Bienenweide

15-10-013War das schön! Ich weiß, jetzt werde ich Euch neidisch machen, aber es geht nicht anders - es war herrlich! Ein Tag voller "Landluft" und "Landlust" bei der Apfelernte auf dem Bauernhof meiner Eltern im Münsterland. Bei knackiger Kälte von 2 °C früh um 8 losgefahren, 30 Minuten später In Velen waren es dann immerhin schon 3,5 °C.  Am Abend zuvor hatten wir unsere Winterjacken aus dem Keller gekramt und zum Glück für jedes unserer drei schnell gewachsenen Kinder eine gefunden. Mützen durften auch nicht fehlen.
Dann ging es ab zur Obstwiese in die Schweineweide, die immer noch so heißt, obwohl die letzten Schweine dort bestimmt vor 25  Jahren draußen liefen. Aus dem alten Baumbestand stehen hier noch eine Kirsche, eine Kastanie und Pflaume sowie vier Apfelbäume mit dem klingenden Sortennamen "Schafsnase". Die Bäume tragen reichlich - und wer hat dafür gesorgt? Die Bienen!

Abflug nach erlediger Sammel- und Bestäubungsarbeit.
Abflug nach erlediger Sammel- und Bestäubungsarbeit.

Bestäubung fördert Artenvielfalt
Nun ist ein kleiner Exkurs aus meinen Vorträgen über den "Schwarm meines Lebens" fällig: Wenn die Bienen im Frühjahr von Blüte zu Blüte fliegen, um Nektar und Pollen zu sammeln und dafür im Austausch den Bestäuberdienst übernehmen, erledigen sie eine unverzichtbare Aufgabe in der Natur.
Für Mensch und Tier ist sie von so großer Bedeutung, dass man von der Honigbiene als dem drittwichtigsten Nutztier nach Kuh und Schwein spricht. Denn etwa 80 Prozent der heimischen Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Nicht nur, dass deshalb überhaupt Früchte entstehen können, sie sind auch noch größer, saftiger und schmackhafter, wenn die Blüten von Bienen besucht wurden.
Experten schätzen, die jährliche Obsternte würde ohne die Bestäubung durch die Bienen auf etwa 15 bis 20 Prozent des jetzigen Ertrages sinken und erheblich an Qualität verlieren.
Rufen wir uns auch noch kurz ins Gedächtnis, dass Bienen Millionen von Blüten besuchen müssen, um das Rohmaterial für ein 500-g-Glas Honig zu sammeln. Davon profitieren alle, Menschen, Tiere, Natur und gestern speziell wir, die wir gestern reichlich ernten durften.

Große Äpfel mit roten Wangen, so leuchteten uns die Schafsnasen entgegen.
Große Äpfel mit roten Wangen, so leuchteten uns die Schafsnasen entgegen.

Persönliches Erntedankfest
Meine Schwester, die den Hof heute mit ihrem Mann bewirtschaftet, fuhr mit ihren drei Kindern und Schlepper samt Pflückkäfig vor. Opa steuerte Kisten und den Rasenmähertrecker bei, ohne den die Kinder nicht so lange durchgehalten hätten. Stundenlang pflückten wir Äpfel aus luftiger Höhe vom Schlepper aus und sammelten das Fallobst vom Boden. Gerade am Morgen tauchte die Sonne die Weide in ein diffuses Licht und ließ Fundstücke wie eine Rebhuhn- oder Fasanenfeder und frisch gefallene Kastanien schimmern.
Die Kinder transportierten die gefüllten Körbe und Kisten auf dem Anhänger des Rasenmähertreckers zur Garage. Der Großteil des Fallobstes geht zur Lohnmosterei, die daraus gegen eine Gebühr leckeren Apfelsaft herstellt. Meine Mutter, Schwester und ihre Schwiegermutter kochen Apfelmus daraus. Die Pflückäpfel werden frostfrei gelagert und sollen so über den Winter reichen. Wir dürfen uns auch immer wieder bedienen. Unsere eigene Apfelernte fiel leider nicht so üppig aus, obwohl es viele Blüten gab. Irgendein Tierchen hat sich darüber hergemacht und die Früchte angestochen, sodass viele schon am Baum verfaulten.

Schmeckt viel besser, als er hier aussieht: Pfannkuchen mit geraspelten Äpfeln.
Schmeckt viel besser, als er hier aussieht: Pfannkuchen mit geraspelten Äpfeln.

