Exkursionen & Lehrgänge

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Sie regen Bienen zur Produktion von "Zellengold" an: Rolf Krebber vom Verein Imme Bourtanger Moor, Jens Laurenz und Patricia Goldschmidt von der Justizvollzugsanstalt Lingen sowie einer der Neuimker (von links).

Während des Apisticustags in Münster (der war schon im Februar) lief ich auf einen Stand zu und stutze. "JVA Lingen" stand darüber auf einem Banner zu lesen. "Ist ja ein ungünstiger Name, klingt wie Justizvollzugsanstalt", dachte ich, " JVA, JVA ... , wie kriegt man das denn mit Bienen zusammen?" Geht gar nicht, oder?

"Zellengold" aus dem Knast
Aber, tatsächlich! An dem Stand päsentierte sich die Justizvollzugsanstalt Lingen. Imker Rolf Krebber von Imme Bourtanger Moor und Patricia Goldschmitt von der Zustizvollzugsanstalt klärten mich auf, wie es zur Bienenhaltung im Gefängnis kam. Jens Laurenz, Sportbetreuer in der JVA und Hobbyimker habe von Kollegen von einer Imkerei in einem anderen Gefängnis gehört. Er begeisterte sich für die Idee, eine eigene Gefängnisimkerei in Lingen aufzubauen. Dazu holte er engagierte Mitglieder von Imme Bourtanger Moor ins Boot und so startete im vergangenen Jahr in den Gefängnismauern ein Imkerkurs mit 15 Gefangenen und 4 Mitarbeitern.
Den ersten Honig unter dem beziehungsreichen Namen "Zellengold" verschenkten sie an die Teilnehmer und einige Förderer. Im Februar diesen Jahres standen fünf Völker in der Anstalt. Aber die Imkerei befindet sich auf Expansionskurs und man denkt über eine  Vermarktung nach. Im März ist der neue Kurs gestartet.

Bienen bereichern Anstaltsleben
Rolf Krebber schrieb mir später auf Nachfrage: "Das große regelmäßige Interesse an den Bienen und der Imkerei hat mich gefreut. Die positive Aufnahme bei den Mitarbeitern und der Gefängnisleitung ebenfalls. Die Arbeit war oft sogar unkomplizierter als in „normalen“ Kursen und das Interesse und der Informationshunger groß. Menschen, die sonst nicht miteinander reden, oder nur in einem rauhen Ton haben über das Medium Bienen einen konstruktiven höflichen Austausch gelernt. Überrascht hat mich, dass sogar ein Teil der Bepflanzung in der JVA „bienenfreundlich“ geändert wird."

Bienen sind Gewinn für alle
Patricia Goldschmitt Leiterin der Sozialtherapeutischen Abteilung der JVA zeigte sich auch beeindruckt vom Umgang der Gefangenen mit den Bienen und erklärte, die Imkerei belebe den Gefängnisalltag. Während der Flugsaison zöge es immer wieder Inhaftierte zu den Bienen, um sie zu beobachten und auch sie selbst habe viel über die Imkerei gelernt.
Und da ist sie wieder, die Erfahrung, die fast alle machen, wenn sie sich mit Bienen beschäftigen - die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby. Wie es scheint, wird sich auf lange Sicht ein beständiges Projekt entwickeln, Dank engagierter Mitarbeiter der JVA, versierter und aufgeschlossener Mitglieder der Imme Bourtanger Moor und interessierter Gefangener, die eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchen.
Wer mehr darüber erfahren möchte, lese den ausführlichen Artikel der JVA-Niedersachsen. Und danke für die Einladung. Leider ist Lingen nicht gerade um die Ecke, aber einen Besuch fände ich schon sehr interessant! Macht weiter so!

Ein Blick auf die Bienen
Lausig kalt ist es im Augenblick. Als ich vor einer Woche die Honigräume aufsetzte, war es für den Wochenverlauf so gemeldet. Doch, dass die Kälteperiode auch mindestens bis zum Monatsende anhalten soll, hatte ich nicht erwartet. Die Bienen können nicht fliegen und zehren von ihren Vorräten. Da noch reichlich vorhanden war, hatte ich ja einige Futterrähmchen entnommen. Sollte die Wetterprognose bis in den Mai hinein weiterhin so schlecht sein, werde ich in einer Woche doch noch jeweils eine Futterwabe in die Völker hängen (ohne die Zargen durchzuschauen). Sicher ist sicher!

