Bienen und ihr Leben

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Die Satteltasche scheint für diesen Schwarm weit und breit das beste Wohnangebot zu sein... (Foto: Huesmann)

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Fjonka, die in ihrem Blog regelmäßig von Ihrer Haus- und Hofgemeinschaft in Schleswig-Holstein berichtet. Wir teilen mindestens das Interesse an Bienen und Geflüchteten und tauschen auch schon mal interessante Bücher aus. Das Buch von Seeley hatte ich bereits vorgestellt und mir vorgenommen, mal daraus zu zitieren - Fjonka war schneller! Hier ihr Beitrag über die Wohnungssuche von Bienenschwärmen, den ich netterweise veröffentlichen darf:

"Wenn ein Bienenvolk sich selbst einen Ort zum leben aussuchen könnte, dann würde der so aussehen:

  • Eine Höhle läge mit der Flugöffnung gen Süden
  • hätte ein Volumen von 12-80 Litern (optimal: 40 Liter)
  • das Flugloch hätte etwa 3cm Durchmesser und befände sich etwa 5cm über dem Boden der Höhle.

Dies sind die wirklich wichtigen Kriterien, hat Herr Seeley, von dessen Forschungen ich Euch ja vor kurzem erst berichtet hatte, in langen, schwierigen Experimenten auf einer kleinen Insel herausgefunden, auf der es einerseits keine konkurrierenden Bienen zu seinen künstlichen Schwärmen gab und andererseits ausschließlich von ihm bereitgestellte Nistplätze, die er beliebig variieren konnte. Zusätzlich zu diesen Kriterien würden die Bienen es noch schön finden, wäre ihre Höhle aus Holz und läge sie in über 2,5 Metern Höhe – aber Biens entscheiden sich lieber zB für eine niedrig liegende Höhle, die die richtige Größe und Ausrichtung hat als für eine hochliegende, die zu groß ist.

Wohnungssuche mit Zollstock?
Wie aber finden die Bienen heraus, wie groß eine Höhle ist? Ich berichtete ja schon, daß alte, erfahrene Sammlerinnen beginnen, nach potentiellen Nistplätzen zu suchen, sobald sie dadurch, daß der gesammelte Nektar ihnen von den Stockbienen mangels Platz im Nest nicht mehr abgenommen wird, signalisiert bekommen: es wird Zeit, zu schwärmen. Hat so eine Biene eine Höhlung gefunden, dann geht und fliegt sie die Innenmaße ab (gucken kann sie ja nicht, es ist dunkel in so einem Baum *g*). Was ideal ist, das ist laut Seeley genetisch bestimmt und deshalb nicht Geschmackssache der jeweiligen Späherin. Seeley hat das Verhalten in der Höhle beobachten können (und aufgezeichnet), weil er die Kästen, die er anbot, so gebaut hat, daß das möglich war.
Wenn die Biene meint, diese Höhle sei gut geeignet als Nistplatz, dann tanzt sie daheim den Platz, umso länger, je besser sie ihn findet, und animiert damit Andere, auch „gucken zu gehen“. Auch die kommen heim und tanzen umso länger, je besser der Ort ist. Seeley hat zeigen können, daß mehrere Nistplätze miteinander konkurrieren, und daß es mehrere Tage(!) dauern kann, bis eine Einigung gefunden wurde. Diese Einigung findet nicht über einen Konsens statt, sondern über ein Quorum: wenn eine bestimmtes Maß an Zustimmung für einen bestimmten Ort da ist, wird der genommen, nicht erst, wenn Alle überzeugt sind.

