Futter

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Brut, Pollen, Honig - alles kunterbunt durcheinander.
Brut, Pollen, Honig - alles kunterbunt durcheinander. Darüber kann auch das weiche Licht der Abendsonne nicht hinweg täuschen.
Der Wildbau treibt an einem Rähmchen schöne Herzwaben in Doppelbesetzung, die ich entferne. (Daraus werde ich Wachsauflagen herstellen.)
Der Wildbau treibt an einem Rähmchen schöne Herzwaben in Doppelbesetzung, die ich entferne, da es beim Wabenziehen eng wird. Werde das helle Wachs zur Herstellung von Wachauflagen nutzen.

So eine Unordnung! Verdeckelte Brut, Pollen und Honig kunterbunt durcheinander! Das kenne ich ja gar nicht! Helene, die nun doch fleißig stiftet, überraschte mich bei der Durchsicht mit diesem ungewohnten Bild.

Platzmangel im Brutnest?
Und sofort begionne ich wieder zu rätseln, warum die Bienen die Zellen auf diese Weise belegen, statt das kugelförmige Brutnest vom Futterkranz zu trennen.
Wäre ich Biene, würde ich bei Platzmangel auf diese Form des Wohnens zurückgreifen - sozusagen eine klassische Einraumwohnung kreieren.... Doch noch sind nicht alle Rähmchen vollständig ausgebaut, mindestens in zwei Rähmchen fehlt je noch ein Viertel. Platz wäre also noch. Oder soll ich noch ein weiteres Rähmchen reinhängen? Andererseits lässt die Legeleistung der Königin mit der Sommersonnenwende bereits nach.
Immerhin haben die Bienen auf einer Wabe ein wunderschönes Pollenbrett in Gelb- und Grüntönen angelegt:

Manchmal braucht es keine Worte....
Manchmal braucht es keine Worte....

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Endlich Stifte fotografiert. Würde ja mich ja gerne auf fotografisches Können berufen, war aber ein absoluter Glückstreffer.
Stifte und Rundmaden in verschiedenen Entwicklungsstadien. Würde mich ja gerne auf fotografisches Können berufen, aber das Foto ist mit meinen beschränkten Mitteln ein absoluter Glückstreffer.
Das Brutnest ist recht locker belegt. Oder sind nur gerade viele Bienen geschlüpft?
Das Brutnest ist recht locker belegt. Oder sind nur gerade viele Bienen geschlüpft?

Dieses Wetter! Wieder eine Woche, in der Temperaturen und häufige Niederschläge meine Bienen kaum zum Fliegen verlocken werden. Da Schwarm Helene bislang nur wenig Futter eingetragen hat, bekam das Volk gestern Abend noch einmal 1,5 l Zuckerlösung.
Eigentlich wollte ich nur schnell füttern, habe dann aber doch kurz durch die Rähmchen geblättert, um den Wildbau zu lösen. Stutzig machte mich, dass recht wenig verdeckelte Brut und noch viel weniger Rundmaden zu sehen waren. Stifte habe ich keine entdeckt (kann aber an meinen Augen liegen) - und auch die Königin nicht. Vermutlich habe ich sie trotz Zeichnung übersehen....

"Sieht etwas komisch aus, mit ihrer Zeichnung", kommentierte denn auch meine Tochter.
Königin Helene ist auch da - soweit ist alles in Ordnung.

Stifte im Gegenlicht erkannt
Also haben wir heute noch einmal zu zweit und in Ruhe geschaut - und ich muss sagen, ich habe zum ersten Mal die ganz jungen Stifte gesehen! Das ging aber nur mit Brille hochschieben, Auge zukneifen und Wabe gegen die Sonne halten....
"Her Majesty Helene" ließ sich auch blicken. Allerdings finde ich den Wabenbau (zehn Rähmchen, davon die meisten nicht komplett ausgebaut) und das löchrige Brutnest etwas mau für einen Schwarm, der schon seit fünfeinhalb Wochen einlogiert ist. Oder ist das normal? (Der Schwarm in der Bienenkiste hatte vor zwei Jahren wesentlich mehr gebaut.) Liegt es an fehlender Tracht? Hätte ich mehr füttern müssen? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Ein Blick auf das Gemüll vom Schwarm Helene: So viele säuberlich abgesäbelte Käppchen von Brutzellen habe ich noch nie gesehen.
Helenes Arbeiterinnen sind sehr ordentlich. Ein Blick auf das Gemüll belegt es: So viele säuberlich abgesäbelte Käppchen von Brutzellen habe ich noch nie auf einmal gesehen. Glücklicherweise sind auch keine Varroamilben da.

