Das ging aber schnell: Innerhalb eines Tages blühten sämtliche Apfelbäume. Das war in der vergangenen Woche. Es war sommerlich heiß, die Blüten verwelkten schnell. Zudem waren nur wenige Bienen zu sehen - vermutlich konnten die Bienen mit der rasanten Entwicklung nicht mithalten und haben noch zu wenige Flugbienen.
Gestern und heute dezimierten kräftige Gewitter die Blütenpracht. Ob eine Woche Blüte für eine gute Ernte ausreicht?

Königin "Marlene" stiftet jedenfalls fleißig. Habe schon mit der Schwarmkontrolle begonnen.
Vor allem Queen "Helene" in der Trogbeute legt ein gutes Tempo vor - ein riesiges Brutnest und der Honigraum war schon so schwer, dass ich Mühe hatte, ihn herunterzuheben. Sobald es das Wetter zulässt werde ich etwas Druck herausnehmen und Ableger bilden.

Frisch geschlüpft: Ganz flauschig verlassen junge Bienen ihre Brutkammer.

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Die Entwicklung der Bienenvölker verläuft parallel zur Entwicklung der Pflanzen: Blühen die Kirschbäume, ist es Zeit, den Bienen mehr Raum zu geben.
Schon am hellen Holz der Rähmchen zu erkennen: In den Honigraum kommen ausschließlich frische Mittelwände.

Jetzt geht es aber los! Die kühle, teils auch sehr nasse Zeit, scheint endlich vorüber zu sein. Seit letzter Woche steigen die Temperaturen kontinuierlich, sollen in der Wochenmitte sogar 28 °C erreichen. Kirschbäume stehen teils schon in voller Blüte, die Apfeläume noch in den Startlöchern. Wärme und Futter sind also vorhanden - in den Bienenbeuten fehlt es an Raum.

Frisches Material für Honigräume
Deshalb habe ich jetzt die Honigräume aufgesetzt. Sie sind bestückt mit frischem Material - neuen Rähmchen mit Mittelwänden, bzw. bereits ausgebauten aber noch nicht befüllten Waben vom Vorjahr. Habe nochmals altes Futter entnommen, damit für die Brut genügend Platz ist. Brut- und Honigraum sind durch ein Absperrgitter getrennt. Die Arbeiterinnen passen hindurch, nicht aber die Königin. Sonst hätte man ruckzuck auch Brut im Honigraum.

In der DN-Beute (links) breiten sich dei Völker vertikal aus - unten zwei Brutzargen, oben der Honigraum. In der nebenstehenden Trogbeute vergrößtert sich das Brutnest horizontal. Etwas unorthodox ist meine Lösung, den Honigraum oben aufzusetzen.

Die Mini Plus-Beute eignet sich zur Bienenhaltung und zur Königinnenvermehrung. In Lembeck gibt es den passenden Kurs.

Heute war ich beim Imkereifachhandel meines Vertrauens - "Imkerei & Imkereibedarf Humme" in 46286 Lembeck. Annika Humme wies mich auf den Mini Plus-Kurs hin, der schon am kommenden Samstag beginnt. Es wäre super, wenn sich noch ein paar Leute anmelden, nur dann kann er stattfinden. Die Zeit läuft: Am Mittwoch ist Anmeldeschluss!

Wie ist es doch mühsam, sich mit prallen Pollenhöschen durch das Mäusgitter zu quälen. Schluss damit!

Vor drei Wochen habe ich festgestellt, dass sich meine beiden verbliebenen Völker beim Futter des eingegangenen Volkes bedient haben. Da wurde es jetzt höchste Zeit, mal einen Blick in die Beuten zu werfen. Wenn die Waben voller Futter sind, kann es passieren, dass der Platz für das wachsende Brutnest nicht ausreicht. Denn die Königin stiftet (legt Eier) was das Zeug hält, wenn es nur endlich Frühling wird.