16-10-23-kreta
Im Lädchen am Kloster Arkadi wachen Geier und Eulen über die Honigproduktion (2 Fotos oben). Im Melomania Honigshop werden Honig und andere Bienenprodukte ansprechend präsentiert (3 Fotos, mitte und unten). Ende der Schleudersaison beim Imker in Rethymnon (Foto unten rechts).

In diesen regnerisch trüben Novembertagen denke ich gerne an unseren Urlaub im Oktober auf Kreta zurück - Sonne, Meer und Honig. Vor unserem Abflug hatte ich noch kurz im Netz recherchiert, um mich in Sachen Imkerei auf der Insel schlau zu machen. Demnach gibt es fast in jedem Ort einen Imker. Tatsächlich sahen wir auf dem Weg vom Flughafen in Heraklion nach Skaleta viele Bienenstände mit bunten Bienenstöcken. Aber in unserer direkten Nachbarschaft haben wir sie leider nicht entdeckt. Natürlich hielten wir die Augen offen und wurden an verschiedenen Orten dann doch fündig. Hier ein paar Eindrücke.

Kloster Arkadi
Geheimtipp am Kloster Arkadi: Eine Portion Griechischer Joghurt mit Thymian-Honig. Muss man wirklich mal probiert haben!

Honey-Geier
Im Laden des Klosters Arkadi wacht ein Gänsegeier (mit fehlendem Hinterteil) über das Honigangebot. Eine Spezialität der Kloster-Taverne (leider nicht so urig, wie es klingt) ist Griechischer Joghurt mit Thymian-Honig. Eine Portion besteht aus etwa zwei Kellen Joghurt, in den eine Kuhle gedrückt ist. Diese wird mit etwa einer Kelle Honig gefüllt. Sehr lecker! Und tatsächlich eine sättigende Mahlzeit.

Melomania Honeyshop
In vielen der unzähligen Souvenir- und Griechische Spezialitäten-Läden wurde Honig angeboten, z.B. Pinien-, Orangen- und Heidehonig.
In Chania entdeckten wir schließlich das Melomania-Lädchen. 300 Völker hält die Imkerfamilie und verarbeitet Honig, Wachs, Pollen und Propolis zu den üblichen Produkten. Es war sehr nett, sich auf Englisch und wohl mehr mit Händen und Füßen mit der Imkerin über Bienen zu unterhalten. Ich hatte auch ein Glas eigenen Honigs dabei und so konnten wir gegenseitig probieren. Der "Melomania Honeyshop" ist auch auf Facebook zu finden.

Dickflüssiger Thymianhonig
Mir fiel auf, dass der Thymianhonig besonders dickflüssig ist. Das käme daher, dass sie den Honig an der Luft trocknen ließen, erläuterte die Imkerin. Keine Ahnung, wie sie das unter hygienischen Bedingenungen hinkriegen. Bei der hierzulande herrschenden Luftfeuchtigkeit ist die Methode jedenfalls undenkbar - der Zucker im Honig würde Wasser ziehen.
Am letzten Tag stand plötzlich in einer der kleinen Gassen in Rethymnon eine Schleuder draußen und es ergab sich ein kurzes Gespräch mit einem Imker, der seinen gefliesten Schleuderraum reinigte. Urlaubsfreuden für die Imkerin....

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Die Kerzenproduktion der Imkerei Keinhörster ist wie alle Produkte liebevoll dekoriert - im ersten Moment wirkt der Verkaufsraum überladen, doch dann entdeckt das Auge immer neue museumsreife Gegenstände.
Hinter Jens Keinhörster steht die ganze Familie.
Jens Keinhörster: 24 Jahre, Imkermeister und selbständig.