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Das auf doppelte Bienenbreite eingeengte Flugloch macht es den Wächterinnen leicht, Räuberei zu verhindern.
Das auf doppelte Bienenbreite eingeengte Flugloch macht es den Wächterinnen leicht, Räuberei zu verhindern.

Der Schwarm hat es geschafft! Als ich Sonntagvormittag nachschaute, herrschte reges Treiben vor dem Flugloch. Noch nicht so viel wie bei dem anderen Volk, aber nachmittags war noch mehr los. Kurz habe ich überlegt, ob das Nachbarvolk das Futter des neuen Volkes (oh je, jetzt müssen aber wirklich schnell Namen her) räubert. Doch bereits gestern hatte ich das Flugloch auf doppelte Bienenbreite eingeengt.

Hungrige Hummel auf Phazelia: Der Blühstreifen vom vergangenen Jahr lebt weiter.
Hungrige Hummel auf Phazelia: Der Blühstreifen vom vergangenen Jahr lebt weiter.

Zucker zur Unterstützung
Die Zuckerlösung war restlos aufgeschleckt, sodass ich direkt 0,5 l, die ich auf Verdacht mitgebracht hatte, direkt nachgefüllt habe. Dass die Bienen nicht mehr direkt am Haus stehen, ist schon ein Nachteil. Ich muss alle Eventualitäten bedenken und alles Mögliche mitnehmen (hätte ins alte Volk gerne einen weiteren Drohnenrahmen gesetzt, den ich aber nicht dabei halte). Zudem fehlen mir machmal die Fotografen. Konnte ich bislang eben ins Haus rufen, ob mal jemand kommen könnte, sind jetzt größere Überredungskünste gefordert, um jemanden zur Begleitung zur Wiese zu finden.
Werde je nach Wetterlage weiterfüttern, denn wie schreibt Fjonka in dem Skript in dem sie in ihrem letzten Kommentar hinwies: "Übrigens sollte ein Schwarm (...) immer etwas Flüssigfutter zur Verfügung haben, um den bestmöglichen Start zu bekommen (steter Futterstrom = stete Bruttätigkeit und so weiter...)

Noch eine Blume, der es hier gefällt. Doch ich weiß den Namen nicht. Schaut aus wie Mohn, doch der Fruchtstand ist ein anderer.
Noch eine Blume, der es hier gefällt. Doch ich weiß den Namen nicht. Schaut aus wie Mohn, doch der Fruchtstand ist ein anderer (rechts etwas unscharf zu sehen).

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Eine Frisbeescheibe mit Korkscheiben als Schwimmhilfe dient als erstes als Futtertrog.
Eine Frisbee-Scheibe (hat das "bee" was mit Bienen zu tun?) mit Korkscheiben als Schwimmhilfe dient vorerst als Futtertrog, den ich auf dem Gitterboden direkt unter die Rähmchen geschoben habe.

Das war heute wohl nix mit Einfliegen. 13 °C Höchsttemperatur und feiner Nieselregen über Stunden. Also alles andere als verlockendes Flugwetter. Dazu in der Beute eine verdächtige Ruhe: Keine Wächterin weit und breit, die das Flugloch im Auge behält. Beim Öffnen des Deckels bewegen sich die Bienen kaum. Ein Haufen sitzt direkt auf dem Gitterboden, eine andere Gruppe hat sich etwas entfernt von der Traube am Trennschied zusammengekuschelt. Die Bienen sind einfach geschwächt und haben Hunger. Der Honig, den sie kurz vor dem Ausschwärmen als Futtervorrat in ihre Honigblasen gepumpt haben, ist nach drei Tagen längst aufgebraucht. Heute ist Tag 5 seit dem Auszug - und kein Flugwetter in Sicht.

