Bienenkrankheiten

Bienenkrankheiten

Dieses Foto habe ich für Fjonka herausgesucht, die sich nach der Gewinnung von Propolis erkundigte. DIe Bienen haben das Netz am Zargenrand mit breiten Propolis-Streifen verklebt. Wenn ich es verarbeitet habe, werde ich berichten.
Dieses Foto habe ich für Fjonka herausgesucht, die sich nach der Gewinnung von Propolis erkundigte. DIe Bienen haben das Netz am Zargenrand mit breiten Propolis-Streifen verklebt. Wenn ich es verarbeitet habe, werde ich berichten.

Endlich ist der da, der Sommer, mit Temperaturen über 30 °C - auch bei uns in Haltern am See. Das ist klasse, aber wenn man gerade Nassenheider Verdunster in die Völker gesetzt hat, muss man häufiger nachschauen und eventuell kleinere Dochte einsetzen.
In einem Volk war die Ameisensäure schon gestern - vielleicht auch vorgestern - verdunstet - nur rund sechs Tage nach Einsetzen des Verdunsters. Die Ameisensäure muss aber mindestens acht bis zehn Tage wirken. Also war die Konzentratsion der Säure eigentlich zu hoch. Am Verhalten der Bienen konnte ich aber erkennen, dass sie es augenscheinlich gut überstanden haben. Ich werde nun noch ein wenig Ameisensäure nachfüllen, damit die Verdunstungsdauer erreicht wird. Hier noch ein Link zu den Honigmachern über Anwendungsfehler bei der Behandlung mit Ameisensäure.
Es ist wirklich eine Gradwanderung und Erfahrungssache, die passenden Dochte zu wählen. Und während ich noch schreibe, trifft der Newsletter von Apis e.V. zu eben diesem Thema ein. Dieser Dienst ist wirklich emmpfehlenswert, weil er passgenaue Tipps gibt - und dazu noch kostenlos (Spenden erwünscht und dringend benötigt), der passgenaue Tipps gibt - wie man sieht!

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In Helenes Volk fallen die Milben reichlich.
In Helenes Volk fallen die Milben reichlich.
Damit die Bienen den Verdunster nicht mit Propolis verkitten, habe ich ein Propolisnetz zwischen die Zargen gelegt - kommt keine Biene an den Verdunster ran.
Damit die Bienen den Verdunster nicht mit Propolis verkitten, habe ich ein Propolisnetz zwischen die Zargen gelegt - kommt keine Biene an den Verdunster ran.

Gut zwei Tage nach dem Einsetzen der Nassenheider Verdunster habe ich gestern früh kontrolliert, ob die Verdunstungsrate stimmt. In einem einzargigen Volk sollten etwa 10 - 15 ml in einem zweizargigen 15 - 25 ml täglich verdunsten.
Bei Helene in der Trogbeute passt das richtig gut. Dort ist auch das Foto mit den Milben entstanden.
Im Wirtschaftsvolk von Marlene liegt die Verdunstungsrate über dem Soll. Da habe ich den großen Docht gegen einen mittleren ausgetauscht. Milben sind hier entweder kaum gefallen oder die Ameisen räumen auf - die gibt es dort reichlich.
Und im Aalstrich-Schwarm ist nichts verdunstet. Der Docht saß wohl nicht richtig und konnte sich deshalb nicht mit Säure vollsaugen. Werde es mir gleich noch einmal anschauen.

Tipp von Nassenheider
Im letzten Post hatte ich ja geschrieben, wie ich die Lesbarkeit der Skala an der Verdunsterflasche mit Edding verbessere. Dies habe ich per Mail auch an Nassenheider geschickt und wurde prompt zurückgerufen. Eine farbliche Markierung auf der Flasche sei nicht möglich, weil sie wegen des säurehaltigen Inhalts mit einer Fettschicht überzogen ist. Darauf hält keine Farbe.
Alternativ könne man mit einer Briefwaage nachwiegen, wie viel Flüssigkeit verdunstet ist - ein guter Tipp! Die Anzeige der Waage kann ich auch durch den Schleier gut erkennen.

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Ein bekanntes Bild: 60-%ige Ameisensäure, Nassenheider Verdunster, Schutzbrille- und Handschuhe. Los geht`s!
Ein bekanntes Bild: 60-%ige Ameisensäure, Nassenheider Verdunster, Schutzbrille- und Handschuhe. Los geht`s!
Zunächst habe ich die neuen Säureflaschen präpariert und die Einteilung mit dem Stift nachgezogen - am Bienenstand mit Schleier wäre sie nicht lesbar.
Zuerst habe ich die neuen Säureflaschen präpariert und die Einteilung mit dem Stift nachgezogen - am Bienenstand mit Schleier können nur Imker mit Adleraugen die Skala im Urzustand ablesen..

