Heute gibt´s ein Rezept für Rote-Beete-Lasagne mit Honig und Feta. Hatte ja befürchtet, dass diese riesigen Rote Beeten holzig sind - das Gegenteil ist der Fall, sie sind sehr zart.

Im August war ich zu Besuch bei meiner Schwester und rätselte aus der Ferne mit Blick auf dieses Beet: "Sag mal, was ist das?" - "Rote Beete!" - "So viel? Wann esst ihr das?" - "Ich mag sie sowieso nicht. Die baut Ignaz (ihr Schwiegervater) an. Was wir nicht essen, bekommt der Nachbar für die Hühner. Davon bekommen sie schöne rote Beine - macht sich auf der Geflügelausstellung gut."

Aha! Na, bevor die alle in den Hühnertrog wandern, rette ich doch ein paar Knollen. Es ist schon eine besonders schöne Pflanze - diese kräftigen Rot- und Grüntöne. Ein leckeres Rezept für eine Rote-Beete-Lasagne mit Honig und Feta war auch schnell gefunden.

  • 2 frische Knollen Rote Beete
  • 2 Packungen Feta
  • 4 EL Honig
  • frischer Thymian
  • 4 EL Olivenöl


Ganz wichtig: Rote Beete färbt ganz fürchterlich - vor allem Klamotten (geht nicht mehr raus, Hände - kann man waschen und Ostereier, aber das ist jetzt nicht die passende Jahreszeit). Also, schützt Euch vor dem roten Saft. Jetzt geht es los: Rote Beete schälen und in 0,5 cm breite Scheiben schneiden. Den Boden einer Auflaufform damit auslegen, Feta darüber verteilen, Thymianblättchen drüberstreuen und ein wenig Honig drauftropfen lassen. Dann so lange wiederholen, bis die obere Schicht aus Feta, Honig und dem Olivenöl besteht.
Bei 200 °C für ca. 30 Minuten im Backofen garen. Die Rote Beete sind noch etwas knackig - ich liebe es!

Noch ein Wort zum neuen WordPress-Editor. Bin noch nicht zufrieden, das Einfügen von Zwischenüberschriften, Anpassen von Fotos oder Wechseln von Listen zu normalem Text gefällt mir noch nicht. Mal sehen, ob ich dabei bleibe.

Sind sie nicht herrliche, die fleißige Sammlerin und dei Sonnenbraut, aus der sie Nektar saugt und Pollen sammelt?

Säure wirkt gegen Milben, Futter gegen Hunger im Winter

Melde mich zurück - über vier Wochen habe ich mit dem Blog pausiert, war aber bei den Bienen nicht untätig. Puh, aber jetzt habe ich ein Problem. Das Backend meines Blogs hat sich plötzlich verändert und nun muss ich mich erst einmal damit beschäftigen. Eigentlich sieht es easy aus - Überschrift und Header-Bild einzufügen waren ja auch kein Problem.
Eigentlich wollte ich hier ein paar Fotos mit Bildzeilen veröffentlichen, aber ich habe die Option zum Bildereinfügen an dieser Stelle noch nicht gefunden. (Es kommt mir jetzt wie eine typische "Mal-eben-Aktion" bei den Bienen vor: Mal eben einen Blogbeitrag posten - und zack! steht man überraschend vor einer neuen Herausforderung.)

280 ml Ameisensäure für ein 2-zargiges Volk

Damit die Bienen den Verdunster nicht mit Propolis verkitten, habe ich ein Propolisnetz zwischen die Zargen gelegt - kommt keine Biene an den Verdunster ran.

Vorräte für den Winter auffüllen

Einige Male fülle ich die Futtereimer mit Zuckerlösung auf und gebe Korken als Schwimmhilfe dazu, so lange, bis jedes Volk rund 18 - 20 kg Futter bevorratet.

Inhaltlich ist der Beitrag heute etwas mau, sobald ich mich ins neue Backend eingearbeitet habe, gibt´s wieder mehr. Versprochen!

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Bei Hitze brauchen auch Bienen mehr Wasser. Eine gut betreute Tränke kann helfen.

