Autoren-Archive: Gerburgis Sommer

Über Gerburgis Sommer

Ich schwärme für Bienen, liebe Honig und als Journalistin schreibe ich gerne darüber.

Eine Insektennisthilfe - oder auch Insektenhotel genannt - in hervorragender Ausführung von Holz-Stein-Design: Geeignetes Holz, passend große Bohrlöcher und Schnitte ohne Grate. Und es macht auch optisch etwas her. Das Schieferdach ist chic, aber kein Muss für eine Insektennisthilfe.

In diesen Tagen versuchen Garten- und Baumärkte ihre Sommerwaren an den Mann zu bringen und rücken auch so genannte Insektenhotels ins Blickfeld ihrer Kunden. Bezogen werden sie von den Insekten erst im nächsten Frühjahr wieder, aber nicht als Hotel zum Übernachten, sondern um dort in den Röhren kleine Kammern mit je einem Ei und etwas Futter einzurichten. Dies geschieht im Frühjahr und Sommer. Schlüpfen wird der Nachwuchs erst nach dem Winter im kommenden Frühjahr und Sommer, jede Wildbienenart hat dafür ihre Zeit. Wenn die Jungen ausziehen, säubern sie sogar ihre Brutkammern. Also keine Frage, so verhält sich kein Gast im Hotel... Deshalb ist Insektennisthilfe der passendere Name für die verschiedenen Varianten.

Ein paar Artikel über Insektennisthilfen
Leider sind viele Nisthilfen im Angebot, die in der Praxis nichts taugen, weil
- die Bohrlöcher ins Stirnholz gebohrt wurden, das Holz reißt, lässt Feuchtigkeit, Pilze und Schädlinge herein
- Grate an den Stängeln die feinen Flügel der Insekten verletzen können
- markhaltige Stängel und Holziegel nicht besetzt werden können
- Hohlziegel zu große Löcher haben, als dass sie besiedelt werden könnten
- Zapfen und Stroh haben in einer Insektennisthilfe nichts zu suchen
- Nadelholz rau ist und die Flügel verletzen kann, Buche, Esche und Birke sind gut geeignet
- Nistmöglichkeiten für Ohrenkneifer & Co. einem gedeckten Tisch nahekommen, weil sie die jungen Insekten direkt nach dem Schlupf fressen....
Vor einigen Jahren habe ich bereits einmal über dieses Thema berichtet: Wildbienen in Wohnungsnot. Wer gerne selbst eine Insektennisthilfe bauen möchte, findet beim Nabu-Weserbergland wertvolle Tipps.
Als Standort eignen sich südlich gelegene und vor allem vor starkem Regen und Wind geschützte Plätze.

Untaugliche Insektennisthilfen
Da ich einer Freundin eine richtig gut gemachte Nisthilfe als Dankeschön schenken wollte, fielen mir in den Bau- und Gartenmärkten etliche Varitanten auf, die nicht praxistauglich sind. Außerdem merkt man an den teils hohen Preisen, dass Insektennisthilfen "in" sind. Überzeugt hat mich die Nisthilfe ganz oben, die ich im Internet entdeckt habe. Ich versuche immer, vor Ort zu kaufen, aber in diesem Fall gab es leider keine zufriedenstellende Alternative. Hier ein Überblick über meine Fundstücke:

Meine Schwester hat dieses kleine aber feine Häuschen aufgestellt. Ich muss sie dringend fragen, wo sie es gefunden hat.
Ebenfall tauglich sind diese Nisthilfen.
In einem Baumarkt an der Schweizer Grenze entdeckte ich diese Nisthilfen, die ebenfalls tauglich sein mögen. Abschreckend wirkt hier der hohe Preis...
Eine weitere Variante aus Südbaden sind diese Holzwürfel.
Und jetzt ein paar No-Go's: Keine dieser Insektennisthilfen ist für den Zweck geeignet. Sie bieten mit Stroh und Tannenzapfen Räubern Unterschlupf. Rechts unten ist ein Schmetterlingskasten zu sehen. Der mag in Ordnung sein.
Und auch hier entspricht nur ein Modell den Anforderungen. Wer hat es gefunden? Richtig, in der mittleren Reihe ganz links.