Futter? Am besten flüssig füttern
Musste mich aber erst einmal kundig machen, wie man einen Schwarm am besten füttert. Es ist günstig, flüssig zu füttern, damit die Bienen auch gleich genügend Wasser aufnehmen können. Ich habe ihnen nun 750 ml Zuckerlösung (3 Teile Zucker / 2 Teile Wasser) angeboten. Hoffentlich war das nicht zu viel auf einmal, denn sie haben ja ohne Waben noch keine Lagermöglichkeit.
Eine Futterwabe aus dem Nachbarvolk sollen sie nicht bekommen, denn der Schwarm soll wie ein Kunstschwarm seinen Wabenbau nicht mit altem Wabenwerk mit all seinen Belastungen beginnen. Und was das Bemuttern angeht, habe ich es nicht lassen können, die geschwächten Bienen in den Wabengassen mit etwas Zuckerlösung zu besprühen, damit sie schneller zur alten Frische zurückfinden....

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DSC_3314-001Man will seinen Bienen ja was Gutes tun, und so habe ich aus einem glasierten Pflanzenuntersetzer, etwas Moos und einigen Steinen eine Bienentränke eingerichtet und vor der Beute ins Gras gestellt.
Doch das ist gar keine so gute Idee, wir mir Annika Humme vom Imkereibedarf Humme beim letzten Imkertreff erklärte. Sie bildet sich gerade zur Bienensachverständigen weiter und hat viele gute Tipps parat.

Eine Bienentränke direkt am Stock kann den Bienen schaden.
Eine Bienentränke direkt am Stock kann den Bienen schaden.

Morgentau ist frisch und immer da
Es sei nicht nötig, Tränken in der Nähe des Stocks aufzustellen. Als Wasserquelle reiche der morgendliche Tau auf den Pflanzen aus. Es sei eine wichtige Vorsorge für die Bienengesundheit, keine Bienentränken aufzustellen, oder nur dann, wenn sie täglich gereinigt würden.

Bienentränke als Bakterienschleuder
Denn, wo die Bienen trinken, koten sie auch ab. Die nächsten Tränkenbesucherinnen tragen den Kot samt möglichen Krankheitserregern an den Beinchen in ihre Stöcke.
Natürliche Wasserquellen wir Teiche, Tümpel und Bäche seien anders zu bewerten, da sie sich durch Wasserzufluss und Bewegung selbst reinigten, so Annika Humme. Unter diesem Aspekt seien Bienentränken kritisch zu betrachten - wer reinigt sie schon täglich? Das ist nun kein Grund sämtliche Wasserquellen abzuschaffen, aber man sollte schon ein Auge darauf haben und beispielsweise Vogeltränken regelmäßig säubern.

Mein Fazit:
Also lasse ich das Bemuttern und vertraue darauf, dass die Bienen auch in dieser Zeit, wo sie viel Wasser für den Nachwuchs benötigen, in der Wiese vor der Beute jeden Morgen frischen Tau finden. Schade, es kommen so schöne Fotos dabei herum....

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Da rührt sich nichts mehr. Auf dem Foto kann man es leider nicht sehen, aber die Bienen sind alle tot. Viele stecken tief in den Zellen, um das letzte Futter herauszuholen.
Da rührt sich nichts mehr. Auf dem Foto kann man es leider nicht sehen, aber die Bienen sind alle tot. Viele stecken tief in den Zellen, um das letzte Futter herauszuholen.

Termin am Lehrbienenstand in Recklinghausen: Imkern mit Pia Aumeier. Sie ist Biologin und forscht an der Uni Bochum, wo sie rund 500 Bienenvölker hält. "Sind Deine Völker durch den Winter gekommen?", ist die Frage, die sich Imker untereinander in diesem Frühjahr direkt zur Begrüßung stellen. Denn die Völkerverluste werden in diesem Winter hohe 30 Prozent betragen. Pia Aumeier verlor von 495 eingewinterten Völkern 28, so viele wie nie.