Apfelgerichte in allen Variationen
Und während wir so vor uns hin sammelten, freuten wir uns schon auf den Apfelkuchen, den die Oma bei unserer Ankunft in den Ofen geschoben hat. Dann endlich Mittagessen: Ofensuppe und Apfelpfannkuchen. Lecker!
Jetzt noch einmal durchstarten und den Roten Boskop vor dem Haus von seiner Last befreien. Wobei ich wieder einmal feststellen konnte, dass meine Schwester immer noch wagemutiger ist als ich. Selbst aus dem Pflückkorb, mit dem man sich ja bequem an die Äpfel heranfahren lassen kann, beginnt sie noch zu klettern. Von mir gibt es ein Kinderfoto, auf dem ich etwa 1,5 m hoch auf einer Leiter sitzend einen Apfel in der Hand halte - weinend, weil ich hoch musste.
ICH muss nicht den letzten Apfel vom Baum holen....
15-10-016 Ok, ich zeige heute ausschließlich die schönen Seiten des Landlebens. Auf den Bildern ist nicht zu sehen, dass meine Schwester und mein Schwager schon um 4.30 Uhr zum Schweineverladen aufgestanden sind, dass mein Schwager fast den ganzen Tag mit dem Hochdruckreiniger im Stall unterwegs war und sich meine Schwester gegen 16 Uhr verabschiedete, weil sie noch das Mittagessen für die Erntehelfer am nächsten Tag vorbereiten wollte. Denn dann ging die Maisernte los.

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Gelb ist die vorherrschende Farbe in der Blumenwiese: Ringel- und Sonnenblumen leuchten hell.
Gelb ist die vorherrschende Farbe in der Blumenwiese: Ringel- und Sonnenblumen leuchten hell.

Na, das passt ja, heute ist der erste Oktober und ich komme mit einem Post daher, den ich schon längst schreiben wollte - über die Blumenwiese im September. Besser: Spätsommer oder Frühherbst?
Die arbeitsreichen Zupfaktionen gegen die Ackermelde haben sich gelohnt. Die Blumenwiese ist fast frei von diesem bedrängenden (Un)kraut. Auf dem abgemähten und wieder eingesäten Teil der Fläche ist die Saat gut aufgegangen und manches kommt sogar noch zur Blüte, beispielsweise Klatschmohn. Jedenfalls ist der Boden dicht, sodass die Ackermelde keine Chance hat.

Wildbienen zu Besuch
Bienen sehe ich nur noch selten auf den Blumen - und wenn, dann auf den Sonnenblumen, Malven oder vereinzelten Nachzüglerblüten der Phazelia. Ansonsten kommen viele Wildbienen wie Hummeln und Schwebfliegen, die hier ihre Nahrung tanken oder ein lauschiges Plätzchen für schöne Sachen finden, die zu zweit Spaß machen...15-08-29 August Blumen May, Wespe

Ein Blick auf die Bienen
Gestern habe ich den Verdunstungsstand der Ameisensäure kontrolliert. Bei Helene in der Trogbeute war nur noch das Tuch feucht, die Flasche leer. Bei Marlene war das Tuch noch klatschnass und auf der Folie über dem Verdunster hingen dicke Tropfen. Ich denke, in ein, zwei Tagen sind wir durch. Den Varroafall konnte ich nur bei Helene kontrollieren (ca. 50 Stück nach fünf Tagen - das sind wenige), als ich bei Marlene zählen wollte, kam zu viel Wind auf.

Diese Biene lässt sich vom Springkraut ganz vorbildlich stempeln. Andere rödeln in der Blüte herum und kommen mit dem Bauch nach oben wieder heraus - da hält der Stempel natürlich nicht so gut...

Der verräterische Streifen auf dem Rücken zeigt genau, welche Biene Springkraut besucht hat.
Der verräterische Streifen auf dem Rücken zeigt genau, welche Biene Springkraut besucht hat.

Aggressiver Einwanderer
Kürzlich wurde in einer Imkergruppe auf Facebook heiß über das Drüsige Springkraut diskutiert. Die einen empfinden es als wunderschönes Blume - die es ja auch ist - die anderen sehen in ihr den invasiven Neophyten, der heimische Pflanzen verdrängt. Beides stimmt. Auch im Münsterland macht es sich an Waldrändern und Flußufern breit. Die Honigmacher raten dringend davon ab, die sich extrem schnell verbreitende Pflanze im heimischen Garten auszusäen oder auch nur zu dulden.

