchern die Mäusegitter herunter, befestigt mit Heftzwecken.

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke, 21.9.1902, Paris

Gruß von der Blumenwiese

Als die Sonne vor ein paar Tagen noch so schön schien, bin ich noch einmal über die Wiese vor dem Blumenstand und habe fotografiert, was dort noch so blüht: (von oben links im Uhrzeigersinn) Malve, Flockenblume, Samenstand von der Wilden Möhre, Frauenflachs, auch gewöhnliches Leinkraut gennant, Rainfarn und Nachtkerze. Nicht im Bild das Schmalblättrige Leinkraut und ein paar vereinzelte Weiße Lichtnelken.