Tod durch Futtermangel
Die Ursache für das Völkersterben ist eine Mischung aus schwieriger Wetterlage in 2014, daraus resultierender "Varroaexplosion" und heiklen Behandlungsbedingungen im Spätsommer sowie Fehlern des Imkers.
Die Bienenwissenschaftlerin hatte einige Völker dabei und beschrieb in ihrer gewohnt frischen Art, was zu sehen ist. Zum Beispiel: "Du Dödel hast Dein Volk verhungern lassen!" Das Foto oben zeigt eine Wabe mit vielen toten Bienen, die sämtliches Futter gefressen haben und nun verhungert, zum Teil noch in den Zellen stecken.
Da das Futterangebot erst zur Zeit der Kirschblüte  um den 20. April herum richtig gut ist, können starke Völker mit geringem Futtervorrat in diesen Wochen in Not geraten. Auf den ersten Blick war in meinem Völkchen genügend Futter da. Der Richtwert für ein starkes Volk liegt bei 1 Kilogramm pro Woche - macht bis zur Kirschblüte noch 5 kg Futter. Da sollte ich noch einmal genauer schauen. Außerdem ist in den nächsten Tagen der zweite Brutraum aufzusetzen. Die Königin legt derzeit täglich bis zu 2000 Eier (!). Da braucht sie viele Brutzellen und Platz für den geschlüpften Nachwuchs.

Tod durch Varroa

Auch hier kein Leben mehr: Dieses Volk ist unter dem Varroadruck zusammengebrochen. Typisch sind die Kotflecken am Rähmchen, wenige Bienen und genügend Futter.
Auch hier kein Leben mehr: Dieses Volk ist unter dem Varroadruck zusammengebrochen. Typisch sind die Kotflecken am Rähmchen, wenige Bienen und genügend Futter.

Den Varroa-Tod sterben vor allem kleine Völker, denen die Milbe mit ihren begleitenden Krankheiten bereits zu schaffen gemacht hat. Den wenigen übrig gebliebenen Bienen gelingt es nicht, sich im Winter ausreichend zu wärmen. Sie frieren, erkälten sich, hinterlassen einen letzten Schiss auf den Waben, bis sie schließlich sterben.

Pia Aumeier führte noch einmal vor, wie sich mittels Schätzrahmen der Futtervorrat bestimmen lässt.
Pia Aumeier führte noch einmal vor, wie sich der Futtervorrat mittels eines Schätzrahmens recht genau bestimmen lässt.

Pia die Bienenflüsterin
Übrigens sind die Bienen von Pia Aumeier super zahm - hat einfach sanftmütige Königinnen. Man stelle sich vor, sie transportiert Völker von ihrem Standort in Bochum zu den Lehrbienenständen in der Region. Wenn die Völker eine zeitlang gestanden und sich beruhigt haben, kann sie quasi "alles" mit ihnen machen - ohne Schleier, ohne Handschuhe!
Das geht bei meinen Bienen auch. Dachte ich! Gestern wollte ich den Geburtstagsgästen meiner Tochter die Bienen nahebringen, auch mal ohne Schleier. Kaum hatte ich die Abdeckfolie gelüftet, sah ich die Wächterin kommen und spürte schon ihren Stich in die Oberlippe. Gedanklich überschlug ich, welche Termine am Wochenende noch anstehen und mit "dicker Lippe" zu absolvieren sein würden.... Aber es sah nicht schlimmer aus, als manche mit Botox behandelte Mundpartie, und nach drei Stunden (kühlen, Apis mellifera-Globuli und Soventol-Salbe), war keine Schwellung mehr da. Immerhin!

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IMG_5515Ist das nicht eine hübsche Biene auf einem noch hübscheren Bild? Hat mir unsere Nachbarin Andrea Bernhard mit folgendem Kommentar geschickt: "Wir hatten am Sonntag von dieser Dame Besuch. Kommt sie Dir bekannt vor?" Ja klar! Hoffentlich ist es meine, denn sie hat schon ein nettes goldgelbes Pollenpäckchen gepackt - zu erkennen, wenn man ganz genau auf das Hinterbeinchen schaut.

