asdf
Wie fängt man einen Schwarm, wenn er wie ein Eis am Stiel hängt - in diesem Fall am Pfosten eines Zaunes?

"Ich habe Bereitschaft!", verkündete ich gestern Morgen zur Belustigung der Geburtstagsgäste von Nichte und Neffe und hielt mein Handy immer in Reichweite: "Schwarmbereitschaft!!!"
Im Laufe des Tages überschritten die Temperaturen endlich die 20-°C-Marke und die Sonne ließ sich blicken. Nach kalten und regnerischen Tagen das ideale Wetter zum Schwärmen. Aber nichts. Erst spätnachmittags, als ich mich zuhause in den Liegestuhl legen wollte, kam die ersehnte Nachricht, dass ich einen Schwarm fangen und behalten darf.

Keine Schwarmtraube
Der Schwarm war leider langgestreckt in einem Zaun hängengeblieben, sa ein wenig aus, wie "Bienen am Stiel". Hätten sie sich das dahinterliegende Gestrüpp ausgesucht, wäre es einfacher gewesen, sie als Schwarmtraube zu bergen. Auf etwa einem Meter länge hatten sich die Biene um den Pfahl "gewickelt". Da war es nichts mit Abschlagen.
Wir haben die Bienen mit einem Wassersprüher angefeuchtet, um ihnen das Auffliegen zu erschweren. Ganz vorsichtig habe ich sie mit meinen behandschuhten Händen von unten her abgenommen und händeweise in die Schwarmkiste gegeben. Erst als die Masse der Bienen abgetragen war, fiel uns auf, dass die zwei Elemente des Pfahls einen Holzraum bildeten - gefüllt mit Bienen. Oh je!

Ungeniert auf den Po geschaut: Bienen, die ihren Hinterleib anheben und heftig mit den Flügeln schlagen, verbreiten Pheromone, mit der Nachricht: Die Königin ist hier - kommt alle her!
Ungeniert auf den Po geschaut: Bienen, die ihren Hinterleib anheben und heftig mit den Flügeln schlagen, verbreiten Pheromone, mit der Nachricht: Die Königin ist hier - kommt alle her!

Wo ist die Königin?
Wenn die Königin in den Hohlraum gekrabbelt ist, kriegen wir sie da nicht heraus. Normalerweise befindet sie sich mitten in der Schwarmtraube. Die Bienen machten es auch wirklich spannend. Wir stellten die Fangkiste ein paar Meter entfernt auf und beobachteten den Bienenflug. Mal schien es, als sammelten sie sich wieder am Zaunpfahl, mal gab es mehr Flugverkehr vor der Kiste - allerdings hier auch sterzelende Bienen, was ein gutes Zeichen war.
Dann plötzlich großes Gesumme in der Luft und Bienen, die weitere Kreise zogen. Wir befürchteten schon, der Schwarm würde weiterziehen. Aber endlich zeigte sich deutlich, sie ziehen in die Kiste ein.
Abends gegen 22.30 Uhr holte ich sie ab und setzte sie für eine Nacht in den Keller. Hier hatten sie Ruhe und Zeit, sich als neues Volk zu finden. Es ist ja immer nur ein Teil eines Volkes, das mit der alten Königin ausschwärmt. Deshalb müssen sie sich erst als neues Volk sozialisieren.

Schwarm findet neues Zuhause
Während die letzten Bienen in die Beute wandern, stelle ich die Fotos vom Schwarmeinlauf online:

Der Schwarm hat sich an den Deckel der Fangkiste geheftet.
Der Schwarm hat sich an den Deckel der Fangkiste geheftet.
Damit nicht so viele Bienen auffliegen, besprühe ich sie mit Wasser und stoße sie aus der Kiste.
Damit nicht so viele Bienen auffliegen, besprühe ich sie mit Wasser und stoße sie aus der Kiste. Das steile Brett nutzen sie mühelos als Leiter in ihr neues Heim.
Angelockt vom Duft der Mittelwände laufen die Bienen in die Beute ein - irgendwo mittendrin ist die Königin.
Angelockt vom Duft der Mittelwände laufen die Bienen in die Beute ein - irgendwo mittendrin ist die Königin.

Das ist sooo schön!