"Hut ab!", kann ich nur sagen vor Jens Keinhörster aus Recklinghausen-Suderwich. Mit elf Jahren kam er durch die Imker-AG in seiner Schule erstmals in Kontakt mit Bienen. Schon bald standen zwei  Völker im elterlichen Garten; weitere folgten bald. Als Jugendlicher musste er keine Zeitungen austragen, um sein Taschengeld aufzubessern - der Honig brachte das nötige Kleingeld ein. So erzählte es sein Vater während einer Führung für unseren Imkerverein in der vergangenen Woche.

Keinhörster ist Meister
Trotz aller Begeisterung für die Bienen überraschte die Eltern der Berufswunsch "Imker" dann doch. Jens Keinhörster hielt daran fest, absolvierte die Ausbildung zum "Tierwirt, Fachrichtung Imkerei" und ist mittlerweile Imkermeister. Schon als 20-jähriger wagte er den Schritt in die Selbständigkeit. Das war vor vier Jahren. Inzwischen ist seine Produktion aus dem Elternhaus in eigene Räume in der Sachsenstraße 121 in Recklinghausen-Suderwich umgezogen. Die ganze Familie fasst mit an, die Beuten werden selbst gebaut. Und in der Saison verstärkt ein erfahrener Imker aus Kasachstan das eingespielte Team.

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Ein Blick auf die "alkoholische Ecke"....

Wandern nach Berlin
Seine 180 Wirtschaftsvölker stehen in der Region. Zur Akazienblüte wandert er mit rund 50 Völkern nach Berlin, zur Himbeer- und Brombeerblüte in den Arnsberger Wald. Sieben Tonnen Honig brachte ihm dies in diesem Jahr. Von dem Ergebnis ist er enttäuscht, denn im vergangenen Jahr erzielte er das gleiche Ergebnis mit der halben Völkermenge. Für das nächste Jahr sieht er sich mit rund 300 Ablegern gut aufgestellt.
Das sind Zahlen, die uns Hobbyimkern größten Respekt einflösten. Bei der Führung durch die Produktionsräume beantwortete Jens Keinhörster geduldig unsere Fragen, wobei der eine oder andere hilfreiche Tipp aus der Praxis heraussprang.

Eine originelle Idee: Die Kerzen hängen an den Zinken einer alten Egge.
Eine originelle Idee: Die Kerzen hängen an den Zinken einer alten Egge.

Vermarktung läuft direkt
Neben den verschiedenen Honigsorten ergänzt eine vielseitige Produktpalette über selbsthergestellte Alkoholika, Brotaufstriche mit Honig und Salbe das Angebot der Imkerei. Die Kostproben waren wirklich überzeugend!
Die Vermarktung läuft über den eigenen Laden, Verkaufsstände auf Märkten und den Verkauf an einige Wiederverkäufer wie Bauernläden, Bäckereien oder Schlachtereien.
Den Knebelverträgen von Lebensmitteldiscountern setzt Jens Keinhörster sich bewusst nicht aus. Stolz berichtete er, dass er seinen Betrieb aus den eigenen Erträgen ohne Inanspruchnahme von Krediten entwickelt. Eine solide Basis, aber gaaanz viel Arbeit - und ich sorge mich um seinen Rücken.
Danke für den tollen Abend!

Vom DIB-Glas verabschiedeet sich der Imker wegen der höhren Kosten für die Gläser und weil er eigene Etiketten nutzen möchte. Zwei Gläser mit den imkereieigenen Etiketten:
Zwei Gläser mit imkereieigenen Etiketten. Vom DIB-Glas verabschiedet sich der Imker wegen der höheren Glaspreise und weil seine individuellen Etiketten Verwechslungen vorbeugen. Keine Ahnung, was das "Vest Recklinghausen" ist? Das wusste ich auch nicht, bis ich hierher zog.