Imkern mit Pia Aumeier
Morgen geht es endlich mit der Imkerpraxis weiter: Pia Aumeier wird von 15 bis 18 Uhr am Lehrbienenstand in Recklinghausen sein. Auf dem Programm stehen Erweiterung, Wachsverarbeitung und der Einsatz des Drohnenrahmens.
Neugierig haben wir gestern einen Blick in die Beute geworfen, drei Rähmchen gezogen und was soll ich sagen? Es sieht richtig gut aus, soweit ich das beurteilen kann.DSC_2809Imkern in der Abendsonne; das hat doch was! Diese beiden Rähmchen sind noch gut mit Futter gefüllt - an der anderen Seite des Brutnestes scheint es ebenso zu sein.DSC_2827Und hier war etwas verdeckelte Brut zu erkennen. Weitere Rähmchen habe ich nicht gezogen, dafür gab es keine Veranlassung und die Bienen fanden es auch nicht so witzig....

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Jetzt kommt auf dem Feld der Ölrettich mit seinen weißen Blüten hervor.
Jetzt kommt auf dem Feld der Ölrettich mit seinen weißen Blüten hervor.
Zum Vergleich: Das Feld mit gelb blühendem Senf vor drei Wochen.
Zum Vergleich: Das Feld mit gelb blühendem Senf vor drei Wochen.

Vor drei Wochen habe ich das Feld mit Weißem Senf in der Nachbarschaft vorgestellt - es leuchtete herrlich gelb mit wenigen weißen Blüten. Jetzt hat es seine Farbe gewechselt und zeigt Blüten in kühlem Weiß und nur noch wenige gelbe Farbtupfer. Ein befreundeter Landwirt klärte mich auf: Bei den weißen Blüten handelt es sich um Ölrettich, der auch im Oktober noch Pollen und Nektar bietet.

Ölrettich & Co als Bienenweide

Ölrettich kann bis in den Winter hinein Futter für die Bienen liefern.
Ölrettich kann bis in den Winter hinein Futter für die Bienen liefern.
Ölrettich erfriert bei Temperaturen zwischen - 10 bis -12 °C.
Ölrettich erfriert bei Temperaturen zwischen - 10 bis -12 °C.

Landwirte, die an Zwischenfruchtblühmischungen als Bienenweide interessiert sind, finden hier ausführliche Informationen der Landwirtschaftskammer NRW. Dort habe ich folgenden Aspekt gefunden, der für mich neu ist: "Bei Sorten mit späterem Blühbeginn, die in der Regel aus pflanzenbaulicher Sicht bevorzugt werden, um ein unerwünschtes Aussamen der Bestände zu vermeiden, besteht jedoch die Gefahr, dass die Bestände zu lange in den Spätherbst hinein weiterblühen und sich die Bienen dann nicht mehr rechtzeitig auf die Winterruhe vorbereiten können. Früh blühende Zwischenfruchtbestände bergen hingegen die Gefahr, dass sie zum Aussamen gelangen und dadurch Probleme in der Folgekultur bereiten. Ein Kompromiss sollte sich finden lassen, wenn die Bestände bei beginnender Samenreife rechtzeitig abgeschlegelt werden, dadurch wird zugleich verhindert, dass die Bienen und sonstigen Insekten durch zu hohes Nektarangebot im Oktober nicht rechtzeitig die Winterruhe aufnehmen."

Na, da hoffe ich, dass es mit der Blüte bald vorbei ist - so schön das Feld auch anzusehen ist - nicht, dass meine Bienen die Winterruhe vergessen.... Aber nebenan wird der Tisch neu gedeckt:

Und direkt nebenan beginnt das nächste Senf-Ölrettich-Feld zu blühen.
Das nächste Senf-Ölrettich-Feld beginnt zu blühen.

Für einen Moment kam heute die Sonne heraus und sofort summte es bei den Herbstastern. Konnte gut beobachten, wie die Biene im Uhrzeigersinn die Blüte bearbeitete.
Für einen Moment kam heute die Sonne heraus und sofort summte es bei den Herbstastern. Die Biene "graste" die Blüte im Uhrzeigersinn ab.

So, jetzt kann der Winter kommen - meine Bienen haben genug Futter eingelagert. Dieses Mal habe ich den Futterbestand nicht mit dem Schätzrahmen, sondern per Waage ermittelt. Fotos gibt es davon keine, denn ich hatte alle Hände voll zu tun, die digitale Kofferwaage richtig anzubringen und abzulesen und ein Fotograf war gerade nicht anwesend.