Kompakte Brutnester

Super! So soll es aussehen: ein Brutnest mit Brut mit allen Stadien - Stifte, Maden, Larven und verdeckelte Brut.
Der Drohnenrahmen ist schon fertig ausgebaut - fehlen nur noch die Stifte.

Der Blick in die Beuten macht mich sehr zufrieden. Die Brutnester reichen über sechs Waben - in der Trogbeute hintereinander, in der DN-Beute zwischen den Zargen.
Allerdings war in der Trogbeute so viel Futter, dass ich - in Anbetracht der guten Wetteraussichten -  zwei Futterrähmchen entnommen habe. Ich möchte ja reinen Honig ernten können und keine Vermischung mit dem Winterfutter provozieren. Bei gutem Flugwetter werden die Sammlerinnen eifrig rausfliegen und Nektar und Pollen eintragen.

Minderwertiges Wachs?

Warum ist die Wabe nicht glatt?

Beuhruhigt hat mich lediglich folgende Beobachtung: Auf einer Wabe gibt es am unteren Ende einen Knick im Wabenbau. Hoffe ja nicht, dass ich gepanschte Mittelwände gekauft habe. Dagegen spricht, dass nur eine Wabe betroffen ist.
Ansonsten bauen die Bienen fleißig, auch erste Spielnäpfchen, die vielleicht zu Weiselzellen ausgebaut werden sollen, habe ich entdeckt. Außerdem führten beide Völker den Wabenbau schon unterhalb der Rähmchen weiter.
In der nächsten Woche werde ich die Honigräume aufsetzen. Es soll ihnen ja nicht langweilig werden und an Platz fehlen.
Da die Bienen in den Beuten nun so mobil sind, dass sie sich gegen Eindringlinge wie Mäuse wehren können, habe ich die Mäusegitter vor den Fluglöchern entfernt - freier Flug für Flugbienen!

Diese Biene ist auf der Suche nach Wasser.

Es ist einfach schön, wie die Bienenhaltung bei den Nachbarn das Auge für Insekten schärft. Anfang der Woche meldete eine Nachbarin, dass sich auf ihrem Balkon ganz viele Bienen aufhielten, die auch in die Ritzen am Haus krabbelten. Was denn da wohl los sei?
Ich schaute es mir direkt an und stellte Parallelen zu einem ähnlichen Erlebnis im vergangenen Jahr fest.

Die Bienen haben Durst!

Wir hatten gerade das Wasser aus dem Schälchen ausgekippt, weil die Bienen darin ertranken, als eine durstige Biene mit ihrer Zunge übers feuchte Glas fuhr.

Bei etwa 12 °C beschien die Sonne die Beuten und auch den Balkon der Nachbarn. Die Bienen flogen ein Schälchen an, in dem die Nachbarn nach einem Umbau provisorisch das Wasser aus dem Regenfallrohr auffingen. Dazu krabbelten einige in die Fuge zwischen Balkonplatten und Hauswand, in der vermutlich wasserspeicherndes Moos gedeiht. Eindeutig: Die Bienen haben Durst!
Seit Tagen hatte es nicht geregnet, Nachtfröste trockneten Pflanzen zusätzlich aus und verhinderten, dass Morgentau die Gräser der Wiese benetzt. Es blühen noch zu wenige Blumen, die Nektar liefern und unpassendes Wetter verhindert den Bienenflug. Schlechte Voraussetzungen also für die Wasserholerinnen, die vor allem für die schlüpfende Brut Flüssigkeit sammeln. Dieses Phänomen kann man also bei besonderer Wetterlage im Frühjahr beobachten. An Ostern soll es noch einmal kalt werden - dann dürfen sich die Nachbarn wieder über Bienenbesuch freuen.

