Varroamilbe

Dieses Foto habe ich für Fjonka herausgesucht, die sich nach der Gewinnung von Propolis erkundigte. DIe Bienen haben das Netz am Zargenrand mit breiten Propolis-Streifen verklebt. Wenn ich es verarbeitet habe, werde ich berichten.
Dieses Foto habe ich für Fjonka herausgesucht, die sich nach der Gewinnung von Propolis erkundigte. DIe Bienen haben das Netz am Zargenrand mit breiten Propolis-Streifen verklebt. Wenn ich es verarbeitet habe, werde ich berichten.

Endlich ist der da, der Sommer, mit Temperaturen über 30 °C - auch bei uns in Haltern am See. Das ist klasse, aber wenn man gerade Nassenheider Verdunster in die Völker gesetzt hat, muss man häufiger nachschauen und eventuell kleinere Dochte einsetzen.
In einem Volk war die Ameisensäure schon gestern - vielleicht auch vorgestern - verdunstet - nur rund sechs Tage nach Einsetzen des Verdunsters. Die Ameisensäure muss aber mindestens acht bis zehn Tage wirken. Also war die Konzentratsion der Säure eigentlich zu hoch. Am Verhalten der Bienen konnte ich aber erkennen, dass sie es augenscheinlich gut überstanden haben. Ich werde nun noch ein wenig Ameisensäure nachfüllen, damit die Verdunstungsdauer erreicht wird. Hier noch ein Link zu den Honigmachern über Anwendungsfehler bei der Behandlung mit Ameisensäure.
Es ist wirklich eine Gradwanderung und Erfahrungssache, die passenden Dochte zu wählen. Und während ich noch schreibe, trifft der Newsletter von Apis e.V. zu eben diesem Thema ein. Dieser Dienst ist wirklich emmpfehlenswert, weil er passgenaue Tipps gibt - und dazu noch kostenlos (Spenden erwünscht und dringend benötigt), der passgenaue Tipps gibt - wie man sieht!

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In Helenes Volk fallen die Milben reichlich.
In Helenes Volk fallen die Milben reichlich.
Damit die Bienen den Verdunster nicht mit Propolis verkitten, habe ich ein Propolisnetz zwischen die Zargen gelegt - kommt keine Biene an den Verdunster ran.
Damit die Bienen den Verdunster nicht mit Propolis verkitten, habe ich ein Propolisnetz zwischen die Zargen gelegt - kommt keine Biene an den Verdunster ran.

Gut zwei Tage nach dem Einsetzen der Nassenheider Verdunster habe ich gestern früh kontrolliert, ob die Verdunstungsrate stimmt. In einem einzargigen Volk sollten etwa 10 - 15 ml in einem zweizargigen 15 - 25 ml täglich verdunsten.
Bei Helene in der Trogbeute passt das richtig gut. Dort ist auch das Foto mit den Milben entstanden.
Im Wirtschaftsvolk von Marlene liegt die Verdunstungsrate über dem Soll. Da habe ich den großen Docht gegen einen mittleren ausgetauscht. Milben sind hier entweder kaum gefallen oder die Ameisen räumen auf - die gibt es dort reichlich.
Und im Aalstrich-Schwarm ist nichts verdunstet. Der Docht saß wohl nicht richtig und konnte sich deshalb nicht mit Säure vollsaugen. Werde es mir gleich noch einmal anschauen.

Tipp von Nassenheider
Im letzten Post hatte ich ja geschrieben, wie ich die Lesbarkeit der Skala an der Verdunsterflasche mit Edding verbessere. Dies habe ich per Mail auch an Nassenheider geschickt und wurde prompt zurückgerufen. Eine farbliche Markierung auf der Flasche sei nicht möglich, weil sie wegen des säurehaltigen Inhalts mit einer Fettschicht überzogen ist. Darauf hält keine Farbe.
Alternativ könne man mit einer Briefwaage nachwiegen, wie viel Flüssigkeit verdunstet ist - ein guter Tipp! Die Anzeige der Waage kann ich auch durch den Schleier gut erkennen.

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Ein bekanntes Bild: 60-%ige Ameisensäure, Nassenheider Verdunster, Schutzbrille- und Handschuhe. Los geht`s!
Ein bekanntes Bild: 60-%ige Ameisensäure, Nassenheider Verdunster, Schutzbrille- und Handschuhe. Los geht`s!
Zunächst habe ich die neuen Säureflaschen präpariert und die Einteilung mit dem Stift nachgezogen - am Bienenstand mit Schleier wäre sie nicht lesbar.
Zuerst habe ich die neuen Säureflaschen präpariert und die Einteilung mit dem Stift nachgezogen - am Bienenstand mit Schleier können nur Imker mit Adleraugen die Skala im Urzustand ablesen..

