Bienenbeuten

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Wir haben im Imkereibedarf Humme in Dorsten-Lembeck eingekauft! Das dritte Volk wird in eine Deutsch-Normal-Maß-Beute einziehen. Hier meine Einkaufsliste:

ein Flachboden
drei Ganzzargen
ein Absperrgitter aus Metall
ein Holzdeckel
vier Pakete Rähmchen (á 20 Stück)
2 kg Mittelwände (20 Stück)


204 €       Fehlt noch ein Metalldeckel, der nicht vorrätig war.

Amerikanische Faulbrut ausgebrochen
Woher das nächste Volk kommen wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht bilde ich einen Ableger, oder ich fange einen Schwarm? Letzteres in diesem Jahr wahrscheinlich nicht. Gestern schreckte die Imker in Haltern eine Notiz in den Amtlichen Bekanntmachungen in der Zeitung auf. In Haltern ist die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Dazu habe ich im Januar Beiträge über den Erreger, die Verbreitung und Diagnose sowie über Maßnahmen im Verdachtsfall und die Vorbeugung geschrieben.
Von der östlichen Grenze des Sperrbezirks sind wir nur 750 m entfernt! Bitte nicht! Das Szenario eines Faulbrutausbruchs in meinen Völkern möchte ich nicht erleben!
(Zeitungsartikel zum Vergrößern bitte anklicken.)
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Der strahlende Sonnenschein lockte mich heute Mittag nach draußen, um "kurz" nach den Bienen zu sehen. Und - Volltreffer! Die Bienen wagten sich auch heraus - zum Reinigungsflug, wie man auf einem der Bilder gut sehen kann. Einige hatten es wohl so eilig, dass sie sich gleich auf dem Anflugbrett entleerten...

Da musste wohl jemand ganz nötig - erste Kotspritzer zieren das Anflugbrett....
Da musste wohl jemand ganz nötig - erste Kotspritzer zieren das Anflugbrett....

Ist für uns ja auch unvorstellbar, wie sie es schaffen, ihren Kot wochen-, ja monatelang zu halten, bis die Temperatur an einem Wintertag auf mindestens 10 bis 12 °C steigt und die Flugmuskulatur voll einsatzfähig ist. In diesem Winter war die Pause durch die milden Temperaturen bis weit in den Dezember hinein ja auch nur kurz.
Und nach dem Reinigungsflug einmal in den Spiegel schauen:

Diese Biene mag meinen Silberring.
Diese Biene landete auf meinem Silberring.

Ach ja, "kurz" nach den Bienenschauen wollte ich, aber dann traf ich den netten Nachbarn, der auch mal Imker war und jetzt bei Iglo arbeitet (produzieren Tiefkühlkost und bauen lässt in unserer Region Gemüse anbauen). Er berichtete, dass auch der Schnittlauch schon wächst.
Ein Hundebesitzer beobachtete ebenfalls die Bienen und erzählte, dass er regelmäßig meinen Blog verfolge. Nur einen Kritikpunkt habe er, ich dürfe doch nicht schreiben, dass Haltern am See zum Ruhrgebiet gehöre.... Die alte Diskussion: Alles was nördlich der Lippe liegt, zählt geographisch zum Münsterland; Haltern wurde aber 1929 aus dem münsterländischen Kreis Coesfeld abgezwackt und dem Ruhrgebietskreis Recklinghausen zugeordnet.
Wieder einmal nette Begegnungen, die ich ohne die Imkerei nicht hätte!

Beuten "griechischer Art".
Beuten "griechischer Art".

Zugegeben, ich verspüre so eine "Ahnung von Sommerloch". Es gibt gerade nicht so viel zu berichten, außer, dass die Blumenwiese durch die Trockenheit an Farbe verloren hat - die Phazelia verblüht und die Melde über alles hinauswächst, und ich dabei bin, ein Refraktometer zu organisieren....

Beuten mit Schnappverschluss
Also stürze ich mich jetzt auch auf ein Griechenlandthema:
Ein befreundeter Imker hat mir kürzlich seine Stände gezeigt. Dazu auch diesen Standort, der von einem deutschen (Berufs-) Imker und einem griechischen Imker betrieben wird.
Die Beuten nach "griechischer Art" hätte ich mir gerne genauer angesehen. Vielleicht ergibt sich demnächst mal eine Gelegenheit. Ich vermute wegen der Verschlüsse, dass die Zargen ohne Falz auskommen - weniger gequetschte Bienen beim Aufsetzen.
Für Neulinge in der Imkerei ist Fjonkas kurze Zusammenfassung über Beuten und ihr Innenleben interssant: Haus- und Hofberichterstattung aus der Villa Fjonka.
Tja, es ist mühsam, ein Sommerloch zu füllen, aber bald werde ich schleudern und eben hat sich ein sehr informatives Gespräch mit einem neuen Nachbarn ergeben - darüber dann demnächst mehr!

