Bienen und ihr Leben

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Diese Biene nahm auf der Beute ein kurzes Sonnenbad.

Den ersten Hinweis, dass sich in diesen Tagen etwas bei den Bienen tut, fand ich heute früh, als ich die Zeitung reinholte. Vor der Haustür lag bei etwa - 4 °C eine tote Biene. Mal kurz erinnert, wie der gestrige Tag war: kalt und sonnig.

Sonne lockt Bienen
Heute Nachmittag, bei etwa +4 °C ein kurzer Spaziergang an den Beuten vor bei, und tatsächlich: reger Bienenflug bei beiden Völkern auf der Wiese. Die Beuten wurden von der Sonne beschienen. Anders die Trogbeute im Schatten unseres Hauses - dort tut sich nichts. Es ist einfach zu kalt.

Darm entleeren und aufräumen
Die emsigen Bienen hatten schon fleißig den Darm entleert und den Totenfall durch das Mäusegitter nach draußen befördert, was eine anstrengende Arbeit ist. Wenn tote Bienen aus der Wintertraube auf den Gitterboden fallen, bleiben sie dort tage- oder auch wochenlang liegen, bis es endlich warm - oder wie heute sonnig - genug ist, dass sich die Bienen zum Aufräumen hinaustrauen.

Kälte lässt Bienen erstarren
Hoffe, dass Ihnen der kurze Ausflug gut bekommen ist, und sich alle wohlbehalten zurück in die Wintertraube kuscheln können. Denn eigentlich fliegen Bienen bei derart kühlen Temperaturen nicht. Die Kälte lässt die Flugmuskulatur erstarren, die Bienen stürzen ab und erfrieren. In dem Fall ist der Versuch eines kurzen Toilettengangs teuer bezahlt....

In der Natur tut sich auch schon was:

Die Zaubernuss (Hamamelis) blüht bereits, bietet aber keinen Pollen oder Nektar für Bienen. Eine Liste von "Nichtbienenpflanzen" gibt es von Gärtnermeister und Imker Bernhard Jaesch.

Während sich dieser Bodendecker noch mit Eiskristallen ziert:

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Wachsauflagen können helfen, Erkältungen zu lindern.
Was aussieht, wie geschichtete Teigblätter, sind Wachswickel aus Seide und Bienenwachs.
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Seide aus dem Stoffgeschäft in ca. 20 x 25 cm große Rechtecke schneiden.

Letztens hatte ich einen fürchterlichen Husten, der mich vor allem nachts mit heftigem Hustenreiz quälte. So habe ich mehrere Nächte hintereinander einige Stunden im Sessel sitzend verbracht, weil ich im Liegen keine Ruhe fand.
Und woran habe ich nicht gedacht? An die Wachswickel, die ich im vergangenen Jahr aus dem eigenen Bienenwachs hergestellt und auch schon ausprobiert habe.

Wachswickel wärmen

Helle Waben im Wasserbad schmelzen
Helle Waben im Wasserbad schmelzen.

Dabei hat es mir damals gut gefallen, mit dem Wachswickel auf der Brust auf dem Sofa zu liegen. Wachswickel sollen helfen, Erkältungen zu lindern. Heilsversprechungen darf ich hier ja nicht geben. Aber die Wärme des Getreidekissens, das auf dem Wickel liegt, zusammen mit dem heimeligen Wachsduft tat schon gut und war sehr entspannend. Ganz sicher regt die Wärme auch die Durchblutung an. Und ohne Wachswickel hätte ich mir die zehn Minuten Ruhe wohl nicht gegönnt - allein deshalb lohnt sich der Einsatz für mich...

Seide und Bienenwachs = Wachswickel

Das Seidentuch mit Wäscheklammern fassen und ins heiße Wachs tauchen.
Das Seidentuch mit Wäscheklammern fassen und ins heiße Wachs tauchen.

