Arbeiten fürs Volk

Die einfliegenden Bienen haben noch etwas Mühe, das Mäusegitter zu überwinden.

Ach, wie schnell geht das Bienenjahr zuende. Am Wochenende habe ich die Mäusegitter vor den Fluglöchern angebracht. So eine Bienenbeute kann ein gemütliches Winterquartier sein, wenn die Bienen fest in der Wintertraube sitzen. Insektenfressende Spitzmäuse haben es dann muckelig warm und das Futter direkt vor der Nase. Sie zerstören die Waben und fressen die Bienen - für Völker ist das lebensgefährlich.

Herbstastern sind in dieser Jahreszeit tolle Nektar- und Pollenspender.

Auf die Waage bitte
Habe auch noch einmal das Gewicht der Beuten kontrolliert. Die Winterfuttermenge müsste passen.
Gestern naschten die Nektar- und Pollensammlerinnen noch fleißig an den Herbstastern. Es war ein Gesumme wie im Frühjahr. Einfach herrlich! Das werde ich im Winter schon vermissen...

 

Die einzelnen Darsteller der Blütenpracht: In der ersten Reihe oben: Weiße Lichtnelke, Schafgarbe, Königskerze, Mohn, Nachtkerze. Mitte und rechts: Schwarze Flockenblume, Taubenkropf-Leimkraut,tüpfel-Johanniskraut, Wilde Möhre (mit Streifenwanze). Unten: Frauenflachs, noch eine Weiße Lichtnelke, Wilde Malve, Rainfarn und noch eine Wilde Malve.
Die einzige Magerwiesen-Magerite auf der Wiese.

In einigen Bereiche der Blumenwiese, die nun im vierten Jahr steht, leuchten pinkfarbene Wilde Malven, An anderen Stellen haben sich weiße und sanft rosafarbene Lichtnelken ausgebreitet. Sogar ein bißchen Mohn ist noch da, aund wie Salz darüber gestreut wirken die Wilden Möhren. Natürlich sind auch viele, durch den heißen Sommer oder nach dem Verblühen vertrocknete Fruchtstände und Halme zu sehen. Aber insgesamt bin ich doch überrascht über die herrliche Blütenpracht in diesem Jahr. Eben habe ich sogar noch eine einzige Magerwiesen-Margerite entdeckt... So haben sich einige Blumen aus der Blumenmischung selbst ausgesät.

Das ist nur die Spitze einer Ackermelde - welch ein Samenpotential!

Ackermelde raus
Ich muss zugeben, die Ackermelde, die ja nach der Aussaat der Wiese als erste Pflanze am Start war, habe ich in den vergangenen Wochen vor dem Versamen herausgezogen, jedenfalls weitgehend. Recht neu ist das Kanadische Berufkraut, dass sich ebenfalls gerne ausbreitet und 25000 bis 250000 (!!!) Samen pro Pflanze verteilen kann.  Habe eben recherchiert, dass es im 17. Jahrhundert von Kanada nach Europa eingeschleppt wurde. Die bis einen Meter tief wurzelnde Pionierpflanze "tritt bei einer Wiederbesiedelung von Brachflächen optimal vor allem im zweiten und dritten Jahr auf", verrrät Wikipedia. Das passt doch. Vermutlich ist sie mir in den verganenen ein, zwei Jahren nicht aufgefallen, weil es nur einzelne Pflanzen waren.

Habe ich nicht einen tollen Nachbarn? Er hat beim Mähen das ursprüngliche Rechteck unserer Blumenwiese stehen lassen und ist um einzelne Planzen außerhalb des Rechtecks herumgekurvt. Ein dickes Dankeschön!!!

Danke fürs Stehenlassen!
Jetzt möchte ich mich noch einmal ganz herzlich beim Besitzer der Wiese bedanken, der sie vom Mähen weitgehend verschont und im Mai sogar um einzelne Hasenohren herumgemäht hat! Das ist super und hat sicher Tier und Mensch gefreut!

Futter satt
Noch ein Blick auf die Bienen: Vor etwa zwei Wochen habe ich durch Wiegen den Futterbestand in den Völkern berechnet. Alle haben gute 20 - 22 kg, Am Ende haben sie mich überrascht. Als ich dachte, es fehlen noch zwei Kilo und diese zugefüttert habe, waren die Völker am Ende vier Kilo schwerer. Da haben sie also selbst auch noch gut eingetragen.

