Honig

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Ab ins Glas! Den diesjährigen Honig haben wir abgefüllt. So wie auf diesem alten Bild zu sehen, dekoriere ich Gläser zum Verschenken.
Ab ins Glas! Den diesjährigen Honig haben wir nun endlich abgefüllt. So wie auf diesem alten Bild zu sehen, dekoriere ich Gläser zum Verschenken.

Die Honigernte ist abgefüllt! Ich habe darauf verzichtet, ihn zu rühren. Diese Kleberei ist mir zuwider und außerdem mag ich flüssigen Honig ganz gerne. Wegen des hohen Honigtauanteils will er noch immer nicht fest werden. Also ab ins Glas. Er wird ohnehin schnell verschenkt sein.

Hier die Abfüllgeschichte in Bildern:

Vor dem Abfüllen ist Putzen angesagt. Die Hygienemaßnahmen habe ich in einem früheren Beitrag schon beschrieben.
Vor dem Abfüllen ist Putzen angesagt. Die Hygienemaßnahmen habe ich in einem bei "Ab ins Glas" in 2014 bereits beschrieben.
Auch die Gläser werden gespült. Am liebsten lasse ich es die Spülmaschine erledigen. Nur die Deckel sind tropfnass und werden per Hand abgetrocknet.
Auch die Gläser werden gespült. Am liebsten lasse ich es die Spülmaschine erledigen. Nur die Deckel sind immer tropfnass und werden per Hand abgetrocknet.
Jetzt sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt. Mit etwas Übung kann man dem Eimer auch zwei bis drei Gramm "abquetschen".
Jetzt sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt. Mit etwas Übung kann man dem Eimer auch zwei bis drei Gramm "abquetschen".
Super ist unsere Küchenwage, mit der man das Gewicht des Glases abziehen kann.
Super ist unsere Küchenwage, mit der man das Gewicht des Glases abziehen kann.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich in diesem Jahr nur in kleine 250-g-Gläser abfülle? Sonst ist das süße Wunder viel zu schnell verteilt...
Hatte ich schon erwähnt, dass ich in diesem Jahr nur in kleine 250-g-Gläser abfülle? Sonst ist das süße Wunder viel zu schnell verteilt...

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"Echter Deutscher Honig" steht auf dem Etikett. Heute würde man auf das Wörtchen "Echter" wahrscheinlich verzichten. Aber vor 90 Jahren war es wichtig.
"Echter Deutscher Honig" steht auf dem Etikett. Heute würde man auf das Wörtchen "Echter" wahrscheinlich verzichten. Aber vor 90 Jahren war es für Imker wichtig, um ihren Honig von Kunsthonig abzugrenzen.

Aus meinem Freundeskreis kommen immer wieder interessante Fragen zur Imkerei, die sich dann wunderbar zu einem Blogeintrag verarbeiten lassen. Heute erhielt ich folgende Whatsapp-Nachricht: "Ich brauche mal den vollkorrekten, allwissenden Erklärbär in Bienenkunde.... Mathilde (krank zu Hause) gerade beim Frühstück: Mama, ich wusste gar nicht, dass es unechten Honig gibt. Denn auf unserem Glas steht ECHTER Bienenhonig!
So, und jetzt du! Korrekte Erklärung haste sicher parat, oder???"

Echter Deutscher Honig....
Ja klar - aber zuerst musste ich recherchieren. Also habe ich kurz die nette Pressereferentin des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) angerufen und kann nun folgende Hintergrundinfos zum Wörtchen "Echter" liefern:
Die Bezeichnung "Echter Deutscher Honig" ist ein eingetragenes Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes, übrigens neben Maggi das älteste Warenzeichen in Deutschland. Damals, vor 90 Jahren gab es nicht nur Bienenhonig, sondern auch Kunsthonig. Dieser wird ohne Zutun irgendwelcher Bienen aus Invertierter Saccharose (also Zucker) hergestellt und ähnelt Bienenhonig in Aussehen und Geschmack (kann ich gar nicht glauben!). Dagegen mussten sich die Imker natürlich wehren und beantragten 1925 das Warenzeichzen "Echter Deutscher Honig". 1926 kam dann das erste Glas mit dem neuen Etikett auf den Markt.