Futterschätzung mit der Waage
Beim Wiegen der Bienenbeute gehe ich so vor:
1. Deckel abnehmen.
2. Haken der digitalen Kofferwaage an der rechten Seite der Zarge zwischen Boden und Zarge einklemmen.
3. Waage anziehen, bis das Gewicht konstant bleibt (9100 g).
4. Procedere auf der linken Seite der Zarge wiederholen (8950 g).
5. Ergebnisse addieren, also 18050 g Gesamtgewicht.

Nach dem Wiegen kommt das Rechnen
Jetzt muss man noch ein paar Dinge abziehen, um das Gewicht des Futters zu erhalten. Also:
18050 g Gesamtgewicht
- 3350 g Zarge
- 3300 g Rähmchen und Waben (11 Rähmchen á 300 g)
- 1500 g Bienen und Brut (geschätzt)
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9900 g Futter am 26. September 2014

Die Menge reichte noch nicht an die empfohlenen 12 kg für ein einzargiges Volk heran. Also habe ich noch einmal 6 kg Zucker aufgelöst und nachgefüttert.

Die Kontrolle am 4. Oktober ergab 14,9 kg Futter. Das ist doch super! (Darüber vergesse ich jetzt auch den Schreck, als kürzlich morgens wieder gelbe Kotflecken wie bei der Maikrankheit zu sehen waren. Es erwies sich zum Glück als einmalige Beobachtung.)

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Dank Schätzrahmen leicht zu erkennen: 1,5 Felder sind mit verdeckeltem Futter gefüllt. Mit dem Schätzrahmen kann man auch Brut- und Bienenbestand schätzen.
Dank Schätzrahmen leicht zu erkennen: 1,5 Felder sind mit verdeckeltem Futter gefüllt. Mit dem Schätzrahmen kann man auch Brut- und Bienenbestand schätzen.

Das ging doch erstaunlich gut: Mit dem Schätzrahmen habe ich den Futtervorrat in meinem Volk bestimmt. Nach ein, zwei Rähmchen hatte ich die beste Handhabung herausgefunden, damit keine Bienen zu Schaden kommen: Die Futterwabe an einem Öhrchen festhalten und mit einer Ecke auf der Beute abstützen. Dann den Schätzrahmen anhalten und zählen, wie viele der Felder Futter enthalten. Wichtig: Es zählen nur die verdeckelten Futterzellen. Die Werte am besten sofort notieren. Die Wabe wenden und auf der anderen Seite ebenfalls zählen und das Ergebnis notieren.

Genaues Ergebnis Dank Schätzrahmen
Für die Deutsch-Normal-Maß-Beute entspricht ein Feld 100 g Futter und damit leichtes Rechnen. Es kamen 40,5 Felder heraus, was 4,5 kg Futter entspricht (mindestens 12 kg sind wünschenswert). Das überraschte mich, ich hätte mit mehr gerechnet. Schließlich fühlten sich die Waben recht schwer an, was daran lag, dass sich in mindestens 30 Feldern unverdeckeltes Futter befand.
Insofern ist die Schätzmethode für mich als Neuling sehr hilfreich. Nur für meinen Rücken muss ich mir noch etwas überlegen. Da mein Volk einzargig sehr niedrig steht, muss ich mich beim Abstützen der Waben auf die Beute bücken - das merke ich jetzt....
(Auf Nachfrage riet der Leiter unserer Neuimkerschulung dazu, das unverdeckelte Futter zu einem Drittel mitzuberechnen. Schließlich würde es bei der Wiegemethode auch in die Berechnung einfließen.)
Habe direkt mit 5 l Zuckerlösung (3 kg Zucker/2 l Wasser) weitergefüttert. Die Bienen haben es auch schon gefunden.

Nettes Fundstück: leuchtend roter Pollen (könnte Gefleckte Taubnesse oder Spargel sein.), sowie eine Räuber mit gerupftem Haarkleid oben rechts.
Nettes Fundstück: leuchtend roter Pollen (könnte Gefleckte Taubnessel sein), sowie eine hoffentlich nicht bei mir räubernde Biene mit gerupftem Haarkleid oben rechts. Links: verdeckeltes Futter, rechts verdeckelte Brut.