1 Kommentar

Einmal schauen, ob ich die Königin, Rundmaden und Weiselzellen entdecke.
Um zu sehen, ob Stifte - also kleine Bieneneier - da sind, muss ich die Wabe gegen das Licht halten und über meine Brille schielen...

Gestern hat mich mein Mann bei der derzeitig wöchentlichen Völkerdurchsicht begleitet. Die Honigräume sind mittlerweile so schwer, dass ich sie nur noch mit großer Mühe vom Beutenturm herunter und wieder hinauf bewegen kann. Seine Anwesenheit hat außerdem zum Ergebnis, dass es endlich einmal wieder Foto von der Imkerin in Aktion gibt.

Im Volk Gertrud ist nun die junge Königin von ihrem Hochzeitsflug zurückgekehrt und legt bereits erste Stifte. Super!

Die Einraumbeute beherbergt den Flugling, den wir aus den beiden Völkern in den DN-Beuten gebildet haben.

Jetzt musste ich beim Schreiben der Überschrift doch grinsen "Brut und Bienen für Flüchtling", so lief es mir in die Tastatur. Stimmt, mit Flüchtlingen habe ich mehr zu tun, als mit Fluglingen.

Meine Völker Marlene und Getrud quellen fast über und sind in Schwarmstimmung. Erste Weiselzellen habe ich bereits am 20. April gebrochen. Es wird höchste Zeit, die Völker zu schröpfen, wenn ich vermeiden möchte, dass sie schwärmen.

Flugling bringt Entlastung
Deshalb habe ich mit einer Freundin am 28. April einen Flugling gebildet. Sie möchte seit einem Jahr mit dem Imkern beginnen, und besucht gerade einen Imkerkurs. Einen Schwarn konnte sie in 2018 nicht ergattern. Nun hatte sie die Einraumbeute so präpariert, dass man DN-Rähmchen einhängen kann. Sobald es möglich ist, wird sie diese Rähmchen wieder entfernen, denn die Beute ist mit hochformatigen Rähmchenmaßen bestückt.

Wie haben wir den Flugling gebildet? Nach einer flotten Durchsicht der beiden Völker in den DN-Beuten haben wir festgestellt, dass das Jetzt in der Mitte stehende Volk (Gertrud) mehr Weiselzellen hatte als das Volk Marlene (jetzt links). Deshalb habe ich hier drei Bruträhmchen entnommen und eine bestiftete Weiselzelle stehen lassen. Hier wird die Königin für das neue Volk heranwachsen.  Nun haben wir die Einraumbeute auf den Platz von Volk Marlene gesetzt und Marlene nach links an den Rand platziert und das Flugloch um 90 ° gedreht. Nun werden die Flugbienen von Marlene an den alten Standort zurückkehren und in die Einraumbeute einziehen. Gertruds Brut und Marlenes Flugbienen werden also das neue Volk bilden.

Bei gutem Flugwetter konnten wir beobachten, dass es geklappt hat. Es herrschte reger Andrang an der Einraumbeute.

Ableger oder Flugling?
Manche werden sich fragen, warum ich nicht einfach einen Ableger gebildet habe. Da ich noch auf das Ergebnis der Futterkranzprobe warte und kein aktuelles Gesundheitszeugnis besitze, fiel diese Möglichkeit aus. Denn ein Ableger muss mindestens drei Kilometer entfernt aufgestellt werden, damit die Bienen nicht wieder zum alten Stand zurückfliegen.
So habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zwei Völker geschröpft und eine Freundin glücklich gemacht, die das Volk abholen wird, sobald das Zeugnis da ist. Die Bildung weiterer Ableger ist allerdings nicht ausgeschlossen...

Auf den ersten Blick sieht es schlimm aus - so viele tote Bienen auf dem Anflugbrett. Doch eigentlich sind sie ein gutes Zeichen....