Springkrautsamen schmeckt so nussig wie Bucheckern, darf aber nur geröstet genießbar.
Springkrautsamen schmeckt so nussig wie Bucheckern, ist aber nur geröstet genießbar.

Springkraut für Bienen
Viele Imker schätzen es als Bienenweide im trachtarmen Spätsommer, denn es liefert reichlich Nektar. Das Pollenangebot ist eher mäßig. Es blüht von Anfang Juli bis Mitte Oktober. Geschmacklich soll Springkrauthonig kein Genuss sein, kommt aber für mich gar nicht in Betracht, weil es ja erst nach der Honigernte eingetragen wird - und solange es den Bienen schmeckt und ihnen über den Winter hilft, ist es doch gut.
Bei meiner Recherche zum Springkraut stieß ich auf den Kräuterwastl, der im Bayerischen Fernsehen als Kräuterpädagoge unterwegs ist und sein ungeheures Wissen weitergibt. Er bereitet zum Beispiel Gelee aus dem Springkraut zu. Dazu sollte man aber wissen, dass alle Arten des Springkrauts in frischem Zustand giftig sind. Früher nutze man es in hoher Dosierung als Brechmittel. Abgekochte Blüten oder auch geröstete Samen sind aber genießbar. Deshalb möchte ich hier ein Gelee-Rezept vorstellen:

Aus den Springkrautblüten lässt sich leckeres Gelee herstellen.
Aus den Springkrautblüten lässt sich leckeres Gelee herstellen.

Springkraut-Apfelgelee
100 g Blüten vom Drüsigen Springkraut (die tiefroten verleihen dem Gelee eine tolle Farbe) in 1,5 l Apfelsaft über Nacht ziehen lassen. Die Blüten abseihen und den Saft mit dem Saft von einer Zitrone mit 2 Päckchen Gelierzucker (2:1) vier Minuten kochen. In saubere Gläser abfüllen. Mein Mann war vom ganz eigenen, herben Geschmack so begeistert, dass ich gestern noch einmal losgezogen bin, um Blüten für einen zweiten Ansatz zu sammeln.
So, und jetzt bin ich froh, dass dieser Eintrag fertig ist, denn ich habe mich fast jedes Mal vertippt und "Springrkaut" geschrieben....

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Sommer ist, wenn die Biene die Sonnenbraut küsst.

Heute Nachmittag war ich mit der Fotokamera unterwegs, um noch einmal den (Bienen-) Sommer einzufangen. Dabei habe ich auch endlich Bienen entdeckt, die eine Staude im Garten anfliegen, die sie bislang links liegen gelassen haben.
Als wir vor acht Jahren hierher zogen, schenkte meine Mutter mir einen Ableger davon. Die Blume weckt früheste Kindheitserinnerungen, denn sie stand schon vor mindestens 40 Jahren in unserem Bauerngarten. Ich erinnere mich noch, wie meine Oma sie mit Strohbändern an den Pfahl der Wäscheleine band, um sie vor dem Umfallen zu stützen.
Wie die Blume heißt, wusste ich bislang nicht - bei mir lief sie als Sonnenhut.
Gerade habe ich auf Facebook gefragt, ob jemand den richtigen Namen kennt und siehe da: Es ist eine Sonnenbraut! Da andere wie z.B. der Nabu die Pflanze viel besser beschreiben können, klickt bitte hier.

... und noch einmal ganz nah.
... und noch einmal ganz nah.
Das ist jetzt aber keine Biene oder?
Das ist jetzt aber keine Biene oder?

Was ist denn das für eine Frage? Sie drängt sich geradezu auf, wenn Ihr Euch das Video und die nachfolgenden Fotos anschaut.
Beinahe flugunfähig wegen eindeutiger Überladung mit Pollen rettete sich diese Honigbiene mit letzter Kraft auf einen Sonnenhut. Es gelang ihr recht schnell, den Blütenstaub von den glatten Flügeln zu fegen. Doch an allen behaarten Körperteilen - und das sind so gut wie alle - hängen die Pollenkügelchen wie an einem Klettverschluss fest.

Wie beim indischen Fest der Farben - beworfen mit weißen Hibiskuspollen.
Wie beim indischen Fest der Farben - beworfen mit weißen Hibiskuspollen.

