Autoren-Archive: Gerburgis Sommer

Über Gerburgis Sommer

Ich schwärme für Bienen, liebe Honig und als Journalistin schreibe ich gerne darüber.

Endlich kann man sich mal wieder treffen! Noch am Abend des Schwarmfangs mit dem Hubsteiger kamen Jackie (USA/Gelsenkirchen), Susanne (Gelsenkirchen), Parvin (Iran/Recklinghausen) und Muriel (USA/Haltern) vorbei. Ihr könnt Euch denken, dass ich nach dem Trubel mit den Bienen das Abendessen noch nicht fertig hatte. Schwups, saßen alle in lustiger Runde am Küchentisch und lernten sich kennen. Und dann ging es ab zu den Bienen. Jackie, Susanne und Parvin ließen sich die Waben zeigen und hörten sicher mehr von Bienen und Imkerei, als sie sich merken konnten. Na ja, wovon das Herz überquillt ... Muriel ist selber Imkerin und kam, um den neuen Schwarm abzuholen.
Immer mal ran an die Bienen! Durch Schleier und Handschuhe geschützt nahm Susanne gerne ein Rähmchen in die Hand und wunderte sich über unterschiedliche Gewichte. Eine Brutwabe mit gerade geschlüpften Bienen ist ein Fliegengewicht gegenüber einer Wabe mit verdeckelter Brut und üppigem Futterkranz. Foto: Jackie Ingram
Was für ein schönes Bauwerk! Aus fast weißem Wachs formen die Bienen die Brutzellen für den Drohnennachwuchs. Foto: Jackie Ingram

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So, nun weiß ich, dass Queen Gertrud noch da war, denn es ist eine junge Königin geschlüpft und Gertrud hat sich gefühlt mit dem ganzen Volk auf den Weg gemacht: Eine riesige Schwarmtraube hängt in der Hasel über dem Garten der Nachbarn.
Eine Leiter für diese Höhe konnte ich auf die Schnelle nicht organisieren, aber unsere Nachbarn lassen gerade ihr Haus streichen und ich muss sagen, ich bin völlig begeistert von dem freundlichen Handwerker Peter Nell (im Vordergrund), der auf meine zaghafte Bitte, ob es möglich sei, mit dem Hubsteiger ...? Seht selbst!
Er erklärte mir, wie man die Kabine hochfährt und ich schwebte dem Schwarm entgegen. Ziemlich weit ausgefahren, war es im Korb des Hubsteigers doch eine wackelige Angelegenheit, aber so bequem habe ich noch nie einen Schwarm in luftiger Höhe eingefangen. Aufgrund seiner Größe habe ich ihn in zwei Etappen in zwei Kisten geborgen. Es könnten ja auch zwei Schwärme sein.
Nee, ganz klar, es ist nur eine Königin und die sitzt in der vorderen Kiste. Eindeutig ist dies daran zu erkennen, dass sich hier ein ganzer Bienenbart versammelt. Ich fürchte nur, dass die Kiste recht klein ist. Zum Glück scheint die Sonne gerade nicht. Aber ich werde den Schwarm gleich zu uns in den Keller tragen. Eigentlich wartet man damit bis abends, bis auch die letzte Biene eingezogen ist. Aber das ist mir jetzt zu heikel, denn wenn es ihnen nicht gefällt, ziehen sie auch wieder aus. Die Bienen, die ich jetzt nicht einfangen kann, werden sich beim alten Volk wieder einbetteln. Sie haben ja zuvor in ihrer Honigblase einen Honigvorrat für drei Tage mitgenommen. Mit diesem Gastgeschenk werden sie von ihrem alten Volk gerne wieder aufgenommen. Ganz herzlichen Dank an an Peter Nell und seinen Auszubildenden vom Glaser- und Malereibetrieb Fimpeler, die ihre Mittagspause geopfert haben!