Wir haben die "Tränke" schon einmal hergerichtet:

Wir haben trockene Zweige und Gräser als Schwimmhilfe ins Schälchen gelegt. So finden die Bienen beim Trinken halt und ertrinken nicht. Es ist übrigens ein Suchbild: Wer findet die Biene?

Im vergangenen Jahr hatten wir in Haltern übrigens die vermutlich längste Bienen-Tränke der Welt. Das Video ist absolut sehenswert!
Es ist übrigens nicht nötig, sondern eventuell sogar schädlich, dauerhaft Bienentränken einzurichten. Normalerweise finden Bienen genügend Wasser.

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Die Waben waren leer, keine Brut, kein Futter bis auf diese mit Pollen gefüllten Zellen.

Ein Anruf einer Nachbarin, die von ihrer Wohnung aus meine Bienen sehen kann, schreckte mich auf: "Kannst Du mal schauen? Bei einem Deiner Völker fliegt nur ab und zu mal eine Biene in die Kiste oder wieder raus, während bei den anderen beiden Hochbetrieb herrscht."
Anfangs war ich noch nicht sonderlich beunruhigt, ein paar Tage zuvor war bei bestem Flugwetter noch alles in Ordnung. Aber tatsächlich, kein Flugbetrieb. Ich hob die Beute an der einen Seite an, dann auf der anderen - sie war viel zu leicht.
Als ich den Deckel anhob, wimmelten keine Bienen unter dem Netz. Gähnende Leere, auch zwischen den Waben, in beiden Zargen kein Leben mehr, bis auf eine handvoll Bienen, die sich träge dahinschleppten.

Auf einer Wabe saßen diese beiden toten Bienen. An ihnen kleben Zuckerkristalle - nehme ich an.

Verhungert?
Ich machte mir die größten Vorwürfe. Augenscheinlich war das Volk verhungert. Hätte ich doch nur eine Woche zuvor den Futterbestand kontrolliert. Aber das hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, hatte ich doch im Spätsommer reichlich eingefüttert. Gerade dieses Volk hatte das angebotene Futter gut angenommen.

Oder doch eine andere Ursache?
Doch bald wuchsen Zweifel. Wenn ein Volk verhungert, stecken typischerweise Bienen mit den Köpfen in den Zellen, um den letzten Tropfen Honig aufzunehmen. Geschwächt verenden sie dabei und bleiben stecken.
Außerdem hätte auch noch Brut da sein müssen. Aber die Waben waren leer, bis auf ein paar pollengefüllte Zellen. Ich verschloss die Beute mit dem Fluglochkeil, damit sich keine fremden Bienen hinein verfliegen.
Als ich den Futterbestand der beiden Nachbarvölker mit einer Waage kontrollierte, stellte ich fest, dass sie fast noch genauso schwer waren, wie nach der Einfütterung. Seltsam! Wo haben sie das Futter her? Aus der Natur noch nicht, dafür blüht zu wenig und zu selten herrscht Flugwetter.

Tote Bienen und zernagte Wachsdeckel von Brut- und Futterzellen liegen auf dem Gitterboden.

Geschwächt und ausgeräubert
Am nächsten Abend fand das monatliche Treffen unseres Imkervereins Marl-Sickingmühle statt und gemeinsam versuchten wir, die Ursache für den Volktod herauszufinden.
Vieles spricht dafür, dass das Volk geschwächt war und dann von seinen Nachbarn ausgeräubert wurde.
Über die Ursache für die Schwäche kann man nur rätseln. Möglicherweise
- ist die Königin gestorben (keine Brut, Volk entwickelt sich nicht)
- war das Volk durch die Varroamilben und begleitende Krankheiten so geschwächt, dass sie den Räubern nicht standhalten konnten.
- ist die fehlende Brut darauf zurückzuführen, dass die Königin den Zustand des Volkes erkannt - und auch wegen der extrem kalten Temperaturen nicht gestiftet hat.
- hat das Volk die Oxalsäurebehandlung nicht überstanden. (Hoffentlich habe ich nicht überdosiert.) Problematisch kann auch das kalte Wetter sein. Die Oxalsäure bleibt in der Kotblase, bis sie bei gutem Wetter entleert werden kann. Vielleicht war das zu spät?