Erledigt! Habe die Nassenheider Verdunster mit der Ameisensäure in die Beuten gesetzt. Das ist jetzt ein gutes Gefühl, denn für die nächsten Tage sind endlich konstante Temperaturen angekündigt. Da wird die Säure gut verdunsten.
Habe eben im Blog geblättert und erstaunt festgestellt, dass ich über die AS-Behandlung im Jahr 2014 bereits am 2. August und 2015 aber erst am 22. September berichtet habe - eine Spanne von sechs Wochen! Und immer dieses Gebibbere ums Wetter.

Exkurs: Getreideernte
Ich fühle mich gerade den Landwirten sehr verbunden, die ja noch viel häufiger als ich auf bestimmte Wetterlagen angewiesen sind. In diesem Jahr haben Gewitter und Hagel dem Getreide schon vor Wochen zugesetzt. Und nun muss es trocken genug fürs Dreschen sein. Mein Sohn hilft gerade meinem Cousin bei der Getreideernte und dem anschließenden Stoppelumbruch. Das bedeutet: Treckerfahren! Aber jetzt schweife ich ab.

Der Verdunster bietet verschieden große Dochte, die man je nach Verdunstungsrate einsetzen kann.
Der Verdunster bietet verschieden große Dochte, die man je nach Verdunstungsrate einsetzen kann.

Angebot: Varroawetter
Hilfreich ist der Link Varroawetter vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz. Einfach die Postleitzahl eingeben, die Behandlungsmethode wählen und schauen, ob der Zeitpunkt ideal ist oder eben gar nicht geht. Natürlich muss man auch das  Mikroklima am eigenen Bienenstand beachten - stehen die Beuten schattig oder am Südhang?
Wer ganz genau wissen möchte, wie die Behandlung mit Ameisensäure abläuft, kann es nachlesen - habe sie im vergangenen Jahr ausführlich beschrieben.

Ups, ein Fehler?
Dass ich schon mit dem Auffüttern begonnen habe, war vielleicht doch nicht so geschickt. Wenn das Futter noch recht feucht in den Waben sitzt, kann die Feuchtigkeit die Verdunstung der Ameisensäure beeinträchtigen. Das habe ich natürlich erst gehört, als es schon zu spät war. Andererseits wird das Futter Ende August knapper und ein steter Nahrungsstrom verbessert die Bruttätigkeit und fördert sogar den Sammeltrieb. Heute tröpfelte Honigtau von den Linden. Da werden die Bienen fleißig sammeln und die Fütterungspause gar nicht bemerken, hoffe ich. Aber wer weiß?
Deshalb noch einmal der Hinweis: Ich bin keine Bienenpäpstin, die alles weiß. Dabei gebe ich mir große Mühe, gut zu recherchieren und für meine Bienen einen guten Weg im Dschungel der verschiedenen Betriebsweisen zu finden. Ob ich mich nun verlaufen habe?

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asdf

Wir haben im Imkereibedarf Humme in Dorsten-Lembeck eingekauft! Das dritte Volk wird in eine Deutsch-Normal-Maß-Beute einziehen. Hier meine Einkaufsliste:

ein Flachboden
drei Ganzzargen
ein Absperrgitter aus Metall
ein Holzdeckel
vier Pakete Rähmchen (á 20 Stück)
2 kg Mittelwände (20 Stück)


204 €       Fehlt noch ein Metalldeckel, der nicht vorrätig war.

Amerikanische Faulbrut ausgebrochen
Woher das nächste Volk kommen wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht bilde ich einen Ableger, oder ich fange einen Schwarm? Letzteres in diesem Jahr wahrscheinlich nicht. Gestern schreckte die Imker in Haltern eine Notiz in den Amtlichen Bekanntmachungen in der Zeitung auf. In Haltern ist die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Dazu habe ich im Januar Beiträge über den Erreger, die Verbreitung und Diagnose sowie über Maßnahmen im Verdachtsfall und die Vorbeugung geschrieben.
Von der östlichen Grenze des Sperrbezirks sind wir nur 750 m entfernt! Bitte nicht! Das Szenario eines Faulbrutausbruchs in meinen Völkern möchte ich nicht erleben!
(Zeitungsartikel zum Vergrößern bitte anklicken.)
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Im Winter haben die Varroamilben "keine große Lust", sich in den Brutzellen aufzuhalten und zu vermehren.