Was macht die Imkerin während sie auf einen Schwarm wartet? Mit der neuen Kamera Bienen fotografieren. Diese fliegt eine Phazeliablüte an. Wer genau hinschaut entdeckt, an den lilafarbenen Pollenhöschen, dass sie schon mal da war....
Was macht die Imkerin während sie auf einen Schwarm wartet? Mit der neuen Kamera Bienen fotografieren. Diese fliegt eine Phazeliablüte an. Leider liegen ihre Pollenhöschen im Schatten, sie haben einen satten lila Farbton.

... und warte, auf einen Schwarm! In der vergangenen Woche gab es einzelne Tage, an denen ich dachte: Jetzt ist das Wetter ideal! Das Telefon immer in der Nähe, war ich bereit, doch: nix! Jedenfalls nicht für mich. Von einem erfolgreichen Fang hörte ich und eine Bekannte hat einen Schwarm im Wald verfolgt, aber aus den Augen verloren. Und jetzt regnet es erst mal wieder und die Temperaturen gehen in den Keller.

Einige Honigwaben waren bereits weiträumig verdeckelt. Beim nächsten Mal werde ich das Refraktometer einsetzen.
Einige Honigwaben waren bereits weiträumig verdeckelt. Beim nächsten Mal werde ich das Refraktometer einsetzen.

Honig ohne Ende
Immerhin habe ich gestern das verbleibende Volk durchgesehen und hatte größte Mühe, den Honigraum abzunehmen (die Beute steht einfach zu hoch). Drei volle Honigwaben hatte ich zuvor beiseite gestellt, damit ich die Zarge überhaupt anheben konnte. Auch im Brutraum findet sich viel Honig.
Zu heute Abend hat mir meine Imkerpatin Unterstützung angeboten, damit wir das hohe Gestell unter der Beute durch zwei niedrigere Paletten austauschen. Aber so, wie es jetzt regnet, wird das nichts.
Dabei würde ich gerne einen zweiten Honigraum aufsetzen. Wenn die Sonne scheint, müssen sich die Bienen wie im Schlaraffenland fühlen. Alles blüht - aber ich habe den Eindruck, viele Pflanzen, die normalerweise nacheinander blühen, stehen gleichzeit in voller Blüte. Danach wird es möglicherweise eine Durststrecke bis zur Lindenblüte geben.

Und ein Stich für die Imkerin
Nun habe ich zum dritten Mal die markierte Königin nicht gefunden. Ich vermute, das Volk hat umgeweiselt. Stifte und Brut in allen Stadien sind jedenfalls vorhanden.
Dann habe ich noch einen Stich kassiert, als ich später am Abend zu den Bienen ging. Ich war noch mindestens fünf Meter entfernt, als mich eine wütende Biene anflog, sich kurz in meinen Haaren verfing und mich dann in den Oberarm stach. Ist zum Glück nicht so schlimm geworden.
Das würde ich bestimmt ganz anders sehen, wenn ich keine Imkerin wäre. Die Frage: "Wie oft bist Du schon gestochen worden?", hörte ich am Pfingstwochenende häufiger, als ich während einer Familienfreizeit einen Bienenworkshop anbot. Als Imkerin weiß man einfach, dass es passieren kann.

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asdfasdf
Die Königin ist in der Kiste - das verraten die ansitzenden Bienen, die unbedingt hinein wollen.

Gegen Ende der letzten Woche wurde ich schon etwas kribbelig. Angesichts des schönen Wetters war ich mir fast sicher, dass irgendwo Bienen schwärmen. Doch erst am Freitagmittag fand ich einen Spruch auf dem Anrufbeantworter - ob ich beim Einfangen eines Schwarmes helfen könne.

Die Schwarmtraube saß zwar in einem verzweigten Strauch, ließ sich aber gut abschlagen.
Die Schwarmtraube saß zwar in einem verzweigten Strauch, ließ sich aber gut abschlagen.