Erledigt! Habe die Nassenheider Verdunster mit der Ameisensäure in die Beuten gesetzt. Das ist jetzt ein gutes Gefühl, denn für die nächsten Tage sind endlich konstante Temperaturen angekündigt. Da wird die Säure gut verdunsten.
Habe eben im Blog geblättert und erstaunt festgestellt, dass ich über die AS-Behandlung im Jahr 2014 bereits am 2. August und 2015 aber erst am 22. September berichtet habe - eine Spanne von sechs Wochen! Und immer dieses Gebibbere ums Wetter.

Exkurs: Getreideernte
Ich fühle mich gerade den Landwirten sehr verbunden, die ja noch viel häufiger als ich auf bestimmte Wetterlagen angewiesen sind. In diesem Jahr haben Gewitter und Hagel dem Getreide schon vor Wochen zugesetzt. Und nun muss es trocken genug fürs Dreschen sein. Mein Sohn hilft gerade meinem Cousin bei der Getreideernte und dem anschließenden Stoppelumbruch. Das bedeutet: Treckerfahren! Aber jetzt schweife ich ab.

Der Verdunster bietet verschieden große Dochte, die man je nach Verdunstungsrate einsetzen kann.
Der Verdunster bietet verschieden große Dochte, die man je nach Verdunstungsrate einsetzen kann.

Angebot: Varroawetter
Hilfreich ist der Link Varroawetter vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz. Einfach die Postleitzahl eingeben, die Behandlungsmethode wählen und schauen, ob der Zeitpunkt ideal ist oder eben gar nicht geht. Natürlich muss man auch das  Mikroklima am eigenen Bienenstand beachten - stehen die Beuten schattig oder am Südhang?
Wer ganz genau wissen möchte, wie die Behandlung mit Ameisensäure abläuft, kann es nachlesen - habe sie im vergangenen Jahr ausführlich beschrieben.

Ups, ein Fehler?
Dass ich schon mit dem Auffüttern begonnen habe, war vielleicht doch nicht so geschickt. Wenn das Futter noch recht feucht in den Waben sitzt, kann die Feuchtigkeit die Verdunstung der Ameisensäure beeinträchtigen. Das habe ich natürlich erst gehört, als es schon zu spät war. Andererseits wird das Futter Ende August knapper und ein steter Nahrungsstrom verbessert die Bruttätigkeit und fördert sogar den Sammeltrieb. Heute tröpfelte Honigtau von den Linden. Da werden die Bienen fleißig sammeln und die Fütterungspause gar nicht bemerken, hoffe ich. Aber wer weiß?
Deshalb noch einmal der Hinweis: Ich bin keine Bienenpäpstin, die alles weiß. Dabei gebe ich mir große Mühe, gut zu recherchieren und für meine Bienen einen guten Weg im Dschungel der verschiedenen Betriebsweisen zu finden. Ob ich mich nun verlaufen habe?

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Im Winter haben die Varroamilben "keine große Lust", sich in den Brutzellen aufzuhalten und zu vermehren.

Die Oxalsäurebehandlung ist dann besonders erfolgreich, wenn das Bienenvolk ohne Brut ist. Ob das so war, habe ich Anfang Januar gar nicht erst herauszufinden versucht. Denn die Zeit drängte.
Nun kam im aktuellen APIS-Infobrief Bienen@Imkerei die Entwarnung. Lest selbst:
"Viele imkerliche Anfragen signalisieren jetzt eine große Unsicherheit und eine häufig gestellte Frage lautet: war die Oxalsäure- oder Milchsäurebehandlung, die im Idealfall Brutfreiheit verlangt, ausreichend oder aber stark in ihrer Effektivität geschmälert?
In eigenen früheren umfangreichen Untersuchungen zur Verteilung der Milben zwischen den erwachsenen Bienen und der Brut hat sich gezeigt, dass sich im Sommer etwa 80 bis 90 % der Milben in der Brut aufhalten, dieser Anteil aber von Monat zu Monat nachlässt und im Spätherbst deutlich niedriger einzuschätzen ist. Viele Milben haben dann „keine Lust“ in Brutzellen einzudringen, und wenn doch sich nur verhalten zu vermehren.