Und wer bishierher durchgehalten hat, erfährt noch etwas Interessantes:
Man stelle sich einen hohlen Bambusstängel in einer Insektennisthilfe vor, in dem eine Wildbienenmutter eine erste Brutkammer am Ende des Stängels anlegt. Wildbienenmütter können beeinflussen, ob sie ein weibliches oder ein männliches Ei in die Kammer legen. Es wird noch etwas Pollen als Futter hinzugegeben, dann wird die Kammer verschlossen, das nächste Ei abgelegt usw. Bis sie am Ende in die letzte Kammer ein männliches Ei ablegt. Warum das? Wenn ein Räuber, z.B. ein Vogel die Kammer aufpickt, erwischt er das männliche Ei. Kostbarer ist für die Insekten der weibliche Nachwuchs - davon braucht es mehr...

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Der Sonne zugewandt erhitzt sich der Innenraum des Sonnenwachsschmelzers, sodass das Wachs schmilzt und durch ein Lochsieb in einen Auffangbehälter tropft.
Wenn das Wachs geschmolzen ist, bleiben sie übrig: Nymphenhäutchen der geschlüpften Bienen.

Vor zwei Jahren habe ich mir einen Sonnenwachsschmelzer für vier Waben zugelegt, Kostenpunkt 130 €.  Ich war es leid, Wachs im Topf auf dem Küchenherd zu schmelzen und der Gefrierschrank war voll mit Waben. Damals hätte ich mich sehr gefreut, wenn dem großen Paket eine kurze Aufbau- und Bedienungsanleitung beigelegen hätte. An welcher Stelle muss man die Halterung für den Fuß anschrauben - nix angezeichnet. Im Internet, wo ich sonst immer fündig werde, ergab eine kurze Recherche nichts Konkretes. Wozu ist der wackelige Dreifuß eigentlich gut? Man kann den Schmelzer auch gut einfach irgendwo anlehnen. So halte ich es bis heute.

Sonnenwachsschmelzer im Einsatz
Bereits im Frühsommer ist der Sonnenwachsschmelzer zum Einsatz gekommen. Einige der - so dachte ich - unbebrüteten Waben im Winterlager waren doch von der Wachsmotte befallen. Die Bilder erspare ich uns hier. Was ich nicht sofort entsorgt habe, wanderte in den Wachsschmelzer. Auch die Waben mit der ausgeschnittenen Drohnenbrut schmelze ich ein. Das ist ebenfalls nichts, was man als appetitlich bezeichnen könnte. Bienenwachs schmilzt bei 62 bis 65 °C, heute war es so heiß, dass ich den Auffangbehälter kaum mit der bloßen Hand anfassen konnte.
Die vom Wachsbefreiten Rähmchen lagere ich nun in großen Kunststoffkisten. Es fehlt mir noch die Möglichkeit, sie richtig zu reinigen. Manche machen das in alten (!!!) Spülmaschienen, die sie nur für diesen Zweck  haben, andere reinigen sie sonstwie mit Ätznatron. Das ist mir aber zu heikel, dazu müsste ich mir das passende Equipment anschaffen. Mal sehen, wie ich das löse...

Ein Blick auf die Völker
Die Varroabehandlung mit Ameisensäure ist bereits seit der vergangenen Woche abgeschlossen. Es sind bislang wenige Milben gefallen. Etwa zehn Tage nach Ende der Behandlung ist der Erfolg am Milbenfall ablesbar, da heißt es, sich noch ein paar Tage zu gedulden.
Ansonsten habe ich mit dem Auffüttern weitergemacht. Heute Abend gibt es noch einmal eine Ration.

Für die Ameisensäurebehandlung gegen die Varroamilben benutze ich den Nassenheider Verdunster. Die Säure in der Flasche feuchtet das dicke Papier in dem Aufsatz an. Wenn es sich vollgesogen hat, tropft die Säure auf das darunterliegende Vlies und verdunstet bei passenden Temperaturen in der Beute.
www.varroawetter.de: Einfach die Postleitzahl eingeben, dann erscheint die Vorhersage, wie das Wetter der folgenden Tage zur Behandlungsform passt.