Nach der Beobachtung am vergangenen Sonntag mit den im Flug verklammten Bienen, erhielt ich einen Tag später von einer weiteren Nachbarin den Hinweis, dass vor der mittleren Beute so viele tote Bienen lägen. Wieder ein Schreck und leider konnte ich nicht sofort nachsehen, weil ich den ganzen Tag unterwegs war. Aber ich hätte eh nichts ausrichten können, als Imkerin ist man oft machtlos.

Totenfall herausgefegt
Als ich dann am nächsten Tag nachschaute, sah ich etwa 30 bis 40 tote Bienen auf dem Anflugbrett und auch den einen oder anderen gelben Kotspritzer. Der Zustand der Bienenleichen ließ bei einigen darauf schließen, dass der Tod schon vor längerer Zeit eingetreten ist. Auch auf dem Beutenboden lagen noch viele Tote. Ich habe kurz an die Beute geklopft - die Bienen brausten auf und beruhigten sich dann wieder.

Ein Blick durchs Schlüssel-, nein Flugloch in die Trogbeute. Man kann gut sehen, dass sie im Spätsommer noch unterhalb der Rähmchen weitergebaut haben. Auch hier etwas - aber wenig - Totenfall. Da ich wegen des erhöhten Stellplatzes auf das Mäusgitter verzichtet habe, können sie den Totenfall leichter nach draußen entsorgen.

Eine Schlussfolgerung ist diese: Als die Sonne am vergangenen Sonntag die Beute so schön wärmte, lösten sich die Bienen aus der Wintertraube, leerten draußen ihre Kotblase und machten sich an den Frühjahrsputz - und dazu gehört als erstes, die während der Wintermonate verstorbenen und aus der Traube gefallenen Bienen nach draußen zu befördern. Wegen des Mäusegitters ist das eine anspruchsvolle Aufgabe und sie werden nicht fertig geworden sein, bis kühlere Temperaturen sie wieder zum Kuscheln in der Traube zwangen. Meine Bienensachverständige wertet das frühe Stockputzen sogar als gutes Zeichen. Nur sehr starke Völker seien dazu so früh im Jahr in der Lage. Ich hoffe einfach mal, dass es so ist.

2 Kommentare

Kaum ist der Futtereimer platziert, stürzen sich die Bienen auf das Futter. Damit sie nicht ertrinken, schwimmen Korkscheiben auf der Futterlösung. Der Zweig dient als Aufstiegshilfe für den Weg zurück in die Zarge.
... und schon leer. Nur drei Tage brauchte dieses Volk für 6 l Futter.

Bin ich froh, dass nun alle Arbeiten für die Bienen erledigt sind: die zweite Ameisensäurebehandlung hat dank des warmen Wetters gut geklappt und auch das Futter wurde gut angenommen. Durch Wiegen der Beuten ermittelte ich Futtervorräte zwischen 20 und 23 kg pro Volk. Das sollte reichen, um den Winter zu überstehen. Ob der wohl lang und kalt wird?

Mastjahr = harter Winter?
Kastanien, Eichen und Buchen tragen reichlich Früchte - ein so genanntes Mastjahr (Wildschweine und andere Waldtiere finden überreichlich Nahrung und nehmen kräftig zu.) Natürlich gibt es dazu passende Bauernregeln "Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln" oder "Wenn die Eichen viel Früchte tragen, wird ein langer Winter tagen." Wenn Bäume viele Samen tragen, reagieren sie damit auf Klimaschwankungen über dem Ozean. Einen interessanten Beitrag dazu fand ich in der Natur. Merken auch Bienen, wenn sich ein harter Winter ankündigt und legen sie dann größere Vorräte an? Gehört habe ich darüber noch nichts, es wäre mal eine Recherche wert - im langen Winter ist dazu genügend Zeit.

Da ich im Augenblick selten zum Schreiben komme, gibt es heute mal eine Bilderschau auf die wichtigsten Ereignisse der vergangenen vier Wochen:

Honigernte: reiche FrühjahrstrachtViele der Honigwaben waren komplett verdeckelt. Ein gutes Zeichen reifen Honigs. So lag der Wassergehalt des Honigs von Queen Marlene (13 kg)  in der DN-Beute bei 17,6 Prozent. Noch besser schnitt Helenes Honig (20 kg) aus der Trogbeute mit sagenhaften 16,7 Prozent ab. Bin sehr zufrieden!

