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„Wie filmen die das bloß?“, diese Frage habe ich mir mehr als einmal gestellt, als ich die Preview des Films „Tagebuch einer Biene“ ansehen durfte. Klar, vieles hat man schon gesehen: Wie eine Biene schlüpft, wie Ammen ihre Königin betreuen oder Bienen ausfliegen. Aber diese Details: feinste Härchen, Luftbewegungen der Flügel, die wie Hubschrauber klingen, die Mandibeln in Großaufnahme. Und wusstet Ihr, dass Blattläuse den Honigtau wegschnippen? Es sind diese Makroaufnahmen, die mich fasziniert haben.

Über viele Kilometer hinweg folgt die Kamera der Arbeiterin zu den Trachtquellen. Foto: Brian Mc Clatchy

Anna und Nellie Talbach als Sprecherinnen

Die sonore Stimme von Anna Thalbach und später ihre Tochter Nellie beschreiben aus Bienenperspektive als Winter- und Sommerbiene den spannenden Alltag im Stock. Darauf muss man sich einlassen. Der erste Gedanke, der Film richte sich an Kinder, bestätigt sich nicht – dafür wäre er auch zu lang. Für Laien enthält das „Tagebuch einer Biene“ viele Infos, für Imker könnten es mehr sein.

Leider konnte wohl die wissenschaftliche Beratung, unter anderem von Prof. Jürgen Tautz aus Würzburg, nicht verhindern, dass wesentliche Informationen fehlen: Drohnen kommen überhaupt nicht vor und damit auch kein Hochzeitsflug. In einer dramatischen Szene fliegt eine Biene ein Marmeladenbrot an und wird verscheucht. Dieses Verhalten zeigen Bienen eigentlich nicht. Da wäre ein Hinweis auf Varroamilben realistischer gewesen.

Feinste Details, wie die Härchen an den Mandibeln sind zu erkennen. Foto: Brian Mc Clatchy

Sehenswert!

Alles in allem ist das „Tagebuch einer Biene“ ein großes Fest fürs Auge mit beeindruckenden Einsichten ins Bienenvolk. Im Laufe des Films sind mir die Bienen so ans Herz gewachsen, dass ich sie gerne unter ihrem Baum in dem Tal mit Bergpanorama besuchen möchte. Aber vorerst muss ein Besuch im Kino reichen. Bundesstart ist am 7. Oktober 2021!