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Bienenkiste mit Blechdeckel zu verkaufen.
Bienenkiste mit Blechdeckel zu verkaufen.

Da ich meine Imkerei auf Beuten im Deutsch-Normal-Maß umgestellt habe, verkaufe ich meine Bienenkiste von Holtermann samt Trägerleisten für den Honigraum sowie den Blechdeckel. Die Bienenkiste ist mit Leinölfirnis gestrichen.

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Meine Bienen haben die Beute 13 Monate bewohnt, daher zeigt sie die entsprechenden Gebrauchsspuren, ist aber ansonsten gut in Schuss.

Wer Interesse hat, melde sich bei mir. Die Bienenkiste steht zur Abholung bereit.

Mit dem zweiten Brutraum ist jetzt genügend Platz vorhanden für neue Brut und Bienen .
Mit dem zweiten Brutraum ist jetzt genügend Platz vorhanden für neue Brut und Bienen .

Um den 20. März herum beginnt in unserer Region die Salweide zu blühen - der richtige Zeitpunkt, um den zweiten Brutraum aufzusetzen. Denn die Königin legt jetzt jeden Tag 2000 (!) Eier. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich finde diese Zahl einfach unglaublich. Da braucht sie natürlich Platz für Brut und junge Bienen.

Wer brütet da?
Also eine zweite Zarge geholt und ran ans Wabenlager. Aus dem Vorjahr habe ich noch einige bereits ausgebaute Waben, die ich jetzt ins Volk hänge. Doch was muss ich da sehen?

Wer hat da am Wachs geknabbert und seine Jungen aufgezogen?
Wer hat da am Wachs geknabbert und seine Jungen aufgezogen?

Am oberen Rand eines Rähmchens finde ich dieses Nest. Da aber keine typischen großflächigen Gespinste zu sehen sind, gehe ich mal nicht davon aus, dass sich eine Wachsmotte eingenistet hat, oder? (Gebt mir mal einen Tipp!)  Wird ein anderer Wachsfeinschmecker gewesen - und hoffentlich harmlos - sein.

So geht das ja gar nicht - alles völlig schief.... Die Mittelwand muss oben ansetzen und sollte unten Luft haben.
So geht das ja gar nicht - alles völlig schief.... Die Mittelwand muss oben ansetzen und sollte unten Luft haben.

Sollte mir noch einmal in Erinnerung rufen, was beim Einlöten von Mittelwänden zu beachten ist:
- Drähte spannen- Mittelwände vorwärmen (eine Stunde in eine Heizdecke einschlagen - Tipp von Pia Aumeier)
- oben anstoßen lassen
- unten immer etwas Platz lassen
- und den Trafo natürlich mit Fingerspitzengefühl einsetzen, damit die Mittelwand nicht durchschmilzt.

Die "Luft" unten ist wichtig, denn durch das Ausbauen "dehnt" sie sich etwas und schlägt dann Wellen. Beim Ziehen der Rähmchen würden die Bienen, die auf so einer Welle sitzen übers nächste Rähmchen geschrubbelt, was sie gar nicht witzig finden.

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An den Ständen der Imkermesse ließ es sich gut fachsimpeln und einkaufen.
An den Ständen der Imkermesse ließ es sich gut fachsimpeln und einkaufen.

In Münster sind die Tage länger – der Apisticus-Tag dauert zwei Tage. Da ich möglichst viel von den Vorträgen und Workshops (19 Stück gab es!) mitbekommen wollte, war ich gestern Abend etwas geschafft. Aber es hat sich gelohnt. Im heimeligen Ambiente der Backhalle in der Speicherstadt referierten zum Thema Bienengesundheit Wissenschaftler und Fachleute mit unterschiedlichen Ansichten und Herangehensweisen.

Auf der Via Mièle gab es eine große Vielfalt an Honig und Honigprodukten.
Auf der Via Mièle gab es eine große Vielfalt an Honig und Honigprodukten.

Es gab Workshops zum Mikroskopieren von Bienen, über Ohrkerzenmassage und Makrofotografie. Man konnte sich über sommerblühende Gehölze informieren, um Trachtlücken zu schließen und sich Produkte zur Varroabekämpfung vorstellen lassen. Super geschmeckt hat das Honigmenü bei der Kochvorführung des Rottaler Bienenhofs. Und ich habe jede Menge Imker wiedergetroffen und einige neue kennengelernet. Aufschreiben kann ich das gar nicht alles – fahrt selbst einmal hin.

Hier einige wenige Stichpunkte:
Dr. Wolfgang Ritter vom Referenzlabor für Bienengesundheit der Weltorganisation für Tiergesundheit in Freiburg erzielt „Gesunde Bienen und vitale Völker durch naturgemäße Bienenhaltung“, so der Titel seines Vortrags.

Dr. Wolfgang Ritter referierte über den Naturwabenbau.
Dr. Wolfgang Ritter referierte über den Naturwabenbau.