Milbenfall von erwachsenen Bienen
Das hat sich jetzt auch wieder in einer kleinen Beobachtung bestätigt. Einem Volk wurde kurz vor Silvester vor einer Milchsäurebehandlung die einzige Brutwabe entnommen und Zelle für Zelle geöffnet. In 400 geschlossenen Brutzellen wurden insgesamt 10 Milben gefunden, von denen vier Nachkommen hatten. Nach der Behandlung der Bienen fielen aber über 500 Milben ab. Dies ist nur eine Einzelbeobachtung, die aber mit den älteren Untersuchungen tendenziell deutlich im Einklang steht.
Dies sollte beruhigen, aber nicht entwarnen, denn jetzt überlebende Milben schädigen in der Zukunft die Völker: In der kommenden Saison sollte der Varroabefall noch intensiver verfolgt und die Varroabekämpfung im Sommer 2016 gewissenhaft und ggf. frühzeitig einsetzen."

DSC01614Na, das sieht doch gut aus! Nach drei Tagen habe ich die Varroawindel gezogen. Grob überschlagen sind etwa 400 Milben gefallen. Ich hoffe, es fallen noch viele weitere. Muss mich mal umhören, wie der Milbenfall in unserer Gegend so ist. Aber der Druck in den Völkern kann ja auch ganz unterschiedlich sein. Queen Helene habe ich gar nicht behandeln müssen, weil wochenlang keine Milbe fällt. Dort müsste ich allerdings mal nach dem Futtervorrat sehen....

Das kleine Imkerlein bin ich, unterstützt vom großen Imkergehilfen - meinem Mann.
Das kleine Imkerlein, das unter die Folie linst, bin ich, unterstützt vom großen Imkergehilfen - meinem Mann. Hinter der Kamera, unsere Tochter.

Endlich ist es kalt genug, um den Varroamilben mit Oxalsäure zu Leibe zu rücken. Vorbedingung sind Brutfreiheit und kühle Temperaturen (besser bei -5 °C als bei +5°C behandeln). Die kalten Temperaturen haben wir nun endlich, heute Bodenfrost und  4°C. Ob Queen Marlene noch stiftet, habe ich nicht überprüft. Denn jetzt gilt es, die Zeit zu nutzen. In nomaltemperierten Wintern findet die Behandlung oft um Weihnachten herum statt.

50 ml der 2,5 %igen Oxalsäurelösung werden in die Spritze gezogen.
50 ml der 2,5 %igen Oxalsäurelösung werden in die Spritze gezogen.

Oxalsäure trifft erwachsene Milben
Die Oxalsäure wirkt gegen die erwachsenen Milben, die sich außerhalb verdeckelter Brutzellen aufhalten, aber nicht in die verdeckelte Brut hinein. Vor zwei Jahren habe ich die Wirkungsweise der Oxalsäure ausführlich beschrieben. Wer mag, kann es nachlesen.
Heute früh nun die Sachen zusammengesucht: Schutzbrille und Handschuhe, sowie die 3,5 %ige Oxalsäurelösung. Die hatte mir eine Imkerin schon gebrauchsfertig angemischt. Hier ein Rezept: 200 g Zucker und 35 Oxalsäure in etwa 3/4 l Wasser lösen und auf 1 Liter auffüllen. Für ein zweizargiges Volk werden 50 ml Oxalsäurelösung empfohlen.

Mit der spitzen Tülle, lässt sich die Oxalsäure in feinem Strahl in die Wabengassen träufeln.
Mit der spitzen Tülle, lässt sich die Oxalsäure in feinem Strahl in die Wabengassen träufeln.

Wo sitzt das Volk?
Zunächst galt es, den Sitz der Wintertraube festzustellen. Also den Deckel abgenommen und von oben hereingeschaut. Die Bienen saßen in der Mitte, zwischen den Zargen. In diesem Fall nimmt man einfach die obere Zarge ab und beträufelt die Bienen in der unteren. Beim gegenseitigen Abschlecken kommen dann hoffentlich auch die Bienen aus der oberen Etage zum Zuge.

Endlich mal wieder eine heimische Biene fotografiert. (Die Bienen in Kamerun von letzter Woche zählen da nicht).
Endlich mal wieder eine heimische Biene fotografiert. (Die Bienen in Kamerun von letzter Woche zählen da nicht).

