Für Bienen zählt jede Blüte

Eine Blumenwiese unterstützt die Artenvielfalt – nicht nur Insekten sind hier zuhause sondern auch Igel und Vögel.
Eine Blumenwiese unterstützt die Artenvielfalt – nicht nur Insekten sind hier zuhause sondern auch Igel und Vögel. Foto: Schäfer

Weg mit den Steingärten voller Schotter - hin zu blühenden Beeten, Wiesen und Grünstreifen. Das war der Tenor eines Vortrags, zu dem mein Imkerverein eingeladen hatte. Für die Zeitung habe ich folgenden Artikel geschrieben:

Für Bienen zählt jede Blüte
Marl. „Blühende Landschaften sind auch in Ihrem Umfeld möglich“, versprach Irene Schäfer am Donnerstag den 50 Besuchern, die zum Vortrag des Imkervereins Marl-Sickingmühle gekommen waren. Die Imkerin aus Datteln zeigte im Restaurant „Zum schwatten Jans“ anhand eindrucksvoller Fotos, wie sich im Kleinen auf dem Balkon sowie im Großen mit Blumenwiesen für eine bunte Blütenvielfalt sorgen lässt. „Mein Wunsch ist es, die Nahrungssituation von Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbestäubenden Insekten zu verbessern“, so die Referentin.
Bienenfreundliche Pflanzen kaufen

Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern, sind Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten.
Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern, sind Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten. Foto: Schäfer

Wer bereits beim Kauf von Stauden und Gehölzen auf bienenfreundliche
Pflanzen achte, könne schon in kleinen Schalen, Blumentöpfen und Beeten eine wertvolle Artenvielfalt heranziehen. Richtig lebendig werde es, wenn Rasen durch eine Wildblumenwiese ersetzt werde. „Da können Sie viele Bienen bei der Arbeit beobachten“, versicherte Irene Schäfer und verwies auf das „Netzwerk Blühende Landschaft“, das viele Informationen zum Thema bereit halte.
Den Garten pflegeleicht zu gestalten ist für viele Gartenbesitzer ein wichtiges Argument. „Aber Hecken und Rasen müssen Sie regelmäßig schneiden. Meine Wildblumenwiese mähe ich einmal im Jahr oder ich lasse sie stehen. Bewässern muss ich sie auch nicht“, beschrieb die Imkerin, die Zeitersparnis, die sie durch ihre Wiese mit mehr als 35 Blumensorten gewinnt. Die Samenstände würden im Winter von den Vögeln aufgepickt. Zudem diene eine Wiese auch als Rückzugsgebiet für Igel, Fasane, Kröten und sogar für Hasen und Rehe.

Wiesen erst nach der Blüte mähen
Feldern, Wiesen und öffentlichen Flächen blüht es immer weniger. Deshalb appellierte Irene Schäfer an Bauern, Jäger und Städte, Randstreifen und Zwischenstücke als Blumenwiesen anzulegen und - ganz wichtig - nicht zu früh zu mähen.

Irene Schäfer warb dafür, Gärten, Feld- und Wegränder sowie öffentliche Flächen zum Blühen zu bringen. Foto: Sommer
Irene Schäfer warb dafür, Gärten, Feld- und Wegränder sowie öffentliche Flächen zum Blühen zu bringen. Foto: Sommer

Kathrin Wehling, Vorsitzende des Imkervereins freute sich besonders, dass Gernot Fischer, Technischer Angestellter der Stadt Marl gekommen war und sich in die rege Diskussion einbrachte. Er zeigte großes Interesse für das Anliegen der Imker, verdeutlichte aber auch, dass die Stadt verschiedenen Zwängen unterliege, die eine rasche Umsetzung der Ideen erschwere oder verhindere. Ingrid Vornholt, Kassiererin des Vereins, brachte es schließlich auf den Punkt: „Warten wir nicht darauf, dass die anderen anfangen. Es kann doch jeder im eigenen Garten für blühende Landschaften sorgen!“

Tipps für blühende Gärten
• Für Insekten interessant sind z.B. Lavendel, Fingerhut, Fackellilie, Astern, Schmuckkörbchen und Phazelie.
Lassen Sie Kräuter wie Schnittlauch, Oreganum, Borretsch und Dill zur Blüte kommen.
• Auch wenn es für das Auge „unordentlich“ aussieht, Stauden im Herbst stehen lassen. Samenstände und Stängel dienen als Nahrung und Winterquartier.

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