Bienenhäuser sind out
Er leitet seine Tipps von Beobachtungen wild lebender Honigbienenvölker im Ausland ab.

  • Schwärme suchen sich Nisthöhlen in einer Größe zwischen 50 bis 80 l. Das Verhältnis Volk/Raum ist entscheidend für das Hygieneverhalten: In Einraum- beuten mit Naturbau bestimmt das Volk, wie viel Raum und Waben es bewirtschaften kann.
  • Schwärme nisten in mindestens 2 m Höhe, lieber noch wesentlich höher. Das macht die Bearbeitung durch den Imker schwierig. Aber ausreichender Abstand zum Boden erschwert die Rückkehr von kranken, krabbelnden Bienen in den Stock.
  • Bienenhäuser und Reihenaufstellung sind out: Besser ist eine 4er Aufstellung im Block (das Flugloch jeweils in eine andere Richtung, finde ich aber unpraktisch, da steht man als Imker immer einem Volk im Weg). Optimal ist eine 2er Aufstellung im Abstand von 150 m.
  • Ritter überraschte die Imker mit der Aussage, dass die Wachsmotte ein Nützling ist. Bienen bauen nur so viele Waben, wie sie benötigen. Ist ein Schwarm ausgezogen, fressen die Wachsmotten die unbesetzten Waben. Sie verkleinern also den Nestbau.

Naturwabenbau stärkt die Völker

Mit charmantem Akzent und wunderbaren Fotos verdeutlichte auch Michel Collette aus Luxemburg die Bedeutung des Naturwabenbaus.
Mit charmantem Akzent und wunderbaren Fotos verdeutlichte auch Michel Collette aus Luxemburg die Bedeutung des Naturwabenbaus.

Auch für den Imker Michel Collette, Zertifizierter Demeter Imker und Leiter des Lehrbienenstandes im luxemburgischen Hollenfels, heißt es: „back to the roots“. Der leidenschaftliche Bienenfotograf zeigte wunderbare Aufnahmen u.a. von Schwarmtrauben, in denen man deutlich die Ausgänge der Luftkanäle sehen konnte (dass es sie gibt, war mir neu). Auch er sprach sich für den Naturwabenbau aus:

  • „Nest-Duft-Wärmebindung“: Jede Wabengasse ist wie ein geschlossener Raum mit einem eigenen Mikroklima. In Völkern, die nicht durch imkerliche Arbeiten auseinander gerissen werden, registriert er weniger Varroen.
  • Mittelwände werden von den Bienen ausgezogen, nicht ausgebaut. Das heißt, sie müssen das Wachs der Mittelwand erst erwärmen und kneten, um es in die Zellenform zu bringen. Das kostet mehr Energie, als Wachs in passender Konsistenz auszuschwitzen und direkt zu verarbeiten.
  • Der Wachskreislauf wurde von Menschen erfunden. In der Natur gibt es keinen Wachskreislauf.
  • Bienen bauen nicht eckig, sondern immer (irgendwie) rund. Deshalb sollten Imker die eckige „Rähmchenbrille“ ablegen.
  • Das Volk baut im Naturbau leicht wechselnde Zellgrößen und Zellstellungen. Die hauchdünnen Wachswände der Naturwaben schwingen besser. Zum Schluss noch zwei Schnappschüsse von der Imkermesse: (Hier geht's zum Bericht fürs Landwirtschaftliche Wochenblatt.)
  • Und hier eine Bienenbeute, wie ich sie noch nie gesehen habe.
    Hier eine Bienenbeute mit allem schnick und schnack, wie ich sie noch nie gesehen habe.

    Die Variobeute von Bienen-Lutz lässt sich aufklappen.
    Die rückenfreundliche Variobeute von Bienen-Lutz lässt sich aufklappen.

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Habe ich nicht immer belächelt, dass es in der Imkerei so viele verschiedene Beuten und Wege der Völkerführung gibt? Imker sind findig und immer auf der Suche nach dem Ideal, das gerne vom Standard abweichen darf. Solange es den Bienen dabei gut geht, ist ja alles in Ordnung.

Eine Trogbeute unter dem Weihnachtsbaum
Nun ja, jetzt zähle ich selbst zu diesen Individualisten. Mein Mann hat mir zu Weihnachten eine Trogbeute geschenkt - selbst gebaut! (Die Stunden im Werkraum darf man gar nicht zählen, und billig ist's auch nicht.) Noch ist sie nicht ganz fertig, aber ich möchte sie unbedingt mal vorstellen:DSC_1451Die Besonderheiten auf den ersten Blick: Die Trogbeute besitzt eine Zarge, die im Sommer als Honigraum aufgesetzt werden kann. Bienen bauen doch gerne in die Höhe.

DSC_1439Die Beute wird im Kaltbau besetzt.

DSC_1442Als Varroawindel dient eine weiße Kunststoffplatte.

DSC_1438Und der Clou: Die beiden Styroporflächen kann man abnehmen... ... weiterlesen