Nun sitze ich das dritte Mal an diesem Post - komme einfach nicht dazu, ihn abzuschließen. Wichtiger ist aber, dass die Ameisensäurebehandlung gut geklappt hat. Die Säure verdunstet in den Bienenbeuten und schädigt die Varroabrut. In einem älteren Beitrag habe ich die Ameisensäurebehandung mal ausführlich beschrieben.

Wichtig für den Behandlungserfolg ist eine gleichbleibend hohe Temperatur um 22 - 27 °C. Hilfreich ist der Service "Varroawetter" der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Hier kann man nachsehen, wie die Wettervorhersage für den Ort mit der gewählten Behandlungsmethode übereinstimmt. Gestartet bin ich mit kleinen Dochten, da es doch noch recht warm war. Als sich kühlere Temperaturen ankündigten, habe ich für die letzten drei Tage mittelgroße Dochte gewählt. Jetzt kann ich in den Windeln den Erfolg kontrollieren.

Ich hoffe, dass ich mit einer Behandlung auskomme, denn alle drei Völker haben aus unterschiedlichen Gründen neue Königinnen und damit auch mehrwöchige Brutpausen erlebt, sodass sich auch nicht so viele Milben entwickeln konnten. So, jetzt aber schnell hochladen!

Bunte Beuten in San Martino di Castrozza in den Dolomiten.

Die lange Schreibpause, hat es verraten: Die Imkerin war im Urlaub! Aber so richtig! Deshalb lässt wohl auch das Foto der farbenfrohen Beuten in den Dolomiten an Schärfe vermissen - in der Gruppe weiterzuwandern war wichtiger, als zu fotografieren. Aber eins war da schon klar, wenn ich wieder zuhause bin, ist Honigerntezeit!

Die meisten Waben waren komplett verdeckelt - teils betrug der Wasseranteil nur 16 Prozent.

Vor oder nach dem Urlaub schleudern?
So schön die Sommerferien auch sind, sie lassen sich nicht immer gut mit der Honigernte vereinbaren. Eigentlich hätte ich schon vor dem Urlaub schleudern wollen. Aber es saß zeitlich einfach nicht mehr drin. Dabei hatten die Bienen so gut eingetragen. Ohne den Krafteinsatz meines Mannes konnte ich die beiden Honigräume von Queen Gertrud nicht mehr bewegen.

Also, kaum aus dem Urlaub zurück, habe ich meine einzige Bienenflucht in dieses Volk eingelegt und eineinhalb Tage später morgens die Honigwaben aus allen drei Völkern geholt. Dabei hat Queen Gertrud mengenmäßig die Nase weit vorne. Dann folgen Helene und Marlene. Die Ursachen sind bekannt: Umweiselung, Weisellosigkeit und Schwarmabgang senkten die Produktivität. Sobald ich die Eimer gewogen habe, werde ich die Erntedaten nachtragen.

Zu zweit und zu dritt geht das Entdeckeln viel schneller.

Heute durfte ich dann bei einer lieben Imkerfreundin schleudern. Das heißt, sie hat tatkräftig mitgeholfen, ebenso unsere Jüngste, sodass wir in drei Stunden fertig waren. Besonders schön sind die netten Gespräche über Gott und die Welt und dass sie den Raum herrichtet und auch wieder putzt. So einen Service gibt es wohl kein zweites Mal!

Honigernte aus dem Frühjahr
Im Keller lagern noch 30 kg Frühtracht, die nun begonnen hat, sich einzutrüben. Ein sicheres Zeichen für die beginnende Kristallisation des Honigs. Ich habe ihn heute mit der Bohrmaschine kräftig durchgerüht, damit sich keine groben Kristalle bilden. Wenn sich eventuell eingerührte Luftbläschen (sollte nicht passieren!) an die Oberfläche gekämpft haben, kann ich ihn morgen in Gläser abfüllen. Dann bin ich auch wirklich froh, wenn die Honigerntezeit vorerst mit all ihren Arbeiten erledigt ist.