Kreativer WildbauSehr kreativ mutet dieser Wildbau im Honigraum der Trogbeute an. Wie konnte es dazu kommen? Ich hatte bereits fünf Honigwaben entnommen, in der Annahme, zwei Tage später schleudern zu können. Dann verging doch noch eine ganze Woche, bis zur Schleuderung und bis ich die entnommenen Rähmchen wieder einsetzen konnte. In der Zwischenzeit hatten die Bienen begonnen, von unten nach oben neues Wabenwerk anzulegen.

Kompakte BrutnesterBeide Wirtschaftsvölker (Marlene und Helene) entwickelten sich bei dem trockenen Wetter und bei sehr guter Tracht prächtig. Dies spiegeln die schönen Brutnester wider. Also habe ich insgesamt drei Ableger gebildet. Ich musste sie am Stand belassen, weil die Amtstierärztliche Bescheinigung noch nicht vorlag. Mit genügend abgefegten Bienen, haben die Ableger das Fehlen der Flugbienen gut kompensiert.

Frei von Amerikanischer FaulbrutBereits Ende April war die Bienensachverständige vor Ort und hat aus den Völkern Futterkranzproben entnommen. Vier Wochen später erhielt ich die amtstierärztliche Bescheinigung, dass meine Bienen zum Probenzeitpunkt frei von Amerikanischer Faulbrut waren. Damit ist es nun erlaubt, Völker zu verkaufen und mit den Bienenstöcken an andere Orte zu wandern - letzteres möchte ich gar nicht.

Ableger verkauftVier Wochen nach Bildung der Ableger habe ich erstmals hineingeschaut. Meine Erwartung: Inzwischen haben sie eine Königin gezogen (einen Ableger hatte ich bereits mit Weiselzelle gebildet), diese hat ihren Hochzeitsflug überlebt und zu stiften begonnen. Yes! Es hat geklappt, wie das verdeckelte Brutbrett beweist. Hier wandern die Waben die Kiste eines befreundeten Imkers, der mir den Ableger abgekauft hat. Ein weiterer Ableger ging an eine Imkerin und den dritten habe ich behalten. (Foto: Susanne S-W)

(Fast) aktuelles Bild vom BienenstandDies ist nun ein fast aktuelles Bild vom Stand: Links der noch namenlose Ableger mit einem Brut- und einem Honigraum., in der Mitte Queen Marlene (junior - die Alte Königin ist geschwärmt, eine neue hat mit dem Eierlegen begonnen)  mit einem Brut- und zwei Honigräumen und rechts das "Top-Volk" Helene. Hier habe ich die meisten Brutwaben für die Ableger entnommen. Das Volk explodierte förmlich. Damit die Bienen nicht auf die Idee kommen, aus Langeweile zu schwärmen, habe ich ausnahmsweise noch einen zweiten Honigraum aufgesetzt. Dies ist schon grenzwertig, denn er befindet sich in  meiner Augenhöhe - woher soll ich die Kraft zum Herunterheben nehmen, wenn er gefüllt ist???
Inzwischen habe ich auch die Dachkonstruktion angepasst, sodass auch die Seiten der Beute geschützt sind.

2 Kommentare

Die Entwicklung der Bienenvölker verläuft parallel zur Entwicklung der Pflanzen: Blühen die Kirschbäume, ist es Zeit, den Bienen mehr Raum zu geben.
Schon am hellen Holz der Rähmchen zu erkennen: In den Honigraum kommen ausschließlich frische Mittelwände.

Jetzt geht es aber los! Die kühle, teils auch sehr nasse Zeit, scheint endlich vorüber zu sein. Seit letzter Woche steigen die Temperaturen kontinuierlich, sollen in der Wochenmitte sogar 28 °C erreichen. Kirschbäume stehen teils schon in voller Blüte, die Apfeläume noch in den Startlöchern. Wärme und Futter sind also vorhanden - in den Bienenbeuten fehlt es an Raum.

Frisches Material für Honigräume
Deshalb habe ich jetzt die Honigräume aufgesetzt. Sie sind bestückt mit frischem Material - neuen Rähmchen mit Mittelwänden, bzw. bereits ausgebauten aber noch nicht befüllten Waben vom Vorjahr. Habe nochmals altes Futter entnommen, damit für die Brut genügend Platz ist. Brut- und Honigraum sind durch ein Absperrgitter getrennt. Die Arbeiterinnen passen hindurch, nicht aber die Königin. Sonst hätte man ruckzuck auch Brut im Honigraum.