Beim Zeidler-Workshop in Essen werden Bienenbehausungen in Baumstämmen gefertigt. Foto: www.freethebees.ch

Vom 7. bis 9. Oktober findet wieder ein Zeidler-Kursus in Essen statt. Bis vor ein, zwei Jahren wusste ich mit Zeidlerei nichts anzufangen. Es ist ein Begriff für die Waldbienenzucht, in der Bienen in künstlichen Baumhöhlen (im lebenden Baum!) oder in Klotzbeuten (im abgeschnittenen Stamm) angesiedelt werden. Heute ist die Bewirtschaftungsform an moderne Anforderungen angepasst und ermöglicht eine Varroabehandlung ebenso wie Brutinspektion und Fütterung. Vermutlich ist "Schwindelfreiheit" eine Anforderung an den Imker, die in der Magazinimkerei nicht so häufig gestellt wird....

Zeidler-Kurs mit Praktiker
In dem Zeidler-Kurs werden auf einer Lichtung in einem Privatwald in Essen Kettwig Klotzbeuten nach Zeidler‐Art gefertigt, die am Ende des Kurses nach Wunsch mitgenommen werden können. Es wird erklärt, wie Klotzbeuten im Baum angebracht werden können.
"Zudem arbeiten wir direkt am lebenden Baum. Traditionelle Baumkletter‐Techniken werden vorgeführt", schrieb mir Käthe Wissmann vom Verein "2010 Königinnen für das Ruhrgebiet", und weiter: "In diesem Jahr mit Jonathan Powell aus England, einem erfahrenen Imker, der über fundierte Kenntnisse über die historische Zeidlerei und der Herstellung von Klotzbeuten verfügt. Wir haben ihn bereits auf unserer Veranstaltung auf dem Abshof im Juni kennengelernt
und die Besucher waren von seinem Vortrag sehr begeistert."
Es sind noch einige Plätze frei - weitere Infos und Anmeldedaten gibt es hier.

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Imkerinnen-Frühstück in den Lippewiesen - das könnte es noch häufiger geben.
Mechthild brachte Wachteleier mit, die sie mit einer Balsamico-Vinaigrette und einem Blättchen Liebstöckel füllte. Lecker!
Mechthild brachte Wachteleier mit, die sie mit einer Balsamico-Vinaigrette und einem Blättchen Liebstöckel füllte. Lecker!

Meine Imkerpatinnen Mechthild und Daggi haben viele gute Ideen und setzen sie auch um. Heute haben wir uns einen schönen Vormittag gemacht und in den Lippewiesen gefrühstückt. Herrlich!
Drei kleine Klappstühle, ein winziger Tisch samt Decke gut bestückt mit verschiedenen Honigsorten, gefüllten Wachteleiern, einer Auswahl an Ziegenkäse, Kaffee und Tee. Uns ging es so richtig gut!
Zu empfehlen ist ein Brötchen mit Butter, Ziegenfrischkäse und darübergeträufeltem Honig.

Ständig änderten sich die Wolkenformationen über dem Gerstenfeld.
Ständig änderten sich die Wolkenformationen über dem Gerstenfeld.

Gerührt vom Broteschmieren
Zum Frühstück gibt es eine kleine Vorgeschichte: Vor zwei Jahren hatten wir drei uns mit einem Landwirt verabredet, der einen Blühstreifen rund um seine Äcker angelegt hatte. Dazu wollte ich ihn gerne für die Zeitung interviewen. Als die Imkerinnen zum Treffpunkt an den Feldrand kamen, richteten sie ein kleines Honig-Frühstück her.
Wer leider nicht kam, war der Bauer, weil ihm auf dem Betrieb etwas schief gelaufen war. Also habe ich ihn per Telefon interviewt. In der Zwischenzeit schmierte Mechthild mir ein Honigbrot. Ich war selbst überrascht, wie sehr mich das berührt hat. Wann hatte mir jemand zuletzt ein Brot zubereitet? Meine Mutter, als ich klein war?DSC_1486

Naturgenuss pur
Heute genossen wir den kühlen morgen, später die wärmende Sonne, dazu der Duft des trocknenden Heus, Vogelgezwitscher, wechselnde Wolkenformationen, gute Gespräche und Besuch eines Rhodesian Ridgeback und seiner Besitzerin. Ach ja, der Kuckuck rief auch noch, Frösche quakten und schließlich kam der junge Bauer mit dem Schlepper zum Heuwenden.
Ein perfekter Vormittag!