Es ist so heiß und alle haben Durst. 34,6 °C maß das Thermometer unter dem Schatten des Amberbaums in unserem Garten - wie heiß mag es dann erst in den Bienenstöcken sein, die teils in der prallen Sonne auf der Wiese stehen? Die hohen Temperaturen steigern den Wasserbedarf eines Bienenvolkes. Eine gängige Annahme ist, dass ein Volk mit 40000 Bienen rund 200 ml Wasser pro Tag benötigt, nicht nur, um den eigenen Durst zu stillen oder die Brut zu ernähren, sondern auch um das Wasser im Stock zu verdunsten und so für kühlere Temperaturen zu sorgen.

Beim Imker entdeckt: Aus dem Kanister tropft langsam Wasser auf das Brett. Bienen können gefahrlos trinken.

Bei Hitze kein Morgentau
Einen Teil des Wasserbedarfs decken sie aus dem gesammelten Nektar. Aber wer mag schon bei dieser Hitze fliegen? Und auch die Blüten "machen dicht", wenn es zu heiß ist. Teiche, Pfützen und Morgentau sind weitere Wasserquellen, wobei sich in tropischen Nächten kein Tau bilden kann. Deshalb habe ich mich entschlossen, in unserem Garten und direkt bei den Völkern Tränken für Bienen, andere Insekten, Vögel und Kleintiere aufzustellen und mit Brunnenwasser zu füllen. Wobei es auch Argumente gegen einen künstliche Bienentränke gibt, und eine Bienensachverständige dazu rät, es lieber bei "Morgentau als Tränke" zu belassen.

Diese Biene nimmt von der Wand unseres Sandsteintroges Wasser auf.

Künstliche Tränken
Schon häufiger habe ich Tränken direkt am Bienenstock aufgestellt, aber dort fast nie eine Biene beobachtet. Warum das so ist, habe ich gerade im Artikel des Bienenjournals entdeckt. Er beschreibt, was beim Aufstellen einer Tränke wichtig ist. Bienen meiden demnach aus hygienischen Gründen Wasserquellen direkt am Stock - es sei denn, es ist sehr heiß oder es gibt keine andere Wasserquelle in der Nähe. Die ideale Entfernung soll 40 - 70 m betragen. Vorgestern hatte ich in meinem Whatsapp-Status dafür geworben, Wasserquellen für Insekten und Vögel aufzustellen. Wenige Stunden später meldete sich eine liebe Nachbarin und Bienenfreundin, dass "meine" Bienen schon bei ihr seien - das mit den 40 m Abstand zum Stock passt!

Prinzip Verdunstung
Übrigens habe ich das "Prinzip Verdunstung" von den Bienen übernommen und eine Sprühflasche mit kaltem Wasser gefüllt, die Düse auf Verstäuben eingestellt und meine Beine und Arme (und die Kinder) damit angespritzt. Kann ich nur empfehlen: ist sehr erfrischend und macht gute Laune!

Von oben ist nur eine Seite des Zusetzkäfigs zu sehen, der mit einem Zahnstocher gehalten wird.

Am Montag wollte ich "nur" eben ein bisschen Ackermelde aus der Wiese zupfen. Dann dachte ich, ich könnte doch mal kurz nach den Völkern schauen. Bei allen Völkern herrschte reger Flugverkehr. Tja, und dann ging es los: Als ich den Deckel bei Queen Marlene anhob und wurde ich sofort angeflogen. Und zack, schon hatte mir eine Wächterin einen Stich in den Oberschenkel verpasst. Hui, waren die kiebig! (Ihr kennt kiebig nicht? Es heißt so viel wie "gereizt", "aufgebracht.")

Warum ist das Volk so kiebig?
Bin dann erst einmal nach Hause, um den Stich zu versorgen (teste gerade den "Bite away") und kehrte dann mit dem Smoker zum Bienenstand zurück. Ich hatte nicht einmal meine Imkerjacke angezogen, als mich eine Wächterin dermaßen anging, dass ich ein paar Schritte auf die Wiese laufen und mich in die Jacke wickeln musste, um nicht gestochen zu werden. Was war da bloß los?

Ein starkes Brutnest hat Queen Helene in der Trogbeute angelegt.