Schon die Herstellung hat viel Spaß gemacht und ging ganz leicht. Helle Waben, am besten keine Brutwaben, im Wasserbad schmelzen. (Also Topf mit Wasser auf den Herd stellen und eine Schüssel, deren Rand über den Topfrand hinausreicht, hineinsetzen. Darin das Wachs schmelzen).
Den Arbeitsplatz drumherum mit Zeitungspapier und Pergamentpapier auslegen. Die dünne Seide in Rechtecke schneiden. Ein Seitentuch mit Wäscheklammern fassen und in das Wachs tauchen. Schnell herausnehmen und möglichst glatt hinlegen. Dabei ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn das Tuch klappt gerne mal um und klebt dann doppellagig zusammen. Das war es schon.

Wärme durch Getreidekissen

Das Wachs erkaltet schnell, die Wachswickel lassen sich stapeln.
Das Wachs erkaltet schnell, die Wachswickel lassen sich stapeln.

Zur Anwendung das Wachstuch auf die nackte Haut legen, mit Pergamentpapier abdecken und ein warmes Getreidekissen darauf legen und genießen.
Die Wachswickel können - einer Person zugeordnet - mehrmals wiederverwendet werden. Ich bewahre sie in einer rechteckigen Plätzchendose im Keller auf - und hoffe, dass ich bei der nächsten Erkältung daran denke.
Jetzt habe ich durchs Schreiben richtig Lust darauf bekommen. Wie wäre es denn, wenn ich direkt in den Keller ginge....?

Insgesamt drei tote Wespen lagen auf der Holzpalette vor dem Flugloch.
Insgesamt drei tote Wespen lagen auf der Holzpalette vor dem Flugloch.

Sorry, dieser Post sollte schon vergangene Woche erscheinen - ist er aber nicht. Also gibt es ihn mit etwas Verzögerung und ich kann mich noch einmal zurücklehnen und habe nicht so einen Druck, den nächsten Post schreiben zu müssen....
Zurück aus dem Urlaub auf Kreta führte der erste Weg zu den Bienen - einmal anklopfen. Bei allen drei Völkern ein kurzes Aufbrausen, dann kehrte wieder Ruhe ein. Soweit ist also alles in Ordnung.
Etwas erstaunt war ich nur von den drei toten Bienen, die bei Marlene vor dem Flugloch lagen. Auf dem Gitterboden waren auch einige tote Bienen zu erkennen, die noch nicht nach draußen geräumt wurden.

Mit letzter Kraft: Abhängen am Briefkasten.
Mit letzter Kraft: Abhängen am Briefkasten.

Großes Glück hatte ich dann heute Nachmittag, als ich in unseren Briefkasten schauen wollte. Am Deckel hing eine Wespe, die hätte mich garantiert gestochen, wenn ich sie gegriffen hätte.

Das ist hoffentlich der natürliche Totenfall, der von den Arbeiterinnen aus dem Stock geschafft wurde.
Das ist hoffentlich der natürliche Totenfall, der von den Arbeiterinnen aus dem Stock geschafft wurde.

Vermutlich handelt es sich bei den toten Wespen um die letzten Arbeiterinnen und Drohnen des Jahres, die nun natürlicherweise sterben. Hungrig suchten sie bei den Bienen nach süßer Nahrung. Und vielleicht hat eine als letzte Mahlzeit noch die andere Hälfte der Biene auf dem Foto rechts oben vertilgt, bevor sie eingegangen oder von den Bienen gestochen wurde. So ist das Wespenleben - nur die Königinnen suchen sich einen Unterschlupf und überleben kalte Temperaturen. Im Frühjahr gründen sie dann neue Völker.
Fast wünsche ich, es wäre schon so weit. Der Temperaturunterschied zu Kreta beträgt locker 10 bis 12 °C....