Wo sind die Bienen hin?
Der Gitterboden war mit einer Schicht toter Bienen bedeckt, doch es waren nicht so viele wie ein ganzes Volk. Bienen sind sehr reinliche Tiere, wenn sie merken, dass sie sterben, verlassen sie den Stock, um ihn nicht zu verunreinigen.
Ob sich gesunde Tiere bei den Nachbarn eingebettelt haben? Keine Ahnung.
Der Tod des Volkes tut mir sehr leid. Ich weiß auch nicht, wie ich ihn hätte verhindern können. Ein winziger Trost: Es hat den Aalstrich-Schwarm erwischt. Dieses Volk entwickelte sich zu Stechern. Oder ging es ihnen im Herbst schon nicht gut, was sich in ihrer Aggressivität niederschlug?

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Ich freue mich! Flugbetrieb bei allen drei Völkern! Nur in der Mitte, beim eigentlich stärksten Volk von Queen Marlene, war wenig los. Hier bugsierten die Arbeiterinnen noch den Totenfall durch das Mäusgitter nach draußen. Der Menge des Verdeckelungswachses auf der Windel nach zu urteilen, ist hier schon viel Nachwuchs geschlüpft.
Der Temperaturwechsel war gewaltig. Noch am Samstag bibberten wir bei Minus-Temperaturen, am Sonntag genossen wir schon fast frühlingshafte 13,5 Grad.  Für die Bienen mag dieser Wetterumschwung auch überraschend gewesen sein, aber sie sind ja sehr anpassungsfähig und haben gleich die Gelegenheit zum Ausfliegen genutzt.

Reinigungsflug
Was sie dann getan haben, berichtete mir mein Mann heute früh: "Deine Bienen haben auf mein Auto gemacht!!!" Er hatte direkt an der Wiese, quasi 30 m von den Bienenstöcken in der Ausflugschneise geparkt. Es wird nicht das einzige Auto in der Nachbarschaft mit hartnäckigen curryfarbenen Klecksen sein.... Sorry!
Wer den ganzen Winter nicht raus kann, ist beim Reinigungsflug eben nicht wählerisch, was die Toilette angeht....

Aufgeblüht!
Nun noch einen Blick auf die Frühblüher in der Nachbarschaft. Im Uhrzeigersinn von oben links: Krokus mit Bienenbesuch, Purpur-Weide, Zaubernuss (mitte), Kornelkirsche und wieder Krokusse. Die Zaubernuss (Hamamelis) habe ich bereits Mitte Februar fotografiert. Laut Literatur soll die Zaubernuss für Bienen uninteressant sein - ein Beispiel dafür, dass nicht alles, was blüht, eine Bienenweide darstellt. Ich staune, dass die schon aufgeblühten Krokusse die frostige Woche so gut überstanden haben. Neu in der Nachbarschaft ist die Purpur-Weide - ein wichtiger Pollen- und Nektarspender für die Bienen.

Der Schnee auf dem Anflugbrett verdeckt das Flugloch bis zur Hälfte.