Genügend Futter bis zum Frühjahr
Doch was heißt hier, einfach die Zarge abnehmen. Wie gut, dass mein Mann dabei war. Queen Marlene legt sehr viel Wert auf eine stabile Bauweise, hat alle Ritzen mit Propolis verkittet und auch die Waben zwischen den Etagen miteinander verbunden. So war viel Kraft gefordert, um die obere Zarge anzuheben.
Bei der Gelegenheit wurde auch gleich klar, dass der Futtervorrat noch genügend schwer wiegt.
Die Bienen saßen in einer eher lockeren Traube auf sieben Wabengassen, und nur wenige flogen auf. So konnte ich die Oxalsäure ohne Schleier in die Gassen spritzen. Begeistert bin ich von der spitz zulaufenden Tülle, die ich bei Pia Aumeier erstanden habe. Mit einem superfeinen Strahl ließ sich die Säure zügig verteilen. Dann schnell die Beute geschlossen, damit das Volk nicht auskühlt.

Als letztes die Varroawindel eingeschoben, um in ein paar Tagen den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Und jetzt: Wochenende!
Als letztes die Varroawindel eingeschoben, um in ein paar Tagen den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Und jetzt: Wochenende!

So sah es vor der Behandlung mit Milchsäure aus - eine Varroamilbe lässt sich von einer Arbeiterin herumtragen.
So sah es vor der Behandlung mit Milchsäure aus - eine Varroamilbe lässt sich von einer Arbeiterin herumtragen.
Sie krabbeln nicht, und sind trotzdem schwer zu fotografieren: Varroamilben.
Sie krabbeln nicht, und sind trotzdem schwer zu fotografieren: Varroamilben.

Drei Tage nach dem Aufsprühen der Milchsäure habe ich nochmals die Varroa-Windel gezogen und gezählt. Zur Erinnerung, nach einem Tag lagen schon 96 Milben auf dem Papier, das aber zu einem Drittel aus der Beute heraus hing. Ich kann also davon ausgehen, dass nochmals etwa 30 Milben abgestürzt sind. Plus 30 weitere Milben, die ich am dritten Tag gezählt habe, sind also ca. 160 Milben gefallen.
Mein Eindruck ist, die meisten Milben sterben innerhalb des ersten Tages nach der Behandlung. Ich bin nun jedenfalls viel ruhiger. Eigentlich soll man nach einigen Tagen die Behandlung wiederholen. Wenn es aber so kalt ist, wie heute, ist es für die Bienen sehr unangenehm. Da brauchen sie lange, bis sie sich wieder auf die richtige Temperature gebracht haben.
Werde den Milbenbefall weiter beobachten und dann entscheiden, ob die Winterbehandlung mit Oxalsäure noch nötig ist.

Igitt! Von dieser Behandlung gegen die nervigen Milben waren die Bienen gar nicht begeistert. Fast regungslos versuchen sie zu verstehen, was ihnen passiert ist....
Igitt! Von der Milchsäure-Behandlung gegen die nervigen Milben waren die Bienen gar nicht begeistert. Fast regungslos versuchen sie zu verstehen, was ihnen passiert ist....

Es hat sich wieder einmal bestätigt: Befrage drei Imker zu einem Problem und Du erhältst (mindestens) vier Lösungen. Was also tun mit dem von Milben "gerittenen" Volk? Der Milbenbefall bei Marlene nach zwei Tagen: 7 Stück (also 3,5/Tag). Das kommt mir angesichts der Menge an Milben auf den Bienen - siehe Video im letzten Post - sehr wenig vor. Die kritische Grenze bei einem zweizargigen Volk liegt bei 5/Tag (Einzarger 1/Tag). Vielleicht haben aber auch einige Ameisen, die auf der Windel krabbelten, Milben weggeschleppt. Mir ist das Ganze nicht geheuer und so habe ich mich bei Fachleuten und erfahrenen Imkern umgehört. Danke an alle!
Die Auswahl der vorgeschlagenen Methoden:

MAQS
- Optimal wäre MAQS. Die mit Ameisensäure präparierten Streifen funktionieren auch bei kühlem Wetter und "schlachten" nur selten die Königin. (Sind schwer zu bekommen - mein Imkerfachhandel hat sie nicht vorrätig - und recht teuer.)

Ameisensäure im Dispenser
- Zwei Liebig-Dispenser mit 85%iger Ameisensäure aufstellen. (Hierzulande ist nur 65%ige Ameisensäure zugelassen, in Österreich z.B. die 85%ige. Pia Aumeier ist beispielsweise von dieser Konzentration überzeugt und erzielt zuverlässt gute Ergebnisse; 65%ige Ameisensäure verdunstet bei diesen Temperaturen nicht mehr ausreichend).

