Der Honig kristallisiert – ab ins Glas!

Honig bildet feine kristalline Strukturen, wenn der Kristallisationsprozess durch Rühren gesteuert wird.
Honig bildet feine kristalline Strukturen, wenn der Kristallisationsprozess durch Rühren gesteuert wird.

Ab und zu habe ich den Hobbok im Keller geöffnet, um zu prüfen, ob der Honig aus der Bienenkiste schon kristallisiert. Vor einigen Wochen war es so weit - ich meinte eine Veränderung zu sehen. Also habe ich mit dem Rühren begonnen. Dieses sorgt dafür, dass der Zucker im Honig gleichmäßig und fein kristallisiert. So erhält man feincremigen Honig statt eines Honigs, der vom Glasboden herauf grobkörnig erstarrt. Übrigens ist genau das in den Gläsern mit der Frühtracht passiert. Ist aber nicht schlimm, erwärmt man den Honig, z.B. im Wasserbad auf unter 40°C, wird er wieder flüssig.

Nach zwei Wochen schimmert der Honig matter als zu Beginn der Rührerei, bilde ich mir jedenfalls ein.
Nach zwei Wochen schimmert der Honig matter als zu Beginn der Rührerei, bilde ich mir jedenfalls ein.

Rühr-rühr-rühr im Honig-Topf
Eine Imkerin hat mir den Rührer "Auf und Ab" ausgeliehen, mit dem ich nun täglich den Honig im Eimer rühren sollte - immer auf und ab, einmal ganz rundherum. Ganz wichtig, der Rührer muss im Honig bleiben, hebt man ihn heraus an die Luft, drückt man Luftbläschen in den Honig - will ja auch keiner haben.
Nun lag der Rührer schon extra in der Küche, damit ich ans Rühren denke und trotzdem habe ich es ab und zu vergessen. Angeblich soll der Honig mit dieser Bearbeitung schon nach einigen Tagen bis Wochen fester werden. Den richtigen Zeitpunkt zum Abfüllen darf man nicht verpassen: Ist der Honig zu fest, fließt er nicht mehr aus dem Quetschhahn.

Heute lief der Honig wesentlich zähflüssiger aus dem Quetschhahn.
Heute lief die gerührte Sommertracht wesentlich zähflüssiger aus dem Quetschhahn als die Frühtracht, die ich im Juli abgefüllt habe.

Da mir noch die Erfahrung fehlt, weiß ich nicht genau, ob mein Honig jetzt "reif" fürs Glas ist. Aber er verändert seine Konsistenz scheinbar nicht mehr. Da diese 6,5 kg eh nur für den Eigenverbrauch gedacht sind, habe ich den Honig heute abgefüllt.
Eigenverbrauch deshalb, weil ich das Volk vor der Honigentnahme bereits mit Ameisensäure behandelt hatte - erinnert Euch an die spontane Auflösung der Bienenkiste. Im Deutschen-Imker-Glas dürfte ich ihn nicht mehr verkaufen, weil er nicht mehr den Qualitätsmerkmalen: unverfälscht, naturbelassen und in diesem Falle rückstandsfrei, entspricht.

Honig hygienisch einwandfrei abfüllen

So sollte es in einem Raum in dem Honig verarbeitet wird nicht aussehen.
So sollte es in einem Raum in dem Honig verarbeitet wird nicht aussehen.
So ist es richtig: Blumen, Kissen und "Zeugs" wegräumen.
So ist es richtig: Blumen, Kissen und "Zeugs" wegräumen. Dieses Foto sollte natürlich rechts stehen...

Noch ein paar Sätze zur Hygiene bei der Honigabfüllung. Während der Schulung für den "Sachkundenachweis Honig" habe ich darüber eine Menge erfahren. Hier die wichtigsten Leitsätze:
- Der Abfüllraum muss hygienisch einwandfrei sein und sich problemlos sauber halten lassen.
- wischbarer Boden, wischbare Wände.
- gut verschließbare Fenster, keine Gardinen, keine Blumen im Raum.
- Alles entfernen was nicht zur Honigverarbeitung benötigt wird.
- saubere Kleidung mit Kopfbedeckung anziehen
Na, welcher Raum würde sich in einem üblichen Haushalt eignen? Richtig: die Küche. Und sie bleibt vor dem Schleudern kalt! Denn der Honig könnte Essensgerüche aufnehmen.

Und ab ins Glas!
Und ab ins Glas!

Als endlich alles hergerichtet war, ging es endlich ans Abfüllen: Herrlich, wie der Honig ins Glas fließt! Und es ist viel leichter, als die Fotos in diesem Blog zu positionieren - ist es denn zu viel verlangt, zwei Bilder nebeneinander zu stellen?

Ein Gedanke zu “Der Honig kristallisiert – ab ins Glas!

  1. Das ist klar, dass Honig ein edles, sauberes Gut ist.
    Danke, dass du das so detailliert beschrieben und gezeigt hast.
    Das ist wahrlich eine Menge Arbeit, bis der Honig fertig ist.
    Aber der schaut so guuuuuuuuuut aus. Hmmm.
    deine Bärbel

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.