Junge Königin zugesetzt
Ein Blick auf die Waben verriet sofort: Hier fehlt die Königin! Keinerlei Brut zu sehen, weder Stifte noch Maden oder verdeckelte Brut. Stattdessen haben sie dort, wo das Brutnest sein sollte, fleißig Honig eingetragen. Oh je, woher nun eine neue Königin bekommen? Für eine Weiselprobe ist es mir zu spät im Jahr, aber der dritte Anruf war erfolgreich. Rainer, der vor zwei Jahren schon einmal einen Schwarm von mir geborgen hatte, während wir im Urlaub waren, fuhr extra zu seinen Bienen, um mir noch am selben Abend eine junge Königin zu bringen.
Im mit Futterteig verschlossenen Zusetzkäfig haben wir sie ins Volk gehängt und als ich am Mittwoch nachschaute, war dieser leer und die Königin wuselte munter über die Waben. Ich konnte sie in aller Ruhe beobachten und mich ärgern, dass ich mein Handy zuhause gelassen hatte und keine Fotos machen konnte.

Eine Weiselzelle auf einer ansonsten leeren Wabe.

Weiselzelle belegt?
Heute habe ich bei allen Völkern die Rähmchen aus den unteren Zargen entnommen, um sie einzuschmelzen. Dabei entdeckte ich bei Helene in der Trogbeute eine Weiselzelle, allerdings in einer Wabe fernab vom eigentlichen - sehr gut ausgestatteten - Brutnest angelegt.
Nach langem Suchen habe ich einige winzige Stifte entdeckt, aber keine Maden. Hat die Königin eine Brutpause eingelegt, war ihr zu warm, hatte sie keine Lust? Ich bin mir nicht sicher, ob die Weiselzelle belegt ist. Vielleicht wurde sie auch aufgegeben, nachdem die Königin wieder stiftet. Ich habe sie stehen gelassen, im Vertrauen darauf, dass die Bienen schon wissen, was sie da tun - und mir keinen Schwarm bescheren!

Hunderte tote Insekten kleben nach 600 km an der Front unseres Autos.

Das hatten wir schon lange nicht mehr: tote Insekten auf der Windschutzscheibe. An einem der vergangenen langen Wochenenden sind wir nach Rheinfelden gefahren. Das liegt ziemlich genau 600 km südlich direkt an der Grenze zur Schweiz. Und als wir dort gegen 23 Uhr ausstiegen, staunte ich nicht schlecht: Windschutzscheibe und die Front über der Stoßstange waren übersät mit toten Insekten. Dieses Bild erinnerte mich ans Ende der 1980er Jahre, als ich meinen Führerschein machte. Damals war sah das Auto nach fast jeder kurzen Strecke so aus.

Tote Insekten kein gutes Zeichen
Im ersten Moment habe ich mich gefreut. Sollte sich die Insektenpopulation durch die vielfältigen Veränderungen in der Umwelt, ausgelöst durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, erholt haben? Die Freude währte nur kurz. Wenn schon an unserem Auto so viele Insekten verendet sind, dann haben auch die vielen tausend Fahrzeuge, die mit uns unterwegs waren Millionen Insekten getötet - an einem Tag! Das ist sehr bitter. Das Ergebnis vor Augen, lassen sich nicht die üblichen Verdächtigen, Industrie und Landwirtschaft, einspannen. Jeder, der ein Auto bewegt, trägt zum Insektensterben bei. Eben habe ich zum Thema eine interessante Berechnung im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt entdeckt: Insektensterben, die Autofahrer sind schuld.

Im Nachhinein glaube ich, wir sind lediglich durch einen großen Insektenschwarm geflogen, denn in den Wochen danach sah das Auto sauber aus, wie immer.

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Mit der Vier-Waben-Schleuder läßt sich in kurzer Zeit eine große Menge Waben ausschleudern.

Jedes Mal steigt die Spannung. Wie schmeckt der Honig in diesem Jahr? Und wie immer ist auch diese Sommerblüte köstlich!

So ein Glück, Ingrid, die liebe Imkerin, bei der ich immer meinen Honig schleudern darf, hat bereits Urlaub. Eine gute Gelegenheit, den Honig der Sommerblüte bereits jetzt zu schleudern, noch vor unserem Urlaub. Die Bienen haben viel Honig eingetragen und ich möchte ihnen einiges für den Winter lassen. Für mich bedeutet es auch ein wenig Arbeitsersparnis. Denn: viel Honig bedeutet viel Arbeit. Es ist ja nicht nur die Entnahme der Honigwaben aus den Völkern, auch das Entdeckeln, Schleudern, Rühren, Abfüllen und schließlich das Etikettieren der Gläser gehören ja auch noch dazu.