Ameisensäure per Schwammtuch
- Mindestens zwei Stoßbehandlungen mit der Schwammtuchmethode mit 65 %iger Ameisensäure (verdunstet bei Temperaturen über 15 °C, die zwar für die nächsten paar Tage angekündigt sind, aber wahrscheinlich nicht mehr herrschen, wenn ich Teil II der Behandlung durchführen möchte).

Milchsäurebehandlung
- Die Bienen mit 15 %iger Milchsäure besprühen, und zwar je nach Bienenbesatz mit 5 bis 8 ml pro Wabe. Bei starkem Befall muss die Behandlung nach vier Tagen wiederholt werden. Kann bei Tagestemperaturen zwischen 12 und 5 °C eingesetzt werden.  (Das ist die Behandlung meiner Wahl.)

Mit einem feinen Sprühstrahl wird die Ameisensäure auf die Bienen gestäubt. Sieht auf dem Bild heftiger aus, als es war.
Mit einem feinen Sprühstrahl wird die Milchsäure auf die Bienen gestäubt. Sieht auf dem Bild heftiger aus, als es war.

Ganz ehrlich, die Hiobsbotschaft vom Montag hat mich schon sehr genervt - und bis ich endlich die Infos beisammenhatte, um mich entscheiden zu können. Und nochmals die Klamotten für die Behandlung rausholen (Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Gummistiefel).... Wie schön wäre es ohne Varroamilben! Immerhin habe ich so wieder einiges recherchiert und gelernt.
Im Detail: Die Milchsäure wirkt nur auf die Milben, die auf den Bienen sitzen. Die Brut bekommt davon nichts mit - deshalb sollte das Volk möglichst brutfrei sein. Erstaunlicherweise ist meines fast so weit, obwohl vor einigen Tagen noch ein größeres Brutnest vorhanden war.
Die Milchsäure verätzt die Mundwerkzeuge der Milben, sodass sie sie verhungern. Durch einmalige Behandlung sollen etwa 80 % sterben, durch eine zweite etwa 90 %.

Keine Drohnen im Winter? Nicht mit Marlene. Konzentriert auf eine Wabe saßen allein vier Herren.
Keine Drohnen im Winter? Nicht mit Marlene! Konzentriert auf eine Wabe saßen allein vier Herren.

So wird´s gemacht
Milchsäure in einen Handsprüher einfüllen (etwa 100 bis 150 ml/Zarge würde ich benötigen, eingefüllt habe ich wegen des besseren Handlings 350 ml). Den Handsprüher in ein heißes Wasserbad legen und die Milchsäure auf diese Weise auf handwarme Temperatur erwärmen. In ein Tuch einschlagen und ab zum Bienenstand.
Dort zunächst eine Wabe entnommen und die anderen gelockert (die Bienen hatten die Waben zwischen den Zargen so fest miteinander verbaut, dass sich die Zarge nicht abnehmen ließ). Die Behandlung muss möglichst schnell ablaufen, damit das Volk nicht auskühlt. Zum Glück herrschten Temperaturen um 15 °C. Und dann los: Rähmchen entnommen, mit einer Hand gehalten und auf dem Deckel abgestützt und mit der anderen besprüht - nach Gefühl, sodass die Bienen benetzt, aber nicht klatschnass waren. "Geübt" habe ich dies ja schon im Sommer, um den Schwarm zu behandeln. Wer weiter lesen möchte, schaue beim Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau.
Verbraucht habe ich letztlich nur 170 ml, aber ich denke, das ist in Ordnung, denn es waren natürlich nicht alle Waben voll besetzt.

asdf
Zum Schluss noch ein Schnappschuss vom Bienenbesuch auf den Herbstastern in der Mittagssonne.


Jetzt bin ich aber doch erschrocken. Gestern habe ich noch einmal nach den Völkern geschaut und bei Queen Marlene auch ein, zwei Waben gezogen, da ich für einen Bienenvortrag gerne noch ein Video drehen wollte. Und was sehe ich beim Anschauen am PC? Mindestens fünf Bienen schleppen je eine Varroamilbe mit sich herum! Oh je! Obwohl ich mir meine Bienen ja genau anschaue, habe ich so etwas noch nicht gesehen.