Forscher mit Fantasie
Um das herauszufinden, hat Seeley auch fiese Sachen gemacht wie einen guten Kasten, für den es schon recht viel Zustimmung gab, verschlechtert, indem er zB verschiebbare Wände so verändert hat, daß der vorher tolle Kasten plötzlich zu klein war – und siehe da: schnell verschob sich die Zustimmung beim Tanz. Spannend!
Insgesamt kennen allerdings, bevor der Schwarm loszieht, nur etwa 400 Bienen, 3-4% des Schwarms, den Zielort. Die flitzen, auch das hat Seeley nachgewiesen, am oberen Rand des Schwarmes auf geradem Weg hin und her Richtung Zielort und weisen so den anderen den Weg.
Faszinierend, das!
Rein praktisch ist für mich die ideale Größe und Beschaffenheit des Nistplatzes am interessantesten: 40 Liter Volumen, das ist eine Größe von z.B. 37 x 37 x 35 Zentimetern. Unsere Dadant-Beute mißt ca. 48 x 48 x 28 Zentimeter (der Brutraum), liegt damit also noch im „guten Maß“, ist aber als Idealbeute etwas zu groß. Andererseits verhungern in der Natur deutlich mehr Bienenvölker und sie schwärmen viel schneller, als ein Imker das wollen würde. Deshalb die größeren Beutenmaße."

Hier noch der Titel des zitierten Buches:
Thomas D. Seeley
Bienendemokratie - Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können
S. Fischer Verlag
Taschenbuch: 12,99 €
Hardcover: 22,99 €

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Mit ihrem Schwänzeltanz verraten die Sammelbienen ihren Schwestern, wo sich eine gute Trachtquelle befindet. Für uns ist der Tanz schön anzusehen. Die Bienen selbst sehen ihn normalerweise nicht, denn im Bienenstock ist es finster. Sie kommunizieren durch die Bewegung und die Vibrationen auf der Wabe.

Noch keine Schwärme
Nun ist schon Mitte Mai und noch immer habe ich nichts von Schwärmen gehört, wo doch viele - bedingt durch die Witterung - ein Schwarmjahr erwarten. Nur hätte ich gerne, dass meine Völker nicht schwärmen und gar nicht erst in Schwarmlaune geraten. Deshalb würde ich von meinem starken Wirtschaftsvolk vom vergangenen Jahr gerne Ableger machen, doch die Bienensachverständige hatte bislang keine Zeit, die Futterkranzprobe zu nehmen. Bis ich das Ergebnis haben werde und die Ableger an einen anderen Ort stellen düfte, wird es nach Probenahme auch noch Wochen dauern....

Wie schlüpfen Bienen? Geht ruckzuck? Nur den Zelldeckel aufknabbern und raus? Von wegen! Allein das Aufknabbern dauert ewig. Und dann geht es erst einmal los mit der Körperpflege: Gesichtchen waschen, Fühler richten und Fellchen putzen...

Ein Blick auf die Völker
Ist das kalt! Und schon so lange. Und es wird noch dauern, bis es wärmer wird. Ich dagegen sitze auf heißen Kohlen. Die Bienen kommen kaum raus, um Nektar und Pollen zu sammeln, im Stock schlüpfen tausende Bienen. Wie sieht es aus? Reicht das Futter? Bauen sie Weiselzellen, um zu schwärmen?
Da ist er wieder, der Zwiespalt zwischen den Betriebsweisen. Das Schwärmen ist ein natürliches Verhalten der Bienen, dient der Völkervermehrung und auch der Gesundheitsvorsorge. Andererseits ist jeder nicht gefangene Schwarm über kurz oder lang dem Tod geweiht (fehlende Höhle, Varroamilbe). Und gerade an diesem Wochenende ist so viel los (z.B. Organisation des Theatertages), dass ich keine Zeit hätte, mich um einen Schwarm zu kümmern.
Hier die Frage, wie weit sich die Tiere meinem  gerade turbulenten Alltag unterordnen müssen?
Bei eigentlich zu kühlem Wetter habe ich gestern ganz fix (deshalb gibt´s auch keine Fotos) Rähmchen gezogen und auf Weiselzellen kontrolliert - keine da.
Aber: In der Trogbeute keine verdeckelte Brut oder Maden und Stifte habe ich auch nicht gesehen. Das liegt vielleicht auch an der neuen Brille, an die ich mich noch nicht gewöhnt habe. Vor zwei Wochen hatte ich eine Weiselzelle entfernt - es war keine Nachschaffungszelle, denn sie hing unten.
Sicherheitshalber habe ich aus einem Nachbarvolk ein Rähmchen mit frischer Brut hineingehängt. Da können sie sich eine neue Weisel ziehen oder nicht. Dazu noch in jede Beute ein Futterrähmchen, damit das Futter nicht knapp wird und ich besser schlafen kann....