Heute Nacht hat es bei uns ein wenig geschneit - ca. 5 cm - und das ist ja schon was in Haltern am See! Aber das Wenige reichte, um die Fluglöcher teilweise zu verdecken. Bei den herrschenden Temperaturen unter 0 °C ist das kein Problem für die Bienen - raus wollen und können sie sowieso nicht. Denn ihre Flugmuskulatur ist erst ab ca. 12 °C so richtig beweglich, dass sie fliegen können.
Selbst wenn das Flugloch dicht wäre, würde ich mir noch keine Gedanken machen. Denn die Bienenbeute ist nicht komplett dicht. Der Boden besteht aus einem Gitter - genügend Luft kommt also rein. Da müssten wir schon einen halben Meter Schnee haben, bis bei uns gar nichts mehr ginge und die Belüftung nicht ausreichen würde.
Manche Bienen lassen sich auch bei Temperaturen unter 10 °C zum Ausflug verlocken, wenn die Wintersonne auf die Beute scheint und die Kotblase voll ist. Doch so ein Ausflug wird häufig mit dem Leben bezahlt, wenn unterwegs die Flugmuskulatur verklammt und die Bienen den Rückweg nicht mehr schaffen.
Auf meinem Spaziergang traf ich dann noch Nachbarn, die sich erkundigten, was die Bienen im Winter machen.  Dazu habe ich vor drei Jahren mal ein Interview mit einer Vereinskollegin verfasst: "Im Winter kuscheln die Bienen".

Umwelteinflüsse und Pestizideinsatz schädigen Insekten. Es muss dringend gegengesteuert werden.
Harald Klingenbiel (links) morderierte den Abend mit Dr. Martin Sorg.

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als nach längeren Autofahrten im Sommer viele Insekten auf der Windschutzscheibe klebten? Heute ist das nicht mehr so. Aber wann hat es nachgelassen? Und was ist die Ursache für den merkbar geringeren Insektenbestand?
Antworten erhofften sich gestern rund 150 Naturfreunde und Imker, die ins Alte Rathaus unserer Stadt kamen, um den Ausführungen von Dr. Martin Sorg zu folgen. Der Biologe und Entomologe hielt auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen einen Vortrag mit dem sachlich-sperrigen Titel "Bestandsrückgänge von Fluginsekten in Offenlandbiotopen der Kulturlandschaft".
Bekannt wurde der Wissenschaftler im vergangenen Sommer, als er die Ergebnisse einer Langzeitstudie des Krefelder Entomologischen Vereins veröffentlichte: Standorte im Offenland im Orbroicher Bruch bei Krefeld wiesen Verlustquoten von 75 % besonders in den Monaten Juli und August auf. Martin Sorg betonte, diese Zahlen seien nicht auf Gesamtdeutschland zu übertragen. Was betroffen macht: Wie es anderswo aussieht, weiß man nicht - denn es gibt keine vergleichbaren offziellen Studien. Der Verein untersuchte die Insektenbestände in Schutzgebieten in NRW, Rheinland-Pfalz und Brandenburg und an diesen Standorten seien Insektenverluste von 20 bis 75 Prozent verzeichnet worden, so Sorg.

Wissenschaftliche Studien fehlen

Einige Thesen zur Ursache des  Insektenschwundes. Sorry für die Qualität der Bilder, aber der Saal war brechend voll - und von hinten gab es kein Durchkommen.... (Foto anklicken - dann wird's größer.)

Ausführlich erklärte der Biologe, wie die Vereinsmitglieder Insekten fangen und ihre Beute auswerten. Er unterstrich dabei seinen wissenschaftlichen Ansatz, denn der Verein wurde häufig in die Ecke der Hobbyforschung und Liebhaberei gerückt.
Die Ursachenforschung für die dramatische Entwicklung wird erschwert, weil Basisdaten an Fallenstandorten nicht erfasst, bzw. zur Verfügung gestellt werden - beispielsweise, welche Pflanzenschutzmittel und Pestizide auf den Äckern rundherum ausgebracht werden.