2016-06-01 Klotzbeuten 2010 Königinnen
Von wildlebenden Honigbienenvölkern kann man sich eine Menge abschauen und Bienen in hohlen Baumstämmen halten. Foto:2010 Königinnen für das Ruhrgebiet

Leider bin ich noch nie da gewesen und werde es auch in diesem Jahr nicht schaffen: Am 11. Juni 2016 findet der 6. Bienentag auf dem Abshof in Düsseldorf statt. Das diesjährige Thema lautet: Naturnahe Bienenhaltung in Baumbienenhöhlen.
Der Bienentag beginnt um 13.30 Uhr mit einer Führung über den Abshof. Um 15 Uhr geht es weiter mit einem Vortrag von Jonathan Powell aus England:

"Von wilden Honigbienen lernen & Zeidlerei"

Jonathan Powells Anliegen ist es, mehr über die natürliche Lebensweise von wilden Honigbienen zu erfahren, um diese Erkenntnisse in seine naturnahe Bienenhaltung einzubringen. Er wird die Geschichte der Zeidlerei darlegen und erklären, wie ein Zeidlerbaum eingerichtet wird.
Jonathan Powell ist Mitglied von Tree Beekeeping International und Natural Beekeeping. Er hält seinen Vortrag auf Englisch, wird aber auf Deutsch übersetzt.

Bitte anmelden
Veranstaltet wird der Bienentag vom Verein "2010 Bienen für das Ruhrgebiet", hier der Link zum Jahres- Programm. Eine Ameldung per Mail an (bienenmail@stadtbiene.com) wird erbeten. Im Gegenzug erhält man eine genaue Wegbeschreibung. Der Bienentag wird gegen 17.30 Uhr enden, je nachdem wie der groß der Diskussionsbedarf der Teilnehmer ist. Die Veranstaltung ist kostenlos, Speisen und Getränke werden angeboten.
Das klingt doch richtig gut!

Spektakuläre Aufnahme: Mit dem UV-Floureszenznachweis gelingt es zu zeigen, wo nach dem Händwaschen noch Schmutz und Keime zurückbleiben - hier die weißen Rückstände am Nagelbett.
Spektakuläre Aufnahme: Mit dem UV-Floureszenznachweis gelingt es zu zeigen, wo nach dem Händwaschen noch Schmutz und Keime zurückbleiben - hier die weißen Rückstände vor allem am Daumennagel und in den Hautritzen.

Vor einer Woche war ich bei einem wirklich sehr interessanten Seminar zum Thema "Honig und Hygiene" an der Landwirtschaftskammer in Münster. Fürs Landwirtschaftliche Wochenblatt habe ich einen Bericht verfasst, in dem ich jedoch nur einen Bruchteil der vermittelten Fakten und Tipps unterbringen konnte. Ich kann die Teilnahme an so einer Fortbildung wirklich nur empfehlen! 16-05-04 Hygiene beginnt am Bienenstand-page-001

Honig aus Kamerun! Wie dunkel er ist, kann man an dem Fläschchen links gut erkennen.
Honig aus Kamerun! Wie dunkel er ist, kann man an dem klaren Fläschchen links gut erkennen.

Gestern kam Post von Helmut, einem Gast, den ich auf Charles Fest im Regenwald von Kamerun kennengelernt habe. Er schickte mir ein Fläschen mit Honig aus Kribi, einer Stadt im Süden Kameruns am Golf von Guinea gelegen. Ich hatte mir auch eine Flasche Honig aus Dschang mitgebracht. In Kamerun ist die Abfüllung in Plastikflaschen üblich. Sicherlich sind es keine neuen Flaschen, der Deckel war nicht mehr versiegelt.
Das Etikett weist den Inhalt der großen Flasche als Honig mit großem Eukalyptus-Anteil und Naturprodukt aus dem Hochgebirge der West-Region aus. Außerdem werden große therapeutische Eigenschaften versprochen: einen kleinen Löffel Honig zu essen sei genauso gesund, wie fünf große Löffel Milch zu trinken.
Dazu muss man wissen, dass Milchviehhaltung in Kamerun eher selten ist und die Ernährung arm an Milch und Milchprodukten. Ich hatte mal Charles Tochter, kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland gefragt, wie sie unser Essen findet. Ihre Antwort: "Sehr milchi!"