Ach, was kann es unter Imkerinnen doch nett sein! Meine Imkerpatin Mechthild lud zum gemeinsamen Frühstück ein - natürlich mit Honig, aber auch Leckereien wie Ziegenkäse und Erdbeermarmelade. Während wir schmausten, schmolz ein erster Wachsklumpen im Wasserbad. Und dann ging es los, das Mittelwandpressen:

Geschmolzenes Wachs wird mit einer zügigen Bewegung auf die Mittelwand-Form gegossen.
Nach etwa 20 Sekunden die Form vorsichtig öffnen und die Mittelwand herausnehmen.
Ein Holzbrett dient als "Schnittmuster" für die Mittelwand. Diese ist für den Honigraum der Bienenkiste meiner Freundin gedacht.

Lässt man Bienen ohne Vorgabe einer Mittelwand bauen, können sie die Größe der Zellen selbst bestimmten und varriieren. Die Stabilisierungsdrähte des Rähmchens scheinen die Bienen kaum zu stören, sie werden einfach umbaut.
Barbara Leineweber von "De Immen" hielt einen interessanten Vortrag über Naturwabenbau.

Für mich ist es immer noch ein Wunder: Bienen schwitzen Wachs aus und formen sich daraus ihr Zuhause. Einzigartig ist dies im Tierreich - kein anderes Tier produziert sein Baumaterial selbst. Darauf wies Barbara Leineweber hin, die beim letzten Treffen unseres Imkervereins Sickingmühle-Marl über die Vorteile des Naturwabenbaus sprach. Wir laden regelmäßig Referenten ein, um uns fortzubilden und neue Anregungen zu bekommen. Barbara Leineweber ist Vorsitzende des Vereins "De Immen" in Gladbeck, die das Wesensgemäße Imkern fördern wollen.
Angesichts des Skandals um gepanschtes Wachs und die Bienengesundheit, war dies ein wichtiges Thema. Leider fehlt mir gerade die Zeit, um ausführlich zu berichten. Aber ich habe noch ein paar Zahlen zum Staunen: Ein Volk benötigt 100000 Zellen, wofür die Bienen 1,5 Mio. Wachsplättchen ausschwitzen (insgesamt 1,2 kg) und jedes einzelne Plättchen vier Minuten lang mit ihren Mandibeln weich kauen und dann verbauen. Wahnsinn!

Ein Blick in die Bienenkiste. Wachsanfangsstreichen geben die Richtung vor - alles weitere bauen die Bienen individuell.

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Diese Biene nahm auf der Beute ein kurzes Sonnenbad.

Den ersten Hinweis, dass sich in diesen Tagen etwas bei den Bienen tut, fand ich heute früh, als ich die Zeitung reinholte. Vor der Haustür lag bei etwa - 4 °C eine tote Biene. Mal kurz erinnert, wie der gestrige Tag war: kalt und sonnig.

Sonne lockt Bienen
Heute Nachmittag, bei etwa +4 °C ein kurzer Spaziergang an den Beuten vor bei, und tatsächlich: reger Bienenflug bei beiden Völkern auf der Wiese. Die Beuten wurden von der Sonne beschienen. Anders die Trogbeute im Schatten unseres Hauses - dort tut sich nichts. Es ist einfach zu kalt.

Darm entleeren und aufräumen
Die emsigen Bienen hatten schon fleißig den Darm entleert und den Totenfall durch das Mäusegitter nach draußen befördert, was eine anstrengende Arbeit ist. Wenn tote Bienen aus der Wintertraube auf den Gitterboden fallen, bleiben sie dort tage- oder auch wochenlang liegen, bis es endlich warm - oder wie heute sonnig - genug ist, dass sich die Bienen zum Aufräumen hinaustrauen.