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Arbeiterin mit Pollenhöschen auf Rainfarn - Danke für die Blumenwiesenfotos an meine Nachbarin Tanja Wolf.
Arbeiterin mit Pollenhöschen auf Rainfarn - Danke für die Blumenwiesenfotos an meine Nachbarin Tanja Wolf.

Na, das ist doch mal ein netter Gruß! Eine junge Nachbarin genießt mit ihrem kleinen Sohn den Blick auf die Blumenwiese und meine Beuten. Sie hat mir mal erzählt, dass der Zweijährige jeden Morgen die Bienen begrüßt: "Guten Morgen, ihr Bienen" und abends verabschiedet: "Gute Nacht, ihr Bienen!"
Mit ihrer Handykamera hat sie diese schönen Bilder gemacht - ich bin neidisch! Makroaufnahmen gehen mit meinem Handy gar nicht...

Zwei Streifenwanzen vergnügen sich auf dem Fruchtstand der Wilden Möhre.
Zwei Streifenwanzen vergnügen sich auf dem Fruchtstand der Wilden Möhre.

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Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.
Die Drohnenflöte verrät das drohnenbrütige Volk. Der darin wachsene Drohnenkönig ist allerdings nicht lebensfähig und wird die Schlupfreife nicht erreichen.

Ach ja, mein Rätselvolk in der Trogbeute hat nun sein Geheimnis gelüftet. Schon früh hatte ich den Verdacht, dass es drohnenbrütig ist, doch es tarnte dies gut, z.B. mit "ordentlich" gelegten Stiften, Drohnenmütterchen. Einer in jeder Zelle und am Zellenboden angeheftet. Das konnte vielleicht nur gelingen, weil ich sie in der Trogbeute wild, sprich ohne Mittelwände, bauen lasse. Da sind manche Zellen eben nicht so tief, wie normalerweise. Dann erreicht auch ein Drohnenmütterchen mit kurzem Hinterleib den Zellenboden.

Drohnen überall

In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.
In den Zellen wachsen ausschließlich Drohnen heran. Habe einge geöffnet, um das herauszufinden.

Letztendlich haben sie sich durch die Drohnenflöte verraten und ich habe einige der Brutzellen geöffnet: lauter Drohnen. Da steht schon mal fürs lange Wochenende mit endlich schönem Wetter ein Programmpunkt: einen Kunstschwarm bilden - Bericht folgt!

Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.
Und was ist das für eine Versammlung auf einem Blatt unter der DN-Beute? Überwiegend Drohnen - ein neues Rätsel, das aber nichts mit der Drohnenbrütigkeit nebenan zu tun hat.

adf
Eine Nachschaffungszellein der Wabenmitte. Ich meine, im Gelée Royale einen Stift zu erkennen. Die Waben schauen so "interessant" aus, weil die Bienen in der Trogbeute in Rähmchen ohne Mittelwände bauen. Die wunderbaren Bilder in diesem Post hat übrigens Joachim Eberhardt fotografiert.

Nachdem am Montag in der Trogbeute alles nach Drohnenbrütigkeit aussah, hat sich das Blatt nun gewendet. Wer hätte das gedacht?
Wegen der ungünstigen Wettervorhersage habe ich gar nicht gerechnet, in dieser Woche ans Volk zu können, um es abzufegen. Doch am Donnerstagmorgen schien die Sonne, mit etwas Glück wäre es um die Mittagszeit mindestens 14 °C warm und noch trocken. Deshalb rief ich Joachim Eberhardt an - den "Macher" der E-Learningplattform "Die Honigmacher", der gerne mal ein Drohnenmütterchen fotografieren wollte. Gegen 14 Uhr schauten wir gemeinsam das Volk mit der Gewissheit durch, dass Drohnenmütterchen schwer zu identifizieren sind. Sie sollen einen etwas dickeren Hinterleib haben als normale Arbeiterinnen. Wir hofften, dass sie sich durch das Verhalten ihrer Ammen verraten würde. Denn auch ein Drohnenmütterchen hält sich einen kleinen Hofstaat.