Für die Schwebfliege (links) und das unbekannte Flugobjekt (rechts) scheint das Jakobskreuzrkaut attraktiv zu sein. Ich möchte aber nicht, dass die Bienen sich dort bedienen.

Vergangene Woche fielen mir beim Blick auf die Wiese die kühlgelben Blüten des Jakobskreuzkrautes auf, die sich von den sonnengelben Blüten des Johanniskrautes unterscheiden. Vor zwei, drei Jahren ist es in unserem Wohngebiet aufgetaucht. Es wanderte von der Straße in die Wiese ein - von Westen kommend. Interessant, dass die meisten Pflanzen nun an der östlichen Seite der Wiese standen. Da weiß man, woher der Wind weht...

Mit Muskelkraft gegen Jakobskreuzkraut
Auf der Wiese ist das Kraut unerwünscht. Wer mehr darüber wissen möchte, kann den Artikel übers Jakobskreuzkraut lesen, den ich im vergangenen Jahr geschrieben habe. Dank der Trockenheit und mit etwas Muskelkraft ließen sich die etwa 90 cm hohen Pflanzen samt Wurzeln aus der Erde reißen. Eine ganze Schubkarre habe ich so gefüllt und heute bei der Nachlese noch eine Handvoll Jakobskreuzkraut gezogen, bevor es wieder aussamt. Wer

Blick auf die Völker
Ansonsten machen die fleißigen Bienen ihrem Ruf alle Ehre. Vor drei Wochen habe ich geschleudert, heute konnte mein Mann den Honigraum bei Volk Gertrud nur mit größtem Kraftaufwand herunterheben. Die sind echt wahnsinnig! Ich überlege schon, wie ich das nächste Schleudern mit dem Urlaub verbinde. Und dann sind da ja auch noch 30 kg Frühjahrstracht im Keller, die aus den Eimern in Gläser abgefüllt werden wollen...
Nachdem ich bei Gertrud in zwei der wöchentlichen Kontrollen keine Stifte und auch keine Königin entdecken konnte, habe ich vor acht Tagen zur Prüfung der Weiselrichtigkeit eine Wabe mit jüngster Brut von nebenan hineingehängt. Heute dann die Spannung beim Nachsehen - keine Weiselzelle zu entdecken. Auf der dritten Wabe dann endlich winzige Stifte. Was wohl los war? Ob die Königin wegen der Hitze eine Brutpause eingelegt hat? Ob sie nicht ganz fit ist? Bin gespannt, wie es weiter geht!

Schon von weitem ist das Gesumme der Bienen zu hören, die auf dem Flugloch sitzend, Luft in den Stock fächeln. Bei 36 °C haben auch sie großen Durst und benötigen Wasser, um die zahlreich schlüpfende Brut zu versorgen.

Eine Tränke erspart den Bienen lange Wege. Wer den Insekten Gutes tun möchte, kann ihnen mit einfachen Mitteln Wasser anbieten. Damit die künstliche Tränke nicht zum Bakterienherd wird, muss das Wasser regelmäßig gewechselt werden.

Mit ihrer langen Zunge nimmt die Biene das Wasser von einem bemoosten Bimsstein auf.
Kurze Wege sind bei Hitze wichtig. Deshalb biete ich den Bienen eine Tränke an: ein Eimer Wasser mit Korkscheiben als Pontons, damit die Wasserholerinnen nicht ertrinken.

Aufgestellt habe ich die Bienentränke zwischen den Völkern. Auch auf dem Anflugbrett der Trogbeute tummeln sich die fächelnden Bienen.

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Eigentlich wollte ich schreiben: "Die Frühtracht ist im Eimer", was ja den Tatsachen entspricht. Aber ich denke, die meisten Leserinnen und Leser würden vermuten, dass etwas schief gelaufen ist. Aber alles ist bestens: Zwei Völker, 30 kg Honig, und ja, einen Stich habe ich kassiert, weil ich versehentlich eine Bienen unter dem Arm eingeklemmt habe. Für die Honigernte habe ich mit Vorbereitung, Honigwaben aus dem Volk holen, Schleudern in der vereinseigenen Zweiwabenschleuder und Putzen rund fünf Stunden gebraucht.