... oder nur Kunsthonig?
Noch ein paar Worte zum Kunsthonig: Der heißt heute nicht mehr so, die korrekte Produktbezeichnung lautet "Invertzuckercreme". Er wird heute beispielsweise zur Herstellung von Lebkuchen und anderen Backwaren eingesetzt.
Dagegen hat das Warenzeichen "Echter Deutscher Honig" bis jetzt überdauert, obwohl der Kunsthonig für die Imkerei keine Konkurrenz mehr darstellt und Verfälschungen durch Laboruntersuchungen leicht nachweisbar wären.
Trotzdem hat das Warenzeichen auch heute noch als Herkunftszeichen einen hohen Stellenwert. Denn nur etwa ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Honigs wird auch hier erzeugt. Der Rest wird importiert. Die wichtigsten Importländer für Bienenhonig im Jahr 2014 waren Mexiko, die Ukraine und China. Die genaue Herkunft des Honigs muss auf dem Etikett nicht angegeben werden. Häufig ist darauf eine Abfüllstelle in Deutschland vermerkt, was bei Verbrauchern den Anschein erweckt, es handele sich um deutschen Honig. Die kleingedruckte Angabe "Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern" wird leicht überlesen.

Echtes Waren- und Gütezeichen
Übrigens ist "Echter Deutscher Honig" mehr als "nur" ein Warenzeichen - es ist auch ein Gütesiegel, da der D.I.B die Verwendung an die Einhaltung strenger Qualitätskritieren bindet! Wer mag, kann das in meinem Artikel fürs Landwirtschaftliche Wochenblatt über den Honiglehrgang nachlesen.
Eine Bitte noch an Mathildes Mama: Erkläre ihr bitte, was ein Warenzeichen ist, die Abkürzung EU, die Begriffe Gütesiegel und Import - und besorgt Euren Honig immer beim Imker Eures Vertrauens! 🙂

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asdfasdf
Die Honigfarben 2015 (links) und 2014. Welch ein Unterschied!

Wie überrascht waren wir im Juli bei der Honigernte, als Honig in sattem Gold-, fast Bronzeton aus der Schleuder floss. Zum eindrucksvollen Vergleich habe ich mal zwei Eierbecher mit dem diesjährigen und dem letztjährigen Honig gefüllt.

Dunkle Honigfarbe
Die dunkle Farbe weist auf einen hohen Anteil an Honigtau hin. Ihr wisst, was damit gemeint ist?! So bezeichnet man das Zuckerwasser, das die Bienen von Läusen sammeln. Und das geht so: Blatt-, Schild-, Rindenläuse oder Zkaden saugen den Siebröhrensaft von Laub- und Nadelbäumen an, den sie im Filgerdarm "druckfiltrieren". Aminosäuren und Teile des Zuckers und Wassers gelangen in den Mitteldarm des Insekts und wird resorbiert. Das überschüssige filtrierte Zuckerwasser passiert den Verdauungstrakt nicht und wird als Honigtau ausgeschieden. Das muss rasend schnell gehen - vom Siebröhrensaft nippen, "druckfiltrieren" und schon wird Honigtau ausgeschieden.