In der DN-Beute (links) breiten sich dei Völker vertikal aus - unten zwei Brutzargen, oben der Honigraum. In der nebenstehenden Trogbeute vergrößtert sich das Brutnest horizontal. Etwas unorthodox ist meine Lösung, den Honigraum oben aufzusetzen.

Geborgen in den Blütenblättern der Flockenblume sucht diese Bestäuberin nach ihrer Belohnung - süßem Nektar.

Meine Blumenwiese steht nun schon im dritten Jahr und überrascht mich schon den ganzen Sommer über mit einer bunten Blütenpracht.
Anfang Mai hatte ich das Schild aufgestellt und damit auch zunächst nur behauptet: "Hier blüht es für Bienen, Hummeln und Co." Da zweifelte ich angesichts des vielen Grases noch, ob Blümen durchkommen würden. Anfang Juni zeigte sich die Wiese in ihrer "weißen Phase" - strahlende Margeriten bestimmten das Bild.

Blumenwiese wechselt ihre Farbe
Einige Wochen später kamen blassrosafarbene Malven und weiße Schafgarbe hinzu. Steinklee, Echtes Leinkraut, Leimkräuter, Klatschmohn, Nachtkerze, Johanniskraut kamen nach und nach hinzu. So wechselte die Wiese Ende Juni ihre Farbe, bestimmt durch die Wiesenflockenblume Richtung blau/lila, wenige Tage  vor allem durch das Johanniskraut Richtung gelb. Ein Fest fürs Auge, für Insekten, Vögel und andere Kleintiere!

3 Kommentare

Um einen Kunstschwarm zu bilden nimmt man die Königin aus dem Volk - hier gerade frisch gefangen - fegt Bienen in eine Kunstschwarmkiste und setzt die Königin dazu.

Meine Völker sind schwarmlustig! Jedenfalls zwei von Ihnen. Da ich sie aus verschiedenen Gründen ungern schwärmen lassen möchte, riet mir meine Bienensachverständig dazu, einen Ableger oder einen Kunstschwarm zu bilden, damit die Völker geschröpft werden und der Schwarmtrieb erlischt.
Im vergangenen Jahr hatte ich schon mal geschrieben, wie das geht:

Mein Mann hat aus einer Ablegerkiste eine Kunstschwarmkiste gebaut, in dem er die Seiten mit Fenstern aus Maschendraht bestückt hat. Belüftung! Oben drauf der Trichter Marke Eigenbau. Hat auch funktioniert.

Kunstschwarm
"Man benötigt:
eine neue Königin, eine Kunstschwarmbeute (besitzt Seiten, die man abnehmen kann, gute Belüftung durch Gaze), Trichter, Wasserstäuber, Besen,
So wird´s gemacht: Königin im mit Futterteig verschlossenen Käfig an einem Rähmchen in der Schwarmbeute befestigen. Trichter aufsetzen und mit Wasser anfeuchten, damit die Bienen gut rutschen. Nun die Bienen von den Waben in den Trichter fegen - aufpassen, dass die alte Königin nicht dabei ist (am besten käfigen und nach der Prozedur wieder zurück ins Volk geben). Die Königin wird von den Arbeiterinnen "eingeweiselt". Bis sie sich durch den Futterteig gefressen haben, ist die neue Königin akzeptiert.
Die Beute für eine Nacht in den Keller stellen, zur Belüftung die Seitenteile abnehmen. So bekommen die Bienen das "Schwarmgefühl", das sie zu einem neuen Volk formt. Dann den Schwarm in eine Beute einschlagen. Mit flüssigem Futter in kleinen Portionen (z.B. alle zwei Tage 1 l Futter) anfüttern. Nach vier Wochen kontrollieren, ob Brut vorhanden ist.
Wichtig: Bei der Umsiedelung keinen Rauch benutzen, die Bienen würden sich mit Honig vollsaugen. Man möchte mit der Kunstschwarmmethode gerade erreichen, dass sie möglichst ohne "Altlasten" ein neues Volk bilden.
Anmerkung: Für mich eine gruselige Vorstellung - man kann auch Bienen von verschiedenen Völkern durch den Trichter schicken und zu einem Volk vereinigen. Dieses bedeutet riesigen Stress, wenn man bedenkt, wie fein austariert das System Bienenvolk ist.
Andererseits bietet ein Kunstschwarm die Chance, ein Jungvolk auf frische Waben zu bilden, zum Beispiel im Falle einer Faulbrutsanierung (in die Verlegenheit möchte ich nie kommen...). Berufsimker bilden häufig Kunstschwärme direkt nach der Honigernte."