Bienen "antworten" auf Klopfprobe
Zuvor hatte ich die Klopfprobe gemacht: Einmal an die Beute klopfen und hören, wie das Volk reagiert. Summt es kurz auf und beruhigt sich dann, ist alles in Ordnung. Hält das Summen länger an, stimmt etwas nicht. Unerwarteterweise summte das Volk nur kurz auf. Ist also alles gut?

Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.
Die Weiselzelle wird von Ammen gepflegt.

Stifterin gesucht
Sorgfältig betrachteten wir Wabe für Wabe, schauten auch nach jungen Königinnen und ob die alte, gezeichnete vielleicht doch noch da sei. Die durchgesehenen Waben setzte ich gleich in eine neue Zarge, die ich auf einen Deckel gesetzt hatte. So konnte sich keines der "steckbrieflich gesuchten Bienenwesen" auf bereits kontrollierten Waben verstecken. Außerdem wollte ich sie darin ans Ende der Wiese nehmen und abfegen - die Trogbeute zu bewegen, wäre zu schwer und umständlich gewesen.
Aber so weit kam es gar nicht: Auf der vierten Wabe saß eine Nachschaffungszelle in der Wabenmitte! Hurra! Sie ziehen sich eine Königin. Wir entdeckten noch weitere Zellen, und ich war sehr zufrieden! Joachim hätte lieber ein Drohnenmütterchen gefunden....
Ich suchte noch nach den doppelt bestifteten Zellen, doch die waren nicht mehr zu finden - ausgeräumt von den Arbeiterinnen. Stattdessen eine Überraschung auf den Bildern von Joachim:

So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelee Royale.
So soll es aussehen: Ordentlich bestiftete Zellen mit Gelée Royale.

Und sogar vier bis fünf Tage alte Rundmaden sind vorhanden:DFP_40858Ich halte noch einmal fest: Wir haben zu zweit weder die alte gezeichnete Königin, noch eine junge Königin gesehen und auch kein Drohnenmütterchen erkannt (das wäre ja auch Glück gewesen). Wen haben wir also übersehen? Interpretiere ich etwas falsch? Wer legt hier die Eier? Wäre eine junge Königin so früh im Jahr schon ordentlich begattet?
Und ist die Nachschaffungszelle wirklich eine? Schwarmzellen legen Bienen immer am Wabenrand an. Nun ist das Wabenwerk durch den Naturbau etwas uneinheitlich, und die Nachschaffungszelle sitzt am unteren Rand einer Wabe, die nun mal in der Rähmchenmitte endet.
Überzeugt bin ich gerade nur davon: Die Bienen wissen, was sie tun. Was das ist, werden sie mir irgendwann zeigen...

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asdgasdg
Dieses Bild gab mir den Rest: Wer stiftetet denn hier? Ein Drohnenmütterchen oder eine noch unerfahrene Jungkönigin? Normalerweise heftet die Königin ein einziges Ei am Zellenboden an. Der Drohn in der Bildmitte ist übrigens frisch geschlüpft, zu erkennen am puscheligen hellen "Fell" und den hellen Augen.

Gestern war nicht mein Tag! Unter anderem habe ich mich ausgeschlossen und bei den Bienen lauter "komische" Beobachtungen gemacht. Nach einigen Stunden und mit Unterstützung unserer Bienensachverständigen (BSV) war ich schlauer.

Zwei Maden der Wachsmotte kleben am Rähmchenrand.
Zwei Maden der Wachsmotte kleben am Rähmchenrand.

Maden am Rähmchen
Da es vormittags noch recht kühl war, habe ich mir die Völker nur von außen angesehen. Die Trogbeute von Queen Helene hat zwei kleine Fenster, die den Blick auf die Rähmchenseiten freigeben.
Dort entdeckte ich diese beiden Maden. Im ersten Moment dachte ich, jetzt ist die Königin völlig durchgeknallt. Doch dann fielen mir links zwischen den Rähmchen die Reste eines Gespinstes auf. Wachsmotten?

