Zum Glück nicht drohnenbrütig

Drohnenbrütige Völker ziehen Drohnenflöten heran. Länger und schmaler als eine Weiselzelle - so sieht die Zelle eines Drohnenkönigs aus. Zum Vergleich auf dem Foto ganz unten eine normale Weiselzelle. Zählt einfach mal die Zellen, über die sie sich jeweils erstrecken.

Komme gerade von den Bienen zurück und bin ja sooo erleichtert! Das Volk ist nicht drohnenbrütig. In der vergangenen Woche hatte ich bei der Durchsicht des Volkes von Queen Helene spontan Gesellschaft. Ich erklärte hier, zeigte dort, brach seltsame Verdickungen weg, die ausschauten, als sollten sie Weiselzellen werden. Auf der vorletzten Wabe - dem Drohnenrahmen - dann das: eine seltsam lang verzogene Weiselzelle. Und auf der Rückseite noch eine. Mir schwante Böses. Die Zellen sahen aus wie die Brutzellen für Drohnenkönige, so genannte Drohnenflöten. Wenn Ihr dem Link folgt, werdet Ihr verstehen, weshalb ich jetzt alarmiert war. Denn ich hatte schon einmal ein drohnenbrütiges Volk abfegen müssen, das ist etwas, was ich nicht noch einmal erleben möchte. Ich blätterte noch einmal durch die Brutwaben, schaute genauer hin und fand keine frischen Stifte. Manchmal erkenne ich sie je nach Lichtverhältnissen und Wabenfarbe nur schwer, aber hier war tatsächlich nichts mehr.

Diese Drohnenflöte ist 4 cm (!) lang. Eine Weiselzelle misst ca. 2 cm.

Ist da schon ein Drohnenmütterchen?
Puh, nun kam ich ins Schwitzen! Und das an dem Tag ja schon einmal; es war der Abend mit dem zurückgekehrten Schwarm und dem Flugling, den ich dann noch gebildet habe. Da die Drohnenflöten noch nicht verdeckelt waren, habe ich sie stehen gelassen und erst einmal eine Nacht darüber geschlafen. Na, ja, um 4.30 Uhr war ich schon wieder wach, hatte dann aber eine vage Lösung. Sollte das Volk noch nicht drohnenbrütig und an ein Drohnenmütterchen gewöhnt sein, könnte es aus einer frischen Brutwabe eine neue Königin ziehen. Das Problem: Woher eine Brutwabe nehmen, wenn die Nachbarvölker gerade frisch geschwärmt sind? Habe noch einmal recherchiert und geschaut, wie lange es dauert, bis eine Jungkönigin nach ihrem Hochzeitsflug mit dem Eierlegen beginnt. Zwei Wochen sind das Minimum. Was soll ich sagen? Ich hatte Glück! Queen Gertrud musste soeben mit dem Stiften begonnen haben und ich konnte eine Brutwabe ins andere Volk hängen. Dann habe ich dort auch die Drohnenflöten entfernt.

Eine der beiden Weiselzellen. Sie sind wesentlich kürzer, als die Drohnenflöten.

Doch nicht drohnenbrütig
Und heute schaute ich die 5. Wabe von links an - die Brutwabe, die ich vor einer Woche als Weiselprobe ins Volk gesetzt habe. Zu sehen sind: zwei Weiselzellen! Ich bin so erleichert. Aber das hatte ich schon geschrieben, oder?

3 Gedanken zu “Zum Glück nicht drohnenbrütig

  1. Bernhard

    Hallo Gerburgis,
    die Königin ist nach 5-7 Tagen geschlechtsreif. Meine sind Freitag den 5.6. geschlüpft und Freitag den 12.06. war der Hochzeitsflug. 2 Tage davor war allerdings kein Wetter für einen Hochzeitsflug, sonst hätte der vielleicht schon früher stattgefunden. Start und Rückkehr habe ich sogar filmen können.
    Viele Grüße von Bernhard

    Antwort
  2. Bernhard

    Hallo Gerburgis,

    ich habe gerade Königinnen gezüchtet und kann Dir daher aus erster Hand sagen, daß ich meine Königinnen 2 Tage nach dem Hochzeitsflug beim Eierlegen beobachten konnte, also braucht sie keine 2 Wochen sondern 2 Tage.

    Viele Grüße von Bernhard

    Antwort
    1. Gerburgis Sommer

      Beitragsautor

      Hallo Bernhard,
      danke für Deine Info! Weißt Du, wie lange die frisch geschlüpfte Königin benötigt, bis sie für den Hochzeitsflug bereit ist? Sie wird ja nicht direkt nach dem Schlupf starten? Meine Königin gehörte vielleicht auch zur langsameren Fraktion ...
      Viele Grüße
      Gerburgis

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.