Die Oxalsäurebehandlung ist dann besonders erfolgreich, wenn das Bienenvolk ohne Brut ist. Ob das so war, habe ich Anfang Januar gar nicht erst herauszufinden versucht. Denn die Zeit drängte.
Nun kam im aktuellen APIS-Infobrief Bienen@Imkerei die Entwarnung. Lest selbst:
"Viele imkerliche Anfragen signalisieren jetzt eine große Unsicherheit und eine häufig gestellte Frage lautet: war die Oxalsäure- oder Milchsäurebehandlung, die im Idealfall Brutfreiheit verlangt, ausreichend oder aber stark in ihrer Effektivität geschmälert?
In eigenen früheren umfangreichen Untersuchungen zur Verteilung der Milben zwischen den erwachsenen Bienen und der Brut hat sich gezeigt, dass sich im Sommer etwa 80 bis 90 % der Milben in der Brut aufhalten, dieser Anteil aber von Monat zu Monat nachlässt und im Spätherbst deutlich niedriger einzuschätzen ist. Viele Milben haben dann „keine Lust“ in Brutzellen einzudringen, und wenn doch sich nur verhalten zu vermehren.

Milbenfall von erwachsenen Bienen
Das hat sich jetzt auch wieder in einer kleinen Beobachtung bestätigt. Einem Volk wurde kurz vor Silvester vor einer Milchsäurebehandlung die einzige Brutwabe entnommen und Zelle für Zelle geöffnet. In 400 geschlossenen Brutzellen wurden insgesamt 10 Milben gefunden, von denen vier Nachkommen hatten. Nach der Behandlung der Bienen fielen aber über 500 Milben ab. Dies ist nur eine Einzelbeobachtung, die aber mit den älteren Untersuchungen tendenziell deutlich im Einklang steht.
Dies sollte beruhigen, aber nicht entwarnen, denn jetzt überlebende Milben schädigen in der Zukunft die Völker: In der kommenden Saison sollte der Varroabefall noch intensiver verfolgt und die Varroabekämpfung im Sommer 2016 gewissenhaft und ggf. frühzeitig einsetzen."

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Wenn sich der Zellinhalt so ziehen lässt, ist alles klar: Die Amerikanische Faulbrut ist ausgebrochen. Fürs Foto ein Dankeschön an Die Honigmacher.
Wenn sich der Zellinhalt so ziehen lässt, gibt es keinen Zweifel: Die Amerikanische Faulbrut ist ausgebrochen. Fürs Foto ein Dankeschön an www.diehhonigmacher.de.

Hier nun die Fortsetzung zum Thema Amerikanische Faulbrut vom 5. Januar. Jetzt spielen wir mal das Horroszenario "Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut" durch. Dabei ist auch schon der Verdacht eines Ausbruchs mit Maßnahmen verbunden.

Im Verdachtsfall
Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und der Widerstandsfähigkeit des Erregers besteht nach der Bienenseuchen-Verordnung bereits bei Verdacht Anzeigepflicht.
Das ist zu tun:
- Sofort das Veterinäramt und die Tierseuchenkasse verständigen.Scan_20151207
- Es dürfen keine Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs und Honig sowie Futtervorräte, Beuten und benutzte Gerätschaften aus dem Bienenstand entfernt werden. (Ausgenommen Honig, der nicht zum Verfüttern an die Bienen gedacht ist.)
- Es dürfen keine Bienenvölker an den Stand gebracht werden.
- Den Stand dürfen nur der Imker, sein Vertreter und Tierärzte oder amtlich betraute Personen betreten.