Fleißige Läuse
Unter günstigen Bedingungen können die Insekten auf einer Waldfläche von 10000 m² (= 1 Hektar) täglich insgesamt bis zu 400 l (!!!) Honigtau ausscheiden. Der landet dann auf den Blättern, wo er von den Bienen aufgesammelt wird. Aber auch andere Insekten sammeln ihn fleißig. Ameisen "melken" die Blattläuse regelrecht. Mit ihren Fühlern beklopfen sie die läuse udn regen damit die Ausscheidung von Honigtau an. Als Dankeschön für die Süßigkeit beschützen die Ameisen die Blattläuse vor ihren natrülichen Feinden, z.B. Marienkäferlarven.
Der Gehalt an Mineralstoffen und Enzymen ist im als (Wald-) oder Tannenhonig bezeichneten Honig besonders hoch. Die enthaltenen ätherischen Öle sollen vor allem bei Bronchialerkrankungen helfen.

Eine helle Honigwabe aus dem Vorjahr mit hohem Anteil an Lindenblütenhonig.
Eine helle Honigwabe aus dem Vorjahr mit hohem Anteil an Lindenblütenhonig.

Weniger Linde, mehr Honigtau
"Mitschuldig" am hohen Anteil am Waldhonig in diesem Jahr ist das Wetter. Zur Blütezeit der Linden, die für Bienen begehrte Trachtpflanzen sind, war es sehr heiß und trocken. Die Blüten sind teils gar nicht richtig aufgegangen oder schnell am Baum vertrocknet. Ein Imker brachte dazu diesen Spruch: Linden müssen zur Zeit der Blüte mit den Füßen im Wasser stehen und mit dem Kopf in der Sonne, wenn sie honigen sollen.
Einfluß auf die Honigfarbe haben aber auch die eingetragenen Pollen und Mineralstoffe. Während der Lagerung ändert sich die Farbe; er wird dunkler. Wie schnell ein Honig dunkelt, hängt von den Lagerbedingungen ab: Höhere Temperaturen fördern das Dunkelwerden. Kristallisiert ein Honig aus, wird er heller. (Ideal ist die Lagerung in luftdicht verschlossenen, geruchsfreien Eimern oder Gläsern bei maximal 15 °C in einem dunklen Raum. So hält er sich jahrelang.

Unappetitliche Honigfarbe durch Mischen
Und mein Honig? Ist noch immer im Eimer und zeigt keine Anzeichen von Kristallisation. Ich habe auch keine Lust zum Rühren. Vielleicht fülle ich ihn einfach so ab, dann wird er irgendwann im Glas fest werden. Beim Imkertreff erzählte eine Imkerin, sie habe ihren Honig mit Vorjahreshonig geimpft, damit er schneller fest werde. Aber leider hat sich die Farbe in ein absolut unappetitliches Grau-Braun verändert....

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Die natürliche Kraft der Sonne ausgenutzt im Auto: Unter "kontrollierten Bedingungen" wird der feste Honig wieder flüssig.
Die natürliche Kraft der Sonne ausgenutzt im Auto: Unter "kontrollierten Bedingungen" wird der feste Honig wieder flüssig.

Zwei, drei Gläschen von der Frühtracht aus dem vergangenen Jahr lagern noch im Keller, "gut" durchkristallisiert, nur obenauf schwimmt noch eine dünne flüssige Honigschicht. Ich mag Honig am liebsten flüssig, zur Not auch cremig; aber grob kristallisierten Honig mag ich gar nicht.

54 °C, so heiß darf Honig nicht werden!
54 °C, so heiß darf Honig nicht werden!

Wie wird fester Honig wieder flüssig?
Kristallinen Honig kann man wieder "auftauen", indem man ihn mittels Wasserbad, Wärmeschrank oder Heizdecke vorsichtig erwärmt. Das ist mir aber für zwei Gläschen zu aufwendig oder ich besitze die Materialien nicht. Als ich im heißen Auto schwitzte, kam ich auf die Idee, die Wärme zum Honigschmelzen zu nutzen....
Also erst einmal mit dem Thermometer geprüft, wie heiß es im Auto so werden kann. Hui! Überraschung: bei 30,5 °C außen, werden es  54,7 °C innen. Das ist mir und dem Honig zu heiß! Denn Honig darf nicht wärmer als 40 °C werden, da sich durch Wärme aus Fruchtzucker HMF (Hydroxymethylfurfural) bildet. Dieser Stoff stand in Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu wirken. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte 2011 fest, dass HMF kein besonders ausgeprägtes toxisches Potential besitzt.
Dafür ist das Vorkommen von HMF in Honig und auch anderen Lebensmitteln wie Kaffee, Milch, Fruchtaufstriche und Konfitüren ein Indiz für zu starke meist thermische Behandlung.