In den Waben befinden sich immer noch Honigreste, die die Bienen ruckzuck ausschlecken.

Ausgeschleuderte Waben ins Volk
Während meine Tochter und ich die Waben entdeckelten, begann Ingrid bereits mit dem Schleudern. Wechselweise haben wir die Plätze getauscht und uns dabei gut unterhalten. Zum Ende kamen wir ganz unverhofft, als die Schleuder blockierte. Eine Kugel war aus dem Kugellager gefallen. Wie gut, dass Ingrids Mann handwerklich so begabt ist. Nachdem er die Schleuder repariert hatte, bearbeitete Ingrid die letzten fünf bereits entdeckelten Waben und ich konnte alles am nächsten Tag abholen. Danke für den tollen Service!!!
47 kg sind es geworden, mit den 21 kg aus dem Frühjahr sind es 68 kg Honig in diesem Jahr. Damit bin ich vollauf zufrieden. 90 kg, wie im vergangenen Jahr möchte ich gar nicht mehr haben. Restbestände lagern noch immer im Keller ...
Beim Zurückhängen der Waben habe ich in den Völkern auch die Trenngitter entfernt, sodass nun auch die Königinnen nach oben in den ehemaligen Honigraum ziehen können und hier ihre Eier ablegen.

Blick in die Völker
Leider habe ich vor einigen Tagen entdeckt, dass auch Volk Helene weisellos ist. Keine Stifte zu sehen. Habe dann junge Brut von der "guten Königin 52" hineingehängt. Doch leider haben sie auf dieser Wabe nur ein Spielnäpfchen gebaut. Dagegen fand sich gestern auf einer dunklen alten Wabe, die ich eigentlich entfernen wollte, eine Weiselzelle. War also doch noch junge Brut da. Nun ja, sollen die Bienen machen - sie wissen selbst, was sie tun. Aber um die Gene der 52 tut es mir schon leid. Ihre Bienen sind so sehr ruhig, sie war schwarmträge und hatte ein großes Brutnest. Ich wundere mich nicht, wenn Ihr jetzt nicht mehr durchblickt. Dieses war bis jetzt ein spannendes Bienenjahr mit Schwärmen, einem Schwarm der zurückgekehrt ist, Weisellosigkeit und interessanten Beobachtungen.

Blüte an Blüte, das Jakobskreuzkraut breitet sich aus.

Weg mit dem Jakobskreuzkraut
Und weil ich gestern schon so gut dabei war, habe ich noch auf zwei Grundstücken in der Nachbarschaft Jakobskreuzkraut samt Wurzeln entfernt. Zum Glück konnte ich die Bienenwiese bislang davon frei halten. Auf den anderen Flächten habe ich es in diesem Jahr zum ersten Mal gesehen. Bin dann auch noch mit einer Anwohnerin ins Gespräch gekommen, die sich erkundigte, warum ich die Blüten ausreiße. Das war schnell erklärt, Ihr könnt es hier nachlesen.

Da weiß man gar nicht, was zuerst da war: Die farbenfrohen Blumen oder der dazu passend gestrichene Zaun.

Dieses Zäunchen mit Blümchen habe ich in der weiteren Nachbarschaft entdeckt. So niedlich und man sieht, sogar ein schmaler Streifen kann Insekten und Menschen erfreuen. Nach all dem Geschreibe über Bienen in letzter Zeit, tun ein paar Blumenbilder mal ganz gut. Also, nur her damit:

Das leuchtende Weißspitzchen stammt aus den Trockengebieten Mexikos und Kaliforniens.

Wie kommen Pflanzen zu ihrem Namen? Sind sie zum Beispiel ein gutes Futter für Kühe? Zack: Kuhkraut.

Das gestreifte Leinkraut gehört zur Gattung der Wegerichgewächse. Sie beschreibt gleich die Anforderungen an den Standort - ist das Leinkraut doch das passende Blümchen fürs Zäunchen.