Unsere Tochter lauscht dem Bienengesumme, das am Abend immer leiser wurde.

So lief es mit dem Kunstschwarm bei mir
- Im Volk von Queen Marlene eine Weiselzelle stehengelassen, daraus ziehen sie sich die junge Königin.
- Die Königin gefangen - habe ewig gesucht - sie saß auf der 19. Wabe.
- Die Bienen aus einer Zarge in die Kunstschwarm-Kiste abgefegt.
- Die Königin zulaufen lassen.
- Kiste in den kühlen Keller gesetzt.
- Morgens waren die Bienen ruhig, mittags unruhig, wuselten in der Kiste umher.
- Sorgen gemacht. Mit der BSV telefoniert. Festgestellt, dass der Keller nicht dunkel genug ist, also in einen geschlossenen Raum umgesetzt.
- Und sie sind hungrig - habe festen Honig auf das Gitter im Deckel positioniert.
- Schwarmeinlauf für heute Abend abgesagt, in der Hoffnung, dass sich die Bienen doch zu einem Kunstschwarm zusammenfinden und sich zur Traube aufhängen. Dann kann ich sie morgen weitergeben.
- Jetzt grüble ich, ob ich so etwas noch einmal machen würde - für die Bienen ist es Stress pur und für mich auch.
Oh, ich sehe gerade, es ist der 300. Post - ein kleines Jubiläum. 🙂

4 Kommentare

Schwer beladen kam diese Arbeiterin zum Stock zurück. Mühsam quälte sie sich durch das Mäusegitter. Ich habe es jetzt entfernt - freier Zugang zur Beute...

Heute habe ich mal einen Blick in die Beuten gewagt - und ich bin sehr zufrieden. Alle drei Völker sind munter und haben ein Brutnest.

Der Aalstrich-Schwarm

Mein kleinstes Volk hätte auch locker einzargig überwintern können. Hier der Blick auf die untere Zarge, in der sich nur wenig gefüllte Futterwaben befinden. Das Volk sitzt oben, gut versorgt mit Futter und zufriedenstellendem Brutnest.
Überrasschend viel Totenfall auf dem Gitterboden. Habe die toten Bienen mitgenommen und werde sie bei Gelegenheit genauer anschauen.

Queen Marlene

Bei meinem Wirtschaftsvolk befürchtete ich schon, die Beute kaum öffnen zu können, weil sie immer alles mit Propolis verkleben - beeindruckend dieses komplett "verputzte" Propolisnetz.
Ein Hinweis auf ein vitales Volk sollen solche Wachsbrücken sein. Die obere Zarge konnte ich kaum anheben, so viel Futter ist drin. Das Brutnest befindet sich in der unteren Zarge.

Queen Helene

In der Trogbeute waren die beiden ersten Waben von rechts mit grünem Schimmel befallen. Die habe ich rausgenommen und ich denke, ich schmeiße sie weg. Oder ist das Wachs nach dem Schmelzen noch zu verwenden? Das werde ich morgen beim Imkertreff erfragen. Auch hier ein schönes Brutnest.

3 Kommentare

Innerhalb von zwei Tagen haben die Bienen den 5-l-Eimer mit Futter geleert. Jetzt gibt es Nachschub. Als Schutz vor dem Ertrinken dienen Korkscheiben.
Innerhalb von zwei Tagen haben die Bienen den 5-l-Eimer mit Futter geleert. Jetzt gibt es Nachschub. Als Schutz vor dem Ertrinken dienen Korkscheiben.

