Wachsmotte – ungeliebte Mitbewohnerin

Mitbewohner im Bienenstock: Eine Wachsmotte krabbelt auf eine Varroamilbe zu.
Mitbewohner im Bienenstock: Eine Wachsmotte krabbelt auf eine Varroamilbe zu.

Entwarnung! Ich weiß zwar noch immer nicht, welche winzigen Mitbewohner mit den Bienen die Beute teilen, aber gefährlich scheinen sie ihnen nicht zu sein. Denn sonst hätte sie bestimmt jemand erkannt.

Ist die Biene geschlüpft, bleibt die Puppenhaut in der Zelle zurück.
Ist die Biene geschlüpft, bleibt die Puppenhaut zurück - ein gefundenes Fressen für die Wachsmotte.

Wachsmotte mag kein Wachs
Die Frage, wer sich da herumtreibt, brachte mich auf die Idee, über einen anderen Mitbewohner zu schreiben, der weniger harmlos ist: die Wachsmotte. Sie gehören zur Familie der Kleinschmetterlinge, der Zünsler. Die bekanntesten Arten sind die Große und die kleine Wachsmotte. Schädlich ist aber nicht die Motte selbst, sondern ihre Raupe.
Vom Wachsduft der Honigbienennester angelockt, legen die Falter ihre Eier in den Brutnestern der Völker ab. Dabei bohren sie sich durch das Wachs und zerstören die Wabenstruktur.
Die schlüpfenden Larven ernähren sich von Pollenresten und den zurückgelassenen Puppenhäuten und Kot der Bienenbrut. So eine Putzkolonne wäre an sich ja nicht schlecht. Doch teilweise machen sich die Wachsmottenlarven auch über Bieneneier und –larven her und schädigen so die Brut der befallenen Völker. Anders als es der Name vermuten lässt, fressen die Wachsmotten kein Wachs.

Wachsmotten hinterlassen Dreck und Gestank
Wachsmotteneier befinden sich natürlicherweise in jedem Volk. Bienen wissen aber größere Schäden an Wachs und Waben zu verhindern. Ist ein Volk aber nicht so fit oder aus anderen Gründen nachlässig, breiten sich die Motten sehr schnell aus. Imker erkennen sie dann an hinterlassenem Dreck, Gespinsten, Kot und Gestank – ein guter Nährboden für Bakterien. Ich hoffe, dass meinen Bienen und mir dies erspart bleibt. Die Maikrankheit hat schon gereicht….

Deutlicher kann man es kaum zeigen: Links die frisch ausgebaute Wabe, rechts eine drei Jahre alte Brutwabe.
Deutlicher kann man es kaum zeigen: Links die frisch ausgebaute Wabe, rechts eine alte Brutwabe.

Hygiene schützt vor Wachsmotten
Imker schlagen den Wachsmotten ein Schnippchen durch gute Wabenhygiene. Waben sollten höchstens zwei bis drei Jahre alt werden. Jede schlüpfende Biene lässt ihre Puppenhaut zurück, die eng an der Zellenwand anliegt. Mit jeder neuen Brut kommt eine neue Puppenhaut hinzu. Obwohl die Putzbienen ihr Bestes geben, bleibt zwischen den Häuten und Zellwänden Kot zurück – ein gefundenes Fressen für die Wachsmotte und Nistplatz für Krankheitserreger. Spätestens nach drei Jahren hat eine Wabe ihre goldene Farbe verloren und ist schwarz geworden. Dann sollte sie dringend aussortiert und eingeschmolzen werden.

Nur unbebrütete Waben lagern
Für die Lagerung über den Winter kommen nur unbebrütete Waben in Frage, denn Wachsmotteneier befinden sich in fast jeder Brutwabe. Ich habe meine Waben im Keller locker in eine Beute gehängt. Bei Temperaturen unter 10 °C bleibt die Entwicklung der Wachsmotten stehen. So kühl ist es bei uns nicht, aber ich habe auch keine andere Möglichkeit, sie aufzubewahren. Na, man könnte sie auch einfrieren.
Im Bienenstock kommt ein ordentlicher Winter den Bienen zur Hilfe: Längere Frostperioden ab -7°C töten die Motten und ihre Brut im Stock ab. Also: Winter, Du darfst kommen!

2 Gedanken zu “Wachsmotte – ungeliebte Mitbewohnerin

  1. Pingback:

  2. Da hast du ja immer genug zu tun.
    Ist schon verrückt, was alles passieren kann. Davon hatte ich gar keine Ahnung.
    Danke, für diese interessante Info.
    Ja, der Winter kann kommen, das ist wahr.
    Und du brauchst ihn sogar.
    Liebe Grüße Bärbel

    Antwort

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