Die Bienen schwärmen aus! Doch dieser Schwarm kehrte nach einer kurzen Runde zwischen Apfelbaum und Baumhasel zum Stock zurück. Das ist immer ein Zeichen, dass mit der Königin etwas nicht stimmt.
Ich habe sie zusammen mit einer handvoll Bienen im Gras gefunden - war ja aufgrund ihrer Kennzeichnung leicht zu entdecken. Der Imker, von dem ich sie im vergangenen Jahr bekam, hat mir dann verraten, dass er ihr die Flügel beschnitten hat; eben, um das Schwärmen zu verhindern. Ich finde das nicht gut. Nun ja, so konnte ich sie einfach in die Fangkiste setzen. Es dauerte dann noch ein Weilchen, bis der Schwarm ihr folgte.
Allerdings erlebten wir eine Überraschung, als meine Imkerfreundin den Schwarm abends abholen wollte: Viele Bienen waren wieder ausgezogen. Die Königin und ein kläglicher Rest waren zurückgeblieben. Muriel versucht es trotzdem, Anfang Juni ist es noch genügend Zeit für die Königin, das Volk bis zum Winter hin aufzubauen. (28.05.)

Alleine fünf Weiselzellen haben die Bienen an diesem Drohnenrahmen gezogen - das zeugt von Schwarmlust! Überhaupt waren bei den Queens Marlene und Helene viele Bienen im Stock und etliche Rähmchen mit verdeckelter Brut vorhanden. Das ist die Gelegenheit, um Völkerteilung zu betreiben und Ableger zu bilden.
Sebastian Schlaberg freute sich über die beiden Ableger und hat sie in Datten in diese feinen Dadant-Beuten einlogiert. Viel Erfolg damit! Foto: Sebastian Schlaberg

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Wer Pollenhöschen in so einem satten purpur Rot in den Stock trägt, fällt natürlich auf und löst eine kleine Recherche aus.

Wow! Ist das nicht eine tolle Pollenfarbe? Habe mal schnell bei den Honigmachern nachgeschaut, sie haben eine detaillierte Übersicht an Pollenfarben und Trachtpflanzen, die sogar jahreszeitliche geordnet sind. Ein toller Service für Imkerinnen und Imker!

Zur Auswahl stehen für die erste Mai-Hälfte in diesem Farbton:
Purpurrote Taubnessel
Gefleckte Taubnessel
Rote Rosskastanie

Ich tippe auf die Taubnesseln, weil es in der Blumenwiese vor dem Bienenstock nur so davon wimmelt. Aber vielleicht blühen auch schon die ersten Rosskastanien. Ich werde meine Augen mal offen halten.

Die Purpurrote Taubnessel ist schon eine interessante Pflanze, wie sich ihre Blätter von unten nach oben immer mehr ins Purpur verfärben.

Ein furchtbares Bild: Diese alarmierenden Kothaufen sind ein Kennzeichen für die Maikrankheit.

Ich wunder mich gerade über vermehrte Abo-Anfragen von Imkern auf Instagram. Dann fiel mir die Bitte einer Redakteurin des Deutschen Bienenjournals um Nutzung meiner Fotos für einen Insta-Post über die Maikrankheit ein.
Bereits 2017 hatte das Journal meine Fotos für einen Artikel genutzt, den ich aber online nicht mehr finden kann. Dafür verlinke ich hier einen Beitrag aus dem Vergangenen Jahr: "Maikrankheit: Wenn Bienen Verstopfung haben".
2014 hat es mein Bienenvolk in der Bienenkiste schwer erwischt. Hier einige Bilder dazu:

Direkt unter dem Flugloch lag diese Betonplatte, auf der die Kotflecken besonders gut sichtbar waren, aber auch die Pflanzen drumherum waren bekleckert.
Die Bienen drängten sich draußen in großen Haufen zusammen und kehrten auch nachts nicht in den Stock zurück.
Bei der vorderen Biene ist der geschwollene Hinterleib gut zu erkennen.

Das Foto erklärt ganz gut, warum Imker Bieneneier auch als "Stifte" bezeichnen.