... und jetzt ist er wieder flüssig!
... und jetzt ist er wieder flüssig!

Honig kühl lagern
In frisch geschleudertem Honig ist es nur gering vorhanden und steigt bei korrekter Lagerung um 2 bis 3 mg/kg pro Jahr an. Der HMF-Grenzwert für EU-Honig liegt bei maximal 40 mg/kg Honig. Der Deutsche Imkerbund erlaubt nur höchstens 15 mg/kg Honig. Wird Honig kühl gelagert, das heißt unter 14 °C, steigt der HMF-Wert nur gering an, je nach Honigsorte um 3-6 mg pro kg und Jahr. Liegt die Lagertemperatur dagegen über 21 °C, kann der HMF-Gehalt in einem Jahr bereits auf 20 mg und bei 70 °C innerhalb von 20 Stunden auf Werte von 80 mg ansteigen. Deshalb also aufgepasst: Im Auto können bei 35 °C Außentemperatur innen leicht 60 °C erreicht werden.... Ehrlich, das ist nur eine Methode für meinen persönlichen "Hausgebrauch"! Das Thermometer zeit zwar 48 °C, aber im Honig war die Temperaturen niedriger, weil ich ihn nur wenige Stunden darin belassen habe. Außerdem musste ich die Gläser öffnen und den Honig umrühren. Verkaufen oder verschenken werde ich ihn nicht. Dieser Post fällt also eher unter die Kathegorie "Nicht nachmachen!" Aber ich habe durch das Experiment meine Kenntnisse über HMF vertieft.
Übrigens, testen kann man den HMF-Gehalt nur im Labor, schädlich scheint es auch nicht zu sein. Warum also der Wirbel? Weil durch hohe Temperaturen wertvolle Inhaltsstoffe des Honigs, wie Enzyme zerstört werden können.

Dank der Bienenflucht, die ich am Vorabend eingesettzt habe, halten sich nur noch wenige Bienen auf den Honigwaben auf.
Dank der Bienenflucht, die ich am Vorabend eingesettzt habe, halten sich nur noch wenige Bienen auf den Honigwaben auf.

Mh, wie das duftet! Als wir die ersten Waben geschleudert haben und den Deckel der Schleuder öffnen, erreicht ein süßlich warmer Honigduft unsere Nasen. Herrlich!

Entdeckeln: Vorsichtig mit der Gabel die Wachskäppchen von den Waben lösen.
Entdeckeln: Vorsichtig mit der Gabel die Wachskäppchen von den Waben lösen.
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Alle "Öhrchen" zeigen in eine Richtung, so entsteht beim Schleudern keine Unwucht.

Die Honigernte begann mit einer kurzen Vorarbeit am Abend vor dem Schleudern: Mit Hilfe meines Mannes legte ich eine Bienenflucht zwischen Honig- und Brutraum. Sie ermöglicht den Bienen den Durchgang von oben (Honigraum) nach unten (Brutraum), versperrt aber durch trichterförmig zulaufende Röhren den Rückweg. So saßen am Freitag zwar noch Bienen auf den Waben, aber eben nicht mehr Hunderte dicht an dicht.

Neun Waben - 15,9 kg Honig
Neun Waben brachten wir zum Schleudern zu unserer Imkerfreundin Ingrid. Wie immer hatte sie den Schleuderraum gewissenhaft hergerichtet, nicht benötigtes Zeug herausgetragen und geputzt.