 

Mit dem Schätzrahmen wird zuerst das Futter auf der einen Wabenseite, danach auf der anderen Wabenseite abgeschätzt.
pp von Pia Aumeier: Der Futtervorrat lässt sich gut mit so einem Schätzrahmen bestimmen. Dazu ein Rähmchen mit vier Gummibändern in acht Felder einteilen. Dann wird zuerst das Futter auf der einen Wabenseite, danach auf der anderen Wabenseite geschätzt.

Schon viel habe ich über Dr. Pia Aumeier gehört und sie jetzt endlich einmal live erlebt. Die temperamentvolle Bienen-Forscherin von der Ruhr-Universität Bochum (Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie), war vergangene Woche beim Imkerverein Recklinghausen zu Gast. Das Thema: „Völker gesund, stark mit ausreichend Futter und jungen Königinnen einwintern“.
Angereist mit eigenen Bienen und viel Material brachte sie eine Menge Infos ans Publikum, räumte mit falschen Imkerweisheiten auf und verriet neueste Ergebnisse aus der Forschung.

Schätzrahmen fürs Futter
Für mich war besonders die Schätzung des Futtervorrats interessant. Statt die Beuten mit einer Kofferwaage zu wiegen oder das Gewicht durch Anheben der Beute zu schätzen, griff Pia Aumeier zum Schätzrahmen, der eine recht genaue Feststellung des Futtervorrats ermöglicht.
Dafür wird ein normales Rähmchen durch drei Gummibänder in acht Felder geteilt und nacheinander auf beide Seiten der gezogenen Wabe gehalten. Nun kann man zählen und notieren, wie viele Felder mit Futter gefüllt sind.

12 kg Winterfutter für einen Ableger
Wenn man weiß, dass ein Feld im Deutsch-Normal-Maß-Rähmchen 100 g Futter enthält, kann man die Gesamtmenge des Futters errechnen. Ein Ableger braucht mindestens 12 kg, ein Wirtschaftsvolk 16 bis 20 kg Winterfutter.
Mein durch zweimaliges Schwärmen arg dezimiertes und durch das Bienenkistenvolk leicht erstarktes Volk schätze ich als Ableger ein. Denn es besitzt eine junge Königin und sitzt auf nur einer Zarge. Bei einzargigen Völkern ist die Fütterung etwas heikler als bei zweizargigen, da noch genügend Raum fürs Brutnest bleiben muss.

Ist schon klar, was ich in dieser Woche ansteht: Futterbestand abschätzen und eventuell noch einmal nachfüttern.

Nachdem ich den Futtereimer entfernt habe, bietet sich dieser Blick aufs einzargige Volk - wäre schön, wenn noch mehr Bienen da wären...
Nachdem ich den Futtereimer entfernt habe, bietet sich dieser Blick aufs einzargige Volk - wäre schön, wenn noch mehr Bienen da wären...

Bei der gestrigen Volkskontrolle habe ich die Königin gesehen - und sie ist fleißig: ein großflächiges Brutnest auf drei Rähmchen! Hoffe, dass sie noch eine ganze Weile weiter stiftet, damit genügend Winterbienen heran- wachsen.
Allerdings waren die Bienen etwas gereizt. Leichtes Anpusten, was sonst bewirkt, dass die Bienen von der angepusteten Stelle auf dem Rähmchen wegkrabbeln, scheuchte sie jetzt unter wütendem Summen auf. ... weiterlesen

Wenn 2/3 der Wabenzellen verdeckelt sind, ist der Honig reif.
Als Imker freut man sich, wenn 2/3 der Wabenzellen verdeckelt sind und der Honig erntereif ist. Die Bienen erhalten als Ausgleich eine Zuckerlösung.

"Mama, stell Dir mal vor, Du hast gearbeitet und gearbeitet - so viel Du nur kannst. Und dann nimmt Dir einer alles weg. Wie findest Du das?" Diese Frage stellt mir unsere Achtjährige während einer Autofahrt.
"Das ist ja gemein! Das ist Diebstahl. Habt Ihr das in Reli durchgenommen?", frage ich.
Sie verneint: "Haben wir nicht. Aber jetzt weißt Du, wie sich die Bienen fühlen müssen, wenn wir ihnen den Honig wegnehmen!" ... weiterlesen