Wenn ich jetzt in die Bienenvölker schaue, dann suche ich gezielt nach jungen Bieneneiern. Sind sie vorhanden, ist das ein gutes Zeichen, denn dann war die Königin noch vor höchstens drei Tagen aktiv und vital.

Aber wie kommt das Ei in die Zelle? Wenn die Königin stiftet, heftet sie jeweils ein Ei an den Zellenboden. Da steht es dann waagerecht und entwickelt sich in den nächsten Tagen zur Rundmade.

Wenn Ihr noch, wie die Bienen die Waben herstellen? Darüber hatte ich mal ausführlich geschrieben: Wabenzellen: Das perfekte Sechseck.

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Zum ersten Mal in sieben Jahren Imkerei muss ich die Bienen mit einer Notfütterung unterstützen. Den Futterteig nehmen sie direkt an.
1 x Honig + 3 x Puderzucker = Futterteig

Futterkränze sind bei allen drei Völkern (fast) nicht mehr vorhanden. In einigen Waben ist bereits frischer Honig eingetragen worden, doch falls sich die kühle und regnerische Wettervorhersage für die nächste Woche bestätigt, könnte es knapp werden.
In allen Völkern sind starke Brutnester angelegt und sobald die jungen Bienen schlüpfen, haben sie auch Hunger.

Notfütterung mit Futterteig

Mit Gummihandschuhen knetet es sich am besten...

Deshalb habe auf alle Brutwaben eine Lage Futterteig gelegt. Die Grundzutaten sind eigener Honig (wichtig! wegen möglicher Sporenbelastung durch Amerikanische Faulbrut) und Puderzucker im Verhältnis 1:3 und Muskelkraft.
Um die klebrige Angelegenheit zu erleichtern, habe ich mir Gummihandschuhe übergezogen und dann geknetet und gewälzt, bis ein trockener Futterteig entstanden ist.
Diesen habe ich in Gefriertüten aufgeteilt, flachgedrückt und am Bienenstand aufgeschnitten, sodass ich die Futterpakete mit offener Oberfläche auf die Brutwaben legen konnte. Sofort kamen die ersten Bienen zum Testen. Ruckzuck werden sie das Futter verarbeiten. Dazu benötigen sie einiges an Wasser, aber Regen ist ja auch genug gemeldet.
Das Wetter heute ist allerdings viel schöner und sehr sonnig ausgefallen. Das fanden nicht nur die Bienen gut ...

Eine ganz normale Frau ...

Noch eine Anekdote am Rande: Ein kleiner Junge und sein Vater machten an der Blumenwiese Halt und schauten mir interessiert zu. Eine Nachbarin, die sich gerade für eine Radtour fertigmachte, erzählte mir hinterher, der Vater habe erklärt, ich sei eine Imkerin. Darauf der Kleine: „Aber das ist doch eine normale Frau!“ 😅

Ob aus einer dieser Weiselzellen eine neue Königin geschlüpft ist?

Mein Sorgenkind in den vergangenen Wochen war das Volk von Queen Gertrud (Vielleicht brauchen sie einfach mal einen anderen Namen. Meine Tochter, Taufpatin des Volkes) wollte mich mit diesem Namen wohl nur ärgern.) Am 3. März stellte ich fest, dass es keine junge Brut gibt. Damals hängte ich ein Brutbrett von nebenan hinein, damit sie sich eine neue Königin ziehen. Wegen des kalten Wetters habe ich darauf verzichtet, zu kontrollieren, ob sie Weiselzellen anlegen.
Am 30. März war ich gespannt: Würde ich eine neue Königin finden - oder gar schon junge Brut? Nö, nix zu sehen, nur ein Volk dass mangels Nachwuchs immer kleiner wurde - und, ja doch ein paar Ansätze von Weiselzellen. Ob die aber schon benutzt waren, konnte ich nicht erkennen (kann man das überhaupt?).
Also habe ich zur Verstärkung des Volkes und zur Sicherheit, falls sie sich doch eine Köngin ziehen wollen, ein weiteres Brutbrett aus dem Nachbarvolk hinzugehängt.
Am 18. April dann endlich die gute Nachricht: Es hat geklappt, eine neue Königin ist da! Gesehen habe ich sie nicht, aber die kleinen Stifte und Rundmaden haben sie verraten. Bin sehr froh!