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Drohnenbrütige Völker ziehen Drohnenflöten heran. Länger und schmaler als eine Weiselzelle - so sieht die Zelle eines Drohnenkönigs aus. Zum Vergleich auf dem Foto ganz unten eine normale Weiselzelle. Zählt einfach mal die Zellen, über die sie sich jeweils erstrecken.

Komme gerade von den Bienen zurück und bin ja sooo erleichtert! Das Volk ist nicht drohnenbrütig. In der vergangenen Woche hatte ich bei der Durchsicht des Volkes von Queen Helene spontan Gesellschaft. Ich erklärte hier, zeigte dort, brach seltsame Verdickungen weg, die ausschauten, als sollten sie Weiselzellen werden. Auf der vorletzten Wabe - dem Drohnenrahmen - dann das: eine seltsam lang verzogene Weiselzelle. Und auf der Rückseite noch eine. Mir schwante Böses. Die Zellen sahen aus wie die Brutzellen für Drohnenkönige, so genannte Drohnenflöten. Wenn Ihr dem Link folgt, werdet Ihr verstehen, weshalb ich jetzt alarmiert war. Denn ich hatte schon einmal ein drohnenbrütiges Volk abfegen müssen, das ist etwas, was ich nicht noch einmal erleben möchte. Ich blätterte noch einmal durch die Brutwaben, schaute genauer hin und fand keine frischen Stifte. Manchmal erkenne ich sie je nach Lichtverhältnissen und Wabenfarbe nur schwer, aber hier war tatsächlich nichts mehr.

Diese Drohnenflöte ist 4 cm (!) lang. Eine Weiselzelle misst ca. 2 cm.

Ist da schon ein Drohnenmütterchen?
Puh, nun kam ich ins Schwitzen! Und das an dem Tag ja schon einmal; es war der Abend mit dem zurückgekehrten Schwarm und dem Flugling, den ich dann noch gebildet habe. Da die Drohnenflöten noch nicht verdeckelt waren, habe ich sie stehen gelassen und erst einmal eine Nacht darüber geschlafen. Na, ja, um 4.30 Uhr war ich schon wieder wach, hatte dann aber eine vage Lösung. Sollte das Volk noch nicht drohnenbrütig und an ein Drohnenmütterchen gewöhnt sein, könnte es aus einer frischen Brutwabe eine neue Königin ziehen. Das Problem: Woher eine Brutwabe nehmen, wenn die Nachbarvölker gerade frisch geschwärmt sind? Habe noch einmal recherchiert und geschaut, wie lange es dauert, bis eine Jungkönigin nach ihrem Hochzeitsflug mit dem Eierlegen beginnt. Zwei Wochen sind das Minimum. Was soll ich sagen? Ich hatte Glück! Queen Gertrud musste soeben mit dem Stiften begonnen haben und ich konnte eine Brutwabe ins andere Volk hängen. Dann habe ich dort auch die Drohnenflöten entfernt.

Eine der beiden Weiselzellen. Sie sind wesentlich kürzer, als die Drohnenflöten.

Doch nicht drohnenbrütig
Und heute schaute ich die 5. Wabe von links an - die Brutwabe, die ich vor einer Woche als Weiselprobe ins Volk gesetzt habe. Zu sehen sind: zwei Weiselzellen! Ich bin so erleichert. Aber das hatte ich schon geschrieben, oder?

Leider etwas unscharf: Königin 52 drei Wochen vor dem missglückten Ausflug. Speckröllchen sind trotzdem nicht zu sehen. 😉

Eine Bienenkönigin mit Gewichtsproblem? Habt Ihr davon schon einmal gehört? Nicht, dass ich sie regelmäßig wiegen würde, oder mit bloßem Auge Speckröllchen zählen könnte, es ist auch nur so ein Verdacht. Aber lest selbst:

Im Apfelbaum bildeten sich zwei Schwarmtrauben.

Schwarmalarm
Am Mittwoch war es um 17.15 Uhr mit der Ruhe vorbei! Eine Nachbarin rief an - die Bienen schwärmen. Schon wieder! Also fix das Rad geschnappt, um für eine Verfolgung gewappnet zu sein, und die 200 m zur Nachbarin gefahren. Dort schwirrte der Schwarm über dem Garten. Die Kids hatten sich etwas ängstlich vom Trampolin zurückgezogen, beobachteten mit uns dann aber, wie sich die Bienen im Apfelbaum niederließen. Prima! Der ist schon mal nicht so hoch, wie der Ahornbaum von vor zwei Wochen. Bald war zu sehen, dass sich zwei Schwarmtrauben bilden. Das ist ja schon wieder ungewöhnlich. Immerhin hingen sie so, dass man sie mit einer Telekopstange erreichen würde.