Wenn es immer so einfach wäre...
War kein Problem. Die Schwarmtraube hing etwa hüfthoch in einem dornigen Strauch, ließ sich gut abschlagen und die aufgeflogenen Bienen folgten in die Fangkiste.
Der Imker wollte den Schwarm nicht behalten. Ich hätte ihn gerne genommen, doch wir fuhren noch nachmittags über die Pfingsttage nach Cloppenburg. So durfte sich ein Imker über den Schwarm freuen, der seine Völker an die Faulbrut verloren hat.
Über Pfingsten war ich während der sehr kühlen Temperaturen - um 10 °C - recht beruhigt, dass keine weiteren Schwärme fallen würden. Mit den Temperaturen steigen in dieser Woche die Chancen auf weitere Schwärme. Vielleicht ist ja einer für mich dabei?

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adgaasdf
Wer hält sich da mit langen Beinen am Vergissmeinnicht fest? Darf ich vorstellen? Der Wollschweber, ein interessanter Geselle.

Das ist doch keine Honigbiene, die am Vergissmeinnicht nascht? Eine Hummel? Auch nicht. Zuhause habe ich erst einmal recherchiert. Bei diesem haarigen Insekt handelt es sich um einen Wollschweber, vermutlich den Großen Wollschweber. Ein bezeichnender Name, oder? Im Standflug schwebte er über den Vergissmeinnicht, stüzte sich nur mit den Vorderbeinen ab und versenkte seinen langen Rüssel in den Blütenkelch.

asdf
Erwachsene Wollschweber ernähren sich von Nektar und Blütenpollen.

Treffsicherer Parasit
Ach, wieder eine Wildbiene, dachte ich. Doch, weit gefehlt. Der Wollschweber ist ein Wildbienen-Parasit!
Der Große Wollschweber nutzt zum Beispiel Grabwespen, Solitärbienen und bestimmte Schmetterlingsarten als Wirte.
Wollschweber legen ihre Eier direkt in die Gelege dieser Insekten.
Manche haben aber auch eine spezielle Technik entwickelt und schießen ihre Eier aus dem Flug gezielt in oder nah an die Nesteingänge ihrer Wirte.
Die Wollschweblarve verändert während ihrer Entwicklung mehrmals ihr Aussehen. Im ersten Stadium ist sie sehr beweglich und sucht sich ihren Wirt. Sind das solitäre Bienen oder Wespen, fressen die Larven zunächst das Futter der Wirtslarven und am Schluss verspeisen sie auch diese.
Überwintert wird meist noch im Larvenstadium in den Bodennestern der Wirte. Erst im Frühjahr arbeitet sich die Puppe, vorn ausgestattet mit Dornen, hinten mit Borsten durch das Erdreich an die Luft, wo dann die letzte Häutung stattfindet.
So ein raffiniertes Früchtchen!

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Meine neue Kamera ist da! Und ich sehe gute Chancen, dass ich endlich mal eine Biene "knackenscharf" im Flug fotografieren kann. Drei bis fünf Bilder pro Sekunde sind mit der Nikon D5300 möglich. Da müsste zwischen viel Ausschuss auch ein Treffer dabei sein. Gestern hat es mangels Bienenfluges nur für die Biene in der Apfelblüte gereicht.
Die Trogbeute ist bereits für einen erhofften Schwarm hergerichtet. Aber nun wollen die Eisheiligen tatsächlich noch ihrem Namen gerecht werden. Ich dachte, es war in den vergangenen Wochen wirklich kalt genug. Da werden an Pfingsten bei sehr kühlem Wetter wohl keine Schwärme zu erwarten sein. Oder MUSS ohne zeitliche Flexibilität geschwärmt werden, sobald die junge Königin heranreift? Das muss ich unbedingt recherchieren, oder weiß es jemand von Euch?


Da sieht man gleich, ein weiselloses Volk taugt nicht. Lustlos lässiges Gefliege vor der Trogbeute. Im Vergleich dazu der zielstrebige Flugverkehr vor der DN-Beute - Queen Marlene hat ihre Arbeiterinnen im Griff.

Utensilien zum Abfegen: Smoker (damit die Bienen ihre Honigblase füllen), Feger;-) sowie leere Zargen mit Boden und Deckel (für die abgefegten Waben).
Utensilien zum Abfegen: Smoker (damit die Bienen ihre Honigblase füllen), Feger;-) sowie leere Zargen mit Boden und Deckel (für die abgefegten Waben).
Zurück blieben vor allem Drohnen.
Zurück blieben vor allem Drohnen.