Gibt man beim Drehen der Kurbel Vollgas, muss man die Schleuder durch Körpereinsatz vom "Hüpfen" bewahren...
Gibt man beim Drehen der Kurbel Vollgas, muss man die Schleuder durch Körpereinsatz vom "Hüpfen" bewahren...

So konnten wir direkt mit dem Entdeckeln der Honigzellen beginnen. Das kostbare Entdeckelungswachs wird gesammelt. Ich habe noch welches vom vergangenen Jahr. Vielleicht sollten wir es doch endlich mal essen - wie Kaugummi. Das Wachs spuckt man hinterher aus. Ingrids Tochter verkauft das gesammelte Entdeckelungswachs an jemanden, der daraus Kosmetika herstellt.

Schleudern, was das Zeug hält
Ist die Schleuder mit vier Waben bestückt, wird die Kurbel gedreht. Wenn es richtig rund geht, hört man den Honig an die Wände der Schleuder klatschen und jetzt, jetzt - ja, endlich: fließt der Honig ins Sieb. Oh, der ist ja viel dunkler, als im vergangenen Jahr! Und wie der schmeckt! Erneut etwas minzig, was auf Lindenblüte schließen lässt.
Wieder einmal ein Beweis, dass die Imkerei ein Hobby für alle Sinne ist. Heute angesprochen: Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Tasten - Honig ist ja sowas von klebrig!

Hier fließt Honig in sattem Goldgelb mit einem Wassergehalt von 17,5 Prozent und unvergleichlichem Geschmack.
Hier fließt Honig in sattem Goldgelb mit einem Wassergehalt von 17,5 Prozent und unvergleichlichem Geschmack.

Die ausgeschleuderten und etwas fransig gewordenen Waben habe ich abends zum Ausschlecken wieder ins Volk gehängt.

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Ausgeschleuderte Waben kommen zum Ausschlecken zurück ins Volk.

Meine Bienen waren fleißig. Sie haben nicht nur den Honigraum gefüllt, sondern auch viel Honig in den Brutraum eingetragen. Vielleicht hätte ich einen zweiten Honigraum aufsetzen sollen. Aber nach dem schwachen Start im Frühjahr, als sie so gar nicht nach oben wollten, habe ich ihnen nicht so viel zugetraut. Nun haben sie schon mal einen guten Wintervorrat und ich werde nicht so viel zufüttern müssen. Das hat doch auch was!

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JA! Es klappt. Etwas verspätet kann ich nun doch das Video vom Einlöten der Mittelwände hochladen.

Unten zwei Bruträume, oben der Honigraum und das ganze auf einem recht langbeinigen Gestell - beim Abnehmen des gefüllten Honigraumes werde ich bestimmt Hilfe benötigen.
Unten zwei Bruträume, oben der Honigraum und das ganze auf einem recht langbeinigen Gestell - beim Abnehmen des gefüllten Honigraumes werde ich bestimmt Hilfe benötigen.

Der Blick aufs Volk
Heute geht es mal nur um die Bienen, versprochen! Zunächst eine Bestandsaufnahme: Das Volk bewohnt einen zweizargigen Brutraum, die Königin stiftet fleißig, und die ersten Drohnen schlüpfen. Das Volk wächst also. Im oberen Brutraum sind etwa drei Rähmchen mit Brut belegt, die anderen müssen noch ausgebaut werden. Von anderen Imkern höre ich, dass ihre Bruträume schon zu klein werden und sie Ableger bilden, damit die Völker nicht schwärmen.

Mal wieder die Bienen verwirrt
Ich habe sogar noch versucht, mein Völkchen einzargig zu führen und das Absperrgitter zwischen die Zargen gelegt. Leider habe ich die Königin nicht gefunden, ging aber wegen er noch wenig ausgebauten Waben in der oberen Zarge davon aus, dass sie unten sitzt. Aber, ja klar, als ich nach ein paar Tagen nachschaute, saß sie oben und stiftete. Da habe ich sie mit meinem Absperrgitter wahrscheinlich irritiert, das Sortieren überlasse ich ihnen jetzt aber selbst.