Einfach schlau?
Nun verstehe ich auch, weshalb sich die Biene unten so große Mühe gibt, um von außen an den Nektar des Hibiskus zu kommen. Wobei wir wieder beim Thema "Räuberei" von letzter Woche sind:

Es muss doch irgendwie möglich sein, an den Nektar zu kommen...
Mal unters Blättchen linsen, vielleicht gibt es ja hier einen Zugang?
... vielleicht von oben?
... vielleicht von oben?
... von der Seite?
... von der Seite?
... oder mit Verrenkungen? Es war tatsächlich immer dieselbe Biene.
... oder mit Verrenkungen?
Wer will auch schon so bestäubt und bepackt losfliegen. Das sieht ja direkt gierig aus!
Wer will auch schon so bestäubt und bepackt losfliegen. Das sieht ja direkt gierig aus!

Sollten Bienen wirklich so intelligent sein und Blüten von der Seite anpieken, um schwere Pollenladungen zu vermeiden?

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Die Blüten der Indianernessel sind zu eng für die Biene.
Sie blüht und lockt so schön lila, die Indianernessel, aber selbst für schlanke Bienen sind die Blütenkelche zu eng. Da lassen die Bienen alle Moral fallen und begehen Nektarraub.

Eigentlich ist die Beziehung zwischen Bienen und Blumen recht gleichberechtigt auf Geben und Nehmen ausgerichtet. Klappt aber nicht immer, wie ich vergangene Woche beobachtet habe. Die Indianernesseln stehen in voller Blüte und werden gerade in den sonnigen Nachmittagsstunden von Bienen umschwärmt.

Schärfer gings nicht. Wer aber genau hinschaut, erkennt das Loch im Blütenansatz.
Schärfer gings nicht. Wer aber genau hinschaut, erkennt das Loch im Blütenansatz.

Bienen begehen Nektarraub
Aber wo sitzen die Bienen auf der Indianernessel? Sie versuchen gar nicht, in die engen Blüten zu krabbeln, wo sie mit Nektar (Nehmen) belohnt und mit Blütenstaub (Geben) bestückt würden. Stattdessen begehen sie "Diebstahl" und bohren mit ihren Mandibeln ein Loch in den Blütenansatz, um den kostbaren Nektar aufzuschlecken.
So kommt man auch mit kurzer Zunge an den Nektar langer Blüten. Leider geraten sie nicht in die Nähe von Narben und Staubblätter, die Blüte wird nicht bestäubt - Nektarraub nennt man das. "Juristische Definition": das gewaltsame Aneignen von Nektar durch Zerstören von Pflanzenteilen.

Hummeln sind noch größere Räuber
Nun soll man nicht mit dem Finger auf andere zeigen, aber die pummeligen Hummeln sind noch größere Räuber! Der Nektar des Tränenden Herzens, der Roten Lichtnelke und Fuchsien ist für Hummeln auf direktem Wege nicht zu erreichen, weshalb sie hier zu Nektarräubern werden. Davon profitieren dann auch Bienen und Ameisen, die den direkten Zugang nutzen. Damit werden sie zu Mittätern, oder? Hätte ich den Bienen gar nicht zugetraut...

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DSC_0274Auf Ingrids Blumenwiese wächst es vor allem hoch: Natternkopf mit blauen Blüten und eine Pflanze mit weit ausladenden "Ästen", die ich nicht kenne.
Der Natternkopf ist eine "einheimische, schwach giftige Pflanze mit guten Bienenweideigenschaften", um einmal mehr die Honigmacher zu zitieren. Die anfangs rot, später blau blühende Pflanze ist mir schon bei meinen Eltern aufgefallen. Am mageren Wegesrand wächst sie dort viel üppiger als drei Meter weiter im immer mal gedüngten Blumenbeet.
Kennt denn jemand die senfgelbe Pflanze im Vordergrund?

DSC_0275DSC_0278

Gruß von der Blumenwiese: Vor dem Mähen habe ich einige Blumen gerettet und Sonnenblumen stehen gelassen.
Gruß von der Blumenwiese: Vor dem Mähen habe ich einige Blumen gerettet und Sonnenblumen stehen gelassen.