Käppchen von aufgenabberten Brutzellen sowie schwarzer Wachsmottenkot.
Käppchen von aufgenabberten Brutzellen sowie schwarzer Wachsmottenkot.

Schwarze Köttel im Gemüll
Oh je, schwarze "Krümel" im Gemüll. Sieht nach Kot aus. Mäusekot? Sollte sich in den Nächten eine Spitzmaus in die Beute schleichen? Doch Mäusekot sieht noch etwas anders aus - spitz abgekniffen.
Der Verdacht auf Wachsmotten sollte sich später beim Blick in die Beute bestätigen. Dort gab es noch ein weiteres Gespinst. Angeknabberte Waben habe ich nicht allerdings nicht entdeckt. Das Rähmchen mit den Wachsmottenmaden habe ich entnommen, werde das Wachs schmelzen und das Rähmchen mit heißem Wasser abwaschen. Ein gesundes Volk kommt mit Wachsmotten klar. Sie sind sogar Nützlinge. Ein Beispiel: Bienen bauen nur so viele Waben, wie sie benötigen. Ist ein Schwarm ausgezogen, fressen die Wachsmotten die unbesetzten Waben. Sie verkleinern also den Nestbau.

Fleißige Drohnenmütterchen?
Die niederschmetterndste Beobachtung war gestern die "Unordnung" im Brutnest. Die Arbeiterinnenbrut ist weitgehend ausgelaufen. Und Stifte waren auch zu sehen. Da habe ich mich zunächst gefreut, bis ich entdeckte, dass häufig zwei Stifte in einer Zelle gelandet waren. Ich dachte gleich an Drohnenbrütigkeit. Da hat Queen Helene also doch das Zeitliche gesegnet. Ob ich mit dem Wegbrechen der Weiselzellen die Umweiselung zerschlagen habe, sei dahingestellt. Vermutlich sind eh noch nicht genügend Drohnen für einen erfolgreichen Begattungsflug geschlüpft.

Am Rand der Gemüllschublade zeigte sich ein dunkler Streifen.
Am Rand der Gemüllschublade zeigte sich ein dunkler Streifen.

Königin übt noch?
Doch mit etwas Glück stiftet hier eine noch unerfahrene Königin. Wenn sie allerdings unbegattet ist, aber schon Eier legt, wird sie auch nicht mehr zum Hochzeitsflug ausfliegen. Die BSV riet mir, noch ein paar Tage abzuwarten um zu sehen, wie sich das Brutnest entwickelt. Entsteht nur "Buckelbrut", also Drohnenbrut (wegen der buckeligen Zellverschlüsse), ist das das eindeutigste Anzeichen für Drohnenbrütigkeit.

Der Wind, der Wind
Und weil auch das Nachbarvolk mal für etwas Verwirrung sorgen möchte, zog ich dort die Gemüllschublade mit ungewöhnlichem Bild. Am Rand hatte sich ein breiter, dunkler Streifen gebildet. In der Mitte der Windeleinlage lagen viele Pollenreste. Was ist hier passiert? Auch beim Blick in die Beute konnte ich zunächst keine Ursache herausfinden. Es wird der Wind gewesen sein, der so ungünstig geweht hat, dass er das Gemüll an den Rand getrieben hat. Denn regelmäßige Wabengassen waren nicht zu erkennen.
Das waren für einen Tag nun wirklich genug Rätsel. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Helenes Volk weitergehen wird.