Anzeigepflicht im Sperrbezirk
Da die Krankheit anzeigepflichtig ist, muss sofort der Kreisveterinär informiert werden. Dieser spricht eine Standsperre aus (kein Ein- und Ausbringen von Bienen, Waben, Material usw.). Ein Termin für die Untersuchung wird vereinbart, und dann ordnet der Veterinär entweder die Behandlung durch ein Kunstschwarmverfahren oder die Tötung der Bienen an.
In der Zeitung (bitte die Bilder anklicken, dann ist die Schrift auch lesbar) wird ein Sperrbezirk von mindestens 1 km rund um den betroffenen Bienenstand bekanntgegeben. Imker in diesem Bereich haben unverzüglich ihre Völker und Standorte zu melden, damit auch diese auf die AFB hin untersucht werden können und das Ausmaß des Befalls festgestellt werden kann. Bienenvölker dürfen nicht transportiert werden. Für Waben und Material gelten genehmigungspflichtige Einschränkungen.Scan_20151207 (4)-001

Antibiotika sind verboten
Nun könnte man sich ja fragen, weshalb die Faulbrut nicht mit Antibiotka behandelt wird - in den USA ist das gängige Praxis, hier allerdings nicht zulässig. Und das aus gutem Grund. Das Antibiotikum kann die Seuche nicht vollständig ausrotten, sondern sie immer wieder aufflackern lassen. Das Antibiotikum tötet zwar den Erreger, doch dessen Sporen bleiben zurück, reichern sich im Futter an und begünstigen die weitere Ausbreitung und Verschleppung. Sie finden sich zum Beispiel im Honig. Für Menschen sind sie nicht gefährlich, doch für die Bienen, die sich mit dem Honig füttern beginnt ein neuer Krankheits-Zyklus.
Zudem hinterlassen Antibiotika Rückständige im Honig, der dann nicht mehr verkehrsfähig ist.

Vorbeugung
Da die AFB-Sporen unvermeidlich in jedem Bienenvolk vorkommen, müssen die Bienen damit fertig werden und das gelingt ihnen am besten, wenn sie keinem Stress ausgesetzt werden. Dazu zählen die Wabenhygiene (bitte keine mehr als drei Jahre alten Waben und womöglich noch ältere Rähmchen verwenden), freiwillige Futterkranzproben und eine aufmerksame Beobachtung des Brutnestes durch den Imker.
Es gibt noch viele weitere Details zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut eine Leitline des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung zu finden sind.

Je älter die Wabe, desto sporenlastiger. Deshalb: regelmäßig alte Waben gegen neue austauschen!
Je älter die Wabe, desto sporenlastiger. Deshalb: regelmäßig alte Waben gegen neue austauschen!

DSC01614Na, das sieht doch gut aus! Nach drei Tagen habe ich die Varroawindel gezogen. Grob überschlagen sind etwa 400 Milben gefallen. Ich hoffe, es fallen noch viele weitere. Muss mich mal umhören, wie der Milbenfall in unserer Gegend so ist. Aber der Druck in den Völkern kann ja auch ganz unterschiedlich sein. Queen Helene habe ich gar nicht behandeln müssen, weil wochenlang keine Milbe fällt. Dort müsste ich allerdings mal nach dem Futtervorrat sehen....

Das kleine Imkerlein bin ich, unterstützt vom großen Imkergehilfen - meinem Mann.
Das kleine Imkerlein, das unter die Folie linst, bin ich, unterstützt vom großen Imkergehilfen - meinem Mann. Hinter der Kamera, unsere Tochter.

Endlich ist es kalt genug, um den Varroamilben mit Oxalsäure zu Leibe zu rücken. Vorbedingung sind Brutfreiheit und kühle Temperaturen (besser bei -5 °C als bei +5°C behandeln). Die kalten Temperaturen haben wir nun endlich, heute Bodenfrost und  4°C. Ob Queen Marlene noch stiftet, habe ich nicht überprüft. Denn jetzt gilt es, die Zeit zu nutzen. In nomaltemperierten Wintern findet die Behandlung oft um Weihnachten herum statt.

50 ml der 2,5 %igen Oxalsäurelösung werden in die Spritze gezogen.
50 ml der 2,5 %igen Oxalsäurelösung werden in die Spritze gezogen.

Oxalsäure trifft erwachsene Milben
Die Oxalsäure wirkt gegen die erwachsenen Milben, die sich außerhalb verdeckelter Brutzellen aufhalten, aber nicht in die verdeckelte Brut hinein. Vor zwei Jahren habe ich die Wirkungsweise der Oxalsäure ausführlich beschrieben. Wer mag, kann es nachlesen.
Heute früh nun die Sachen zusammengesucht: Schutzbrille und Handschuhe, sowie die 3,5 %ige Oxalsäurelösung. Die hatte mir eine Imkerin schon gebrauchsfertig angemischt. Hier ein Rezept: 200 g Zucker und 35 Oxalsäure in etwa 3/4 l Wasser lösen und auf 1 Liter auffüllen. Für ein zweizargiges Volk werden 50 ml Oxalsäurelösung empfohlen.