Unbekanntes Insekt, dass in seinem Flugverhalten sehr hektisch wirkt.
Unbekanntes Insekt, dass in seinem Flugverhalten sehr hektisch wirkt.

Malziger Eukalyptus-Honig
Aber wie schmeckt nun Eukalyptus-Honig? Sehr malzig, leicht nach Karamell und gut abgerundet. Die Konsistenz ist cremig und er sehr dunkel. Mir schmeckt er sehr gut! Die Recherche ergibt, dass Eukalyptus-Honig nicht nur aus Blütennektar zusammengetragen wird, sondern auch aus Honigtau. In Deutschland ist Eukalyptus-Honig auch erhältlich, zum Beispiel aus Italien.
Gerade habe ich den neuen Honig aus Kribi probiert. Was für ein Unterschied! Er schmeckt sehr viel schärfer, eine kräftige Geschmacksnote sticht besonders heraus. Die Farbe ist noch dunkler, fast schwarz wie Rübenkraut. Keine Ahnung, um welche Sorte es sich handelt. Helmut hat das Fläschen nur mit "Honig aus Kribi" beschriftet.

Die letzten Bilder aus Kamerun
Fotos von Eukalyptusbäumen und ihren Blüten kann ich leider nicht beisteuern. Dafür aber dieses rätselhafte Insekt, das ich nicht zuordnen kann. Die Mimikri ähnelt unseren heimischen Schwebfliegen, doch die Fühler passen nicht.
Unten dann noch eine Collage von verschiedenen Tieren, denen ich in Kamerun begegnet bin. Damit beende ich dann auch die Kamerun-Foto-Serie. Es sei denn, der Professor aus Kamerun versorgt mich noch mit Bienen-Infos.

GS 16.013

Dr. Joachim Eberhardt, der Macher der E-Learningplattform "Die Honigmacher" ist Apisticus des Jahres.
Dr. Joachim Eberhardt, der Macher der E-Learningplattform "Die Honigmacher" ist Apisticus des Jahres.

Leider habe ich in diesen Tagen wenig Zeit. So reicht sie nicht, um ausführlich über die Apisticus-Tage in Münster zu berichten. Am vergangenen Samstag war ich dort und durfte auch für das Landwirtschaftliche Wochenblatt berichten - den Artikel kann ich aber erst später online stellen. Hier ist er. Leider kam noch eine Anzeige auf die Seite - was mich ein Foto gekostet hat.

Nutzen, was "eh da" ist
Dass es wieder einmal ein interessanter Tag mit netten Begegnungen und Gesprächen war, versteht sich von selbst. Auch die Vorträge waren interessant und eröffneten neue Blickwinkel. Professor Christoph Künast aus Otterstadt stellte das "Eh da-Konzept" vor, ein Weg zu mehr Blüten und Bienen in der Agrarlandschaft. Dabei geht es darum, so genannte "Eh da-Flächen", die also "eh da" sind, wie Straßenränder, Verkehrsinseln, Böschungen, Knicks usw. mit Blühpflanzen zu versorgen. Sie seien zwar schmal, aber flächendeckend vorhanden. So könnte ein flächendeckendes Netz von Trachtbiotopen entstehen. Gute Idee. Die Frage ist nur, wie man die vielen Leute/Institutionen motiviert, die mitziehen müssten: Kommune, Landbesitzer, interessierte Bürger, die Untere Landschaftsbehörde..... Da braucht man schon einen sehr langen Atem.

Apisticus ist kein Imker
Jetzt reicht die Zeit gerade noch, um den Apisticus das Jahres zu nennen: Dr. Joachim Eberhardt! Kein Imker, aber ein Bienenfreund, Biologe und Kenner der Neuen Medien. Als solcher hat er vor elf Jahren die Lernplattform "Die Honigmacher" konzipiert und ins Netz gestellt. Auf diese Seite verweise ich ja sehr gerne, weil sie einfach so gut gemacht ist. Dabei fällt mir ein, den Schnupperkurs habe ich noch immer noch nicht beendet - das mache ich, wenn ich mehr Zeit habe....