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So sollte es derzeit in inem Bienenvolk aussehen - unten rechts ist ein Teil des Brutnestes mit verdeckelter Brut zu erkennen, darüber der Futterkranz mit verdeckeltem Futter.

Hui, das war wirklich knapp! Hätte unsere Bienensachverständige nicht schon gestern Zeit für die Entnahme der Futterkranz-Probe gehabt, hätte ich bestimmt nicht ins gut entwickelte Trogbeuten-Volk geschaut. Dann wäre das Volk mit ziemlicher Sicherheit in den kommenden kalten Tagen verhungert.

Bei der Entnahme der Futterkranzprobe (rechts) ist aufgefallen, dass bei Queen Helene in der Trogbeute kein Futterkranz mehr vorhanden war!

Für die Nicht-Imker:innen unten den Leser:innen: In unmittelbarer Nähe des Brutnestes befinden sich die Futtervorräte des Volkes - eigentlich. Wir zogen Wabe um Wabe, es gab einfach keinen Futterkranz. In diesem Fall haben die Natur und die Witterung nicht mit der rasanten Entwicklung des Volkes mitgehalten. Vor drei Wochen war das Volk schon sehr stark und ich setzte ungewöhnlich früh den Honigraum auf. Zugleich war noch so viel Futter vorhanden, dass ich eine Futterwabe mit altem Winterfutter herausgenommen habe. Doch dann schlug das kalte Wetter zu - die Bienen konnten nicht fliegen und keine Nahrung in den Stock eintragen.

Zur Rettung des Volkes habe ich direkt zwei Futterwaben in Volk gehängt, die ich als Reserve zur Seite gelegt hatte - zum Glück!

Heute sieht die Welt schon wieder nach Frühling aus. Die Bienen drängte es schon während des Schnees nach draußen. Ein besorgter Nachbar meldete sich gestern, weil an seinem Auto Bienen saßen. Einige bezahlten ihren Ausflug mit dem Tod. Heute bei rund 12 C war es warm genug für Ausflüge und Toilettengänge.
Wie herrlich war die Schneelandschaft bei Sonnenschein. Die Sonne auf den Beuten verführte einige Bienen zum Ausflug. Aber dann war es doch zu kalt. Diese beiden sind unterwegs Sommerhit ausgekühlt, dass sie den Rückweg nicht mehr schaffen.

Bei diesen beiden Beuten sind die Fluglöcher komplett verschneit und geschlossen. Aber die Bienen bekommen trotzdem Luft, denn die Kästen sind unten lediglich mit einem Gitter verschlossen. Die Palette und der Ständer auf dem sie stehen, sind noch nicht eingeschneit. Daher ist die Frischluftzufuhr im Moment gesichert.

Was machen die Bienen eigentlich, wenn es schneit? Sie kuscheln in ihrer Wintertraube und halten sich durch die Bewegung ihrer Flugmuskulatur warm. Doch was ist, wenn der Schnee die Beuten komplett umhüllt?
Habe heute diese beiden Fotos geschossen und schließlich den Schnee vor den Fluglöchern entfernt. Denn: Sollten auch die Gestelle der oben abgebildeten Beuten auch komplett einschneien - und der Schnee wird uns ja noch ein paar Tage bleiben - wird es an frischer Luft fehlen.
Bei der Trogbeute unten ist das Freihalten des Fluglochs noch wichtiger.

Bei der Trogbeute sieht es anders aus. Sie ist bis auf das Flugloch geschlossen und dieses ist trotz des überstehenden Daches fast bis auf einen kleinen Schlitz mit Schnee verschlossen.