Frisch eingelötet - die Mittelwände aus den Ledder Werkstätten vom Wachs der eigenen Bienen.
Frisch eingelötet - die Mittelwände aus den Ledder Werkstätten vom Wachs der eigenen Bienen. Aber Himmel, der Trafo ist ein Teufelswerkzeug, sprüht Funken und lässt Draht erglühen....

Den Drohnenrahmen habe ich gestern schweren Herzens ausgeschnitten. Schneide allerdings nicht rigoros alles weg. Da stellt sich mir immer die Frage, wie stark ich ins Volk eingreife.... Für die Bienen scheinen die Drohnen wichtig zu sein, sonst würden sie nicht so viel Zeit für die Aufzucht und fürs Verhätscheln verwenden, andererseits birgt gerade die Drohnenbrut so viele Varroamilben.

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Wer kann da schon "Nein" sagen!?
Wer kann da schon "Nein" sagen!?

Bislang verkaufe ich unseren Honig nicht - es ist einfach zu wenig da. Aber ich verschenke ihn gerne. Besonders gut kommt er an, wenn ich die Honiggläser mit natürlich anmutenden Materialien herausputze.
Die Herzchen und das Glücksschweinchen habe ich mit winzigen Ausstechern aus Mittelwandresten ausgestochen, mit einem Loch versehen und auf Bastfäden aufgezogen. Mit der Zackenschere einen Kreis aus Packpapier ausgeschnitten, per Gummiband auf dem Deckel fixiert, die  Bastfäden drumherumgewickelt und mit einer Schleife verschlossen. Fertig!
Ich weiß, ich weiß, es ist noch nicht perfekt. Diesen Honig habe ich überraschend durch die Auflösung der Bienenkiste gewonnen und kein passendes Etikett auf Lager gehabt, es ist eigentlich zu klein. Beim nächsten Mal werde ich das Mindesthaltbarkeitsdatum auch komplett ausschreiben... Habe ja doch etwas gelernt beim Honiglehrgang!

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DSC_1061Wenn sie frisch sind, beißt man sich an ihnen die Zähne aus. Aber mindestens die Hälfte meiner Plätzchen erreicht nicht das Stadium, in dem sie weich geworden sind. Wer kann schon zwei Wochen auf so leckere Plätzchen warten?

Eigenen oder gekauften Honig verwenden?
Ehrlich gesagt, verwende ich aber nicht meinen eigenen Honig. Der ist mir fürs Backen dann doch zu schade. Das geht auch mit Honig aus "EG- und nicht EG-Ländern", wie es immer auf dem Glas heißt. Ich höre schon den Aufschrei, man möge doch bitte zuallererst heimische Produkte verwenden. Doch die Imker in Deutschland können mit ihrer Honigproduktion die Nachfrage in Deutschland bei weitem nicht decken. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft reicht der eigene Honig nur für 20 Prozent der Bevölkerung. Im vergangenen Jahr wurden 66700 t importiert.

Lebkuchengewürz ausverkauft?
Das Backen ist gar kein Problem. Doch wo bekommt man im Dezember noch Lebkuchengewürz? Sollte ja in der klassischen Lebkuchen-Backzeit in den Regalen liegen. In fünf Geschäften in Haltern war das Gewürz Anfang des Monats schon ausverkauft. Ich werde mir gleich im neuen Kalender für November 2015 einen Vermerk machen: Lebkuchengewürz kaufen! Zur Not kann man es auch selbst mischen, dazu sind allerdings neun Gewürze notwendig - das wird deutlich teurer.... Jetzt aber ab in die Küche!

