Weiselloses Volk und erster Stich

Gähnende Leere: In den unverdeckelten Zellen sind keine Stifte oder Maden zu sehen.

Das sieht aber mau aus, im Brutnest von Queen Helene in der Trogbeute: Es ist gar keine Brut mehr da - alles geschlüpft und keine Eier nachgelegt. Man konnte schon am geringen Flugverkehr bei Sonnenschein sehen, dass etwas nicht stimmt. Ich nehme an, dass Queen Helene gestorben ist - warum auch immer. Ich habe sie weder auf den Waben, noch auf dem Boden der Beute gefunden.

Junge Brut zugesetzt
Wenn ein Volk ohne Königin - also weisellos - ist, kehrt der Schlendrian ein. Einerseits hat ein Teil der Bienen wenig zu tun, die Ammen sind sogar arbeitslos. Andererseits fehlt aber auch die Motivation zur geregelten Arbeit. Wozu Futter einholen, wenn noch etwas da ist und kein Nachwuchs nach Futter verlangt? Ein Glück, dass sich noch keine Arbeiterinnen zum Eierlegen aufgeschwungen haben. Diese Drohnenmütterchen können ja nur unbefruchtete Eier legen, aus denen ausschließlich Drohnen schlüpfen. Ein drohnenbrütiges Volk ist über kurz oder lang zum Sterben verurteilt. Denn die Männchen können sich nicht einmal selbst mit Futter versorgen.

Was also tun? Bei Queen Marlene sieht es besser aus. Dort gibt es ein gutes Brutnest und sogar ganz frische Brut. Aus den höchstens drei Tage alten Stiften können sich Bienen eine neue Könign ziehen. Deshalb habe ich eine solche Brutwabe zum Volk in die Trogbeute gegeben. Nun hoffe ich darauf, dass dort eine fitte Königin heranwächst. Auch ein Futterrähmchen habe ich noch dazu gegeben - wer weiß, wie lang der Müßiggang anhält? Und das kühle und nasse Wetter lädt auch nicht zum Pollensammeln ein.

Eine Könign braucht übrigens nur 16 Tage bis zum Schlupf, im Vergleich zur Arbeiterin (21 Tage) und zum Drohn (24 Tage) ist das sehr kurz. Es zeigt, wie wichtig die Königin für das Volk ist. Nach 16 Tagen ist die Weisellosigkeit überstanden, aber sie muss ja auch noch den Hochzeitsflug überleben, bis sie endlich Eier legen kann.

Erster Stich des Jahres
Die Bienen waren bei der Aktion recht friedlich und dann hat es mich doch erwischt. Ich war mit allem fertig und wollte nur noch ein schönes Foto vom Brutnest machen und befreite eine Hand vom Handschuh. Ich hielt die Wabe gerade gegen die Sonne und drückte ab, als sich eine Biene zwischen Daumen und Zeigefinger auf die Handsetzte und auch sofort abdrückte. Hach. Schade für uns beide! Und auch für Euch: Das Foto war unscharf... 😉

7 Gedanken zu “Weiselloses Volk und erster Stich

  1. Bernhard

    Hallo Gerburgis,
    na, wie sieht´s aus, gibt es Nachschaffungszellen?
    Bei mir lagen heute die ersten Drohnendeckel auf dem Flugbrett.
    Es könnte also doch klappen mit der Begattung.

    Viele Grüße von Bernhard

    Antwort
    1. Gerburgis Sommer

      Beitragsautor

      Hallo Bernhard,
      das klinkt ja gut. Ich habe mich nicht getraut, ins Volk zu schauen, weil ich sie nicht stören wollte. Bei der Entnahme der Futterkranzprobe waren die Bienen aber ganz ruhig, sodass ich zuversichtlich bin. Hoffentlich liegt es nicht daran, dass ich vor zwei Wochen doch die alte Königin übersehen habe...
      Viele Grüße
      Gerburgis

      Antwort
  2. Bernhard

    Hallo Gerburgis,

    das könnte knapp werden, wegen der noch fehlenden Drohnen, wenn die Königin brünstig wird und keine Drohnen da sind, bleibt sie unbegattet, die Brünstigkeit hält nicht so lange an, habe ich gelesen.

    Viele Grüße von Bernhard

    Antwort
  3. Ohje, doppeltes Pech!
    So, wie Du die weisellosen Bienen schilderst, sind sie noch nicht so lange "alleine", da stehen ja dann die Chancen ganz gut, daß sie's noch regeln, oder? Viel Glück!
    Was macht eigentlich die Blumenwiese?
    Wir haben nur einmal grob reingeguckt, ob wir alte Waben rausholen können und das Futter langt. Da alle Bienen fleißig eintragen, auch Pollen, wann immer das Wetter es zuläßt, gehen wir davon aus, daß bei ihnen alles okay ist. Bei 2 von 3 Völkern haben wir denn auch selbst beim schnellen "drübergucken" Brut gesehen.

    Antwort
    1. Gerburgis Sommer

      Beitragsautor

      Hallo Fjonka,
      wie schön, von Dir zu hören! Ich lese mit zeitlicher Verzögerung bei Dir mit, aber zum Schreiben komme ich leider nur selten.
      Unsere Blumenwiese geht jetzt ins vierte Jahr und das Gras hat sich ziemlich ausgebreitet. Im Moment schlagen vor allem Malven auf. Es werden sich sicherlich noch einige andere Blumen ausgesät haben. Ich muss mal mit dem Besitzer der Wiese sprechen. Da wir ja nur ein 200 m² großes Rechteck in der Mitte als Blumenwiese eingesät hatten, kann es sein, dass er jetzt doch lieber alles zweimal im Jahr mähen möchte.
      Zeitlich schaffe ich es leider nicht, noch einmal eine Blumenwiese vorzubereiten und einzusäen.
      Ich freue mich auf ein sonniges Wochenende und hoffe, dass Euch im Norden auch die Sonne lacht!
      Liebe Grüße
      Gerburgis

      Antwort
    1. Gerburgis Sommer

      Beitragsautor

      Hallo Bernd,
      danke, ich denke, die Chancen stehen dafür gut!
      Dir auch ein schönes Wochenende!
      Kennen wir uns eigentlich persönlich? Bernd aus dem Imkerverein oder bist Du Natz?
      Gerburgis

      Antwort

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