Mit der spitzen Tülle, lässt sich die Oxalsäure in feinem Strahl in die Wabengassen träufeln.
Mit der spitzen Tülle, lässt sich die Oxalsäure in feinem Strahl in die Wabengassen träufeln.

Wo sitzt das Volk?
Zunächst galt es, den Sitz der Wintertraube festzustellen. Also den Deckel abgenommen und von oben hereingeschaut. Die Bienen saßen in der Mitte, zwischen den Zargen. In diesem Fall nimmt man einfach die obere Zarge ab und beträufelt die Bienen in der unteren. Beim gegenseitigen Abschlecken kommen dann hoffentlich auch die Bienen aus der oberen Etage zum Zuge.

Endlich mal wieder eine heimische Biene fotografiert. (Die Bienen in Kamerun von letzter Woche zählen da nicht).
Endlich mal wieder eine heimische Biene fotografiert. (Die Bienen in Kamerun von letzter Woche zählen da nicht).

Genügend Futter bis zum Frühjahr
Doch was heißt hier, einfach die Zarge abnehmen. Wie gut, dass mein Mann dabei war. Queen Marlene legt sehr viel Wert auf eine stabile Bauweise, hat alle Ritzen mit Propolis verkittet und auch die Waben zwischen den Etagen miteinander verbunden. So war viel Kraft gefordert, um die obere Zarge anzuheben.
Bei der Gelegenheit wurde auch gleich klar, dass der Futtervorrat noch genügend schwer wiegt.
Die Bienen saßen in einer eher lockeren Traube auf sieben Wabengassen, und nur wenige flogen auf. So konnte ich die Oxalsäure ohne Schleier in die Gassen spritzen. Begeistert bin ich von der spitz zulaufenden Tülle, die ich bei Pia Aumeier erstanden habe. Mit einem superfeinen Strahl ließ sich die Säure zügig verteilen. Dann schnell die Beute geschlossen, damit das Volk nicht auskühlt.

Als letztes die Varroawindel eingeschoben, um in ein paar Tagen den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Und jetzt: Wochenende!
Als letztes die Varroawindel eingeschoben, um in ein paar Tagen den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Und jetzt: Wochenende!

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Typisches Kennzeichen der Amerikanischen Falubrut: eingesunkene Zelldeckel im Brutnest. Foto: www.diehonigmacher.de
Typisches Kennzeichen der Amerikanischen Falubrut: eingesunkene Zelldeckel im Brutnest. Foto: www.diehonigmacher.de

Nein, keine Bange, die Amerikanische Faulbrut (AFB) ist hier nicht ausgebrochen. Ich habe nur Anfang November einen sehr guten Vortrag unserer Bienensachverständigen Kathrin Wehling zum Thema gehört. Solche Bienenkrankheiten sollte man als Imkerin besser im Hinterkopf behalten.
Hier eine kurze Zusammenfassung. Die Fotos haben mir freundlicherweise Die Honigmacher zur Verfügung gestellt - ein Imkerportal, das ich immer wieder empfehle.

Die Amerikanische Faulbrut
Bei der AFB handelt es sich um das Bakterium "Paenibacillus larvae larvae", dessen Sporen sich über Jahrzehnte in Waben und Beuten halten können. Nach der Ansteckung sind alle Entwicklungsstadien der Honigbiene vom Stift bis zur Vorpuppe betroffen.
Im Darm der Bienenlarven entwickeln sich die Bakterien und ernähren sich von der reichlichen Nahrung, die die Ammenbienen den Larven einflößen. Die Mikroorganismen vermehren sich rasant, bis der Darm prall mit Bakterien angefüllt ist und platzt. Erst jetzt fressen sie sich durch die sterbende oder bereits tote Larve nach draußen, um andere Larven zu infizieren. Einmal aus dem Leib, vertrocknen sie zu Sporen, die Jahrzehnte bis zur nächsten Infektion überdauern können. Die Faulbrut zersetzt die Made zu einer zähen braunen Masse (Schorf). Als Folge sinkt der Zelldeckel ein - ein Warnhinweis an den Imker. Der Zellinhalt ist fadenziehend, was man mit einem Streichholz feststellen kann.
Infizierte Völker können aus sich selbst heraus nicht mehr gesunden. Die starken Brutschäden schwächen das Volk und führen zur Überalterung. Wenn die Völker nicht schon im Spätsommer von anderen Bienen ausgeraubt werden (Ausbreitung der Krankheit!), gehen sie spätestens im Winter ein.