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Schade, dass ich Euch mit dem Titel schon etwas verrate, denn gestern stand ich kurzzeitig vor einem Rätsel. Nachmittags klingelte ein älterer Herr aus der Nachbarschaft an der Haustür. An seinem Balkon seien Wespen oder Bienen, die dort durch Löcher rein und rausfliegen, und es lägen so viele Tote herum. Ob ich mal schauen könnte?
Unterwegs rätselten wir bereits. Für einen Schwarm ist es noch viel zu früh. Wäre mir einer im vergangenen Jahr abgegangen und dort eingezogen, hätte mein Nachbar ihn längst bemerkt.

In den Schlitzen speichert das Moos Wasser.
In den Schlitzen speichert das Moos Wasser, die Sonne wärmt es an.

Kurz gerätselt
Der erste Blick: Es sind Bienen, die da an der Bodenverkleidung des Balkons sitzen.
Der zweite Blick: Hilfe! Ein Brutnest mit so vielen Eingängen? Sie verteilen sich auf einer Länge von 2,50 m.
Mein nächster Gedanke war: Wie groß muss dann das Nest sein? Oh je!
Bis ich genauer beobachtete: Sie fliegen ja nirgends rein. Sie sitzen nur vor den Löchern.
Mal ganz nah rangehen: Aha, hinter den Schlitzen befindet sich Dämmmaterial, das teilweise mit Moos bewachsen bewachsen ist.
Jetzt weiß ich es: Es ist eine Tränke für Bienen!

Die längste Tränke der Welt?
Und was für eine! Die längste Theke für Bienen, die man sich denken kann. Besser geht es auch gar nicht! (Falls nicht das Dämmaterial schädliche Stoffe absondert.) Es besteht keine Gefahr des Ertrinkens, wie an vielen anderen Wasserstellen, und das Wasser ist sogar durch die Sonne angewärmt. Tote Bienen lagen auch nicht herum, die Trinkenden saßen einfach nur ganz still - eben wie in einer gemütlichen Kneipe...

Bienen verklammen
Meine Imkerpatin berichtete gestern beim Imkertreff, in ihrem Gartenteich schwämmen viele tote Bienen. Ihrer Vermutung nach handelt es sich dabei um altersschwache Winterbienen, deren Lebenszeit abgelaufen ist. Doch unsere Bienensachverständige meint, sie seien vielmehr "verklammt" und dadurch bewegungsunfähig geworden. Denn bei Temperaturen um 12 °C kühlt eine fliegende Bienen von außen schnell aus. Nimmt sie dann noch um einige Grad kälteres Wasser auf, kühlt sie auch von innen aus und erstarrt bis zur Flugunfähigkeit - ihr Todesurteil.

Na, hier wäre doch noch ein Platz an der Tränke frei. Mein Nachbar erzählte, während die Sonne auf den Balkon schien, seien hunderte Bienen geflogen.
Na, hier wäre doch noch ein Platz an der Tränke frei. Mein Nachbar erzählte, hunderte Bienen seine geflogen, während die Sonne den Balkon beschien.

Nachbar mag Bienen
Zum Glück fühlt sich unser Nachbar durch die Bienen nicht gestört. Er fährt erst einmal in den Urlaub, und danach sehen wir weiter. Wird der Bienenflug in der Einfahrt zu stark, könnte man das Moos einfach mit einer Bürste entfernen, und das Problem wäre gelöst. Wasser gibt es auch anderswo.
Aber meine Bienen sind ja nicht dumm. Für sie sind die 40 m vom Stock zur längsten Bienentheke in Haltern der kürzeste Weg zur Wasserquelle. Aber wer weiß, vielleicht schmeckt ihnen bei wärmerem Wetter das Wasser im 150 m entfernten Teich besser?