Kälte lässt Bienen erstarren
Hoffe, dass Ihnen der kurze Ausflug gut bekommen ist, und sich alle wohlbehalten zurück in die Wintertraube kuscheln können. Denn eigentlich fliegen Bienen bei derart kühlen Temperaturen nicht. Die Kälte lässt die Flugmuskulatur erstarren, die Bienen stürzen ab und erfrieren. In dem Fall ist der Versuch eines kurzen Toilettengangs teuer bezahlt....

In der Natur tut sich auch schon was:

Die Zaubernuss (Hamamelis) blüht bereits, bietet aber keinen Pollen oder Nektar für Bienen. Eine Liste von "Nichtbienenpflanzen" gibt es von Gärtnermeister und Imker Bernhard Jaesch.

Während sich dieser Bodendecker noch mit Eiskristallen ziert:

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Wachsauflagen können helfen, Erkältungen zu lindern.
Was aussieht, wie geschichtete Teigblätter, sind Wachswickel aus Seide und Bienenwachs.
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Seide aus dem Stoffgeschäft in ca. 20 x 25 cm große Rechtecke schneiden.

Letztens hatte ich einen fürchterlichen Husten, der mich vor allem nachts mit heftigem Hustenreiz quälte. So habe ich mehrere Nächte hintereinander einige Stunden im Sessel sitzend verbracht, weil ich im Liegen keine Ruhe fand.
Und woran habe ich nicht gedacht? An die Wachswickel, die ich im vergangenen Jahr aus dem eigenen Bienenwachs hergestellt und auch schon ausprobiert habe.

Wachswickel wärmen

Helle Waben im Wasserbad schmelzen
Helle Waben im Wasserbad schmelzen.

Dabei hat es mir damals gut gefallen, mit dem Wachswickel auf der Brust auf dem Sofa zu liegen. Wachswickel sollen helfen, Erkältungen zu lindern. Heilsversprechungen darf ich hier ja nicht geben. Aber die Wärme des Getreidekissens, das auf dem Wickel liegt, zusammen mit dem heimeligen Wachsduft tat schon gut und war sehr entspannend. Ganz sicher regt die Wärme auch die Durchblutung an. Und ohne Wachswickel hätte ich mir die zehn Minuten Ruhe wohl nicht gegönnt - allein deshalb lohnt sich der Einsatz für mich...

Seide und Bienenwachs = Wachswickel

Das Seidentuch mit Wäscheklammern fassen und ins heiße Wachs tauchen.
Das Seidentuch mit Wäscheklammern fassen und ins heiße Wachs tauchen.

Schon die Herstellung hat viel Spaß gemacht und ging ganz leicht. Helle Waben, am besten keine Brutwaben, im Wasserbad schmelzen. (Also Topf mit Wasser auf den Herd stellen und eine Schüssel, deren Rand über den Topfrand hinausreicht, hineinsetzen. Darin das Wachs schmelzen).
Den Arbeitsplatz drumherum mit Zeitungspapier und Pergamentpapier auslegen. Die dünne Seide in Rechtecke schneiden. Ein Seitentuch mit Wäscheklammern fassen und in das Wachs tauchen. Schnell herausnehmen und möglichst glatt hinlegen. Dabei ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Tuch klappt gerne mal um und klebt dann doppellagig zusammen. Das war es schon.

Wärme durch Getreidekissen

Das Wachs erkaltet schnell, die Wachswickel lassen sich stapeln.
Das Wachs erkaltet schnell, die Wachswickel lassen sich stapeln.

Zur Anwendung das Wachstuch auf die nackte Haut legen, mit Pergamentpapier abdecken und ein warmes Getreidekissen darauf legen und genießen.
Die Wachswickel können - einer Person zugeordnet - mehrmals wiederverwendet werden. Ich bewahre sie in einer rechteckigen Plätzchendose im Keller auf - und hoffe, dass ich bei der nächsten Erkältung daran denke.
Jetzt habe ich durchs Schreiben richtig Lust darauf bekommen. Wie wäre es denn, wenn ich direkt in den Keller ginge....?

Insgesamt drei tote Wespen lagen auf der Holzpalette vor dem Flugloch.
Insgesamt drei tote Wespen lagen auf der Holzpalette vor dem Flugloch.