Statt Brut findet sich in der Zelle ein brauner Schorf.
Statt Brut findet sich in der Zelle ein brauner Schorf. Foto: www.diehonigmacher.de

Verbreitung der Faulbrut
Die Verbreitung innerhalb des Volkes geschieht durch die Ammen, die kontaminierte Nahrung verfüttern und die Putzbienen, die Sporen durch die Beute schleppen, wenn sie versuchen, den Schorf zu entfernen.
Von Volk zu Volk verbreitet sich die Faulbrut durch Verfliegen, Räuberei und imkerliche Tätigkeiten wie Wabentausch, Völkervereinigung, mangelnde Hygiene, Wanderung durch Verfüttern fremden Honigs und zu alte Waben.

Diagnose
Die Faulbrut agiert in zwei Verläufen. Recht häufig ist dieser:
- Der Erreger tötet die Brut vor der Verdeckelung.
- Die Bienen räumen die Brut aus.
- Es zeigt sich ein unruhiges Brutnest.
- Niedriger Befall nach Futterkranzprobe.
... und der Imker sieht nichts. Sehr tückisch!

Seltener ist dieser Verlauf:
- Der Erreger tötet die Brut nach der Verdeckelung.
- Im Brutnest bleiben gelbliche Zellen stehen.
- Hoher Befall in der Futterkranzprobe.
- Der Erreger tötet schnell, häufig vor dem Erkennen der Faulbrut.

Klinische Untersuchung
- lückenhaftes Brutnest, einzelne stehengebliebene gelbliche Zellen,
- eingefallene löchrige Zelldeckel,
- Zellinhalt bräunlich, fadenziehend,
- dunkelbrauner Schorf in der unteren Zellrinne,
- Geruch nach Knochenleim.

Futterkranzproben
Werden in der Futterkranzprobe Sporen gefunden, fehlen aber die Symptome, gilt das Volk als gesund. (Geringe Sporenmengen sind fast immer vorhanden, die Erkrankungsgefahr dann gering.) Deshalb ist die Futterkranzprobe allein nicht aussagekräftig genug, es muss auch ein Blick aufs Brutnest geworfen werden.
Was im Verdachtsfall oder bei Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut  und auch vorbeugend zu tun ist, schreibe ich ein anderes Mal.

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So züchtet man Wachsmotten: alte Wabenstücke in einer Plastikdose bei Zimmertemperatur lagern und abwarten....
So züchtet man Wachsmotten: alte Wabenstücke in einer Plastikdose bei Zimmertemperatur (dunkel?) lagern und abwarten....
Eine kleines (Popkorn-?) Eimerchen voller alter Waben und Wachsmotten.
Eine kleines Eimerchen voller alter Waben dient den Wachsmotten als Nest.

In dieser Woche ist so viel los, dass ich wenig Zeit für den Blog habe - und auch gerade keinen Beitrag vorrätig. Da fällt mir gestern ein Thema quasi vor die Füße: Als ich im September beim Einengen das alte Wabenwerk entnommen habe, legte ich mir einige Stücke zurück.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass man mit alten Waben gut das Feuer im Kamin anzünden könne. Also lagerten die Wabenstücke in einem durchsichtigen Eimerchen im Wohnzimmerschrank.
Gestern bemerkte ich "Leben" darin: drei krabbelnde und etliche tote Wachsmotten! Ich hatte nicht in Erinnerung, dass sie so groß werden können, die größte war fast 2 cm lang. Im vergangenen Jahr habe ich schon einmal eine fotografiert und etwas dazu geschrieben: "Wachsmotten ungeliebte Mitbewohner".

Die Waben sind mit einem feinen Gespinst überzogen.
Die Waben sind mit einem feinen Gespinst überzogen und "kleben" aneinander fest.

Wachsmotten sind auch nützlich
Allerdings steht dort ihre schädigende Wirkung für die Imkerei im Vordergrund. Für irgendetwas müssen die Wachsmotten aber auch gut sein, z.B. für wilde Bienenvölker, die ihre Nester etwa in Baumhöhlen bauen. Dort zerstören die Wachsmotten den alten Wabenbau oder verlassene Nester so gründlich, dass wieder Platz für neue Bienenvölker entsteht. Ihre Wirkung als "Putzkolonne" darf nicht unterschätzt werden, weil sie damit auch Krankheiten verhindern.
Aber leider haben wildlebende Bienenvölker in unseren Breiten so gut wie keine Chance mehr (Varroa und fehlende Brutmöglichkeiten). In der herkömmlichen Imkerei besorgen die Imker den Wachsaustausch, sodass die guten Eigenschaften der Wachsmotten nicht mehr zum tragen kommen.
Die Idee, mit alten Waben den Kamin anzufeuern, lasse ich ganz schnell fallen....