Keine Nachfrage nach Schwärmen
Ich startete direkt eine Telefonrunde, um einen Interessenten für den Schwarm zu finden, doch zwei Imkerinnen waren im Urlaub und die nächsten beiden nicht interessiert. Auch das ein durch den Corona-Virus verursachtes Problem: Die Nachfrage nach Bienenschwärmen ist in diesem Jahr schnell befriedigt, denn es können keine Neuimkerschulungen angeboten werden. viele Anfänger starten normalerweise starten mit einem Schwarm.

Bin dann erst einmal nach Hause zurück, um die Fangkiste und weiteres Equipment zu holen, da rief die Nachbarin wieder an: "Die Bienen fliegen wieder los!" Das ging ja schnell. Also wieder zurück zur Wiese und was sehe ich da? Innerhalb weniger Minuten konzentrierte sich der Schwarm um Queen Marlenes Beute und zog wieder ein. Schließlich saßen viele Bienen noch außen an der Beute und eine Traube im Gras davor. Was soll das denn? Hatte schon einmal von diesem seltenen Phänomen gehört und schaute, ob ich die Königin finde. Sie ist zum Glück gekennzeichnet, denn es ist eine, die ich im vergangenen Herbst noch recht spät kaufen musste. Tatsächlich, etwa 2,5 m vom Stock entfernt sitzt sie mit einem guten Dutzend Arbeiterinnen im Gras. Zwei Versuche brauchte ich, um sie in der Fangkiste festzusetzen. Und dann habe ich erst einmal Kathrin, unsere Bienensachverständige, angerufen.

Erst raus und dann wieder zurück. Queen Marlene (Nr. 52) ist nicht mitgezogen, sondern dem Schwarm im Gras verloren gegangen.

Nicht genügend abgespeckt?
Zusammen überlegten wir, was passiert sein könnte. Kathrin hielt die Königin für gesund, denn sonst wären die Bienen erst gar nicht geschwärmt. Dass sie es nur wenige Meter aus dem Stock heraus schaffte, zeigt, dass sie nicht richtig fliegen konnte. Mögliche Ursachen sind beispielsweise verletzte Flügel - oder: ein Gewichtsproblem! Das muss ich kurz erklären: Während eine Königin Eier legt, ist sie so schwer, dass sie nicht fliegen kann. Beschließt ein Bienenvolk sich durch Schwärmen zu teilen, stellt die Königin die Eiablage ein, die Ammen setzen sie auf Diät und scheuchen sie zum Abnehmen über die Waben. Hat in diesem Fall wohl nicht gereicht ...

Flugling ist die Lösung
Was also tun? Die Bildung eines "Fluglings" ist in diesem Fall eine gute Lösung. Schweren Herzens (ich will doch kein weiteres Volk!) holte ich meine letzte Beute (eine alte "Notfallbeute") aus der Garage. Die Beute des aus- und wieder eingeschwärmten Volkes "Marlene" versetzte ich zwei Meter zur Seite auf die Palette, die Notfallbeute setzte ich auf den alten Standplatz von Marlene. Da Queen 52 (Queen Marlene) ihr Sportprogramm nur so kurz durchgezogen hat, verfügt das Volk noch immer über ein starkes Brutnest mit viel verdeckelter Brut. Drei Waben samt Bienen - ich hoffe sehr, dass ich die Jungkönigin nicht miterwischt habe - wechselten rüber in die Notfallbeute. Dazu gab´s noch eine Futterwabe. Inzwischen wurde die Fangkiste mit der eingeschlossenen Königin von vielen Bienen umschwärmt - ab damit in die Notfallbeute. Nun war es inzwischen später Abend geworden. Normalerweise bildet man einen Flugling bei gutem Flugwetter, aber es gab Hoffnung, dass der für Donnerstag angekündigte Wetterumschwung zumindest für den Vormittag noch Bienenflug zulassen sollte.

