Gute Gründe fürs Imkern

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Pollensammeln kann auch auch Balanceakt sein....

Endlich geht es los: Die Imkerschulung des Kreisimker-vereins Recklinghausen hat begonnen. Rund 30 Frauen und Männer trafen sich zum ersten Kennenlernen. Das Schöne an diesem Hobby ist, dass es Menschen quer durch alle Berufe und Altersgruppen ausüben. Der jüngste Interessent bei der Schulung ist erst 17.
Der älteste Imker, den ich kenne, ist schon 88 Jahre alt und mit den Bienen aufgewachsen. Da sammelt sich ein ungeheures Wissen an. Aber ausgelernt hat er nie: "Die Bienen überraschen einen immer wieder."

Lernen von anderen Imkern
Ich mag es, wenn die Imker aufgeschlossen sind. Viele geben ihr Wissen bereitwillig weiter. Das war vor einigen Jahrzehnten noch ganz anders, als jeder für sich wurschtelte und der Honigertrag wirtschaftlich eine viel größere Rolle spielte, als heute. Natürlich gibt es unter den Imkern auch Besserwisser, die glauben, die Weisheit für sich gepachtet zu haben und kein anderes System neben dem ihrigen gelten lassen. Gerade die Vielfalt an Beuten und Arbeitsweisen verwirrten mich zu Anfang sehr. Dazu heißt es häufig: "Probiere aus, was für Dich am besten geht." Weil ich mit der Bienenkiste nun schon meine Erfahrungen gemacht habe - positive wie negative - möchte ich mein nächstes Volk in einer anderen Beute halten.

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Alles goldgelb: Krokus, Pollen, Biene und bald auch der Honig.

13 gute Gründe fürs Imkern
In der Imkerschulung war die Vor- stellungsrunde besonders spannend . Die Teilnehmer erzählten, wie ihr Interesse für Bienen geweckt wurde und warum sie imkern möchten:
• Die Liebe zum Honig.
• Ein Lehrer bietet eine Bienen-AG für die Schüler an.
• Weil im Garten einfach noch Platz ist.
• Der imkernde Nachbar hat mit seiner Faszination für Bienen angesteckt.
• Eine Lehrerin möchte den Schulgarten mit Bienen beleben.
• Ein Teilnehmer ist ein großer Hummel-Freund. Da man die aber nicht halten kann, weicht er auf Bienen aus.
• Kindheitserinnerungen an die Bienenhaltung des Opas.
• Einen Schwarm im eigenen Garten gefunden.
• Die Suche nach einem perfekten Ausgleich zum Job.
• Weil Bienen so faszinierende Tiere sind.
• Die Imkerei könnte ein Hobby für den Ruhestand sein.
• Ein Mitarbeiter einer Biologischen Station möchte sich auf die Pflege der dort gehaltenen Bienenvölker vorbereiten.
• Der Kursleiter betont, dass die Imkerei eines der wenigen Hobbys ist, das sich selbst trägt und nach einigen Jahren sogar Geld einbringt....
Wohl alle Teilnehmer spüren eine große Naturverbundenheit und den Wunsch nach einer sinnvollen und spannenden Freizeitbeschäftigung. Als Biene würde mir allerdings schwindelig werden....

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Als die Folie noch die Zarge bedeckte, legte meine Tochter ihre Hand darauf: "Oh, die wibbeln herum!" Tatsächlich kann man die Bewegungen spüren, mit denen die Bienen auf den Waben kommunizieren.

Wenn ich nach einem dreiviertel Jahr mit meinem Bienenvolk ein kurzes Resümee ziehe, kann ich vielen Argumenten nur zustimmen, habe schon vieles an Bienen und in der Natur entdeckt, was mich fasziniert.
Mit meiner jüngsten Tochter besuche ich außerdem noch einen Familienimkerkurs in der Wildniswerkstatt in Münster. Dort lassen sich 20 Kinder und Erwachsene in die Geheimnisse der Bienenhaltung einführen.

Ein Blick aufs Bienenvolk
"Mama, die Bienen fliegen!" Nach der Winterpause freut sich die ganze Familie, wenn die Bienen aus der Bienenkiste in die Höhe zischen. Der Blick aufs Volk zeigt, dass sie bei den warmen Temperaturen der vergangenen Tage (zwischen 15 und 20°C) eifrig fliegen und mit gut gefüllten Pollenhöschen heimkehren. Super!

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