Die Zutaten für den Lebkuchen:
100 g Margarine
375 g Honig
180 g Zucker

1 P. Lebkuchengewürz
15 g Kakao
750 g Mehl
1P. Backpulver
1 Prise Salz

Die Zutaten für den Zuckerguss:
Puderzucker
Zitronensaft

So wird‘s gemacht:
• Margarine, Honig und Zucker in einem Topf erwärmen, bis der Zucker geschmolzen ist. Die Masse abkühlen lassen, dann mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten. Das geht am besten mit den Händen.
• Den Teig etwa 0,5 cm dick ausrollen und Plätzchen ausstechen und auf ein mit Backpapier versehenes Backblech legen.
• Bei 200°C ca. 15 Minuten backen.
• Für den Guss den Puderzucker mit so viel Zitronensaft verrühren, dass er sich auf die erkalteten Plätzchen streichen lässt.
• Die Plätzchen sind sehr hart, werden in der Dose mit der Zeit weicher - und falls nicht, einen halben Apfel in die Dose legen. Dann nehmen die Plätzchen die Feuchtigkeit des Apfels auf.

Knusperhäuschen aus Lebkuchen
Übrigens eignet sich der Teig sehr gut, um daraus Knusperhäuschen herzustellen. Dazu die Teile aus dem Teig ausschneiden und abbacken. Ein guter „Baukleber“ ist mit Eiweiß verrührter Puderzucker.

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Honig bildet feine kristalline Strukturen, wenn der Kristallisationsprozess durch Rühren gesteuert wird.
Honig bildet feine kristalline Strukturen, wenn der Kristallisationsprozess durch Rühren gesteuert wird.

Ab und zu habe ich den Hobbok im Keller geöffnet, um zu prüfen, ob der Honig aus der Bienenkiste schon kristallisiert. Vor einigen Wochen war es so weit - ich meinte eine Veränderung zu sehen. Also habe ich mit dem Rühren begonnen. Dieses sorgt dafür, dass der Zucker im Honig gleichmäßig und fein kristallisiert. So erhält man feincremigen Honig statt eines Honigs, der vom Glasboden herauf grobkörnig erstarrt. Übrigens ist genau das in den Gläsern mit der Frühtracht passiert. Ist aber nicht schlimm, erwärmt man den Honig, z.B. im Wasserbad auf unter 40°C, wird er wieder flüssig. ... weiterlesen

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Das kann sich doch sehen lassen: Unser erster Honig im Glas mit blumigem Etikett! Und wie der schmeckt! Einfach gut! (Heute können es nicht genug Ausrufezeichen sein....)
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Die Ausrüstung zum Honigabfüllen: Ein Abfülleimer mit Quetschhahn sowie frisch gespühlte und getrocknete Honiggläser. Schnell habe ich gemerkt, dass eine Digitalwaage gute Dienste tut.

Jetzt ist er in Gläsern abgefüllt, unser erster eigener Honig! Ein tolles Gefühl. Ich gebe ja zu, wir haben vorher schon einige Male probiert und auch schon winzige Probiergläschen verteilt.
Um das Abfüllen zu erleichtern, habe ich mir einen Hobok mit Quetschhahn zugelegt. Eine weitere Investition in unsere Imkerei, die wieder einmal Platz im Keller wegnimmt. Aber ich will ja nicht klagen. Der Honig ließ sich damit sehr gut einfüllen.
Mit etwas Übung gelingt es, ohne zu kleckern. Man muss nur den Augenblick nach dem Schließen des Hahnes abwarten, in dem der Honigfluss stoppt, der Honigfaden reißt und sich der Rest nach oben zieht. (Gibt es für dieses Verhalten eigentlich einen Namen?) In diesem Moment zieht man das gefüllte Glas weg und setzt ein frisches darunter.

Kostbarkeit in kleinen Gläsern

Unsere Ausbeute: 9 kg Honig abgefüllt in Gläsern - 1 kg haben wir vorher schon probiert.
Unsere Ausbeute: 9 kg Honig abgefüllt in Gläsern - 1 kg haben wir vorher schon probiert.