Flugbienen bilden neues Volk
Und so ist der Plan: Flugbienen aus dem Volk Marlene (jetzt auf der Palette) kehren nach ihrem Sammelflug zum alten Platz zurück (also jetzt in die Notfallbeute). Hier bilden sie mit ihrer alten Königin und den geschenkten Brutwaben ein neues Volk. Die junge Queen Marlene bleibt mit den Ammenbienen in ihrer Beute zurück. Die Ammen werden schnell merken, dass die Flugbienen ausbleiben und ihre Arbeitsverteilung umorganisieren. Und dann hoffe ich, dass es beiden Völkern gut geht und ihre Schwarmlust fürs Erste befriedigt ist. Meine ist es schon längst! Um 21.30 Uhr war ich endlich wieder in meiner "Beute".

Dieser Post ist jetzt ellenlang geworden, wer noch nicht genug hat, kann sich noch das Infoblatt über Schwarmverhinderung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ansehen. Sollte ich auch noch tun.

So sieht es jetzt aus am Bienenstand, von links: Queen Gertrud, der Flugling mit der alten Queen Marlene (Nr. 52) in der Notfallbeute, auf der Palette die junge Queen Marlene und rechts logiert Queen Helene in der Trogbeute. Über sie werde ich das nächste Mal berichten.


Und, ab ins Körbchen! Dieses Video möchte ich Euch nicht vorenthalten. Unter herrlichem Vogelgezwitzscher und Froschgequake schlägt Michael den großen Schwarm in einen Bienenkorb ein. Der Schwarm wird hoffentlich ein guter Start für die Korbimkerei sein. Michael ist da sehr experimentierfreudig. Von ihm stammt auch die Bauanleitung für die Trogbeute.

Ein idyllisches Bild der Bienenstand schützt den Korb aus Stroh und die Bienen fliegen munter durch die Luft. Foto & Video Nietzsche

Aus dieser Perspektive bekommt man eine Ahnung, wie hoch der Schwarm sich niedergelassen hat.

Ich sage nur: FÜNF (!!!) Stunden! Nachdem wir gestern den Fang des Schwarmes in der Spitze des Ahornbaumes für uns abgehakt hatten, schwärmte eine meiner Imkerpatinnen vom "kleinen Besteck" der Vereinsfreunde Anne und Willi vor: einer bis auf zehn Meter Länge ausziehbaren Teleskopstange mit Fangsack. Also ähnliches Equipment wie das von Michael, der sich die Sache gestern mit mir angesehen hatte.

Imker in Schwarmfanglaune
Also gut, nachdem ich im Laufe des Vormittags einige Male geschaut hatte, ob der Schwarm noch sitzt, versetzte ich die beiden mit meinem Anruf in Schwarmfanglaune. Um es abzukürzen:

  • Erste Versuche, die Schwarmtraube mit Leiter und teils ausgefahrener Stange zu bergen, blieben erfolglos.
  • Ein Nachbar bot eine noch längere Leiter an und Willi kletterte mutig in den Baum - wir konnten ihn gar nicht mehr sehen - und sägte den Ast mit dem Schwarm ab. Großes Gefliege, aber wir konnten einen Teil der Bienen in die Varré-Beute von Anne und Willi schütteln. Einige Bienen sterzeln, Bienen laufen ein. Glücksgefühl.

    Portionsweise füllen Anne und Willi die Bienen in ihre Warré-Beute.
  • Ein Großteil der Bienen setzt sich aber in Nachbars Amberbaum zu einer neuen Traube zusammen. Von der Höhe her sind sie leichter zu erreichen, aber Astwerk behindert die Fangversuche.
  • Schließlich die Überlegung, ob es zwei Schwärme sein könnten. Also den nächsten Fang in einen Ablegerkasten eingeschlagen. Bienen schwärmen wieder auf, dann ist es eindeutig: Sie ziehen in den Ablegerkasten ein.
  • Michael angerufen, er könne auch einen Schwarm haben. Doch dann: Die Warré-Beute ist leer! Unbemerkt sind die Bienen wieder ausgezogen. Es ist doch nur ein

    Die Alternative, falls es doch zwei Schwärme sein sollten.