Varroamilben vermehren sich rasant
Vor genau drei Wochen habe ich die Königin mit Hofstaat ebenfalls gefilmt - und es ist keine Milbe zu sehen.
Nun hat Marlene noch immer ein großes Brutnest. Wenn dort die Milben ganze Arbeit geleistet und ihre Eier gelegt haben - gute Nacht! Augenscheinlich hat die Ameisensäurebehandlung nicht angeschlagen. Um das zu überprüfen habe ich direkt die Vaorrawindel eingeschoben. Drei Wochen nach Abschluss der Behandlung ist wieder mit natürlichem Totenfall der Milben zu rechnen, der nicht mehr von der Ameisensäure beeinflusst ist. Ich glaube, ich kontaktiere einmal unsere Bienensachverständige oder habt Ihr eine Idee, ob und was zu tun ist?

Wer würde da nicht erschrecken? Die Ameisensäure löste die gefärbte Plastiktüte an, die ich zur Raumverkleinerung aufgelegt hatte.
Wer würde da nicht erschrecken? Die Ameisensäure löste die gefärbte Plastiktüte an, die ich zur Raumverkleinerung aufgelegt hatte.

Nachdem ich vor drei Tagen mit der Ameisensäure-Behandlung begonnen hatte, wollte ich gestern mal nach dem Stand der Dinge sehen. Aber es war zu stürmisch. Kaum hatte ich an Helenes Trogbeute das Fenster zur Varroa-Windel geöffnet, flatterte auch schon das Blatt Papier darin und der Wind pustete die Milben in die Beute. Wurde also nichts mit Zählen.

Eine Milbe von vielen....
Eine Milbe von vielen....

Ameisensäure verdunstet gut
Also öffnete ich die Beute, um am Säure-Fläschchen abzulesen, wieviel schon verdunstet ist - und erschrak sehr! Die lilafarbene Plastiktüte, die ich zur Raumverkleinerung aufgelegt habe, verliert durch die Säure an Farbe und tropft pinkfarbene Flecken auf die Rähmchen. Das geht ja gar nicht! So gut es ging, habe ich die Flecken abgetupft. Scheinbar ist nicht viel in die Wabengassen gelaufen.
Beim Abendessen musste ich mir dann von meinem Mann (Chemiker!) anhören, dass damit ja wohl zu rechnen war....
Jedenfalls entsprach die Verdunstungsrate den Erwartungen, siehe Ameisensäure-Behandlung? Höchste Zeit!

Ansehnlicher Milbenfall
Heute habe ich dann mal gezählt: Der Schwarm Helene in der Trogbeute ist am vierten Tag mit 112 Milben dabei und Marlene in der DN-Beute mit 130 Stück. Kommentieren kann ich das jetzt nicht, da hier schon wieder jemand drängelt und an den PC möchte. Aber ich denke, die Milben fallen, also schlägt die Behandlung an.

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Ganz genau hingeschaut, ist zu erkennen, dass die Bienen vom Sprühnebel der Milchsäure benetzt sind. Rähmchen für Rähmchen habe ich mit so behandelt.
Ganz genau hingeschaut, ist zu erkennen, dass die Bienen vom Sprühnebel der Milchsäure benetzt sind. Rähmchen für Rähmchen habe ich behandelt. Übrigens, das nenne ich echten Wildbau - die Bienen haben zwei Waben an eine Trägerleiste gesetzt. Wie das wohl weiter geht?
Milchsäure, Zerstäuberaufsatz und wichtig: Schutzhandschuhe und -brille.
Milchsäure, Zerstäuberaufsatz und wichtig: Schutzhandschuhe und -brille.

Reiche mal eben den Bericht über die Milchsäurebehandlung meines Schwarmes nach, die ich eine Woche nach dem Fang durchgeführt habe. Warum erst nach einer Woche? Weil ich die Milchsäure (15%ige ad. us. vet.) noch nicht besorgt hatte... Ansonsten wäre eine Behandlung auch direkt in der Schwarmfangkiste möglich gewesen.

Milchsäure tötet Varroamilben
Wichtig ist, die Behandlung durchzuführen, bevor die Arbeiterinnen die erste Brut verdeckeln, denn nur dann kann sie die Varroamilben erreichen und abtöten. Eine bis zwei Milchsäurebehandlungen im Abstand von zwei bis drei Tagen sind zur Behandlung eines Schwarms möglich. Ist die Milchsäurebehandlung erfolgreich, lässt sich damit eventuell eine Ameisensäurebehandlung nach der Honigernte einsparen. (Im vergangenen Jahr gestaltete sie sich schwierig, da es fast unmöglich war, eine beständig trockene und warme Wetterperiode zu erwischen.)
Etwa 80 bis 100 ml Milchsäure für einen 2 kg schweren Schwarm sind nötig, habe ich in der Literatur gefunden. Weitere Hinweise zur Schwarmbehandlung gibt das Merkblatt der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.
Übrigens darf ich in diesem Sommer keinen Honig vom Schwarm zum Verzehr anbieten, aber das habe ich sowieso nicht vor.