Scan_20160202 (2)Der Apisticus-Tag steht schon lange in meinem Kalender. Übernächstes Wochenende ist es wieder so weit. Im besonderen Ambiente der Speicherstadt präsentieren die Landwirtschaftskammer, Apis e.V., der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker und der Kreisimkerverein Münster ein interessantes Programm für Imker und Bieneninteressierte. Das Hauptthema in diesem Jahr: "Bienen braucht das Land".

Etwas Geld einstecken...
Neben Fachvorträgen, Workshops und Kochvorführungen bieten Händler und Aussteller wirklich alles an, was das Imkerherz begehrt. Da kann man verschiedene Imkerschleier ausprobieren, Beuten in die Hand nehmen, Saatgut für Bienenweiden, Cremes und Wachsprodukte erstehen und sich von Neuheiten überraschen lassen. In der Schlemmergasse "Via Mièle" gibt es dann allerhand Kostproben von Honig (-produkten) und Leckereien. Ich finde es immer wieder interessant.
Genug der Werbung, oder?

Nomen est Omen
Aber eines stößt mir jedes Jahr neu auf: Der Name. Bevor ich mich für Bienen interessierte, habe ich mit der Bezeichung Apisticus wenig anfangen können. So geht es vielen anderen auch. Nicht jeder hat Latein gelernt und dann auch noch die passende Bienenvokabel "Apis" im Gedächtnis.
"Tag" stimmt auch nicht mehr, denn die Veranstaltung erstreckt sich schon seit einigen Jahren über zwei Tage. Vielleicht kann man die Veranstaltung ja mal umbennen? Ich würde sie ganz griffig und leicht verständlich, ohne die Fantasie groß spielen zu lassen, "Bienen- und Imkertage" nennen.

2 Kommentare

Chief Charles Morfaw während der Feier in Bella - im tropischen Regenwald von Kamerun.
Chief Charles Morfaw während der Feier in Bella - im tropischen Regenwald von Kamerun.
Biene
Emsig suchte diese Biene in Kamerun die Blüten ab. Leider fehlt mir ein Foto von der gesamten Blüte. Ich vermute, dass der Baum ein Trauer-Zylinderputzer ist.
adgfasdf
Man müsste zum Vergleich einmal eine Carnica danebenhalten.

Meine Reise nach Kamerun war für mich der krönende Abschluss eines Jahres mit vielen Aufs und Abs. Unser Freund Charles Morfaw, der Chief einer Region im Regenwald ist, hatte zur Feier seines 25-jährigen Chief-Jubiläums eingeladen. Es war ein beeindruckendes Fest mit Zeremonien, Tänzen, tollen Farben, vielen Eindrücken und netten Kontakten.
Er und seine Frau Morene (beide haben in Bonn Pädagogik studiert) haben in Kamerun einen Kindergarten und Schulen aufgebaut. Zur Zeit erweitern sie die Rainbow-School in Dschang um ein Gymnasium mit Internat für 500 Schülerinnen und Schüler! Und das unter Bedingungen, die wir uns, ohne dort gewesen zu sein, nicht vorstellen können. Die beiden haben Visionen! Und sie schaffen es, sie umzusetzen.

Bienen machten sich rar
Selbstverständlich war ich auch immer auf der Suche nach Bienen. Doch gesehen habe ich lediglich welche an den roten Blüten eines unbekannten Baumes. Sie sehen doch aus, wie unsere Carnica, oder? Bienenbeuten bekamen wir gar nicht zu Gesicht.
Dezember und Januar sind in in den besuchten westlichen Regionen Kameruns die trockenen Monate, in denen verhältnismäßig wenig blüht. Freunde waren einmal in der Regenzeit um Ostern herum da und erlebten eine überbordende Blütenfülle. Vielleicht sind dann auch mehr Bienen unterwegs. Insgesamt gab es wenige Insekten - nur am Flughafen in Duala haben uns die Mücken fast gefressen....