So sah es vor der Behandlung mit Milchsäure aus - eine Varroamilbe lässt sich von einer Arbeiterin herumtragen.
So sah es vor der Behandlung mit Milchsäure aus - eine Varroamilbe lässt sich von einer Arbeiterin herumtragen.
Sie krabbeln nicht, und sind trotzdem schwer zu fotografieren: Varroamilben.
Sie krabbeln nicht, und sind trotzdem schwer zu fotografieren: Varroamilben.

Drei Tage nach dem Aufsprühen der Milchsäure habe ich nochmals die Varroa-Windel gezogen und gezählt. Zur Erinnerung, nach einem Tag lagen schon 96 Milben auf dem Papier, das aber zu einem Drittel aus der Beute heraus hing. Ich kann also davon ausgehen, dass nochmals etwa 30 Milben abgestürzt sind. Plus 30 weitere Milben, die ich am dritten Tag gezählt habe, sind also ca. 160 Milben gefallen.
Mein Eindruck ist, die meisten Milben sterben innerhalb des ersten Tages nach der Behandlung. Ich bin nun jedenfalls viel ruhiger. Eigentlich soll man nach einigen Tagen die Behandlung wiederholen. Wenn es aber so kalt ist, wie heute, ist es für die Bienen sehr unangenehm. Da brauchen sie lange, bis sie sich wieder auf die richtige Temperature gebracht haben.
Werde den Milbenbefall weiter beobachten und dann entscheiden, ob die Winterbehandlung mit Oxalsäure noch nötig ist.

Igitt! Von dieser Behandlung gegen die nervigen Milben waren die Bienen gar nicht begeistert. Fast regungslos versuchen sie zu verstehen, was ihnen passiert ist....
Igitt! Von der Milchsäure-Behandlung gegen die nervigen Milben waren die Bienen gar nicht begeistert. Fast regungslos versuchen sie zu verstehen, was ihnen passiert ist....

Es hat sich wieder einmal bestätigt: Befrage drei Imker zu einem Problem und Du erhältst (mindestens) vier Lösungen. Was also tun mit dem von Milben "gerittenen" Volk? Der Milbenbefall bei Marlene nach zwei Tagen: 7 Stück (also 3,5/Tag). Das kommt mir angesichts der Menge an Milben auf den Bienen - siehe Video im letzten Post - sehr wenig vor. Die kritische Grenze bei einem zweizargigen Volk liegt bei 5/Tag (Einzarger 1/Tag). Vielleicht haben aber auch einige Ameisen, die auf der Windel krabbelten, Milben weggeschleppt. Mir ist das Ganze nicht geheuer und so habe ich mich bei Fachleuten und erfahrenen Imkern umgehört. Danke an alle!
Die Auswahl der vorgeschlagenen Methoden:

MAQS
- Optimal wäre MAQS. Die mit Ameisensäure präparierten Streifen funktionieren auch bei kühlem Wetter und "schlachten" nur selten die Königin. (Sind schwer zu bekommen - mein Imkerfachhandel hat sie nicht vorrätig - und recht teuer.)

Ameisensäure im Dispenser
- Zwei Liebig-Dispenser mit 85%iger Ameisensäure aufstellen. (Hierzulande ist nur 65%ige Ameisensäure zugelassen, in Österreich z.B. die 85%ige. Pia Aumeier ist beispielsweise von dieser Konzentration überzeugt und erzielt zuverlässt gute Ergebnisse; 65%ige Ameisensäure verdunstet bei diesen Temperaturen nicht mehr ausreichend).

Ameisensäure per Schwammtuch
- Mindestens zwei Stoßbehandlungen mit der Schwammtuchmethode mit 65 %iger Ameisensäure (verdunstet bei Temperaturen über 15 °C, die zwar für die nächsten paar Tage angekündigt sind, aber wahrscheinlich nicht mehr herrschen, wenn ich Teil II der Behandlung durchführen möchte).