    Schwarm! Und dann dies: Anne und Willi, die fünf Stunden lang alles gegeben haben, um den Schwarm zu bergen, schenken ihn Michael! Sie hätten ja nur noch eine Beute frei, da könnten sie ja noch einen Schwarm fangen oder selbst Ableger bilden. Ist das nicht nett?!

Fünf Stunden und ein Stich
Und das Fazit dieses ungeplanten Nachmittagsprogramms: Selten so viele Nachbarn an einem Tag gesehen, so viel über Bienen und ihr Schwarmverhalten erklärt und über selbstlose Imker gestaunt. Als Michael den Schwarm in der Dämmerung abholte, waren alle Bienen in der Beute - bis auf die eine, die sich unter dem Griff versteckt hatte und die mir beim Tragen der Beute ins Handgelenk stach...

Volle Kiste: Der Schwarm ist riesig. Vor dem kleinen Flugloch bildet sich ein üppiger Bienenbart. Das Flugloch halten die Bienen frei, um Luft hineinzufächeln. Aus Sorge, dass sie verbrausen, haben wir den Schwarm in eine Deutsch-Normal-Maß-Beute umgefüllt. Michael wird sie in eine Strohbeute einschlagen. Ganz schön viel Gewiggel für Bienen und Beteiligte - und jetzt freue ich mich auf einen ruhigen Feiertag!

Blauer Himmel mit Punkten - der Bienenschwarm ist dabei, sich einen Platz für einen ersten Halt zu suchen. Foto: Thomas Marwitz

Bis 12.30 Uhr ist es ganz ruhig im Homeoffice. Dann klingelt es an der Tür. Eine Nachbarin berichtet, dass über der Blumenwiese viele Bienen fliegen, ob ich mal nachschauen wolle. Jetzt hält mir meine Tochter mein Handy hin, die zweite Nachbarin meldet den Schwarm, und schließlich erreicht uns auch noch der Anruf einer weiteren Nachbarin, die ebenfalls gut aufgepasst hatte. Da kann einer Imkerin doch nichts passieren, oder?
Wir betrachten das beeindruckende Naturschauspiel einer großen Wolke von Bienen über der Wiese, beobachten, wie sie sich der Schwarm um zwei Bäume am anderen Wiesenende gegenüber den Völkern konzentrieren und stellen fest, dass sie sich im höheren der beiden Bäume (wo sonst?) niederlassen. Ganz oben in der Spitze (natürlich!). Wir schätzen den Sitz der Bienentraube in rund 10 Metern Höhe.

So weit oben, wie es nur ging, hat sich der Schwarm niedergelassen. Mittlerweile haben sich die Bienen zu einer noch engeren Traube zusammengedrängt.

Teleskopstange ist zu kurz
Ich kontaktiere einen der Imker, an den ich in der vergangenen Woche zwei Ableger abgegeben habe und frage ihn, wir gemeinsam einen Augenarzttermin vereinbaren wollen. denn wir hatten die Völker zusammen nach Weiselzellen durchgesehen. Da muss uns eine entgangen sein. Zufällig besitzt dieser Imker seit kurzem eine auf 10 Meter verlängerbare Teleskopstange, an deren Ende er einen Eimer geschraubt hat. Doch diese Vorrichtung sei höchstens bis auf 7 Meter Länge stabil zu führen und das auch nur, wenn sie von zwei Personen gehalten werde, erklärt er mir.

Bienenschwarm übernachtet
Also wieder zurück an den Schreibtisch, dann den Rasen gemäht, immer mit dem Handy in der Hosentasche. Nach Feierabend schaut der Imker mit der Teleskopstange vorbei. Wir haben es gar nicht erst mit der Stange probiert. Ein Nachbar bietet seine Leitern an. Aber da bin ich auch eine kleine Bangebux - Leiter plus Stange, das traue ich mir nicht zu - und möchte es auch keinen anderen wagen lassen.
Als kleines Lockmittel habe ich eine Schubkarre mit einer Beute auf die Wiese gestellt. Die duftet nach Honig und Wachs. Erfahrungsgemäß ist es aber ein Angebot, das ausgeschlagen wird. Es bleibt also nur, abzuwarten. Fast bin ich mir sicher: Morgen um die Mittagszeit werden Haustürklingel und Telefone läuten...