Der Baum ist doch ein Zylinderputzer, oder? Was sagt Ihr?
Der Baum ist doch ein Zylinderputzer, oder? Was sagt Ihr?

Bienenhaltung an der Uni
Zufällig lernte ich Professor Defang von der Universität in Dschang kennen. Er lehrt im Themenbereich Landwirtschaft und hätte mir gerne die Bienenhaltung an der Uni gezeigt. Doch dann konnten wir leider doch nicht aufs Unigelände. Wenn ich Glück habe, schickt er mir ein paar Fotos.
Vielleicht bekomme ich ja auf dem schriftlichen Weg noch weitere Infos über die Bienenhaltung in Kamerun. Aus dem kurzen Gespräch habe ich erfahren, dass die Varroa-Milbe auch dort angekommen ist.
Habe ihn noch gefragt, ob die Bienen besonders wehrhaft sind. (Hatte gelesen, dass die "Killerbienen" in Südamerika von der afrikanischen apis mellifera adansonii abstammt....) Aber Professor Defang meinte, es sei nicht die Rasse, die aggressives Verhalten hervorrufe, sondern eher das heiße Klima. Nun ja, ist ja auch gehopst wie gesprungen, wenn sie aggressiv sind und die meisten Imker keine Schutzkleidung (in europäischem Sinne) besitzen, wird gerade die Honigernte kein Vergnügen sein....

Blüten im tropischen Regenwald und dem Südwesten Kameruns

Flora Kamerun 1
Da sind doch ein paar Bekannte darunter....

Mangels eines Fotos von echten Elefanten (bin ja eher auf Bienen abonniert), zwei Mitbringsel aus Kamerun...
Mangels eines Fotos von echten Elefanten (bin ja eher auf Bienen abonniert), zwei Mitbringsel aus Kamerun...

Zufälle gibt`s! Gestern kehrte ich von einer sehr interessanten Reise nach Kamerun zurück und kaufte mir am Flughafen in Paris eine Süddeutsche Zeitung, die ich dann leider im Anschlussflug nach Düsseldorf habe liegenlassen. Deshalb jetzt aus dem Gedächtnis, was ich auf der ersten Seite fand:
Unter der Überschrift "Verbientes Gelände"  (leider nur für Abonnenten freigegeben) wurde dort die Problematik um das Verhältnis Mensch/Elefant in Afrika verhandelt. Einerseits steht der Schutz der großen Tiere außer Frage, andererseits bedrohen sie durch Zerstörung von Ernten das Überleben der Menschen.

Bienen schrecken Elefanten ab
Eine Forscherin, die in mehreren afrikanischen Ländern aufgewachsen ist, hat beobachtet, dass für Elefanten die Stiche der Honigbiene, insbesondere in die Rüsselspitze und um die Augen herum, sehr schmerzhaft sind. Deshalb suchen sie sofort das Weite, sobald sie das Summen der Insekten hören.
In zwei Ländern hat man nun Dörfer mit "Bienenzäunen" gesichert, indem im Abstand von 10 m Völker aufgestellt und mit Seilen miteinander verbunden wurden. Berührt nun ein Elefant diese Seile, schreckt das die Bienen auf und schlägt die Elefanten in die Flucht. Positiver Nebeneffekt: Die Dorfbewohner können Honig und Wachs ernten.
Eine tolle Idee, wenn es so funktioniert.
In Kamerun war ich natürlich auch auf der Suche nach Bienen und habe zumindest welche fotografiert. Zufällig entstand auch ein Kontakt zu einem Uniprofessor, der sich mit Bienen beschäftigt, aber dazu ein anderes Mal mehr. Erst einmal muss ich wieder richtig zuhause ankommen. Und außerdem ist da noch der zweite Teil zur Amerikanischen Faulbrut, wie in meinem Newsletter "Bienenstich" bereits angeündigt (zum Abo des Newsletters bitte die E-Mailadresse in das Feld oben rechts eintragen).