Milchsäurebehandlung
- Die Bienen mit 15 %iger Milchsäure besprühen, und zwar je nach Bienenbesatz mit 5 bis 8 ml pro Wabe. Bei starkem Befall muss die Behandlung nach vier Tagen wiederholt werden. Kann bei Tagestemperaturen zwischen 12 und 5 °C eingesetzt werden.  (Das ist die Behandlung meiner Wahl.)

Mit einem feinen Sprühstrahl wird die Ameisensäure auf die Bienen gestäubt. Sieht auf dem Bild heftiger aus, als es war.
Mit einem feinen Sprühstrahl wird die Milchsäure auf die Bienen gestäubt. Sieht auf dem Bild heftiger aus, als es war.

Ganz ehrlich, die Hiobsbotschaft vom Montag hat mich schon sehr genervt - und bis ich endlich die Infos beisammenhatte, um mich entscheiden zu können. Und nochmals die Klamotten für die Behandlung rausholen (Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Gummistiefel).... Wie schön wäre es ohne Varroamilben! Immerhin habe ich so wieder einiges recherchiert und gelernt.
Im Detail: Die Milchsäure wirkt nur auf die Milben, die auf den Bienen sitzen. Die Brut bekommt davon nichts mit - deshalb sollte das Volk möglichst brutfrei sein. Erstaunlicherweise ist meines fast so weit, obwohl vor einigen Tagen noch ein größeres Brutnest vorhanden war.
Die Milchsäure verätzt die Mundwerkzeuge der Milben, sodass sie sie verhungern. Durch einmalige Behandlung sollen etwa 80 % sterben, durch eine zweite etwa 90 %.

Keine Drohnen im Winter? Nicht mit Marlene. Konzentriert auf eine Wabe saßen allein vier Herren.
Keine Drohnen im Winter? Nicht mit Marlene! Konzentriert auf eine Wabe saßen allein vier Herren.

So wird´s gemacht
Milchsäure in einen Handsprüher einfüllen (etwa 100 bis 150 ml/Zarge würde ich benötigen, eingefüllt habe ich wegen des besseren Handlings 350 ml). Den Handsprüher in ein heißes Wasserbad legen und die Milchsäure auf diese Weise auf handwarme Temperatur erwärmen. In ein Tuch einschlagen und ab zum Bienenstand.
Dort zunächst eine Wabe entnommen und die anderen gelockert (die Bienen hatten die Waben zwischen den Zargen so fest miteinander verbaut, dass sich die Zarge nicht abnehmen ließ). Die Behandlung muss möglichst schnell ablaufen, damit das Volk nicht auskühlt. Zum Glück herrschten Temperaturen um 15 °C. Und dann los: Rähmchen entnommen, mit einer Hand gehalten und auf dem Deckel abgestützt und mit der anderen besprüht - nach Gefühl, sodass die Bienen benetzt, aber nicht klatschnass waren. "Geübt" habe ich dies ja schon im Sommer, um den Schwarm zu behandeln. Wer weiter lesen möchte, schaue beim Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau.
Verbraucht habe ich letztlich nur 170 ml, aber ich denke, das ist in Ordnung, denn es waren natürlich nicht alle Waben voll besetzt.

asdf
Zum Schluss noch ein Schnappschuss vom Bienenbesuch auf den Herbstastern in der Mittagssonne.


Jetzt bin ich aber doch erschrocken. Gestern habe ich noch einmal nach den Völkern geschaut und bei Queen Marlene auch ein, zwei Waben gezogen, da ich für einen Bienenvortrag gerne noch ein Video drehen wollte. Und was sehe ich beim Anschauen am PC? Mindestens fünf Bienen schleppen je eine Varroamilbe mit sich herum! Oh je! Obwohl ich mir meine Bienen ja genau anschaue, habe ich so etwas noch nicht gesehen.

Varroamilben vermehren sich rasant
Vor genau drei Wochen habe ich die Königin mit Hofstaat ebenfalls gefilmt - und es ist keine Milbe zu sehen.
Nun hat Marlene noch immer ein großes Brutnest. Wenn dort die Milben ganze Arbeit geleistet und ihre Eier gelegt haben - gute Nacht! Augenscheinlich hat die Ameisensäurebehandlung nicht angeschlagen. Um das zu überprüfen habe ich direkt die Vaorrawindel eingeschoben. Drei Wochen nach Abschluss der Behandlung ist wieder mit natürlichem Totenfall der Milben zu rechnen, der nicht mehr von der Ameisensäure beeinflusst ist. Ich glaube, ich kontaktiere einmal unsere Bienensachverständige oder habt Ihr eine Idee, ob und was zu tun ist?