Milchsäure igitt! Die Bienen flüchten in Scharen.
Milchsäure igitt! Die Bienen flüchten in Scharen. Ich glaube, sie wären auch bei schlechtem Flugwetter geflohen, oder?

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Da rührt sich nichts mehr. Auf dem Foto kann man es leider nicht sehen, aber die Bienen sind alle tot. Viele stecken tief in den Zellen, um das letzte Futter herauszuholen.
Da rührt sich nichts mehr. Auf dem Foto kann man es leider nicht sehen, aber die Bienen sind alle tot. Viele stecken tief in den Zellen, um das letzte Futter herauszuholen.

Termin am Lehrbienenstand in Recklinghausen: Imkern mit Pia Aumeier. Sie ist Biologin und forscht an der Uni Bochum, wo sie rund 500 Bienenvölker hält. "Sind Deine Völker durch den Winter gekommen?", ist die Frage, die sich Imker untereinander in diesem Frühjahr direkt zur Begrüßung stellen. Denn die Völkerverluste werden in diesem Winter hohe 30 Prozent betragen. Pia Aumeier verlor von 495 eingewinterten Völkern 28, so viele wie nie.

Tod durch Futtermangel
Die Ursache für das Völkersterben ist eine Mischung aus schwieriger Wetterlage in 2014, daraus resultierender "Varroaexplosion" und heiklen Behandlungsbedingungen im Spätsommer sowie Fehlern des Imkers.
Die Bienenwissenschaftlerin hatte einige Völker dabei und beschrieb in ihrer gewohnt frischen Art, was zu sehen ist. Zum Beispiel: "Du Dödel hast Dein Volk verhungern lassen!" Das Foto oben zeigt eine Wabe mit vielen toten Bienen, die sämtliches Futter gefressen haben und nun verhungert, zum Teil noch in den Zellen stecken.
Da das Futterangebot erst zur Zeit der Kirschblüte  um den 20. April herum richtig gut ist, können starke Völker mit geringem Futtervorrat in diesen Wochen in Not geraten. Auf den ersten Blick war in meinem Völkchen genügend Futter da. Der Richtwert für ein starkes Volk liegt bei 1 Kilogramm pro Woche - macht bis zur Kirschblüte noch 5 kg Futter. Da sollte ich noch einmal genauer schauen. Außerdem ist in den nächsten Tagen der zweite Brutraum aufzusetzen. Die Königin legt derzeit täglich bis zu 2000 Eier (!). Da braucht sie viele Brutzellen und Platz für den geschlüpften Nachwuchs.

Tod durch Varroa

Auch hier kein Leben mehr: Dieses Volk ist unter dem Varroadruck zusammengebrochen. Typisch sind die Kotflecken am Rähmchen, wenige Bienen und genügend Futter.
Auch hier kein Leben mehr: Dieses Volk ist unter dem Varroadruck zusammengebrochen. Typisch sind die Kotflecken am Rähmchen, wenige Bienen und genügend Futter.

Den Varroa-Tod sterben vor allem kleine Völker, denen die Milbe mit ihren begleitenden Krankheiten bereits zu schaffen gemacht hat. Den wenigen übrig gebliebenen Bienen gelingt es nicht, sich im Winter ausreichend zu wärmen. Sie frieren, erkälten sich, hinterlassen einen letzten Schiss auf den Waben, bis sie schließlich sterben.

Pia Aumeier führte noch einmal vor, wie sich mittels Schätzrahmen der Futtervorrat bestimmen lässt.
Pia Aumeier führte noch einmal vor, wie sich der Futtervorrat mittels eines Schätzrahmens recht genau bestimmen lässt.