Als problematisch für den Insektenbestand an den Forschungsstandorten sah er folgende Punkte:
- Pestizide werden auch innerhalb der Schutzgebiete ausgebracht.
- Die Mittel haben heute eine Breitbandwirkung.
- Die Wirkung der Mittel ist um ein Vielfaches höher als früher. Auf einzelne Insektenarten wirkten sie 1000 bis 10000 mal toxischer als DDT.
- Die Substanzen haben zum Teil lange Halbwertszeiten und sie reichern sich in Sedimenten an.
- Viele Mittel sind wasserlöslich.
- Die Schutzgebiete haben von ihrer Form her oft lange Außenlinien mit Kontakt zu Ackerflächen (längliche Form).
- Es kommt zu Kaskadeneffekten: Ausfällen im Artenspektrum, weil einzelne Arten aussterben und als Nahrung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Blühstreifen als Insektenfalle
Das war alles schon sehr bedrückend. Martin Sorg bezeichnete die Art, wie mit der Natur umgegangen wird, als "einen großen Freilandversuch" mit vielen Mitteln, deren Wirkung auf Lebensgemeinschaft getestet werde.
Ja, und dann freut man sich  - so als Insektenfreund - dass Landwirte verstärkt Blühstreifen an den Feldern anlegen und muss dann hören, es sei an bestimmten Standorten kontraproduktiv. Ein Blühstreifen direkt an einem konventionell bearbeiteten Acker lockt mit seinen bunten Farben Insekten in einen Lebensraum der für sie nicht geeginet ist. Denn er bietet keine Brut- und Überwinterungsorte. Dabei sind die Blumen unter Umständen mit Pestiziden kontaminiert.

Nun habe ich schon viel ausführlicher berichtet, als ich wollte. Ihr habt sicher bemerkt, dass mir seit einiger Zeit die Gelegenheit zum Bloggen fehlt. Wer noch weiter lesen möchte, schaue hier: Entomologischer Verein Krefeld,
Pestizide und das Ende unserer Insekten, GEO
Insektensterben: Ein ökologische Armageddon, Zeit

Regen, Sturm, Kälte - manchmal denke ich an unseren Kreta-Urlaub vor eineinhalb Jahren zurück. Die Wärme, die Sonne und die Begegnungen mit zwei Imkern waren einfach schön. Mit einem leckeren Dessert hole ich mir ein wenig Urlaubsfeeling zurück. Die Gläser mit dem Thymianhonig aus Griechenland sind zwar längst leer, aber mit dem eigenen Honig schmeckt es auch sehr lecker:

Nur wenige Zutaten braucht man für ein super leckeres Dessert: Griechischer Joghurt, Honig und Mandeln.Den Joghurt ins Gläschen zu füllen, ist kein Problem. Schwierig wird es mit dem Honig. Eine Spritze mit großer Tülle ist sehr hilfreich. Für den knackigen Biss einige Mandeln hacken, in einem Topf rösten und über den Honig geben: Καλή όρεξη!

Oh je! Nach dreieinhalb Tagen ist auf der Windel im Aalstrichschwarm nicht mehr zu sehen, als ein wenig Gemüll. Was ist mit dem Volk los? Ist es noch da?
Glück gehabt - die Bienen ds Aalstrichschwarms sitzen immerhin auf vier Wabengassen und sind sehr agil.

Zur Überprüfung des Milbenfalls, hatte ich vor einigen Tagen die Windeln unter die Völker geschoben.
Bei der Überprüfung dann der Schreck: Was ist mit dem Aalstrichschwarm los? Im Gemüll (im wesentlichen Wachskrümel) ist kein "ordentlicher" Sitz des Volkes zu erkennen. Schade, ich habe verpasst, die anderen Windeln zu fotografieren. Dort ist anhand der Krümel genau zu erkennen, wie viele Wabengassen das Volk besetzt. Daraus lässt sich dann auch  ein Eindruck von der Volksstärke ableiten.

Natürlicher Milbenfall zu hoch

In der Trogbeute sitzen die Bienen einzargig und deshalb verteilt auf großzügigen neun Wabengassen.

