Mit Oxalsäure gegen Varroamilben

Am Silvestermorgen habe ich meine Bienen mit Oxalsäure behandelt. DSC_2644Um zu erklären, weshalb das notwendig ist, muss ich den wohl größten Plagegeist der Bienen vorstellen: Die Varroamilbe (Varroa destructor). Sie ist etwa 1,6 mm breit und 1 mm lang. Durch ihre geringe Körperhöhe von 0,5 mm ist sie sehr flach. Die aus dem asiatischen Raum eingewanderten Milben schädigen vor allem die Bienenbrut. Mit ihrem Rüssel stechen sie Larven, Puppen und ausgewachsene Bienen, um sich von deren Körperflüssigkeit, der Hämolymphe zu ernähren.DSC_1866-001
Viele befallene Puppen und Larven sterben noch in der verdeckelten Brutzelle. Zudem übertragen die Milben Krankheiten und Viren, die beispielsweise zu verkrüppelten Bienen führen. Wird die Varroamilbe nicht bekämpft, kann sie ganze Völker zerstören.
Zum Behandlungskonzept gegen die Milbe zählt auch die Winterbehandlung mit Oxalsäure. Sie sollte in der brutfreien Zeit erfolgen, da die Säure nicht in die Brutzellen eindringt.

Was ist Oxalsäure?
Oxalsäure ist die einfachste Dicarbonsäure. In Form ihrer Salze (Oxalate) ist sie übrigens im Pflanzenreich weit verbreitet. Sie kommt zum Beispiel in größeren Mengen in Rhabarber vor, hauptsächlich in den Blättern, weshalb nur der Stil nach dem Kochen verzehrt wird. Auch in Klee, Roter Beete, Sauerampfer, Tee und Kakao kommt die Säure in geringen Mengen vor. Im Winter im Bienenvolk eingesetzt, löst sie ein für die Milbe tödliches Verhalten aus - spannend, oder?
Kurz erklärt: Die Bienen werden mit einer 3,5 % Oxalsäurelösung beträufelt, der noch 10 % Zucker beigefügt ist. Sie bewirkt, dass sich die Bienen gegenseitig ablecken und so die Säure aufnehmen. Im Bienenkörper führt sie dann zu einer Übersäuerung. Und übersäuerte Hamolymphe mag die Milbe nun gar nicht. Als Konsequenz verlässt die Milbe ihren Wirt, was gerade im Winter ihren Tod bedeutet.

Blick in die Kiste
Sehr gespannt war ich, die Wintertraube in meiner Kiste zu sehen. Erwartet hatte ich, nur einen verhältnismäßig kleinen Kreis von Bienen zu sehen, doch sie verteilten sich über acht Wabengassen. Die Freude, dass dieses auf DSC_1859ein großes Volk hinweist, dämpfte meine Imkerpatin. Es könne auch sein, dass die Wintertraube wegen des noch recht milden Wetters nicht so fest zusammengezogen sei.
Für die Behandlung muss die Kiste waagerecht auf den Boden gelegt und nicht wie sonst nur geneigt aufgestellt werden. Das war alleine gut zu bewerkstelligen - mein Mann stand mit der Kamera bereit. Mit Schutzbrille, Schleier und Handschuhen versehen zog ich die Oxalsäure in einer Spritze auf und beträufelte damit die Bienen auf den Wabengassen. Für sie ist die Säure auch nicht angenehm. Manchmal flogen einige mit ärgerlichem Brummen auf, ansonsten waren sie recht ruhig und ich richtig glücklich. Wenn es den Bienen offensichtlich gut geht, löst es bei mir große Freude aus.
Zwei Tage später der Schreck: Auf der Platte vor der Bienenkiste und auf dem Anflugbrett liegen rund 100 tote Bienen - Folge der Oxalsäurebehandlung. Auf Rat meiner Imkerpatin habe ich kurzzeitig das Mäusegitter entfernt und die toten Bienen mit einem Blatt Papier aus der Einflugöffnung gefegt. Die Toten von der Steinplatte habe ich mir mit einer Lupe angeschaut, um mal eine Varroamilbe zu sehen. Habe allerdings keine gefunden. Mittlerweile weiß ich aber, dass diese Beobachtung kein Beweis dafür ist, ein milbenfreies Volk zu haben. Die Biester haben sich in Europa gut verteilt und beschäftigen alle Imker.

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Zu Weihnachten hat mir mein Mann ein neues Objektiv für die Kamera geschenkt. Jetzt kann ich noch besser zeigen, wie schön Bienen sind. Wer es noch nicht wusste - sie tragen Pelz!

2 Gedanken zu “Mit Oxalsäure gegen Varroamilben

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