Pia die Bienenflüsterin
Übrigens sind die Bienen von Pia Aumeier super zahm - hat einfach sanftmütige Königinnen. Man stelle sich vor, sie transportiert Völker von ihrem Standort in Bochum zu den Lehrbienenständen in der Region. Wenn die Völker eine zeitlang gestanden und sich beruhigt haben, kann sie quasi "alles" mit ihnen machen - ohne Schleier, ohne Handschuhe!
Das geht bei meinen Bienen auch. Dachte ich! Gestern wollte ich den Geburtstagsgästen meiner Tochter die Bienen nahebringen, auch mal ohne Schleier. Kaum hatte ich die Abdeckfolie gelüftet, sah ich die Wächterin kommen und spürte schon ihren Stich in die Oberlippe. Gedanklich überschlug ich, welche Termine am Wochenende noch anstehen und mit "dicker Lippe" zu absolvieren sein würden.... Aber es sah nicht schlimmer aus, als manche mit Botox behandelte Mundpartie, und nach drei Stunden (kühlen, Apis mellifera-Globuli und Soventol-Salbe), war keine Schwellung mehr da. Immerhin!

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Oxalsäure vertreibt die Varroamilbe. Die Behandlung darf nur erfolgen, wenn die Bienen brutfrei sind.
Oxalsäure vertreibt die Varroamilbe. Die Behandlung darf nur erfolgen, wenn die Bienen brutfrei sind.

Bin ich froh, dass meine Bienen die Oxalsäurebehandlung gegen die Varroamilben vorerst überlebt haben. Dabei war nicht die Säure das Problem, sondern festzustellen, ob das Volk brutfrei ist, denn in verdeckelter Brut wirkt die Säure nicht. Aber von Anfang an. Am Freitag kam der empfehlenswerte Infobrief von Apis e.V. und erinnerte an die Oxalsäurebehandlung. Im vergangenen milden Winter habe ich sie erst an Silvester durchgeführt, und hatte sie deshalb noch gar nicht auf dem Plan. Weshalb diese Behandlung notwendig ist, habe ich hier bereits im vergangenen Jahr beschrieben, weitere Infos gibt es auf der Seite der Honigmacher.

Wärme zieht Bienen an. Eine hat sich auf dem Imkerhut niedergelassen.
Wärme zieht Bienen an. Eine hat sich auf dem Imkerhut niedergelassen.

Rähmchen miteinander verkittet
Am Samstag haben meine Tochter und ich uns bei Temperaturen um 3 °C dick eingemummelt und in die Imkerjacke gezwängt. Die Bienen saßen in ihrer Wintertraube, verteilt auf fünf Wabengassen. Was ich vorher schon geahnt hatte, bewahrheitete sich nun: Die Rähmchen saßen ziemlich spack, also eng, in der Beute, von den Bienen aneinander geklebt.
Unmöglich, eines in der Mitte herauszuziehen. Beim Versuch ist an einem Rähmchen der Oberträger abgerissen. Erfahrungsgemäß komme ich dann leichter ans Ziel, wenn ich vom Rand her das erste Rähmchen ziehe und mich dann zur Mitte vorarbeite. Leider mit der Folge, dass die Bienen sehr gestört wurden. Es sind einige aufgeflogen, die sich dann auf meiner Kleidung niederließen - die war schließlich wärmer als die Umgebung. Denn Bienen können Temperaturen um 3° C nicht lange aushalten, erstarren und sterben.

Endlich gelingt es, ein Rähmchen zu lösen. Die Bienen hängen sich in Ketten aneinander.
Endlich gelingt es, ein Rähmchen zu lösen. Die Bienen hängen sich in Ketten aneinander.

Oxalsäure in die Wabengassen träufeln
Wir haben uns sehr beeilt und stellten fest, das Volk ist brutfrei. Also wieder ins Haus, Schutzbrille und Handschuhe angezogen, die Oxalsäure mit Saccharose angesetzt, angewärmt, in die Spritze gezogen und raus.
Als ich nun die Beute öffnete, war klar: Das wird heute nichts! Die Bienen saßen in der ganzen Beute verteilt - von wegen Wintertraube. Auch am Sonntag änderte sich daran nichts, und ich sorgte mich - wieder einmal. Die Temperatur fiel nachts unter den Gefrierpunkt. Wenn das Volk nicht bald zur wärmenden Wintertraube zurückfinden würde, wäre es das Ende. Am Dienstag traute ich mich, wieder in die Beute zu schauen. Und siehe da, jetzt saßen die Bienen auf sechs Wabengassen, und wir konnten die Behandlung problemlos durchführen. Nur zwei Wächterinnen flogen auf und nach der Behandlung war für kurze Zeit ein lautes Summen aus der Beute zu vernehmen. Aber jetzt ist erst einmal Winterruhe.