Informativer Honigmarkt in Witten

Der diesjährige Honigmarkt fand im Saalbau in Witten statt, nicht weit entfernt vom Standesamt, wo dieses nette Paar der Künstlerin Christel Lechner auf eine bunte Blumenwiese blickt.
Der diesjährige Honigmarkt fand im Saalbau in Witten statt, nicht weit entfernt vom Standesamt, wo dieses nette Paar der Künstlerin Christel Lechner auf eine bunte Blumenwiese blickt.

Erstmals habe ich den Honigmarkt des  Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker besucht. Schon vor dem Saalbau in Witten begrüßte ein bunter Markt mit Imkern, Korbflechtern, einem Schmied, dem Porsche Club und Dekoständen die Besucher. Drinnen ging es weiter mit Ständen für Imkereibedarf, Honig- und Bienenprodukten und erstaunlich professionell aufgemachten Ständen einzelner Imkervereine, sodass mehr als 50 Aussteller zusammenkamen.

Die Begeisterung für Honig war den Besuchern des Honigmarktes anzusehen - besonders, wenn sie ihn probieren durften.
Die Begeisterung für Honig war den Besuchern des Honigmarktes anzusehen - besonders, wenn sie ihn probieren durften.

Artikel über Honigmarkt
Stundenlang hätte ich hier stöbern und in Fachliteratur zum Beispiel am Stand von APIS e.V. schmökern können. Dazu  gab es ein abwechslungsreiches Programm auf der Bühne. "Imker fragen - Dr. Gerhard Liebig antwortet", hieß eine Aktion, die ich leider nur am Rande mitbekommen habe. Denn die meiste Zeit verbrachte ich im Theatersaal, um für den Landesverband und das Landwirtschaftliche Wochenblatt über die Prämierung der besten Honige und die Fachvorträge berichten zu können.

Interessante Fachvorträge
Den Vortrag von Dr. Andreé Hamm, Uni Bonn, über die "Ökonomische und ökologische Bedeutung der Honigbiene und andere Bestäuber" habe ich leider nicht ganz mitbekommen, weil parallel dazu der Vortrag von Dr. Annette Schroeder, Uni Hohenheim,  zur Frage "Kann denn Honig Sünde sein? Honig und gesunde Ernährung" stattfand.
Mit Bienenzucht habe ich mich bislang noch gar nicht beschäftigt (da werde ich auch nie aktiv werden), umso interessanter waren die Ausführungen von Prof. Kaspar Bienefeld vom Bieneninstitut Hohen Neuendorf über den Zuchtfortschritt bei Honigbienen. Einzelne Bienen sind nämlich in der Lage, Varroamilben in der verdeckelten Brut zu erkennen. Sie räumen diese Brutzellen aus und entziehen der Milbe so die Lebensgrundlage. Die Forscher sind dabei, diese besonders pfiffigen Bienen an ihren Genen zu erkennen und so für die Zucht zu selektieren.

An einem Stand konnte man Windlichter aus Bienenwachs ziehen - geht auch zuhause. Dazu Luftballons mit Wasser füllen und mehrmals ins flüssige Wachs tauchen. Zur Zierde Laub hineindrücken und nochmals ins Wachs tauchen. Den Luftballon anstechen und entfernen - fertig!
An einem Stand konnte man Windlichter aus Bienenwachs ziehen - geht auch zuhause. Dazu Luftballons mit Wasser füllen und mehrmals ins flüssige Wachs tauchen. Zur Zierde Laub hineindrücken und nochmals ins Wachs tauchen. Den Luftballon anstechen und entfernen - fertig!

Kunstschwarm gegen Varroa
Gute Tipps für die Praxis lieferte Dr. Marina Meixner vom Bieneninstitut Kirchhain, die der Varroamilbe und ihren begleitenden Krankheiten mit einer Brutentnahme im Sommer beikommen will. Mittels der Kunstschwarmmethode, die sie ausführlich erläuterte, wird eine Brutunterbrechung bei der Milbe erreicht, sodass die Milbenzahl nicht so stark wächst. Imker befürchten, dass eine Brutunterbrechung das Bienenvolk schwächt. Doch dies ist nicht zu verzeichnen, wenn sie rechtzeitig, etwa zwei Wochen vor Trachtende, durchgeführt wird.

Gute Ergebnisse "trotz" Trogbeute
In diesem Jahr kamen 1007 Honige in die Bewertung - vielleicht mache ich im nächsten Jahr auch mit. Die ersten drei Preisträger aus jeweils drei Kategorien (Frühtracht, Sommertracht-kandiert und Sommertracht-flüssig) wurden jeweils mit Fotos ausführlicher vorgestellt und man erfuhr etwas über ihre Betriebsweise.
Musste sehr schmunzeln, als es bei drei Preisträgern jeweils hieß: "Obwohl er in Trogbeuten imkert, erzielte er einen guten xy Platz!"
Die Trogbeuten habe ich immer noch im Sinn. Über den Winter werde ich mich mit diesem Thema beschäftigen und eventuell selbst eine bauen.

2 Gedanken zu “Informativer Honigmarkt in Witten

  1. Liebe Gerburgis,
    das war ja ein erfolgreiches Wochenende für dich.
    Und das Wetter war ja auch noch gnädig.
    Was die Imker so alles können, sogar diese schreckliche Milbe eliminieren, super!
    Schön, dass es für dich ein Ansporn war.
    Diese bunte Blumenwiese zu Anfang, die mag ich auch so gern.
    Liebe Grüße Bärbel

    Antwort
  2. Das mit den Windlichtern merk ich mir, das finde ich prima, zum verschnken oder so...
    Und das mit den varroa-aufmerksamen Bienen hatte ich noch nicht gehört/ gelesen, das wäre ja wirklich super, wenn da über Zuchtauslese was zu machen wäre! Bisher konnten das ja wohl nur die asiatischen Bienen, und die sind ja wohl viel zu agressiv für hiesige Verhältnisse...

    Antwort

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