So, dem Gänsefuß geht es an den Kragen - besser an die Wurzeln. Danke an Nicolle, die am Mittwoch bei Hitze und zeitweisem Nieselregen beherzt zugegriffen hat! Nette Gespräche, Entdeckungen bei den Blühpflanzen, gemeinsam etwas tun - das hat Spaß gemacht!
Inzwischen ist fast die Hälfte der Blumenwiese von Gänsefuß/Ackermelde befreit. Seht her:

Ganz schön ausgedünnt: Die rechte Hälfte ist von Ackermelde befreit, links steht sie noch dicht.
Ganz schön ausgedünnt: Die rechte Hälfte ist von Ackermelde befreit, links steht sie noch dicht.

Nun müssen wir leider auch noch die ausgezogenen Pflanzen abräumen. Meine Hoffnung war, dass die Samen noch nicht reif sind, weil die Samenstände noch grün sind. Doch gestern traf ich unseren Nachbarn, der vorsichtig ein einzelnes Samenkorn aus der Hülle pulte und feststellte: es ist schwarz und damit reif. Herrje!

Reifeprüfung: Spannung, bis das Samenkorn "ausgepackt" ist - es ist bereits schwarz und damit reif.
Reifeprüfung: Spannung, bis das Samenkorn "ausgepackt" ist - es ist bereits schwarz und damit reif.

Die restliche Wiese - wirklich mehr Gänsefuß als alles andere, werde ich mit der Sense abmähen.

Das Sensen erinnert mich an meine Kindheit. Vor allem mein Opa nahm sie zur Hand, um damit die Grasstreifen an den Wegrändern in schach zu halten....
Das Sensen erinnert mich an meine Kindheit. Vor allem mein Opa nahm sie zur Hand, um damit die Grasstreifen an den Wegrändern in schach zu halten....

Und damit der Gänsefuß sich nicht gleich wieder neue auf die Socken macht, säe ich nochmals eine Blumenwiesenmischung mit Grasanteil nach. So wächst hoffentlich schnell eine kräftige Untersaat heran, die den Gänsefüßen ein Bein stellt. Herrlich, welche Wortspiele sich ergeben...

Ein Traum in Lila mit gelben Farbtupfern: Phazelia und Raps.
Blumenwiese Ende Juni: Ein Traum in Lila mit gelben Farbtupfern: Phazelia und Raps. Und wie das summt! Vor allem Hummeln tummeln sich hier - es müssen Tausende sein.

Nie hätte ich mit so viel Unkraut in der Blumenwiese gerechnet. Das habe ich mir wirklich anders vorgestellt!  Der Gänsefuß überdeckt fast alles - und von der geringen Blütenvielfalt bin ich auch enttäuscht.... So sieht die Wiese nämlich aktuell nach der kurzen Hitzeperiode aus:

Die Phazelia ist weitgehend verblüht, vereinzelt blühen Kornblume, Borretsch, Buchweizen, Mohn - aber wirklich nur ganz verzeinzelt....
Die Phazelia ist weitgehend verblüht, vereinzelt blühen Kornblume, Borretsch, Buchweizen, Mohn - aber wirklich nur ganz verzeinzelt.... Im hinteren Bereich steht vor allem Ackermelde, auch Gänsefuß genannt.
Der Weiße Gänsefuß.
Sieht so unschuldig aus: Der Weiße Gänsefuß.

Wie es der Zufall so will, lernte ich in der vergangenen Woche einen neuen Nachbarn kennen, der als promovierter Agrarwissenschaftler und ehemaliger Imker sowohl Ahnung von Blumen als auch von Bienen hat. Für den Tiefkühlkost-Hersteller Iglo hat er die Blumenmischung für den Blühstreifen entwickelt, die von den Vertragsbauern an den Feldrändern ausgeät wird. Wir haben uns lange und ausführlich unterhalten.

Das Unkraut stoppen
Die Essenz daraus: Auf keinen Fall darf sich der Gänsefuß aussäen - das würde gleich millionenfach geschehen und andere Blühpflanzen künftig verdrängen. (Habe mal eben bei Wikipedia geschaut: Eine große Pflanze kann bis zu 1,5 Millionen Samen produzieren, die sich bis zu 1700 Jahre im Boden halten - unglaublich!) Also, raus damit!

Der Fachmann schlägt zwei Möglichkeiten vor:
1. Wieder einmal mit manpower ran an die Blumenwiese und den Gänsefuß rausziehen, eventuell Blumensaat nachsäen. Nach den Erfahrungen, die ich bereits gemacht habe, bin ich wenig begeistert - das Ergebnis von einer Stunde Zupfen ist kaum sichtbar....