Bienenvolk abgefegt
Das war´s also mit dem Volk in der Trogbeute. An Christi-Himmelfahrt war es gegen Mittag warm genug, um das Volk abzufegen. Wir haben die Beute etwa 25 m bis ans andere Ende der Weise geschleppt, und uns Wabe für Wabe vorgenommen und die Bienen abgefegt.
Viele blieben zunächst auf der ausgelegten Folie sitzen - vor allem Drohnen und natürlich die flugunfähigen Drohnenmütterchen, derentwegen wir den ganzen Zirkus veranstalteten. Sie sollen nicht in die Beute zurückfinden, bzw. sich in das Nachbarvolk einbetteln, denn Drohnenmütterchen akzeptieren keine andere Köngin neben sich.

Verwirrt sammeln sich viele Bienen des aufgelösten Volkes am alten Standplatz. Andere sind dabei, sich im Nachbarvolk einzubetteln.
Verwirrt sammeln sich viele Bienen des aufgelösten Volkes am alten Standplatz. Andere sind dabei, sich im Nachbarvolk einzubetteln. Davon gibt es auch ein Video.

Zu wenig Bienen für Ableger?
Da ich unsicher war, ob noch genügend Arbeiterinnen im Volk waren, habe ich darauf verzichtet, einen Ableger zu bilden. In dem Fall hätte ich eine andere Beute auf den Platz der Trogbeute gestellt und sie mit einer frischen Brutwabe aus dem Nachbarvolk, Mittelwänden und Futter bestückt.
Die Situation nach dem Abfegen: großes Bienengesumme um den alten Standplatz und am Nachbarvolk. Hier sollen sich die heimatlos gewordenen Bienen einbetteln, was hoffentlich dank der gefüllten Honigblase gut gelingt.
Und nun? Drei Völker wollte ich in diesem Sommer gerne haben - kommt Zeit, kommen Bienen.

Spektakuläre Aufnahme: Mit dem UV-Floureszenznachweis gelingt es zu zeigen, wo nach dem Händwaschen noch Schmutz und Keime zurückbleiben - hier die weißen Rückstände am Nagelbett.
Spektakuläre Aufnahme: Mit dem UV-Floureszenznachweis gelingt es zu zeigen, wo nach dem Händwaschen noch Schmutz und Keime zurückbleiben - hier die weißen Rückstände vor allem am Daumennagel und in den Hautritzen.

Vor einer Woche war ich bei einem wirklich sehr interessanten Seminar zum Thema "Honig und Hygiene" an der Landwirtschaftskammer in Münster. Fürs Landwirtschaftliche Wochenblatt habe ich einen Bericht verfasst, in dem ich jedoch nur einen Bruchteil der vermittelten Fakten und Tipps unterbringen konnte. Ich kann die Teilnahme an so einer Fortbildung wirklich nur empfehlen! 16-05-04 Hygiene beginnt am Bienenstand-page-001

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Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.
Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.

Ach ja, mein Rätselvolk in der Trogbeute hat nun sein Geheimnis gelüftet. Schon früh hatte ich den Verdacht, dass es drohnenbrütig ist, doch es tarnte dies gut, z.B. mit "ordentlich" gelegten Stiften, Drohnenmütterchen. Einer in jeder Zelle und am Zellenboden angeheftet. Das konnte vielleicht nur gelingen, weil ich sie in der Trogbeute wild, sprich ohne Mittelwände, bauen lasse. Da sind manche Zellen eben nicht so tief, wie normalerweise. Dann erreicht auch ein Drohnenmütterchen mit kurzem Hinterleib den Zellenboden.

Drohnen überall

In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.
In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.

Letztendlich haben sie sich durch die Drohnenflöte verraten und ich habe einige der Brutzellen geöffnet: lauter Drohnen. Da steht schon mal fürs lange Wochenende mit endlich schönem Wetter ein Programmpunkt: einen Kunstschwarm bilden - Bericht folgt!

Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.
Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.