Einige Waben vor allem im Volk Gertrud waren fast komplett verdeckelt. Der in dieser Wabe eingelagerte Honig war sehr hell. Es folgten mehrheitlich Waben mit dunklem Honig, also vermutlich einem hohen Honigtauanteil. Und lecker ist er!
Hätte nicht gedacht, dass es klappt: Habe mit der Handykamera die Anzeige des Refraktometers fotografieren können. 17,5 Prozent Wassergehalt im unverdeckelten Honig ist klasse.
Und weil es so schön ist, ein Lieblingsfoto mit Blick in den Honigeimer, als ich das Sieb hochnahm. Schade, dass ein Foto nicht auch den feinen Honig- und Wachsduft festhält...

Nur ein paar von rund einem Dutzend Weiselzellen im Volk Marlene. Bereits am Freitag war zu erkennen, dass sie in höchster Schwarmstimmung waren und quasi schon auf gepackten Koffern saßen. Scheinbar habe ich eine Weiselzelle übersehen oder die Jungkönigin war bereits geschlüpft: Am Sonntag setzte sich ein großer Schwarm ab.
Nur wenige Meter vom Bienenstand entfernt, fliegen die Bienen in den Apfelbaum. Foto: Carsten Schäfer

Bei der Völkerdurchsicht am Freitag habe ich gestaunt - mindestens zwölf Weiselzellen im Volk Marlene und einige auch schon verdeckelt. Da muss ich am Samstag zuvor Tomaten auf den Augen gehabt haben. Am Pfingstsonntag wurde klar, das dass Volk sozusagen auf gepackten Koffern saß. Gegen Mittag erreichte mich per Whatsapp das Foto eines Nachbarn. Wenn man genau hinschaut, sind die vielen Punktei n der Luft zu erkennen. Ein Schwarm sammelte sich in der Luft über einem Apfelbaum nur wenige Schritte vom Bienenstand entfernt, um sich dort in rund 6 m Höhe in der Baumkrone niederzulassen.

Imker zum Schwarmfang gesucht

Unerreichbar hoch hängt die Schwarmtraube in einem stattlichen Apfelbaum. Foto: Sylvia Rudnik-Kerth

Die Höhe war das eine Problem, das andere bestand darin, dass wir uns 160 km entfernt auf einer Familienfreizeit befanden und nicht "mal eben" schauen konnten. Also habe ich mich ans Handy gehängt, um einen Imker zu finden, der sich kümmern kann. Der nächste Imker in der Nachbarschaft war nicht zu erreichen, der vierte Versuch glückte. Meine Imkerpatin Mechthild sagte zu, sich den Schwarm anzuschauen. Außerdem konnte ich die Besitzer des Apfelbaumes erreichen und eine weitere Nachbarin beruhigen, die ein großes Kaffeetrinken in ihrem Garten plante und fürchtete, das die Bienen einen Gefahr für die Gäste sein könnten. (Es sind Wespen, die uns im Spätsommer am Kaffeetisch besuchen, Bienen haben daran kein Interesse.)

Schwarm zog noch einmal um

Etwa in Brusthöhe hatte sich der Schwarm niedergelassen und konnte leicht geborgen werden. Rainer Wulf

Drei Stunden später erfuhr ich, dass es keine Möglichkeit gab, an den Schwarm heranzukommen. Blieb also nur abzuwarten und darauf zu hoffen, sie beim Weiterziehen beobachten zu können und sie dann einzufangen. Am Pfingstmontag gegen 11.30 Uhr meldete die Apfelbaumbesitzerin, dass die Bienen wieder aufschwärmten. Niedergelassen haben sie sich bei weiteren Nachbarn, glücklicherweise in einem Strauch, sie hatten wohl noch keine geeignete Behausung gefunden. In dem Fall wäre es vermutlich schwer gewesen, sie einzufangen.  Ein Imker, zu dem es zufällig ein paar Tage zuvor einen Kontakt über Facebook gegeben hatte, konnte den Schwarm bequem bergen. Das ist noch einmal gut gegangen! Denn abends gab es ein kräftiges Gewitter mit Starkregen. Das hätte dem Schwarm nicht gut getan.

