Brutfrei? Mit Oxalsäure gegen Varroamilben

Oxalsäure vertreibt die Varroamilbe. Die Behandlung darf nur erfolgen, wenn die Bienen brutfrei sind.
Oxalsäure vertreibt die Varroamilbe. Die Behandlung darf nur erfolgen, wenn die Bienen brutfrei sind.

Bin ich froh, dass meine Bienen die Oxalsäurebehandlung gegen die Varroamilben vorerst überlebt haben. Dabei war nicht die Säure das Problem, sondern festzustellen, ob das Volk brutfrei ist, denn in verdeckelter Brut wirkt die Säure nicht. Aber von Anfang an. Am Freitag kam der empfehlenswerte Infobrief von Apis e.V. und erinnerte an die Oxalsäurebehandlung. Im vergangenen milden Winter habe ich sie erst an Silvester durchgeführt, und hatte sie deshalb noch gar nicht auf dem Plan. Weshalb diese Behandlung notwendig ist, habe ich hier bereits im vergangenen Jahr beschrieben, weitere Infos gibt es auf der Seite der Honigmacher.

Wärme zieht Bienen an. Eine hat sich auf dem Imkerhut niedergelassen.
Wärme zieht Bienen an. Eine hat sich auf dem Imkerhut niedergelassen.

Rähmchen miteinander verkittet
Am Samstag haben meine Tochter und ich uns bei Temperaturen um 3 °C dick eingemummelt und in die Imkerjacke gezwängt. Die Bienen saßen in ihrer Wintertraube, verteilt auf fünf Wabengassen. Was ich vorher schon geahnt hatte, bewahrheitete sich nun: Die Rähmchen saßen ziemlich spack, also eng, in der Beute, von den Bienen aneinander geklebt.
Unmöglich, eines in der Mitte herauszuziehen. Beim Versuch ist an einem Rähmchen der Oberträger abgerissen. Erfahrungsgemäß komme ich dann leichter ans Ziel, wenn ich vom Rand her das erste Rähmchen ziehe und mich dann zur Mitte vorarbeite. Leider mit der Folge, dass die Bienen sehr gestört wurden. Es sind einige aufgeflogen, die sich dann auf meiner Kleidung niederließen - die war schließlich wärmer als die Umgebung. Denn Bienen können Temperaturen um 3° C nicht lange aushalten, erstarren und sterben.

Endlich gelingt es, ein Rähmchen zu lösen. Die Bienen hängen sich in Ketten aneinander.
Endlich gelingt es, ein Rähmchen zu lösen. Die Bienen hängen sich in Ketten aneinander.

Oxalsäure in die Wabengassen träufeln
Wir haben uns sehr beeilt und stellten fest, das Volk ist brutfrei. Also wieder ins Haus, Schutzbrille und Handschuhe angezogen, die Oxalsäure mit Saccharose angesetzt, angewärmt, in die Spritze gezogen und raus.
Als ich nun die Beute öffnete, war klar: Das wird heute nichts! Die Bienen saßen in der ganzen Beute verteilt - von wegen Wintertraube. Auch am Sonntag änderte sich daran nichts, und ich sorgte mich - wieder einmal. Die Temperatur fiel nachts unter den Gefrierpunkt. Wenn das Volk nicht bald zur wärmenden Wintertraube zurückfinden würde, wäre es das Ende. Am Dienstag traute ich mich, wieder in die Beute zu schauen. Und siehe da, jetzt saßen die Bienen auf sechs Wabengassen, und wir konnten die Behandlung problemlos durchführen. Nur zwei Wächterinnen flogen auf und nach der Behandlung war für kurze Zeit ein lautes Summen aus der Beute zu vernehmen. Aber jetzt ist erst einmal Winterruhe.

Ein Gedanke zu “Brutfrei? Mit Oxalsäure gegen Varroamilben

  1. Oh das ist ja richtig spannend für mich.
    Worauf du alles achten musst, das ist enorm.
    Die Bienen brauchen also eine richtig gute Behandlung.
    Ich lerne ja immer dazu, wenn ich deine Berichte lese.
    Nun ist also Winterruhe, bzw. Winterschlaf.
    hoffen wir, dass alles gut geht.
    Ganz liebe Grüße Bärbel

    Antwort

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