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Vielleicht ist einigen aufgefallen, dass es seit einigen Wochen eine neue Rubrik im Menü oben rechts auf der Seite gibt. "Schau mich an - Gesicht einer Flucht" hat zwar absolut nichts mit Bienen zu tun (dachte ich), ist mir aber wichtig. Ich habe diese Projekt, bei dem Flüchtlinge ihre Geschichte erzählen, ins Leben gerufen. Und nun gibt es durch die neuen Teilnehmer doch eine Verbindung zur Imkerei:Salomov jpgIch bin ganz zuversichtlich, dass sich der Wunsch der Salomovs mit Begleitung eines Imkers erfüllen lässt. In ihrer Heimat hielten sie 75 Bienenvölker. Die Varroamilbe ist auch dort ein Problem. Das waren ein paar Dinge, die ich während eines ersten Gesprächs herausfinden konnte. Habe heute ein Glossar erstellt, damit sie die ersten Imker-Vokabeln lernen können...DSC_8640

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Echtes Aprilwetter, das alles bietet: Regen, Sonnenschein, Hagel im schnellen Wechsel.
Echtes Aprilwetter, das alles bietet: Regen, Sonnenschein, Hagel im schnellen Wechsel. Dies ist der heutige Blick aus meinem Arbeitszimmer auf das Garagendach der Nachbarn. Dahinter kann man die (Blumen-) Wiese erahnen, auf der die Bienen stehen.

2,5 °C zeigte das Thermometervorgestern früh um 7.30 Uhr. Geht`s noch? Wir haben Ende April! Eben erzählte mein Sohn, dass wir vor vier Jahren mittags bei 29 °C geschwitzt haben. Beides sind Extreme. Aber den Bienen und der Imkerin gefällt das kalte Wetter gar nicht.
Ich hoffe, dass die Futtervorräte für die wachsenden Völker ausreichen, bis es endlich wärmer und trockener wird. Ab morgen soll es langsam aufwärts gehen.
Leider werden bis dahin viele Blüten erfroren, vom Hagel zerschlagen oder natürlicherweise verblüht sein und keinen Nektar und Pollen mehr liefern.
In den vergangenen zwei Wochen war ich mit der Kamera auf der Blumenwiese und nebendran unterwegs. Diese Pflanzen hätten den Bienen jetzt Nahrung spenden können:

Blüten im April16-04-07 Blumenwiese, Blutpflaume, Löwenzahn, DohleVon links nach rechts:
Blutpflaume und Taubnessel
Wildkirsche und Löwenzahn
Hasenohr (Bupleurum) und Dohle (Komische Pflanze.... besucht die Wiese regelmäßig und sucht sie nach toten Bienen und anderem Getier ab)
noch einmal Taubnessel und zum Schluss Rosmarin

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DSC01916Meine Völker sind unzufrieden mit den Königinnen, nachdem Queen Helene in der Trogbeute nicht mehr ist, wird auch bei Marlene nebenan revoltiert. Sie ist noch da, aber es gab diese, wie ich finde, recht kleine Nachschaffungszelle. Warten wir ab, welche Königin sich behaupten wird....
Habe ganz vergessen, zu berichten, dass ich bereits am 11. April den Honigraum auf Queen Marlenes Deutsch-Normal-Maß-Beute gesetzt habe. Für das Nachbarvolk in der Trogbeute mit der ungeklärten Regentschaft gab es den erst gestern.  DSC01921... und dann hat meine Nikon einen Totalschaden erlitten. Am Bienenstand ist mir die Kameratasche von der Schulter gerutscht und so blöd aufgekommen, dass das Kameragehäuse gerissen und das Objektiv abgebrochen ist. Mensch!
Allerdings kann ich jetzt endlich die Frage beantworten,  was ich mir zum Geburtstag wünsche...

Eine Tüte aus Luftpolsterfolie wurde für die Biene zum tödlichen Gefängnis.
Eine Tüte aus Luftpolsterfolie wurde für die Biene und ein weiteres Insekt zum tödlichen Gefängnis.