Vorteile des Schwärmens

Jetzt haben alle drei Völker in diesem Jahr eine neue Königin bekommen. Die damit verbundene Brutpause verringert den Varroadruck in den Völkern und ich bekomme nicht so viel Honig wie im vergangenen Jahr - was nicht schlimm ist, denn viel Honig bedeutet auch viel Arbeit. Und noch eins: Es sind Leute, bzw.  Nachbarn zusammen gekommen, die sich sonst selten treffen. 😉 Danke an alle Beteiligten!

Diese Biene verschwindet im Blütenmeer. Erste Pollen hat sie transportfertig an ihre Beinchen gepackt.
Mit den Beinchen voraus nimmt diese Biene ihre Landeposition ein.

Wenn wir in diesen Tagen an unserer Garage vorbei gehen, hören wir ein Summen, als sei ein Bienenschwarm unterwegs. Bienen im Anflug, beim Wechseln der Blüte und beim Abtransport der Pollen und des Nektars in den Bienenstock sorgen für das gemütliche Geräusch. Herrlich!

Dabei vermerkt der Pflanzensteckbrief für die schattenliebende Kletterhortensie nur ein mäßiges Pollen- und Nektarangebot. Daher mag der große Andrang ein Hinweis auf fehlende Alternativen sein. Leute - pflanzt und sät mehr Blumen!

Als grüne Wand verkleidet die Kletterhortensie unsere Garage. In diesen Wochen dient sie Bienen und Hummeln als Nahrungsquelle.

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Einmal schauen, ob ich die Königin, Rundmaden und Weiselzellen entdecke.
Um zu sehen, ob Stifte - also kleine Bieneneier - da sind, muss ich die Wabe gegen das Licht halten und über meine Brille schielen...

Gestern hat mich mein Mann bei der derzeitig wöchentlichen Völkerdurchsicht begleitet. Die Honigräume sind mittlerweile so schwer, dass ich sie nur noch mit großer Mühe vom Beutenturm herunter und wieder hinauf bewegen kann. Seine Anwesenheit hat außerdem zum Ergebnis, dass es endlich einmal wieder Foto von der Imkerin in Aktion gibt.

Im Volk Gertrud ist nun die junge Königin von ihrem Hochzeitsflug zurückgekehrt und legt bereits erste Stifte. Super!

Endlich! Darauf haben die Bienen lange gewartet: Bei Temperaturen über 20 °C starten die Sammelbienen zum Flug. Kalt und manchmal auch regnerisch waren die vergangenen Wochen und daher Bienen außerhalb des Stockes nur vereinzelt zu beobachten.

Die Brutwabe ist fast komplett mit verdeckelter Brut gefüllt. Rund 2000 Arbeiterinnen werden allein auf dieser einen Seite der Brutwabe schlüpfen.

Ein Blick auf die Völker
Insgesamt scheint die Schwarmstimmung abgenommen zu haben. Vereinzelt habe ich eine Weiselzelle entdeckt.

Queen Helene
Die neue Queen Helene in der Trogbeute stiftet sehr fleißig - das tut auch not, denn das Volk ist recht klein, sitzt auf acht Rähmchen.

Ableger
Im Ableger in der Einraumbeute ist am vergangenen Wochenende eine junge Königin geschlüpft. Habe am vergangenen Sonntag noch die Reste der Weiselzelle gesehen. Wenn sie schlau ist, nutzt sie das schöne Flugwetter zum Hochzeitsflug.

Queen Gertrud
In der Deutsch-Normal-Beute nebenan sollte Queen Gertrud stiften, aber schon in der vergangenen Woche konnte ich keine Stifte erkennen - und habe es auf die Lichtverhältnisse geschoben. Tatsächlich scheint das Volk weisellos zu sein, hat aber noch eine Nachschaffungszelle ziehen können. Darin konnte ich eine Rundmade erkennen. Ansonsten ist es ein sehr bienenstarkes Volk, das fleißig Honig produziert. Der zweite Honigraum hat hier seine Berechtigung...