Die Samenstände
Aus der Nähe betrachtet sind die Samenstände des Gänsefußes auch noch besonders schön - bitte zur Vergrößerung anklicken.

2. Die Fläche mulchen (abmähen und gleichzeitig zerkleinern - damit sind auch die Blumen weg), drei Wochen ruhen lassen, (mit Pflanzenschutzmittel spritzen) und neu einsäen. Dieses Mal mit einer ausgewogeneren Saatgutmischung, die auch eine Untersaat aus Gras oder Klee beeinhaltet. Die Untersaat wächst schnell und dicht, sodass der Gänsefuß sich nicht ausbreiten kann. (Ich hoffe, ich habe alles richtig behalten.) Kostet auch wieder viel Arbeit und Geld - und bedeutet erneut eine Suche nach jemandem, der die passenden Gerätschaften hat.

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Immerhin entstehen in der Abendsonne stimmungsvolle Bilder von der Phazelia.

Wir jäten und mähen
Was also tun? Heute habe ich mich mit Imkerpatin Mechthild beraten. Das Ergebnis: Ich werde den vorderen Teil der Wiese (an der das Blumenwiesenschild steht) jäten, denn hier war ich schon fleißig und der Unkrautdruck ist nicht ganz so hoch. Den Rest werden wir mit Sensen abmähen und das Schnittgut entfernen. Und dann nachsäen, entweder Blumenmischung oder Klee als Untersaat - dazu darf ich vielleicht den neuen Nachbarn noch einmal fragen?

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Bei 36 °C
Bei 36 °C fliegt diese Biene die unscheinbare Blüte der Rotfrüchtigen Zaunrübe an.

Also, mir ist es ja zu warm für irgendwelche großen Aktionen. Doch die Bienen fliegen. Heute habe ich mich mit der Kamera auf die Lauer gelegt und ihre Besuche auf Blumen in unserem Garten fotografiert. Nicht immer war ich schnell genug, um die Arbeiterin zu erwischen - dann gibt es eben Blüten "pur"!

Das ist eine der nur ca. 1 cm große Blüte der Rotfrüchtigen Zaunrübe, die eine Seite unserer Buchenlaube wie ein Mantel umgibt.
Das ist eine der nur ca. 1 cm große Blüte der Zaunrübe, die eine Seite unserer Buchenlaube wie ein Mantel umgibt und bald rote Fruchtperlen wie an Ketten trägt.
Sehr anziehend wirkt das Eisenkraut auf Bienen. Aber die Pollen stammen von einer anderen Pflanze:
Sehr anziehend wirkt das Eisenkraut auf Bienen. Aber die Pollen stammen von einer anderen Pflanze:
Vorher hat die Biene an dieser Malve genascht. Sie gibt ihre Pollen sehr großzügig ab.
Vorher hat die Biene an dieser Malve genascht. Sie gibt ihre Pollen sehr großzügig ab.
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Auch dieser niedrigwachsende Bodendecker wird von Bienen besucht. Kennt jemand den Namen?

 

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Blumenwiese: Hier blüht es:
Noch etwas überdimensioniert für so wenige Blumen: Das Schild vom Netzwerk Blühende Landschaft.

Die erste Blumen blühen! Ich unterscheide jetzt auch nicht zwischen den 48, die in der Samenmischung "Blühende Landschaft Nord" enthalten sein sollen und denen, die sich selbständig angesiedelt haben, wie beispielsweise Raps.
Der Bestand an Gänsefuß ist weiterhin, gelinde gesagt, besorgniserregend. Selbst dort, wo ich gründlich meditativ gezupft hatte, kommt er reichlich nach. Egal. Ist jetzt so.
Hier nun ein paar Fotos der ersten Blüten auf der Blumenwiese und ihrer Nutznießer:

Hirtentäschelkraut
Hirtentäschelkraut mit Läusen
Raps
Raps
?
? Dankbar für jeden Tipp!
Buchweizen mit Gast
Buchweizen mit Gast
Phazelia mit Hummel - achtet auf die lilafarbenen Pollenhöschen.
Phazelia mit Hummel - achtet auf das lilafarbene Pollenhöschen.
... und ein Blick auf den Blühstreifen vom vergangenen Jahr.
... und ein Blick auf den Blühstreifen vom vergangenen Jahr.