Infobrief Bienen@Imkerei zum Milbenfall

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Im Winter haben die Varroamilben "keine große Lust", sich in den Brutzellen aufzuhalten und zu vermehren.

Die Oxalsäurebehandlung ist dann besonders erfolgreich, wenn das Bienenvolk ohne Brut ist. Ob das so war, habe ich Anfang Januar gar nicht erst herauszufinden versucht. Denn die Zeit drängte.
Nun kam im aktuellen APIS-Infobrief Bienen@Imkerei die Entwarnung. Lest selbst:
"Viele imkerliche Anfragen signalisieren jetzt eine große Unsicherheit und eine häufig gestellte Frage lautet: war die Oxalsäure- oder Milchsäurebehandlung, die im Idealfall Brutfreiheit verlangt, ausreichend oder aber stark in ihrer Effektivität geschmälert?
In eigenen früheren umfangreichen Untersuchungen zur Verteilung der Milben zwischen den erwachsenen Bienen und der Brut hat sich gezeigt, dass sich im Sommer etwa 80 bis 90 % der Milben in der Brut aufhalten, dieser Anteil aber von Monat zu Monat nachlässt und im Spätherbst deutlich niedriger einzuschätzen ist. Viele Milben haben dann „keine Lust“ in Brutzellen einzudringen, und wenn doch sich nur verhalten zu vermehren.

Milbenfall von erwachsenen Bienen
Das hat sich jetzt auch wieder in einer kleinen Beobachtung bestätigt. Einem Volk wurde kurz vor Silvester vor einer Milchsäurebehandlung die einzige Brutwabe entnommen und Zelle für Zelle geöffnet. In 400 geschlossenen Brutzellen wurden insgesamt 10 Milben gefunden, von denen vier Nachkommen hatten. Nach der Behandlung der Bienen fielen aber über 500 Milben ab. Dies ist nur eine Einzelbeobachtung, die aber mit den älteren Untersuchungen tendenziell deutlich im Einklang steht.
Dies sollte beruhigen, aber nicht entwarnen, denn jetzt überlebende Milben schädigen in der Zukunft die Völker: In der kommenden Saison sollte der Varroabefall noch intensiver verfolgt und die Varroabekämpfung im Sommer 2016 gewissenhaft und ggf. frühzeitig einsetzen."

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