Queen Marlene
Hier scheint alles zu stimmen: Queen Marlene sorgt für ein tolles Brutnest und die Bienen tragen Honig ein.  Eine Weiselzelle habe ich gebrochen und auch einmal Drohnenbrut geschnitten, um den Varroadruck im Volk zu senken.

Habe ich nicht einen tollen Nachbarn? Er hat beim Mähen das ursprüngliche Rechteck unserer Blumenwiese stehen lassen und ist um einzelne Planzen außerhalb des Rechtecks herumgekurvt. Ein dickes Dankeschön!!!

Die Einraumbeute beherbergt den Flugling, den wir aus den beiden Völkern in den DN-Beuten gebildet haben.

Jetzt musste ich beim Schreiben der Überschrift doch grinsen "Brut und Bienen für Flüchtling", so lief es mir in die Tastatur. Stimmt, mit Flüchtlingen habe ich mehr zu tun, als mit Fluglingen.

Meine Völker Marlene und Getrud quellen fast über und sind in Schwarmstimmung. Erste Weiselzellen habe ich bereits am 20. April gebrochen. Es wird höchste Zeit, die Völker zu schröpfen, wenn ich vermeiden möchte, dass sie schwärmen.

Flugling bringt Entlastung
Deshalb habe ich mit einer Freundin am 28. April einen Flugling gebildet. Sie möchte seit einem Jahr mit dem Imkern beginnen, und besucht gerade einen Imkerkurs. Einen Schwarn konnte sie in 2018 nicht ergattern. Nun hatte sie die Einraumbeute so präpariert, dass man DN-Rähmchen einhängen kann. Sobald es möglich ist, wird sie diese Rähmchen wieder entfernen, denn die Beute ist mit hochformatigen Rähmchenmaßen bestückt.

Wie haben wir den Flugling gebildet? Nach einer flotten Durchsicht der beiden Völker in den DN-Beuten haben wir festgestellt, dass das Jetzt in der Mitte stehende Volk (Gertrud) mehr Weiselzellen hatte als das Volk Marlene (jetzt links). Deshalb habe ich hier drei Bruträhmchen entnommen und eine bestiftete Weiselzelle stehen lassen. Hier wird die Königin für das neue Volk heranwachsen.  Nun haben wir die Einraumbeute auf den Platz von Volk Marlene gesetzt und Marlene nach links an den Rand platziert und das Flugloch um 90 ° gedreht. Nun werden die Flugbienen von Marlene an den alten Standort zurückkehren und in die Einraumbeute einziehen. Gertruds Brut und Marlenes Flugbienen werden also das neue Volk bilden.

Bei gutem Flugwetter konnten wir beobachten, dass es geklappt hat. Es herrschte reger Andrang an der Einraumbeute.

Ableger oder Flugling?
Manche werden sich fragen, warum ich nicht einfach einen Ableger gebildet habe. Da ich noch auf das Ergebnis der Futterkranzprobe warte und kein aktuelles Gesundheitszeugnis besitze, fiel diese Möglichkeit aus. Denn ein Ableger muss mindestens drei Kilometer entfernt aufgestellt werden, damit die Bienen nicht wieder zum alten Stand zurückfliegen.
So habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zwei Völker geschröpft und eine Freundin glücklich gemacht, die das Volk abholen wird, sobald das Zeugnis da ist. Die Bildung weiterer Ableger ist allerdings nicht ausgeschlossen...

Eine fitte Königin zu haben, ist für das Bienenvolk überlebenswichtig. Im Trogbeutenvolk ist eine Neue geschlüpft. Gesehen habe ich sie noch nicht. Aber ich liebe dieses Bild aus dem Archiv, weil es eine Königin umsorgt von den Ammenbienen zeigt.

Ist das schön! 27 Tage nachdem ich ein Brutbrett mit jüngster Brut in das weisellose Volk gehängt habe, verraten kleine Stifte (Eier), dass eine neue Königin geschlüpft ist, den Hochzeitsflug überlebt hat und jetzt erfolgreich begattet für Nachwuchs sorgt! Yes!