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Bienen können ihre Zunge bewegen.
Obwohl die Biene auf diesem Foto im ganzen schön getroffen ist, möchte ich den Fokus auf die Zunge lenken. Bienen können ihre Zunge nämlich virtuos bewegen. Wollen sie Flüssigkeiten aufsaugen, formen sie mit ihren Kauladen einen Rüssel drumherum.
Der Rüssel wird aus den Kauladen gebildet, in dem sich die Zunge bewegt. (eigene Zeichnung wg Uhrheberrecht)
Der Rüssel wird aus den Kauladen gebildet, in dem sich die Zunge bewegt. (eigene Zeichnung)

Aufräumen kann ja so anstregend sein! Dieser Biene hängt die Zunge zum Halse heraus. Sie ist  auf die Varroawindel geflogen und schleckt auf, was aus der Beute heruntergefallen ist.
Das ist mal ein Anlass die Mundwerkzeuge der Biene unter die Lupe zu nehmen. Ich hatte immer gedacht, die Zunge sei mehr oder weniger steif. Aber oben ist gut zu sehen, dass die Biene sie herumschlenkern kann, wie der Elefant seinen Rüssel.

Zunge im "Klapprüssel"
Und tatsächlich bestitzt die Honigbiene einen Rüssel (ist auf dem Foto allerdings "eingefahren"). Dieser besteht aus zwei Kauladen, die um die Zunge herum zu einer Röhre zusammengelegt werden. Darin bewegt sich die Zunge wie eine Pumpe auf und ab. Zum Einsatz kommt der Rüssel, wenn Flüssigkeiten wie Nektar und Wasser aufgenommen werden sollen. Er wird auch für den Austausch von Futter mit den Stockbienen und zum Verteilen von Wasser im Stock zur Klimaregulation benötigt. Wird er nicht gebraucht, werden die Kauladen in eine große Furche unterhalb des Kopfes eingeklappt.

ei kleinsten Flüssigkeitsmengen wird das Löffelchen eingesetzt.
ei kleinsten Flüssigkeitsmengen wird das Löffelchen eingesetzt.

Löffelchen für die Reste
Am Ende der Zunge besitzen Bienen übrigens eine Art  schaufelförmigen "Wischlappen" (auch Löffelchen genannt), mit dem sie kleinste Flüssigkeitsmengen aufschlecken können.

Multitool: Mandibeln
Feste Nahrung, wie Pollen wird übrigens mit Hilfe der oberhalb der Kauladen befindlichen Mandibeln in kleine Stücke zerkleinert und direkt durch den Mund aufgenommen. Als mulitfunktionales Werkzeug werden sie zudem eingesetzt, um Wachs zu formen, Stockbienen zu putzen, Brutdeckel aufzuschneiden, Harze zu sammeln und Blüten aufzuschneiden, wenn sie sonst nicht an den Nektar gelangen können. Letzeres habe ich schon einmal im Eintrag "Bienen begehen Nektarraub" beschrieben.
Bienen sollen mit den Mandibeln sogar ihre Feinde festhalten, um sie besser stechen zu können.Bienenzunge

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Beim Einreiben meines Kommode mit Antikwachs Möbelpflege mit Bienenwachs - das wär's doch!
Meine Erbstücke aus Eichenholz benötigen immer mal wieder eine Behandlung mit Wachs. Dieses Döschen Möbelpflege enthält sogenanntes Antikwachs. Beim nächsten Mal ist bestimmt eigenes Bienenwachs drin...

Kann man schon von Frühlingslicht sprechen? Mir schien es vor einigen Tagen so. Ins Wohnzimmer strahlte die Sonne besonders hell - auch auf meine Eichenkommode. So konnte ich gut sehen, dass deren Füße durchs Putzwasser grau geworden sind und das Holz nach Pflege hungert.
Also habe ich das Antikwachs, Putzlappen und Bürste herausgekramt und das Holz mit Wachs "gefüttert" und gewienert, bis es wieder golden glänzte.
Meine Nase hätte sich wegen des wenig angehmen Geruchs des Antikwachses am liebsten verschlossen.  Dazu eine stupide Arbeit, bei der die Gedanken wandern: Man kann doch sicherlich auch eine Möbelpflege auf der Basis von Bienenwachs herstellen? Kann man - ich habe in Büchern geblättert und gegoogelt. Doch zum Ausprobieren fehlt mir gerade die Zeit und meine Möbel sind fürs Erste versorgt....
Aber vielleicht möchte es jemand von Euch testen und dann berichten?