Das ging jetzt aber mal schnell! Als ich zwei Tage nach der ersten Fütterung in die Beute schauten, waren sowohl die Futtertaschen in den Schwärmen geleert, als auch der 5-l-Eimer im Wirtschaftsvolk. Das ging jetzt ruckzuck. Ab Sonntag soll das Wetter endlich besser werden. Wenn die Prognose länger andauernd hohe Temperaturen verspricht (und die Realität auch hält!), füttere ich doch komplett auf und schließe dann die Ameisensäurebehandlung an. Ein durchgehender Futterstrom soll sich positiv auf die Brutentwicklung auswirken, habe ich gelesen.

Das Futter wird in 16-l-Gebinden mit extrem großen Ausguss angeboten. Für mich etwas schwer im Handling.
Das Futter wird in 16-l-Gebinden mit extrem großen Ausguss angeboten. Für mich etwas schwer im Handling.

Fertigfutter für Bienen
Da ich im Moment so wenig Zeit habe - auch zum Bloggen - habe ich mich für Fertigfutter entschieden. Mein Mann hat mir "Ambrosia" mitgebracht. Ohne jetzt Werbung dafür machen zu wollen, zitiere ich kurz aus der Produktbeschreibung: "ambrosia Bienenfutter-Sirup ist ein flüssiges Fertigfutter, das natürlicher Bienennahrung sehr ähnelt. Er besteht aus Fruchtzucker, Traubenzucker und Saccharose. Durch seine hohe Konzentration ist er unanfällig gegen mikrobiologischen Verderb. Sein hoher Fruchtzuckeranteil (40 Prozent TS) verhindert ein Auskristallisieren. ambrosia Bienenfutter-Sirup ist ein ausgewogenes, flüssiges Fertigfutter mit niedrigem HMF-Gehalt (Hydroxymethylfurfural). Der bienengerecht angepasste pH-Wert trägt dazu bei, vitale und starke Frühjahrsvölker zu erhalten."
Das wollen wir mal hoffen! Mir erschließt sich nur noch nicht, weshalb das Futter "Ambrosia" heißt, also nach Beifuß-Traubenkraut. Leider ist unser Internet gerade so langsam, dass weder die Recherche noch Bloggen Spaß macht. Vielleicht kennt ja jemand die Antwort?

1 Kommentar

Aha, die Königin zieht mitten im Brutnest eine Linie.
Aha, die Königin zieht mitten im Brutnest eine Linie aus freibleibenden Zellen.

Das Foto ist aus der Beute mit dem Aal-Strich-Schwarm. Dort habe ich heute nochmals die Vorratslage überprüft. Verdeckeltes Futter war nicht zu finden. Dafür das große, kompakte Brutnest mit einer "Linie" aus unbestifteten Zellen. Überlicherweise sagt man, sie benötigen diese freien Zellen, um darin zu heizen. Aber diese Zellen sind mit Honig gefüllt. Weiß der Schwarm noch nicht, wie es richtig geht? Brut in die Mitte, Futterrand außenrum?
Jedenfalls habe ich 1,5 l Zuckerlösung gegeben. Nach dem heißen Sommertag heute, wird ja für die nächsten drei Tage schon wieder Regen gemeldet.

So eine Lupe wäre vielleicht auch etwas für mich! Wenn ich nach Stiften suche, schüttle ich mir unter dem Schleier die Brille Richtung Nasenspitze, um darüber zu schielen...
So eine Lupe wäre vielleicht auch etwas für mich! Wenn ich nach Stiften suche, schüttle ich mir unter dem Schleier die Brille Richtung Nasenspitze, um darüber zu schielen...

Alles in Ordnung
Queen Marlene stiftet ebenfalls fleißig, sie wuselt noch immer unruhig über die Waben. Eine Nachschaffungszelle und etliche Spielnäpfchen habe ich entfernt.
Der Schwarm Helene in der Trogbeute hat für die nächsten Tage genügend Futter eingelagert. Ich bin dieses Wetter sooo leid! Und die Bienen sicherlich auch!

Imkern am Heidberg
Immerhin konnte am Dienstag mal das Imkern am Haidberg staffinden, das unsere BSV anbietet. Die Bienen waren recht kribbelig und sammelten sich auf dem Imkerschleier - zu kalt kann ihnen nicht gewesen sein...DSC_1754