Dass ich alle Völker behandeln musste, war nach dem Auszählen der Milben klar. Zwischen sechs und acht Varroamilben fielen jeweils in meinen drei Völkern innerhalb von dreieinhalb Tagen. Das liegt oberhalb der Schwelle von einer Milbe pro Tag.
Da die ersten frostigen Tage dieses Winters schon vier Wochen zurückliegen, konnte ich davon ausgehen, dass die Königinnen nicht mehr stiften und keine verdeckelte Brut in den Völkern steckt. Dies ist wichtig, denn die Oxalsäure durchdringt die Wachsdeckel nicht und kann somit nicht in den Brutzellen der Bienen wirken, die zugleich auch die Brutzellen der Milben sind.
Wie die Oxalsäure angewendet wird und welche persönlichen Schutzmaßnahmen dafür notwendig sind, habe ich schon häufig erklärt, z.B. bei "Mit Oxalsäure gegen Varroamilben".

Frohe Weihnachten allen die hier fleißig mitlesen!
Ich wünsche Euch ruhige Tage und einen guten Start in ein gutes Jahr für Bienen und ImkerInnen!
Das Bild hat mir ein Imker und sein Bruder geschenkt. Sie haben Beziehungen nach Indien, wo die Heilige Familie hauchzart auf ein Blattgerippe gemalt wurde.
Gerburgis

Vielen Dank an MelinaGrano & MariPosa OnTour - volle Fahrt voraus - sie hat recherchiert: Peepal leaf painting - Malerei auf Peepal-Blatt (Traditionelle indische Kunstform)

Die Pappelfeige (Ficus religiosa), auch Buddhabaum, Bodhibaum, Bobaum oder Pepul-, Pepal-, Pipul- oder Peepalbaum, in Indien auch Aswattha- oder Pippala-Baum genannt, gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Die Heimat der Pappelfeige ist Indien und Sri Lanka. (Wikipedia)

http://www.ak-suedindien.de/smhds/blattmalerei
http://www.omanobserver.om/intricacies-painting-peepal-lea…/

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Herrlich, dieser Schnee, der alles mit einer feinen Schicht bestäubt.
Der Honig von "Helene" ist schon gut durchkristallisiert. Ich werde ihn bei 40 °C im Eimer im Wasserbad des Einkochtopfs verflüssigen, bevor ich ihn abfülle.

Kennt die Imkerin Langeweile im Winter? Nein! Es gibt ja auch noch ein Leben neben den Bienen. Aber ab und zu ist eben doch auch im Winter etwas zu tun - wenn der Gläschenvorrat zur Neige geht und die Kunden nach Honig fragen.
So habe ich kürzlich den Honig von Volk "Marlene" in Gläser abgefüllt. Gerne hätte ich gleich auch noch die 20 kg von "Helene" verkaufs- bzw. verschenkfertig gemacht, doch mir fehlten Gläser und der für den Tag geplante Einkauf, hat sich spontan zerschlagen. Das ist insofern ärgerlich, als dass die Vorbereitung für das Abfüllen nicht ohne Aufwand sind. Das habe ich bei Der Honig kristallisiert - ab ins Glas ausführlich beschrieben.

Bitte bringt die Gläser zurück
Es ist sehr schade, dass so wenige Kunden die leeren Gläser zurückbringen. Vielleicht denken sie gar nicht daran, dass es Mehrweggläser sind? Nur selten findet ein Glas den Weg zurück zu mir - und dann sind es häufig auch "fremde" Gläser vom DIB, in die ich ja nicht abfülle.
Aber ich weiß auch, dass viele Kunden meinen Honig gerne als Mitbringsel verschenken. Sobald der persönliche Bezug nicht da oder die Entfernung zu groß ist, wird es mit der Rückgabe schwierig.

Ist der honigklebrige Teil der Arbeit beendet, geht es ans Etikettenkleben. Ich bin froh, dass ich mich für die wasserlösliche Variante entschieden habe: Etikett wie eine Briefmarke anfeuchten und aufkleben. Im Wasserbad lässt es sich ganz einfach wieder ablösen.