Die Überschrift klingt drastisch. Ich hätte auch nicht erwartet, dass dieses hochaktuelle Thema ein Aspekt für den Bienenblog sein könnte. Aber als ich kürzlich in der Blumenwiese vor den Bienenvölkern diesen Müll aufhob, fand ich darin die toten Insekten.
Man denkt ja immer, dass Plastiktüten in der Landschaft eher eine Gefahr für größere Tiere wie Igel darstellen. Die Tüte lag da schon etwas länger.
Also merke ich mir: Müll sofort wegräumen.

adf
Eine Nachschaffungszellein der Wabenmitte. Ich meine, im Gelée Royale einen Stift zu erkennen. Die Waben schauen so "interessant" aus, weil die Bienen in der Trogbeute in Rähmchen ohne Mittelwände bauen. Die wunderbaren Bilder in diesem Post hat übrigens Joachim Eberhardt fotografiert.

Nachdem am Montag in der Trogbeute alles nach Drohnenbrütigkeit aussah, hat sich das Blatt nun gewendet. Wer hätte das gedacht?
Wegen der ungünstigen Wettervorhersage habe ich gar nicht gerechnet, in dieser Woche ans Volk zu können, um es abzufegen. Doch am Donnerstagmorgen schien die Sonne, mit etwas Glück wäre es um die Mittagszeit mindestens 14 °C warm und noch trocken. Deshalb rief ich Joachim Eberhardt an - den "Macher" der E-Learningplattform "Die Honigmacher", der gerne mal ein Drohnenmütterchen fotografieren wollte. Gegen 14 Uhr schauten wir gemeinsam das Volk mit der Gewissheit durch, dass Drohnenmütterchen schwer zu identifizieren sind. Sie sollen einen etwas dickeren Hinterleib haben als normale Arbeiterinnen. Wir hofften, dass sie sich durch das Verhalten ihrer Ammen verraten würde. Denn auch ein Drohnenmütterchen hält sich einen kleinen Hofstaat.

Bienen "antworten" auf Klopfprobe
Zuvor hatte ich die Klopfprobe gemacht: Einmal an die Beute klopfen und hören, wie das Volk reagiert. Summt es kurz auf und beruhigt sich dann, ist alles in Ordnung. Hält das Summen länger an, stimmt etwas nicht. Unerwarteterweise summte das Volk nur kurz auf. Ist also alles gut?

Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.
Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.

Stifterin gesucht
Sorgfältig betrachteten wir Wabe für Wabe, schauten auch nach jungen Königinnen und ob die alte, gezeichnete vielleicht doch noch da sei. Die durchgesehenen Waben setzte ich gleich in eine neue Zarge, die ich auf einen Deckel gesetzt hatte. So konnte sich keines der "steckbrieflich gesuchten Bienenwesen" auf bereits kontrollierten Waben verstecken. Außerdem wollte ich sie darin ans Ende der Wiese nehmen und abfegen - die Trogbeute zu bewegen, wäre zu schwer und umständlich gewesen.
Aber so weit kam es gar nicht: Auf der vierten Wabe saß eine Nachschaffungszelle in der Wabenmitte! Hurra! Sie ziehen sich eine Königin. Wir entdeckten noch weitere Zellen, und ich war sehr zufrieden! Joachim hätte lieber ein Drohnenmütterchen gefunden....
Ich suchte noch nach den doppelt bestifteten Zellen, doch die waren nicht mehr zu finden - ausgeräumt von den Arbeiterinnen. Stattdessen eine Überraschung auf den Bildern von Joachim:

So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelee Royale.
So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelée Royale.

Und sogar vier bis fünf Tage alte Rundmaden sind vorhanden:DFP_40858Ich halte noch einmal fest: Wir haben zu zweit weder die alte gezeichnete Königin, noch eine junge Königin gesehen und auch kein Drohnenmütterchen erkannt (das wäre ja auch Glück gewesen). Wen haben wir also übersehen? Interpretiere ich etwas falsch? Wer legt hier die Eier? Wäre eine junge Königin so früh im Jahr schon ordentlich begattet?
Und ist die Nachschaffungszelle wirklich eine? Schwarmzellen legen Bienen immer am Wabenrand an. Nun ist das Wabenwerk durch den Naturbau etwas uneinheitlich, und die Nachschaffungszelle sitzt am unteren Rand einer Wabe, die nun mal in der Rähmchenmitte endet.
Überzeugt bin ich gerade nur davon: Die Bienen wissen, was sie tun. Was das ist, werden sie mir irgendwann zeigen...