Da unsere Ernte nicht so groß ausgefallen ist, haben wir uns für 250-g-Gläser statt 500-g-Gläser entschieden. Unsere Ausbeute: 32 kleine und 2 große Gläser. Ich fürchte, sie werden ruckzuck an Nachbarn, Freunde und Familie verteilt sein.
Mir kommt der erste eigene Honig so kostbar vor: Ein Bienenjahr voller Höhen und Tiefen. Und dann die immense Arbeit unserer Bienen. Nicht umsonst spricht man vom Bienenfleiß.

Was ist Honig?

Wer jetzt noch wissen will, was Honig genau ist, der lese hier weiter. Die etwas dröge Definition aus der Honigverordnung:
"Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.
Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten, insbesondere aus Fructose und Glucose, sowie aus organischen Säuren, Enzymen und beim Nektarsammeln aufgenommenen festen Partikeln. Die Farbe des Honigs reicht von nahezu farblos bis dunkelbraun. Er kann von flüssiger, dickflüssiger oder teilweise bis durchgehend kristalliner Beschaffenheit sein. Die Unterschiede in Geschmack und Aroma werden von der jeweiligen botanischen Herkunft bestimmt."
Und, was ist Honig jetzt? Einfach lecker!

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Ist der lecker! Gestern Abend haben wir unseren ersten Honig geschleudert. Nachmittags fragte meine Tochter schon: "Wie kriegen wir denn die Bienen von den Waben? Die geben uns den Honig doch nicht freiwillig." Aber da gibt es ja Hilfsmittel. Bereits am Abend zuvor hatte ich eine Bienenflucht zwischen Honig- und Brutraum gelegt. Sie funktioniert wie eine Einbahnstraße. Die Bienen aus dem Honigraum oben können durch ein Loch in einen Verteiler aus enger werdenden Gängen in den Brutraum gelangen. DSC_1063Der Rückweg ist durch die kleinen Löcher versperrt. So können wir die Rähmchen mit dem teils verdeckelten Honig problemlos entnehmen und in eine fest verschließbare Kunststoffkiste packen.

Wertvolles Entdeckelungswachs
Damit fahren wir zu einer netten Imkerin, die uns zum Schleudern zu sich eingeladen hat. Mit den spitzen, eng beieinanderstehenden Zinken der Entdeckelungsgabel heben wir die Wachsdeckel von den Waben. Erst dann kann der Honig in der Schleuder herausfließen. Das Entdeckelungswachs bewahren wir in einem Glas auf. Ein erfahrener Imker empfiehlt, dieses im Winter zu kauen, wenn man erkältet ist.

DSC_1062Nun wird die Schleuder bestückt. Vier Rähmchen passen hinein, die "Öhrchen" immer zu einer Seite, damit man nicht durcheinander kommt. Und jetzt die Kurbel gegriffen und gedreht. Schon nach kurzer Zeit hören wir, wie der Honig an die Edelstahlwand der Schleuder klatscht.

DSC_1064Und da kommt er - in einem goldgelben Strom rinnt unser Honig ins Doppelsieb. Dieses hält kleine Wachsstückchen zurück. Dann die Rähmchen wenden, damit auch die andere Seite ausgeschleudert wird. Natürlich probieren wir sofort: Süß und ein Hauch nach Minze (finden wir) - unser Honig schmeckt sooo gut! 10 kg sind es geworden. Mit etwas Glück können wir Ende Juli noch einmal schleudert. Aber vorerst wird unser durch zweimaliges Schwärmen geschrumpftes Volk mit der Brutpflege beschäftigt sein.
Für die nächsten Tage ist noch etwas Honigpflege angesagt: Schaum abschöpfen und Rühren, um die Kristallisation zu dämpfen, schließlich soll er schön cremig werden.