Öl und Wachs - das war's
Tipps per Video liefert der "Holzwurm" und Tischlermeister Lothar Jansen-Breef aus Bad Arolsen in seinem You-Tube- Kanal:

Er erwärmt einfach Terpentinöl und Bienenwachs, bis das Wachs geschmolzen ist. Terpentinöl dient als Lösungsmittel, riecht auch nicht so gut (gesund?). Daher sollte man besser bei geöffnetem Fenster und mit Handschuhen arbeiten. Die Mischung durchs Sieb in Gläser mit weitem Rand abfüllen, abkühlen und festwerden lassen - fertig.
Möbelwachs in fester Konsistenz für Böden und Möbelrückwände stellt er aus 1 l Terpentinöl und 700 g Bienenwachs her.
Flüssigeres Wachs für Möbeloberflächen mischt er aus 1 l Terpentinöl und 400 g Bienenwachs.
Beide Wache seien auch mittels Laugen wieder ablösbar.

Manche Öle kleben
Ich habe auch Rezepte auf der Basis von Leinölfirnis und Olivenöl gefunden. Doch aus eigener Erfahrung beim Beutenanstrich mit Leinölfirnis weiß ich, dass das Öl noch laaaange klebt (und daher Staub und Fusseln anziehen wird). Ob das auch für Olivenöl gilt? Ich mag jetzt nicht die Probe aufs Exempel machen. Terpentinöl wird übrigens aus dem Balsam von Kiefern gewonnen = Balsamterpentinöl. Wieder etwas gelernt!


Der strahlende Sonnenschein lockte mich heute Mittag nach draußen, um "kurz" nach den Bienen zu sehen. Und - Volltreffer! Die Bienen wagten sich auch heraus - zum Reinigungsflug, wie man auf einem der Bilder gut sehen kann. Einige hatten es wohl so eilig, dass sie sich gleich auf dem Anflugbrett entleerten...

Da musste wohl jemand ganz nötig - erste Kotspritzer zieren das Anflugbrett....
Da musste wohl jemand ganz nötig - erste Kotspritzer zieren das Anflugbrett....

Ist für uns ja auch unvorstellbar, wie sie es schaffen, ihren Kot wochen-, ja monatelang zu halten, bis die Temperatur an einem Wintertag auf mindestens 10 bis 12 °C steigt und die Flugmuskulatur voll einsatzfähig ist. In diesem Winter war die Pause durch die milden Temperaturen bis weit in den Dezember hinein ja auch nur kurz.
Und nach dem Reinigungsflug einmal in den Spiegel schauen:

Diese Biene mag meinen Silberring.
Diese Biene landete auf meinem Silberring.

Ach ja, "kurz" nach den Bienenschauen wollte ich, aber dann traf ich den netten Nachbarn, der auch mal Imker war und jetzt bei Iglo arbeitet (produzieren Tiefkühlkost und bauen lässt in unserer Region Gemüse anbauen). Er berichtete, dass auch der Schnittlauch schon wächst.
Ein Hundebesitzer beobachtete ebenfalls die Bienen und erzählte, dass er regelmäßig meinen Blog verfolge. Nur einen Kritikpunkt habe er, ich dürfe doch nicht schreiben, dass Haltern am See zum Ruhrgebiet gehöre.... Die alte Diskussion: Alles was nördlich der Lippe liegt, zählt geographisch zum Münsterland; Haltern wurde aber 1929 aus dem münsterländischen Kreis Coesfeld abgezwackt und dem Ruhrgebietskreis Recklinghausen zugeordnet.
Wieder einmal nette Begegnungen, die ich ohne die Imkerei nicht hätte!