Futter ermitteln – mit Schätzrahmen und Waage

Eine Arbeiterin wehrt eine Räuberin ab. Dieses Foto schickte mir Bernhard Jost.
Eine Arbeiterin wehrt eine Räuberin ab. Dieses Foto schickte mir Bernhard Jost.

Vielen Dank an Bernhard Jost, den das Thema Räuberei ebenfalls beschäftigt und mir das Foto vom Kampf einer Wächterin mit einer Räuberin geschickt hat. Bei der Völkerdurchsicht am Wochenende habe ich gleich auch einen Blick auf den Futterbestand geworfen, beziehungsweise bei Marlene gewogen.

Mit so einer Zugwaage für Koffer lässt sich das Beutengewicht leicht ermitteln.
Mit so einer Zugwaage für Koffer lässt sich das Beutengewicht leicht ermitteln.

Dazu habe ich anders als im vergangenen Jahr nicht die Futterzarge per Kofferwaage gewogen, sondern die ganze Beute. Da ich (oder doch besser Marlene) das Volk zweizargig führt, befindet sich ja auch Futter im Brutraum. Deshalb also so:

Gesamtgewicht ermitteln
1. Haken der digitalen Kofferwaage an der rechten Seite der Beute am Boden ansetzen.
2. Waage anziehen, bis das Gewicht konstant bleibt (20 kg).
3. Procedere auf der linken Seite der Beute wiederholen (21kg).
4. Ergebnisse addieren, also 42 kg Gesamtgewicht.

... und dann rechnen
Jetzt muss man noch ein paar Dinge abziehen, um das Gewicht des Futters zu erhalten. Also:
42 kg Gesamtgewicht
- 6,3 g  für 2 Zargen (je 3,15 kg)
- 4,5 kg Deckel, Metallabdeckung und Boden (je 1,5 kg)
- 6,3 kg Rähmchen und Waben (21 Rähmchen á 300 g - eins habe ich entfernt, weil sie so                       "spack" in der Beute sitzen und durch einen schmaleren Trennschied ersetzt)
- 2 kg Bienen und Brut (geschätzt)
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22,9 kg Futter am 04.10.2015

Da ist Marlene aber richtig gut dabei! Für ein zweizargiges Volk rechnet man 18 bis 22 kg Winterfutter. Wenn Helene es nicht schafft, genügend Futter einzulagern - bei ihr schwindet es ja eher - kann ich ihr noch ein, zwei Rähmchen reinhängen oder übriges Futter im nächsten Jahr für Ableger verwenden.

Den in acht Felder eingeteilten Schätzrahmen hält man über die Futterwabe und "zählt" die gefüllten Felder.
Den in acht Felder eingeteilten Schätzrahmen hält man über die Futterwabe und "zählt" die mit Futter gefüllten Felder.

Schätzrahmen einsetzen
Die Futterschätzung per Waage geht also recht fix, man muss nur wissen, wieviel an Gewicht man für die DN-Beute abziehen muss. Da Helene in der Trogbeute logiert - bei der ich es leider verpasst habe, sie unbesetzt zu wiegen - habe ich bei ihr den Schätzrahmen angewandt. Allerdings per Augenmaß, ohne mir den Schätzrahmen zu basteln...
Also, Wabe in gedachte acht Felder aufgeteilt und mit Futter belegte Felder gezählt, dann die Wabe gedreht und auf der anderen Seite gezählt. Das ergab bei knapper Schätzung 62 Felder, die auf DN-Rähmchen mit je 100 g Futter gefüllt sind. Also hat sie nur 6,2 Futter - nur gut die Hälfte dessen, was sie für den Winter braucht. Da wird es also höchste Zeit mit dem Nachfüttern. Habe nochmals 3 kg Zucker gelöst, was dann 3,6 kg Futter ergeben wird. Seit fünf Tagen nuckeln sie daran herum und haben nicht einmal die Hälfte geschafft. Ich schätze, es läuft darauf hinaus, dass Marlene zwei Waben abgibt....

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