Sorry, dieser Post sollte schon vergangene Woche erscheinen - ist er aber nicht. Also gibt es ihn mit etwas Verzögerung und ich kann mich noch einmal zurücklehnen und habe nicht so einen Druck, den nächsten Post schreiben zu müssen....
Zurück aus dem Urlaub auf Kreta führte der erste Weg zu den Bienen - einmal anklopfen. Bei allen drei Völkern ein kurzes Aufbrausen, dann kehrte wieder Ruhe ein. Soweit ist also alles in Ordnung.
Etwas erstaunt war ich nur von den drei toten Bienen, die bei Marlene vor dem Flugloch lagen. Auf dem Gitterboden waren auch einige tote Bienen zu erkennen, die noch nicht nach draußen geräumt wurden.

Mit letzter Kraft: Abhängen am Briefkasten.
Mit letzter Kraft: Abhängen am Briefkasten.

Großes Glück hatte ich dann heute Nachmittag, als ich in unseren Briefkasten schauen wollte. Am Deckel hing eine Wespe, die hätte mich garantiert gestochen, wenn ich sie gegriffen hätte.

Das ist hoffentlich der natürliche Totenfall, der von den Arbeiterinnen aus dem Stock geschafft wurde.
Das ist hoffentlich der natürliche Totenfall, der von den Arbeiterinnen aus dem Stock geschafft wurde.

Vermutlich handelt es sich bei den toten Wespen um die letzten Arbeiterinnen und Drohnen des Jahres, die nun natürlicherweise sterben. Hungrig suchten sie bei den Bienen nach süßer Nahrung. Und vielleicht hat eine als letzte Mahlzeit noch die andere Hälfte der Biene auf dem Foto rechts oben vertilgt, bevor sie eingegangen oder von den Bienen gestochen wurde. So ist das Wespenleben - nur die Königinnen suchen sich einen Unterschlupf und überleben kalte Temperaturen. Im Frühjahr gründen sie dann neue Völker.
Fast wünsche ich, es wäre schon so weit. Der Temperaturunterschied zu Kreta beträgt locker 10 bis 12 °C....

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Arbeiterin mit Pollenhöschen auf Rainfarn - Danke für die Blumenwiesenfotos an meine Nachbarin Tanja Wolf.
Arbeiterin mit Pollenhöschen auf Rainfarn - Danke für die Blumenwiesenfotos an meine Nachbarin Tanja Wolf.

Na, das ist doch mal ein netter Gruß! Eine junge Nachbarin genießt mit ihrem kleinen Sohn den Blick auf die Blumenwiese und meine Beuten. Sie hat mir mal erzählt, dass der Zweijährige jeden Morgen die Bienen begrüßt: "Guten Morgen, ihr Bienen" und abends verabschiedet: "Gute Nacht, ihr Bienen!"
Mit ihrer Handykamera hat sie diese schönen Bilder gemacht - ich bin neidisch! Makroaufnahmen gehen mit meinem Handy gar nicht...

Zwei Streifenwanzen vergnügen sich auf dem Fruchtstand der Wilden Möhre.
Zwei Streifenwanzen vergnügen sich auf dem Fruchtstand der Wilden Möhre.

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Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.
Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.

Ach ja, mein Rätselvolk in der Trogbeute hat nun sein Geheimnis gelüftet. Schon früh hatte ich den Verdacht, dass es drohnenbrütig ist, doch es tarnte dies gut, z.B. mit "ordentlich" gelegten Stiften, Drohnenmütterchen. Einer in jeder Zelle und am Zellenboden angeheftet. Das konnte vielleicht nur gelingen, weil ich sie in der Trogbeute wild, sprich ohne Mittelwände, bauen lasse. Da sind manche Zellen eben nicht so tief, wie normalerweise. Dann erreicht auch ein Drohnenmütterchen mit kurzem Hinterleib den Zellenboden.

Drohnen überall

In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.
In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.

Letztendlich haben sie sich durch die Drohnenflöte verraten und ich habe einige der Brutzellen geöffnet: lauter Drohnen. Da steht schon mal fürs lange Wochenende mit endlich schönem Wetter ein Programmpunkt: einen Kunstschwarm bilden - Bericht folgt!

Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.
Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.

adf
Eine Nachschaffungszellein der Wabenmitte. Ich meine, im Gelée Royale einen Stift zu erkennen. Die Waben schauen so "interessant" aus, weil die Bienen in der Trogbeute in Rähmchen ohne Mittelwände bauen. Die wunderbaren Bilder in diesem Post hat übrigens Joachim Eberhardt fotografiert.

Nachdem am Montag in der Trogbeute alles nach Drohnenbrütigkeit aussah, hat sich das Blatt nun gewendet. Wer hätte das gedacht?
Wegen der ungünstigen Wettervorhersage habe ich gar nicht gerechnet, in dieser Woche ans Volk zu können, um es abzufegen. Doch am Donnerstagmorgen schien die Sonne, mit etwas Glück wäre es um die Mittagszeit mindestens 14 °C warm und noch trocken. Deshalb rief ich Joachim Eberhardt an - den "Macher" der E-Learningplattform "Die Honigmacher", der gerne mal ein Drohnenmütterchen fotografieren wollte. Gegen 14 Uhr schauten wir gemeinsam das Volk mit der Gewissheit durch, dass Drohnenmütterchen schwer zu identifizieren sind. Sie sollen einen etwas dickeren Hinterleib haben als normale Arbeiterinnen. Wir hofften, dass sie sich durch das Verhalten ihrer Ammen verraten würde. Denn auch ein Drohnenmütterchen hält sich einen kleinen Hofstaat.

Bienen "antworten" auf Klopfprobe
Zuvor hatte ich die Klopfprobe gemacht: Einmal an die Beute klopfen und hören, wie das Volk reagiert. Summt es kurz auf und beruhigt sich dann, ist alles in Ordnung. Hält das Summen länger an, stimmt etwas nicht. Unerwarteterweise summte das Volk nur kurz auf. Ist also alles gut?

Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.
Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.

Stifterin gesucht
Sorgfältig betrachteten wir Wabe für Wabe, schauten auch nach jungen Königinnen und ob die alte, gezeichnete vielleicht doch noch da sei. Die durchgesehenen Waben setzte ich gleich in eine neue Zarge, die ich auf einen Deckel gesetzt hatte. So konnte sich keines der "steckbrieflich gesuchten Bienenwesen" auf bereits kontrollierten Waben verstecken. Außerdem wollte ich sie darin ans Ende der Wiese nehmen und abfegen - die Trogbeute zu bewegen, wäre zu schwer und umständlich gewesen.
Aber so weit kam es gar nicht: Auf der vierten Wabe saß eine Nachschaffungszelle in der Wabenmitte! Hurra! Sie ziehen sich eine Königin. Wir entdeckten noch weitere Zellen, und ich war sehr zufrieden! Joachim hätte lieber ein Drohnenmütterchen gefunden....
Ich suchte noch nach den doppelt bestifteten Zellen, doch die waren nicht mehr zu finden - ausgeräumt von den Arbeiterinnen. Stattdessen eine Überraschung auf den Bildern von Joachim:

So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelee Royale.
So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelée Royale.

Und sogar vier bis fünf Tage alte Rundmaden sind vorhanden:DFP_40858Ich halte noch einmal fest: Wir haben zu zweit weder die alte gezeichnete Königin, noch eine junge Königin gesehen und auch kein Drohnenmütterchen erkannt (das wäre ja auch Glück gewesen). Wen haben wir also übersehen? Interpretiere ich etwas falsch? Wer legt hier die Eier? Wäre eine junge Königin so früh im Jahr schon ordentlich begattet?
Und ist die Nachschaffungszelle wirklich eine? Schwarmzellen legen Bienen immer am Wabenrand an. Nun ist das Wabenwerk durch den Naturbau etwas uneinheitlich, und die Nachschaffungszelle sitzt am unteren Rand einer Wabe, die nun mal in der Rähmchenmitte endet.
Überzeugt bin ich gerade nur davon: Die Bienen wissen, was sie tun. Was das ist, werden sie mir irgendwann zeigen...